Gartengestaltung Kräutergarten

Kräuter schneiden: Grundlagen zum zurückschneiden und ernten

Kräuter schneiden

Kräuter gehören zu den essentiellen Bestandteilen der Küche, finden Verwendung in Kosmetik und Körperpflege und werden gerne in den Garten gepflanzt oder in Töpfen auf der Terrasse oder dem Balkon gehalten. Zu den wichtigsten Pflegeschritten, der von manchen Menschen außer Acht gelassen wird, zählt der Schnitt. Auch wenn die Pflanzen regelmäßig abgeerntet werden, sollten die Schnittmaßnahmen nicht vergessen werden.

Kräuter zurückschneiden notwendig?

Eine berechtigte Frage. Das Zurückschneiden von Kräutern ist im Idealfall nicht notwendig. Das setzt jedoch voraus, dass Sie die Kräuter regelmäßig nutzen, das heißt, ernten. Der Ernteschnitt ist ausreichend, um die Vorteile eines Rück- oder Verjüngungsschnitt zu nutzen, da die Pflanzen danach frisch austreiben können. Das erhöht die Vitalität der Pflanzen, was sich positiv auf die Intensität der Aromastoffe in den Kräutern auswirkt. Doch gibt es Gründe, warum es unabhängig von der Ernte notwendig wird, Kräuter zu schneiden:

  • Verholzung
  • Schädlingsbefall
  • Krankheit
  • geringe Nutzung
  • Beschädigungen

Gerade im Fall einer nicht ausreichenden Nutzung der Kräuter kommt es dazu, dass diese immer mehr ihrer Wildform ähneln und somit das Aroma deutlich schwächelt. Im gleichen Zug kann es sein, dass die Gesundheit der Kräuterpflanzen schwächelt. Das ist aber nur der Fall bei mehrjährigen Kräutern, die über die folgenden Wachstumskriterien verfügen:

  • KräuterStauden
  • Sträucher
  • Halbsträucher

Während Stauden zum Ende des Jahres ihre oberirdischen Pflanzenteile bis zu einem gewissen Punkt verlieren, handelt es sich bei Sträuchern und Halbsträuchern um Arten, die über den Winter Ihre Triebe und Blätter nicht verlieren. Im Vergleich zu den einjährigen Gewächsen kann es bei diesen schnell zu Wachstumsstörungen kommen, wenn Sie diese nicht zurückschneiden und auf diese Weise pflegen. Es lohnt sich also, die Kräuter in regelmäßigen Abständen zu schneiden und auf diese Weise vital zu halten. Selbst alte Gewächse können Sie dadurch wieder auffrischen, die nach dem Zurückschneiden innerhalb kurzer Zeit wieder austreiben und Sie wieder mit intensiven Aromen begeistern.

Hinweis: Gerade wenn Sie Kräuter zur Zierde halten und nur in geringem Maße in der Küche benutzen, müssen Sie diese schneiden. Zurückschneiden ist vor allem dann wichtig, wenn Sie eine große Menge der Kräuterpflanzen im Garten angepflanzt und somit einen Überschuss an Grün haben, das schnell verholzt und mit der Zeit erst durch Schneiden wieder brauchbar wird.

Zeitpunkt zum Schneiden

Der Zeitpunkt zum Zurückschneiden von Kräutern unterscheidet sich deutlich zum Erntezeitpunkt. Der Grund? Bei der Ernte setzen Sie auf den Zeitpunkt, an dem das Aroma am stärksten ist, während der eigentliche Schnitt dazu genutzt wird, die Kräuter so gesund wie möglich zu halten. Daher dürfen Sie den eigentlichen Schnitt nicht mit dem Erntezeitpunkt verwechseln. Da Sie einjährige Kräuter am Ende der Saison nicht mehr nutzen können und bis dahin komplett aufgebraucht haben sollten, ist hier kein Rückschnitt in irgendeiner Form nötig. Der Schnittzeitpunkt für die Stauden unter den Küchenkräutern wie Minze, Zitronenmelisse oder Schnittlauch wie folgt:

  • kompletter Rückschnitt (Bodennähe): später Herbst
  • nach erstem Austrieb: Frühjahr

Wann Sie Sträucher sowie Halbsträucher wie Thymian, Rosmarin, Lavendel oder Salbei zurückschneiden müssen, entnehmen Sie den folgenden Informationen:

  • Lavendel April bis Mai
  • frostfreie Tage
  • Eisheilige abwarten
  • alternativ: Sommerschnitt

Bei diesen müssen Sie wirklich darauf aufpassen, dass nachts keine Chance mehr auf Fröste bestehen, da diese den Pflanzen ganz schön zusetzen können. Warten Sie also im Zweifelsfall die Eisheiligen Mitte Mai ab, da Sie nach diesen keine Angst mehr vor zu kalten Nächten haben müssen. Neben dem Schnittzeitpunkt ist es ebenso wichtig zu wissen, wie das Schneiden gelingt. Dieses unterscheidet sich nämlich deutlich von der eigentlichen Ernte.

Kräuter schneiden

Bevor Sie mit dem Schneiden der Kräuter beginnen, benötigen Sie entsprechendes Werkzeug. Hier reichen eine Schere oder ein Messer aus, die unbedingt geschärft und gereinigt werden sollten. Auf diese Weise schützen Sie Ihre Pflanzen vor Beschädigungen und Infektionen, die ihnen schnell den Garaus machen könnten. Sobald Sie das passende Werkzeug parat haben, beachten Sie die folgenden Punkte beim Schneiden:

  1. Verholzte oder vergreiste Küchenkräuter oder Arten wie Thymian, die von Natur aus verholzen, werden mit dem Schnitt verjüngt. Dafür schneiden Sie um ein Drittel die immergrünen Triebe zurück.
  2. Salbei schneiden KräuterBei Halbsträuchern müssen Sie auf jeden Fall den Frost abwarten. Hier wird ein wenig mehr von den grünen Trieben entfernt. Schneiden Sie hier großzügig bis zu zwei Drittel zurück, was abhängig vom Alter der Pflanze und der Menge des Altholzes ist. Lassen Sie immer ein wenig Grün stehen, damit das Altholz nicht dominiert.
  3. Kräuterstauden schneiden Sie immer wieder über das Jahr. Hierbei sollten Sie aber keine Triebe entfernen, sondern ausschließlich abgestorbene Blätter, die selbst bei guter Pflege der Gewächse auftreten können. Diese sorgen für ein Ungleichgewicht an Nährstoffen und müssen daher unbedingt entfernt werden.

Mit diesen Grundlagen wird der Schnitt der Kräuter schnell und effektiv umgesetzt.

Erntezeitpunkt

Während das Schneiden der Kräuter die Vitalität erhält, ist die Ente vor allem für den Menschen wichtig. Über die Ernte werden die Blätter, Triebspitzen oder andere Pflanzenteile bereitgestellt, die in der Küche oder für andere Zwecke Verwendung finden. Der jeweilige Erntezeitpunkt ist entscheidend für das Aroma. Zu früh werden nicht ausreichend Aromastoffe gebildet. Zu spät, meist nach der Blüte, gehen viele der Stoffe verloren. Manche Gewächse wie die Petersilie bilden nach ihrer Erntezeit sogar Giftstoffe aus. Unterschieden wird der Erntezeitpunkt dabei zwischen einjährigen und mehrjährigen Arten. Während Sie mehrjährige Arten meist über einen Zeitraum erneut abernten können, werden einjährige Kräuter gerne am Stück verwendet.

Einjährige Arten

  • Borretsch (bot. Borago officinalis): Juni bis Oktober
  • Basilikum (bot. Ocimum basilicum): vor der Blüte April bis Oktober
  • Dill (bot. Anethum graveolens): Mai bis November
  • Gartenkresse (bot. Lepidium sativum): April bis Oktober (abhängig von wiederholter Aussaat)
  • Kerbel anbauenKerbel (bot. Anthriscus cerefolium): vor der Blüte April bis September#
  • Petersilie (bot. Petroselinum crispum): Mai bis Oktober, November, Dezember (frostabhängig)

All diese Kräuter können Sie entweder über den entsprechenden Zeitraum abernten oder zu einem einzelnen Zeitpunkt komplett schneiden. Im Folgejahr ist dann eine erneute Aussaat notwendig, da die restlichen Pflanzenteile vergehen und verrotten.

Mehrjährige Arten

Natürlich dürfen hier die mehrjährigen Kräuterpflanzen nicht vergessen werden. Diese treiben jedes Jahr aufs Neue aus oder behalten Ihre oberirdischen Pflanzenteile. Aus diesem Grund sind die folgenden Erntezeitpunke zu nennen:

  • Bärlauch (bot. Allium ursinum): bis Blüte April bis Mai
  • Beifuß (bot. Artemisia vulgaris): Mai bis Juli
  • Bohnenkraut (bot. Satureja hortensis): ganzjährig oder während Blüte Juli bis September
  • Estragon (bot. Artemisia dracunculus): April bis Oktober
  • Fenchel (bot. Foeniculum vulgare): Mai
  • Kamille (bot. Matricaria chamomilla): Juni bis August
  • Koriander (bot. Coriandrum sativum): April bis August
  • Lavendel (bot. Lavandula ): während der Blüte Juni bis August
  • Liebstöckel (bot. Levisticum officinale): März bis Juni
  • Majoran (bot. Origanum majorana): während Blüte oder Mai bis Oktober
  • Minze (bot. Mentha spicata): Juli bis August
  • Oregano (bot. Origanum vulgare): Mai bis Oktober
  • Pfefferminze (bot. Mentha piperita): März bis November
  • Rosmarin (bot. Rosmarinus officinalis): ganzes Jahr
  • Salbei (bot. Salvia officinalis): März bis September
  • Schnittlauch (bot. Allium schoenoprasum): März bis November
  • Thymian (bot. Thymus vulgaris): Mai bis September
  • Kräuter scneidenWaldmeister (bot. Galium odoratum): bis Blüte April bis Juni
  • Ysop (bot. Hyssopus officinalis): Juni bis August
  • Zitronengras (bot. Cymbopogon citratus): ganzes Jahr
  • Zitronenmelisse (bot. Melissa officinalis): vor Blüte April bis Oktober

Je nachdem was Sie die mit den Kräutern anstellen wollen, kann der Erntezeitpunkt angepasst werden. So ist es empfehlenswert, Pfefferminze noch vor der eigentlichen Blüte zu ernten, wenn Sie diese konservieren oder für Erzeugnisse wie Tee verwenden wollen. Bei den ganzjährig erntebereiten Pflanzen wie Zitronenmelisse oder Rosmarin muss nur der Winterschutz stimmen, damit Sie sich das gesamte Jahr über an diesen erfreuen können. Ebenso unterschiedlich ist die Erntezeit von Kümmel (bot.), da Sie diesen abhängig vom Jahr anders ernten. Im ersten Jahr können Sie ganzjährig junge Blätter und frische Triebspitzen ernten. Ab dem zweiten Jahr sind dann Wurzeln, Samen und Blüten von Juni bis Oktober an der Reihe.

Hinweis: Wählen Sie für die Ernte unbedingt einen Tag mit sonnigem Wetter aus. Das verstärkt die ätherischen Öle und Aromastoffe in den Pflanzen. Ebenfalls sollten Sie am späteren Vormittag ernten. Dann befindet sich kein Morgentau mehr auf den Blättern, was sich negativ auf die Qualität und den Geschmack der Kräuter auswirken würde.