Kirschpflaume

Kirschpflaumen sind besonders im zeitigen Frühjahr toll anzuschauen, wenn unzählige weiße Blüten schon ab Ende März den Baum schmücken. Die Gehölze eignen sich als Solitär und Blütenstrauch, machen sich aber auch gut als undurchdringliche Hecke. Wildobsthecken garantieren einen Vogelreichtum im Garten. Allerdings können die Früchte auch anders verarbeitet werden. Wie man Kirschpflaumen pflegt, lesen Sie im folgenden Text.

Kurzer Steckbrief der Kirschpflaume

  • Familie der Rosengewächse
  • Mittelding zwischen Kirsche und Pflaume
  • Kirsche in Form und Saftigkeit, Kern ähnelt der Pflaume
  • Keine Kreuzung beider Arten
  • Dient häufig als Veredlungsunterlage für Obstbäume
  • Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen sind Kreuzungen aus Kirschpflaume und Schlehe
  • Niedriger Baum oder Strauch mit essbaren Früchten, 5 bis 8 m hoch
  • Wird häufig als Türkenkirsche bezeichnet
  • Stammt ursprünglich vom Balkan und Klein- bis Mittelasien
  • Weiße, lang gestielte, große Blüten (innen schwach rosa) vor dem Blattaustrieb – stark duftend
  • Frühe Blüte, meist zeitgleich mit Mandelbäumchen. Ende März – Anfang April
  • Kugelige Steinfrüchte, 2 bis 3 cm Durchmesser, gelb bis kirschrot oder blauviolett
  • Reifen früh, oft schon im Juni
  • Fruchtfleisch – manchmal sauer, oft wässrig und fade
  • Allerdings gibt es auch süße und aromatische Früchte.

Zuchtsorten

KirschpflaumenbaumDurch die Kreuzung unterschiedlicher Sippen entstand eine große Sortenvielfalt. Sehr beliebt sind die rotblättrigen Sorten, die allgemein als Blutpflaumen bezeichnet und als Zierpflanzen angeboten werden, obwohl die Früchte essbar sind.

  • ’Atropurpurea’ – matte, rotbraune größere Blätter, Färbung verblasst im Jahresverlauf, weiße Blüten, manchmal mit etwas rosa, erscheinen vor den Blättern im April, purpurrote, kugelige Früchte, 3 cm groß
  • ’Nigra’ – glänzende, schwarzrote Blätter, sehr dunkel, Farbton hält bis Herbst, kräftig rosa Blüten, wird etwa 3 m hoch, Blüte im April, besser nicht schneiden
  • ’Hollywood’ – Syn. ’Trailblazer’ – rötlichbraune Blätter und rosa Blüten, bis 4 m hoch und 3 m breit, als Baum 6 m, größerer Fruchtbehang und größere Einzelfrüchte als ’Nigra’
  • ’Pleniflora’ – gefüllte Blutpflaume, gefüllte Blüten an einjährigen Trieben, wird 4 bis 5 m hoch, tolle Blüten aber leider keine Früchte
  • ’CeraSanta’ – griechische Kirschpflaume, Blüte im März, starker Duft, Reife August/September, 3 bis 5 cm große, runde Früchte, benötigt volle Sonne
  • ’Woodii’ – schwarzrotes Laub, rosa Blüten im April, schwarzrote Früchte, bis 5 m hoch
  • Prunus cerasifera x cistena – Zwergblutpflaume – Hybrid aus ’Atropurpurea’ und Prunus pumila, 2 m hoch und breit, dunkelrotes Laub, besonders dekorativ als Hochstamm (Kugelform)
  • ’Pissardii’ – Ursorte, alle anderen sind aus dieser entstanden

Die Pflege der Kirschpflaume

Die Kirschpflaume ist ein vielseitiges und recht pflegeleichtes Gehölz, das durch seine Blüten und Früchte auffällt. Bei vielen Sorten (Blutpflaumen) ist das rote Laub noch dazu ein richtiger Hingucker. Die als Strauch wachsenden Kirschpflaumen können auch als Baum gezogen werden. Normalerweise wachsen sie aber als Strauch und bilden auch Ausläufer, so dass dichte Gebüsche und Dickichte entstehen, die häufig auch als Hecke genutzt werden. Durch die Dornen der Triebe ist diese dann nahezu undurchdringlich. Vögel nutzen sie gern als Brutstätte und Nahrungsquelle. Die Früchte der Kirschpflaume sind reich an Vitaminen. Mineralien, Spurenelementen, Fruchtsäuren und Fruchtzucker und damit nicht nur schön anzuschauen, sondern auch gesund. Rote und dunkelrote Sorten sind wertvoller als gelbe, denn die Früchte haben einen höheren Gehalt an dunklen, antioxidativ wirkenden Farbstoffen.

Die Gehölze mögen die Sonne und sind in punkto Boden recht anspruchslos. Am besten gedeihen sie in humosen, mäßig trockenen bis feuchten Lehmböden. Wichtig ist, dass die Veredlungsstelle nicht in der Erde liegt, sondern frei darüber. Frisch gepflanzte Kirschpflaumen müssen gut mit Wasser versorgt werden. Sind sie einmal angewachsen, kommen sie auch mit Trockenheit recht gut klar. Ein Schnitt ist bei der Erziehung zum Baum Pflicht und auch bei Hecken notwendig. Ansonsten muss die Kirschpflaume nicht geschnitten werden. Allein für eine gute Gesundheit ist der Schnitt aber empfehlenswert. Die Überwinterung ist in der Regel kein Problem. Nur junge, bzw. frisch gepflanzte Exemplare müssen geschützt werden und solche in Gefäßen. Die Vermehrung erfolgt durch Veredlung. Krankheiten sind nicht häufig, kommen aber schon vor, je nach Standort, Boden und Pflege. Schädlinge sind dagegen selten.

Standort

Prunus cerasiferaBeim Standort ist wichtig, dass er warm und sonnig ist. Eine geschützte Lage ist günstig, denn die Blüten sind spätfrostgefährdet. Zu schattig darf der Standplatz nicht sein, denn dann gibt es wenig Blüten und noch weniger Früchte.

  • Sonnig bis absonnig
  • Warm und geschützt

Pflanzsubstrat

Die Kirschpflaume stellt keine großen Ansprüche an den Boden.

  • Gern etwas kalkhaltig
  • Sandig-lehmig bis lehmig tonig
  • Bevorzuget humose, mäßig trockene bis feuchte Lehmböden
  • Mittlerer Nährstoffgehalt
  • Schwach sauer bis alkalisch
  • Trockene bis feuchte Böden
  • Sandiger Boden ist nicht geeignet
  • Keine saure Erde
  • Im Kübel – Blumenerde-Sand-Gemisch

Pflanzen

Eine Kirschpflaume zu pflanzen macht wenig Sinn, es sei denn, im Nachbargarten steht noch ein Exemplar. Dieses Obstgehölz benötigt eine Befruchtersorte. Alternativ sind aber auch andere Pflaumenarten geeignet. Andersherum sind Kirschpflaumen gute Befruchter für andere Pflaumensorten. Neue Sorten kommen oft auch ohne Befruchtersorte aus.

  • Pflanzabstand zur Grundstücksgrenze und zu Nachbarpflanzen – mindesten 2 m
  • Containerpflanzen können ganzjährig gepflanzt werden (außer bei Frost)
  • Am besten ist aber Frühjahrspflanzung, dann ist das Gehölz bis zum Winter weitestgehend angewachsen
  • Bei der Pflanzung die jüngsten Triebe um die Hälfte einkürzen!
  • Große Pflanzgrube, mindestens doppelt so groß wie die Wurzel.
  • Aushub mit reichlich Kompost anreichern
  • Wurzelballen mit den Fingern vorsichtig etwas auflockern und auseinanderziehen
  • Den Ballen in Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr auftauchen
  • Kirschpflaume mittig platzieren und gleich einen Stützpfosten mit einschlagen
  • Erde auffüllen und festtreten
  • Boden mulchen, damit er nicht so schnell austrocknet
  • Bei Kübelpflanzung unbedingt ausreichend große Gefäße verwenden, mindesten 30 bis 40 Liter
  • Wichtig ist ein Abfluss für das Gießwasser
  • Ideal ist eine Drainage im Topfboden, welche Staunässe verhindert

Tipp – Die Veredlungsstelle darf nicht in der Erde liegen. Sie sollte etwa 5 cm herausschauen.

Gießen und Düngen

Blüten von Prunus cerasiferaDie Wurzeln der Blutpflaume reichen recht tief und müssen dadurch, einmal angewachsen nur wenig gegossen und kaum gedüngt werden. Auch mit der Düngung hat man nicht viel Arbeit. Wichtig ist eine ausgewogene Düngung. Es sollte nicht zu viel Stickstoff enthalten sein.

  • Nach dem Pflanzen regelmäßig wässern
  • Bis zum Anwachsen nicht austrocknen lassen und regelmäßig gießen, durchdringend
  • Einmal angewachsen verträgt das Gehölz Trockenheit
  • Im Kübel hoher Wasserbedarf, da die Erde schnell ab- und austrocknet
  • Eine Düngung im Frühjahr ist ausreichend
  • Günstig ist, regelmäßig etwas Kompost einzuarbeiten.
  • Nicht zu viel Stickstoff!

Tipp – Hin und wieder eine Kanne Brennnesseljauche dient der Pflanzenstärkung.

Schneiden

Kirschpflaumen müssen nicht geschnitten werden, können es aber. Meist dient der Schnitt der Begrenzung der Ausbreitung. Außerdem wird so die Verzweigung gefördert. Die Wuchshöhe des Baumes kann begrenzt werden, indem der Leitast knapp über einer Verzweigung geschnitten wird. Junge Bäume sollten jährlich geschnitten werden, weil sie in den ersten Jahren ihr Blütenholz ausbilden. Später reicht es, alle zwei bis drei Jahre zu schneiden.

  • Nach der Blüte auslichten oder in Form schneiden (Hecken)
  • Mehr Licht nach innen im Strauch sorgt für reichliche Erträge und größere Früchte
  • Zu starker Rückschnitt führt häufig zu Besenbildung
  • Abgestorbene oder kranke Triebe bis ins gesunde Holz zurückschneiden
  • Keine Stummel zurücklassen, dort dringen Krankheitserreger ein
  • Geringe Schnittmaßnahmen können ganzjährig, außer bei Frost, vorgenommen werden
  • Flach wachsende Zweige nicht herausschneiden, an denen wachsen die meisten Früchte.
  • Abgeblühte Triebe bis auf 5 Knospen kürzen, das fördert die Verzweigung
  • Wasserschosser entfernen
  • Äste nicht quetschen
  • Größere Wunden mit Baumharz versiegeln 

Überwintern

Äste der KirschpflaumeKirschpflaumen sind ausgesprochen winterhart. Sind sie einmal angewachsen, trotzen sie den mitteleuropäischen Wintern ohne Probleme. Im ersten Winter empfiehlt sich etwas Schutz. Bei Pflanzgefäßen ist ein Schutz dagegen wichtig.

  • Sehr frosthart, etwa bis –30°C
  • Im ersten Jahr die Baumscheibe mit Stroh, Laub oder Reisig bedecken, ruhig eine dicke Schicht ausbringen.
  • Bei Kübelpflanzen ist darauf zu achten, dass das Gefäß nicht durchfriert, denn dann nehmen die Wurzeln Schaden.
  • Die Veredlungsstelle ist am meisten gefährdet. Deshalb sollte Erde angehäufelt werden, um sie zu bedecken. Das schützt.
  • Das Gefäß sollte nah an einer warmen Hauswand stehen.
  • Außerdem sollte es dick eingepackt werden.
  • Um die Wurzeln von unten zu schützen, stellt man den Kübel auf Styroporplatten oder Korkscheiben.
  • An frostfreien Tagen hin und wieder gießen.

Vermehren

Wildarten sind durch Aussaat zu vermehren. Die Früchte sind in der Regel deutlich kleiner als von veredelten Exemplaren. Auch Stecklinge sind möglich. Die in Gärtnereien und Baumschulen angebotenen Kirschpflaumen sind eigentlich alle veredelt, zumindest die Blutpflaumen, also die rotblättrigen Sorten.

  • Stecklinge – im Frühjahr, 20 cm lang, vom ein- oder zweijährigen Holz schneiden,
  • Wurzelschösslinge abtrennen, geht einfach, dauert aber etwa 4 Jahre bis zur Blüte und zu Früchten
  • Veredlung – nichts für Laien

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten können bei ungünstigem Pflanzsubstrat oder auch bei feucht-kalter Witterung, vor allem in Verbindung mit einem unvorteilhaften Standort auftreten. Schädlinge sind eher selten, wenn auch nicht auszuschließen.

Monilia-Fruchtfäule

  • Pilzkrankheit – Übertragung durch Pilzsporen
  • An ringförmigen, bräunlich verfärbten Fäulnisstellen an den Früchten zu erkennen
  • Keine Mittel für Hausgärten zugelassen
  • Befallene Früchte beseitigen (nicht auf Kompost)
  • Wespenfallen anbringen (der Anstich ist die Eindringstelle der Pilzsporen)
  • Gehölz nach der Blüte zurückschneiden
  • Im zeitigen Frühjahr eine Spritzung mit Schachtelhalm-Extrakt vornehmen – Vorbeugend

BlutpflaumeTipp – Indikatorpflanzen für den Pilz sind Forsythien, Goldglöckchen und Mandelbäume. An deren Blüten kann man die Anwesenheit des Pilzes erkennen, wenn diese schnell welken und auch Blätter vertrocknen. Betroffene Triebe müssen bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

Narren- und Taschenkrankheit

  • Wird durch einen Pilz verursacht
  • Wächst zur Blütezeit in den Fruchtknoten
  • Besonders hohe Infektionsgefahr bei nasser und kalter Witterung
  • Blätter, Blüten und Früchte verkrüppeln und fallen vorzeitig ab
  • Keine Pflanzenschutzmittel für den Hausgarten zugelassen
  • Abhilfe schafft nur das Entfernen aller befallenen Pflanzenteile
  • Wenn das rechtzeitig erfolgt, ist der Baum vielleicht zu retten
  • Vorbeugung durch einen regelmäßigen Auslichtungsschnitt, damit die Kronen locker und winddurchlässig sind

Seltener treten auf:

  • Blattfleckenkrankheit
  • Schrotschusskrankheit
  • Braunfäule
  • Schorf
  • Blattbräune
  • Wühlmäuse

Häufige Fragen

Woran kann es liegen, wenn die Kirschpflaumen nicht blühen wollen?
Das kann an fehlenden oder falschen Nährstoffen liegen. Zu viel Stickstoff zum Beispiel fördert das Blatt- und Größenwachstum, aber ist für die Blüte nicht sonderlich förderlich. Günstig ist Dünger wie Oscorna Animalin, der auch Mineralien enthält, welche verantwortlich für Blüte und Früchte sind.

Wie groß werden Kirschpflaumen, die auf einen Stamm veredelt wurden?
Meist sind es die rotlaubigen Sorten, die auf Stamm veredelt werden. Der Stamm wird nicht höher, nur dicker. Die Krone wächst weiter. Um den schönen kugeligen Wuchs zu behalten, muss geschnitten werden. Deshalb werden die Kronen nicht unübersichtlich groß.