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Insektenhotel Füllmaterial: Liste von A-Z

Insektenhotel mit Füllmaterial

Ein Insektenhotel bietet verschiedenen Tieren Unterschlupf. Welche Insekten das Hotel besuchen sollen, können Sie steuern. Denn die Besuche hängen von der Füllung der einzelnen Abteile ab. Dieser Artikel listet passendes Füllmaterial für Insektenhotels.

Natürliche Materialien verwenden

Damit die Gäste in Ihrem Insektenhotel nicht durch giftige Dämpfe geschädigt oder gar zu Tode kommen, sollten nur unbehandelte Materialien zum Befüllen des Hotels verwendet werden. Deswegen sollten Sie, wenn Sie Füllmaterial für das Insektenhotel kaufen, genau auf die Herkunft achten. Das Sammeln von Material aus dem Wald gilt in puncto Schadstoffe als unbedenklich.

Füllmaterial für Insektenhotels

Angebohrtes Hartholz

  • Gäste: Wildbienen, Wildwespen
  • dient als Brutröhre und Nisthöhle
  • Hartholz behält seine Form, ist witterungsbeständig
  • Scheiben oder Klötze mehrfach anbohren (Abstand: ein bis zwei Zentimeter)
  • beliebte Hölzer: Buche, Esche, Eiche, Apfelbaum, Haselnuss
  • auf glatte Seitenwände und Schnittkanten achten (Insekten kriechen rückwärts hinein)
  • Öffnungen zwischen 2 und 10 Millimeter im Durchmesser
Insektenhotel - Angebohrtes Hartholz
Angebohrtes Hartholz
Hinweis: Nadelhölzer und Weichholz sind für das Insektenhotel nicht geeignet, da die Bienen am Harz hängen bleiben.

Bambus

  • Gäste: Wildbienen
  • dient als Brutröhre
  • idealerweise unter einem Knoten schneiden (natürlicher Verschluss am Ende)
  • unterschiedliche Durchmesser der Stängel bieten verschiedenen Wildbienearten Unterschlupf

Dünne Äste

  • Gäste: Schmetterlinge
  • dient zum Ausruhen und als Schutz vor Wind und Winter
  • frische Ästchen lassen sich leichter in das Abteil hineinbiegen
  • nicht dicker als 5 Millimeter
  • Abteil mit einer Holzplatte abdecken, vertikale Schlitze als Eingang

Herbstlaub

  • Gäste: Marienkäfer und andere Käfer
  • dient als Unterschlupf und Winterquartier
  • nur trockenes Laub als Füllmaterial verwenden (Schimmelbildung)
  • Unterkunft zu 75 Prozent befüllen
  • Abteil mit Gitterdraht absichern
Abteile mit Gitter sichern
Sichern Sie die Abteile mit Drähten oder Gittern vor unerwünschten Besuchern ab!

Hohle Pflanzenstängel

  • Gäste: Wildbienen, Wildwespen
  • dienen als Nisthöhlen
  • Halmlänge mindestens acht Zentimeter
  • Schnitt hinter einem Knoten ansetzen (natürlicher Verschluss)
  • unterschiedliche Dicken verwenden
  • verschieden große Öffnungen locken unterschiedliche Arten an
  • werden waagrecht dicht an dicht angebracht
  • beliebte Stängel: Schilf, Bambus

Holzwolle

  • Gäste: Marienkäfer, Florfliege, Ohrwurm
  • dient als warmes Versteck im Winter
  • nur unbehandelte Holzwolle als Füllmaterial verwenden
  • Abteil mit einer Holzplatte abdecken (senkrechte oder waagrechte Schlitze als Eingang)
Tipp: Streichen Sie die Abdeckung rot an, lockt dies insbesondere Florfliegen.

Lehmziegel

  • Gäste: Wildbienen
  • dient als Bruthöhle
  • Löcher in den Ziegel mit einem Rohr oder hohlen Stängeln versehen
  • alternativ: kleine Risse und Spalten zum Selbstbauen (Fressen) der Gänge
  • Material mit langer Lebensdauer
  • selbst gemachte Ziegel aus Löss-Lehm vor dem Einbau gut abtrocknen lassen
Insektenhotelfüllung mit Lehmziegel und Backstein
Lehmziegel und Backstein

Markhaltige Pflanzenstängel

  • Gäste: Wildbienen, Wildwespen
  • dienen als Nisthöhlen
  • werden senkrecht angebracht
  • beliebtes Füllmaterial: Brombeeren, Himbeeren, Heckenrosen, Disteln, Flieder

Rindenmulch

  • Gäste: Käfer
  • dient als Unterschlupf
  • nur trockenen Rindenmulch verwenden (Schimmelbildung)
  • Abteil mit Gitterdraht absichern

Schneckenhäuser

  • Gäste: Wildbienen, Käfer, Wildwespen, Spinnen
  • dienen als Nisthöhlen
  • eher kleine Schneckenhäuser verwenden
  • Abteil mit Gitterdraht absichern
Hinweis: Schneckenhäuser in unterschiedlichen Größen locken verschiedene Wildbienenarten an.

Stroh

Stroh im Insektenhotel
Frisches Stroh als Füllmaterial für das Insektenhotel erhalten Sie beim Bio-Bauern oder im Zoofachgeschäft (Einstreustroh).
  • Gäste: Ohrwurm, Florfliege
  • dient zur Aufzucht des Nachwuchses und als warmes Versteck im Winter
  • Abteil mit Gitterdraht absichern

Totholz

  • Gäste: Käfer
  • dient als Unterschlupf und Rückzugsmöglichkeit
  • im Garten oder im Wald vom Boden aufsammeln
  • Abteil mit Drahtgitter absichern

Zapfen

  • Gäste: Marienkäfer, Ohrwurm, Florfliegen
  • dient als Rückzugsmöglichkeit oder als Winterquartier
  • beliebt sind Kiefern- oder Tannenzapfen
  • gut abtrocknen lassen
  • Abteil mit Gitterdraht absichern
Zapfen in Insektenhotel
Zapfen

Ziegel- oder Backsteine

  • Gäste: Wildbienen
  • dienen als Nisthöhlen
  • Löcher in unterschiedlichen Größen hineinbohren
  • auf glatte Kanten und Seitenwände achten
Tipp: Haben die Ziegel bereits Löcher, können Sie in diese hohle Stängel hineinstecken.

Konflikten im Insektenhotel vorbeugen

Zwischen Wildbienen und anderen Insekten kann es zu Konflikten kommen, da Letztere den Pollen der Bienen zum Fressen gern haben. Damit die fleißigen Bienchen nicht für das Mahl der anderen Hotelbewohner arbeiten, sollten Sie Stroh oder Holzwolle nicht mit hohlen Stängeln, wie zum Beispiel Bambus, in einem Abteil kombinieren. Denn so haben Ohrwürmer, die als Pollendiebe bekannt sind, direkten Zugang.

Von außen droht die Gefahr durch Vögel, die ebenfalls Gefallen am gesammelten Pollen finden. Damit diese ungebetenen Gäste nicht naschen können, sollten die Bienenzimmer in einem Abstand von fünf Zentimetern an der Vorderseite des Hotels schützen.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft muss ich die Füllung wechseln?

Das hängt vom Material und dem Standort des Hotels ab. Wichtig ist, dass lose Materialien wie Stroh oder Holzwolle aufgrund von Feuchtigkeit nicht zu schimmeln anfangen. Die dünnen Äste für Schmetterlinge können Sie im zeitigen Frühjahr erneuern, bevor die Tiere zu fliegen beginnen.

Kann ich die Holzwolle aus meinen Weinkisten als Füllung nehmen?

Von dieser Holzwolle wird abgeraten, da sie meist behandelt ist. Sie können jedoch beim Weinbauern nachfragen, ob dies tatsächlich der Fall ist. Sollten Sie den Punkt nicht klären können, sollten Sie besser auf die Wolle aus den Kisten zum Befüllen verzichten.