Basilikum blüht

Frische Kräuter aus dem Garten direkt auf den Tisch, das ist ein beliebter Trend in den hiesigen Breitengraden geworden. Wer Basilikum im Gartenbeet kultiviert hat, wird bemerken, dass dieses im Sommer auch blüht. Doch nun stellt sich die Frage, ist das Kraut dann noch genießbar oder sollten die Blüten besser abgeschnitten werden? Der folgende Artikel beschäftigt sich mit dieser Frage und gibt Antworten.

Blüten abschneiden – Ja oder Nein?

Wer Ocimum basilicum im Gartenbeet kultiviert hat, fragt sich spätestens im Sommer, ob er die am Basilikum entstehenden Blüten stehen lassen oder doch besser abschneiden sollte. Entgegen der immer noch landläufig herrschenden Meinung, dass blühendes Basilikum giftig wird, gibt es hier eine Entwarnung, denn dies ist eine Fehlinformation. Doch durch die Blüte stellt das Königskraut das Wachstum ein und der Geschmack wird weniger aromatisch. Auf der anderen Seite bieten die Blüten vielen Insekten Nahrung sowie neue Samenkörner für eine nächste Aussaat. So gibt es die folgenden Optionen, wie mit dem Basilikum im eigenen Garten verfahren werden kann:

  • Basilikum blühtBlüte verhindern
  • Basilikum blühen lassen und Blüten optisch genießen
  • Samen ernten
  • blühenden Basilikum genießbar machen

Blüte verhindern

Basilikum bildet seine Blüten in der Regel im Juli. Damit sollten Bienen und andere Insekten für das Bestäuben angelockt werden. Dadurch können befruchtete Samen gebildet werden, mit denen sich die Pflanze dann weiter vermehren kann. Basilikum benötigt für die Blüte allerdings auch seine gesamte Energie, die dann nicht mehr in die Blätter gesteckt werden kann. Damit es gar nicht erst zu einer Blüte kommt und Basilikum weiter geerntet werden kann, sollte bereits im Frühling mit der Vermeidung und Verzögerung wie folgt begonnen werden:

  • Königskraut regelmäßig ernten
  • hierfür fünf Zentimeter lange Triebstücke nutzen
  • mit Schere abschneiden
  • mindestens zwei Augen stehen lassen
  • keine einzelnen Blätter zupfen
  • Triebe ohne Blätter sterben ab
  • spätestens ernten, wenn erste Knospen zu sehen sind
  • durch Schneiden der Spitzen wächst Basilikum kompakter
  • überschüssige Blätter einfrieren oder trocknen

Wann die Blüte in etwa einsetzt, kann durch einen kleinen Trick ganz gut eingeschätzt werden. Denn diese setzt dann ein, wenn sieben Blattpaare an den Trieben ausgebildet wurden. Werden diese Triebe dann nochmals an der Spitze geschnitten, kann die Blüte verhindert werden.

Tipp: Verwenden Sie in der Küche nach dem Schneiden der Triebe dann dennoch nur die zarten Blätter, indem Sie diese von dem geernteten Zweig abzupfen. Die anderen Pflanzenteile selbst sind zu hart und besitzen kaum Aroma.

Basilikum blühen lassen

In einem Bauern- oder naturnahen Garten bietet es sich an, das Basilikum blühen zu lassen. Denn optisch kann das Kraut zu einer Augenweide im Gartenbeet oder Topf werden. Sortenabhängig zeigen sich dann rosa, violette oder auch weiße Blüten. Hinzu kommt, dass die Blüten durchaus essbar sind. Dennoch ist ihr Geschmack nicht mit dem Aroma der Blätter zu vergleichen das er auch leicht bitter ist. Aber als Dekoration auf warmen oder kalten Speisen können die Blüten gut genutzt werden. Auch wenn das blühende Basilikum an Aroma in den Blättern verliert, kann man hiermit das Folgende hergestellen:

  • Basilikumblütenessig
  • etwa 80 Blüten in 200 ml Weißweinessig
  • 15 Basilikumblätter zufügen
  • wenige Pfefferkörner
  • vier Wochen ziehen lassen
  • durch Sieb abseihen und in Flasche füllen
Hinweis: Der so gewonnene Essig schmeckt leicht scharf mit einer Würze nach Basilikum. Sie können diesen für viele Salate an Stelle des normalen Weinessigs nutzen.

Samen ernten

Wenn es zu einer Blüte gekommen ist, dann können hier auch Samen für die nächste Saison geerntet werden. Denn die meisten Sorten Basilikum sind in den hiesigen Breitengraden nicht winterhart und müssen in jedem Jahr neu ausgesät werden. Doch auch, wer die Pflanzen im Inneren überwintert, kann sich durch eine Aussaat im nächsten Jahr eine größere Ernte sichern. Bei der Ernte und Nutzung der Samen sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Basilikumim Herbst Bildung von vollen Samenständen
  • nach dem Verwelken der Blüten
  • Früchte reifen innerhalb des Kelchs
  • verdorrte Blütenblätter pflücken
  • über Gefäß mit den Fingern abstreifen
  • Blüten zwischen Händen zerreiben
  • Samen-Blütengemisch mehrfach durchsieben
  • schwarze Samen einige Tage trocknen lassen

Die getrockneten Samen können in einem dunklen Schraubglas bis zur Aussaat im nächsten Frühling an einem kühlen Ort, zum Beispiel einem Keller oder einem Gartenhaus, aufbewahrt werden.

Idee: Wenn Sie mehrere Basilikumpflanzen im Gartenbeet kultiviert haben, dann können Sie einige Pflanzen ungehindert blühen lassen. Die Samen im Herbst ernten Sie dann für eine neue Aussaat im nächsten Jahr. Die anderen Pflanzen behandeln Sie so wie oben beschrieben und zögern die Blüte hinaus, damit Sie die schmackhaften Blätter so lange wie möglich ernten können.

Blühender Basilikum genießbar?

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung wird blühender Basilikum nicht giftig. Die Blätter können auch während oder nach der Blüte durchaus noch verwendet und geerntet werden. Da die Pflanze jedoch ihre gesamte Energie in die Bildung der Blüten steckt, geht dies leider zu Lasten des schmackhaften Aromas der Blätter. So ist es sinnvoller, bereits vor der Blüte mehrere Pflanzenteile zu ernten und die Blätter einzufrieren oder zu trocknen. So ist zum blühenden Königskraut noch das Folgende zu sagen:

  • Ocimum basilicumAroma geht durch Blüte verloren
  • Geruch und Geschmack lassen nach
  • dennoch noch leicht erkennbar
  • Blätter werden bitter
  • diese Bitterkeit verfliegt beim Kochen
  • daher für warme Speisen länger nutzen
  • natürliches Aroma tritt bei Erwärmung wieder hervor
  • Bitterstoffe lösen sich durch Erwärmung auf
Tipp: Entscheiden Sie sich für mehrjähriges Basilikum, von dem es durchaus auch einige Sorten gibt. Dann können Sie die Pflanzen ruhigen Gewissens blühen lassen, dann hier wird das Aroma der Blätter bei einer Blüte nicht beeinflusst. Die Überwinterung der Pflanzen ist dennoch nur im geschützten Raum möglich. Daher ist eine Kübelpflanzung anzuraten.