Kräuter im Topf

Frische Kräuter aus dem Garten sind echt etwas tolles. Wer nur Kräutermischungen aus dem Supermarkt kennt, der hat absolut etwas versäumt. Kräuter schmecken gut und sie haben viele wichtige Inhaltsstoffe. Sogar in der Medizin finden wieder mehr Kräuter ihren Einsatz. Alle Welt spricht von „Grünen Smoothies“ und Gartenkräuter und daneben Wildkräuter sind darin wichtige Ingredienzien. Kräuter brauchen meist nicht viel Platz. Sie gedeihen sogar auf dem Fensterbrett, auf dem Balkon ist es gar kein Problem. Der Garten ist natürlich ideal. Man muss noch nicht einmal ein eigenes Kräuterbeet anlegen, um ernten zu können. Einfach zwischen die anderen Pflanzen setzen, das ist gar kein Problem. Nur mit dem Düngen muss man aufpassen. Dann darf nur organischer Dünger verwendet werden, keine Chemie.

Wildkräuter

Neben den Gartenkräutern gibt es auch noch viele Wildkräuter. Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, kann da so allerlei finden. Nun kennt sich der „gemeine Stadtmensch“ oft nicht aus in der Kräuterwelt. Dem kann ganz schnell abgeholfen werden. Man kaufe sich ein Buch mit vielen Bildern und ziehe einmal fernab von Straßen und Autoverkehr durch die Natur. Auch werden in fast jeder Stadt geführte Wanderungen zum Zweck der Wildkräutererkennung durchgeführt. Die sind sehr interessant. Ich habe da letztes Jahr auch einmal mitgemacht. Man kann viel lernen.

Kräuter sammeln ist kein Problem. Man sollte immer nur so viele nehmen, wie man verarbeiten kann. Was nicht frisch genutzt wird, kann konserviert werden. Man kann Kräuter trocknen, einfrieren, in Essig oder Öl einlegen und auf andere kompliziertere Art und Weise haltbar machen. Uns geht es hier um das Einfrieren und das Trocknen der Kräuter. Nicht alle Kräuter können getrocknet werden und nicht alle eignen sich zum Einfrieren. Lesen Sie weiter, welches Kraut sich wofür eignet und was zu beachten ist.
Für viele Menschen sind nur frische Kräuter das Non plus ultra. Da es aber schwierig ist, ganzjährig welche zu kultivieren (nicht jeder hat schließlich ein beheiztes Gewächshaus oder ähnliches), ist es oft sinnvoll, Kräuter zu konservieren. Dies geht auf vielerlei Art.

Kräuter Trocknen

HeilkräuterDas Trocknen von Kräutern ist die traditionellste Art der Konservierung. Man kann dabei aber allerlei falsch machen. Viele wollen die Halme schnell trocken haben und legen bzw. hängen sie in die Sonne. Das ist grundverkehrt. Auch der warme Schuppen, wo die Sonne voll auf das Dach knallt und der fast 50° C heiß wird, ist keine Lösung. Kräuter trocknen gern luftig. Ansonsten dörren sie und dann ist das Aroma weg, löst sich in Luft auf. Temperaturen über 42° C werden allgemein als schädlich angesehen.

  • Trocknen ist für alle Kräuter geeignet, die mitgekocht werden, z.B. Majoran, Oregano, Thymian, Beifuß, Liebstöckel
  • Auch die Kräuter für Salatdressings können getrocknet werden
  • Die Zweige werden möglichst langstielig geerntet
  • Sie werden vorsichtig gewaschen und trocken getupft. Bei meinen Gartenkräutern, den meisten wenigstens, spare ich mir das. Sie sind nicht schmutzig. Ich pflücke lieber nach einem Regentag, wenn am nächsten Tag alles wieder trocken ist. Dann ist der Staub weg.
  • Bei Wurzeln ist das Waschen natürlich unumgänglich.
  • Kranke Pflanzenteile aussortieren.
  • Zweige zu kleinen Bündeln zusammenbinden. Man nutzt Zwirn oder auch ein Gummiband.
  • Nicht mehr, als 10 Stängel zusammenbinden!
  • Sinnvoll ist es, die Bündel zu beschriften. Gerade, wer sich noch nicht so auskennt, für den ist das eine gute Lösung. Getrocknet sehen die Kräuter oft ganz anders aus als frisch. Man kann einige leicht verwechseln.
  • Wichtig ist, die Kräuterstängel nicht zu vermischen. Jedes Kraut für sich trocknen.
  • An einem warmen, dunklen, luftigen Ort mit den Zweigen nach unten aufhängen.
  • Ideal ist ein luftiger Dachboden.
  • Sie müssen 7 bis 14 Tage hängen.
  • Blätter oder Blüten werden in einfacher Lage locker zum Trocknen ausgebreitet. Gut dafür geeignet sind feine Drahtsiebe oder dünne Stoffe, die in einem Rahmen aufgespannt werden. Zeitungspapier ist ungeeignet, da die Druckerschwärze schädlich ist.
  • Pflanzen mit ätherischen Ölen sollten nicht bewegt werden, während sie trocknen. Ansonsten verflüchtigen sich die wertvollen Bestandteile.
  • Man bewahrt sie am besten in einem lichtundurchlässigen Gefäß auf.
  • Die Beschriftung darf nicht vergessen werden, damit man auch noch weiß, was was ist.
  • Wenn man die Kräuter zerkleinert, verlieren sie viel von ihrem guten Aroma, da sich die ätherischen Öle fix verflüchtigen.
  • Wenn man den Platz hat, also die Kräuterbündel im Ganzen lassen und erst bei Verwendung zerkleinern.
  • Getrocknete Kräuter halten sich etwa ein Jahr, dann ist ihr Aroma hin.
  • Borretsch eignet sich nicht zum Trocknen. 

Kräuter im Ofen oder der Mikrowelle trocknen

PetersilieWer keine Geduld hat oder aber keinen Platz, der kann Kräuter auch schneller trocknen. Im Ofen nimmt man die Umluftfunktion und stellt 50° C ein. In kurzer Zeit sinkt der Wassergehalt der Kräuter von 85 auf 15 Prozent. Das sorgt für eine Intensivierung des Aromas. Diese Kräuter sollten etwas sparsamer dosiert werden. Wie oben schon geschrieben, verlieren viele Kräuter bei über 42° C große Teile ihres Aromas. Ideal ist die Methode also nicht. Günstig ist sie für Wurzeln, denn diese beginnen recht leicht zu faulen, bzw. werden von Schädlingen befallen. Die Wurzeln sollten gespalten sein, das erleichtert das Trocknen.

Vom Trocknen in der Mikrowelle würde ich absehen. Zwar ist es möglich, aber es geht zu schnell, die Temperaturen sind zu hoch. Da bleibt nicht viel übrig, was sich lohnt, aufzubewahren und zu verwenden.

Trocknen im Trockenautomat/Dörrautomat

Ideal für Wurzeln, Blätter oder Früchte ist der Dörrapparat. Durch die kräftige Luftumsetzung trocknet der Inhalt sehr rasch. Wichtig ist, die Temperatur nicht zu hoch einzustellen.

Kräuter Einfrieren

Eingefrorene Kräuter sind eine gute Sache, denn die meisten der guten Inhaltsstoffe bleiben erhalten. Leider sehen aufgetaute Kräuter nicht mehr sonderlich attraktiv aus, eignen sich also nicht mehr zum dekorieren. Die Aromen, auf die es aber mehrheitlich ankommt, sind super erhalten. Man kann reichlich würzen. Ideal zum Dosieren geeignet sind Kräuter, die in Eiswürfelformen eingefroren werden. Hier kann man auch schon Kräuter mischen und einfrieren. Etwas Wasser mit in den Behälter geben und es entstehen küchenfertige Eis-Kräuter-Würfel.

SchnittlauchDas Einfrieren ist in der Regel die schonendste Methode der Konservierung. Besonders bei Petersilie und Dill, welche beim Trocknen den meisten Gehalt verlieren, ist sie ideal. Nicht so günstig ist sie bei Zitronenmelisse und Pfefferminze. Je schneller die Kräuter nach der Ernte in den Gefrierschrank wandern, desto besser ist es.

  • Schnittlauch, Dill, Kerbel, Petersilie und andere Arten mit weichen Blättern und Trieben eignen sich besser zum Einfrieren.
  • Glatte Petersilie hat nach dem Einfrieren mehr Aroma, als krause Petersilie.
  • Frische Kräuter waschen und trocken tupfen. Hier wasche ich auch, denn anders als beim Trocknen, stört es nicht, wenn die Kräuter nicht ganz trocken sind.
  • Auf einem Holzbrett fein zerhacken.
  • Gehackte Kräuter in kleineren Portionen, zum Beispiel in einem Eiswürfelbehälter einfrieren. Man gibt etwas Wasser dazu.
  • Die Würfel können beim Kochen portionsweise zu den Speisen gegeben werden.
  • Man kann auch ganze Kräutersträuße einfrieren und dann immer nur das entnehmen, was gerade benötigt wird.
  • Minze nicht klein hacken, sondern die Blätter im Ganzen einfrieren. Gehackt verlieren sie ihr Aroma.
  • Die Kräuter gefroren verwenden. Lässt man sie auftauen, zerstören die schmelzenden Eiskristalle die Zellwände und setzen die ätherischen Öle frei. Die Kräuter haben schon alles Aroma verloren, bevor sie ihre Aufgabe überhaupt anfangen konnten.
  • Basilikum eignet sich nicht zum Einfrieren. Es wird bräunlich und geschmacklos, alles Aroma ist weg.
  • Auch Majoran ist nicht wirklich geeignet. Man trocknet das Kraut besser.

Alternative – Einlegen in Essig oder Öl

OreganoViele Kräuter ergeben in Öl oder Essig eingelegt, interessante Würznoten. Lecker sind z.B. Dill-, Estragon- und Basilikum-Essig. Auch Melisse und andere Kräuter können so gut genutzt werden. Für Speiseöl eignen sich ebenfalls Basilikum, Oregano, Thymian, Salbei und andere Lippenblütler. Diese Art der Konservierung ist denkbar einfach. Man füllt die Kräuter in eine Flasche und überdeckt sie vollständig mit dem Essig oder dem Öl. Man sollte einen guten Wein- oder Obstessig bzw. ein kaltgepresstes Öl verwenden. Für die Essigmischung verwendet man die Kräuter am besten im Ganzen. Das sieht einfach gut aus. Für den Öl-Auszug werden sie dagegen besser zerkleinert, so geben sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe besser ab. Für Öl nutzt man ein durchscheinendes Gefäß, welches dann in der Sonne aufgestellt wird. Schon nach drei Wochen sind die Inhaltsstoffe an den Essig bzw. das Öl abgegeben. Allerdings muss regelmäßig kräftig geschüttelt werden. Das Öl sollte vor den Gebrauch abgefiltert werden. Den Siebrückstand kann man noch einmal kräftig auspressen, damit möglichst wenig verloren geht.

Fazit

Kräuter sollten in keinem Haushalt fehlen. Sie sind oft das „Salz in der Suppe“. Frische Kräuter aus dem Garten sind unübertroffen, ebenso wie frische Wildkräuter, selbstgesammelt. Wenn man zu viele davon hat, macht es Sinn, sie zu konservieren, damit man im Winter noch von seinem Vorrat zehren kann. Einfrieren und Trocknen sind zwei gute Methoden, die Kräuter sicher aufzubewahren. Beides sollte richtig gemacht werden, damit das wertvolle Aroma in den Kräutern erhalten bleibt. Nicht alle Kräuterarten eignen sich für beide Arten der Haltbarmachung. Manche werden besser eingefroren, mache besser getrocknet. Basilikum eignet sich für beides nicht. Aus den Blättern macht man besser Pesto. Ansonsten findet sich für jedes Kraut die richtige Methode. Viel Spaß also beim Sammeln, Pflücken und Konservieren!