Himbeeren pflanzen

Himbeeren sind lecker, gesund und unkompliziert zu pflegen. Außerdem brauchen sie wenig Platz. Bei der Auswahl der Sorten sollte man sich nicht nur vom Geschmack und der Beerengröße leiten lassen. Wichtig sind vor allem die Widerstandsfähigkeit gegen häufig auftretende Krankheiten wie Rutensterben oder Grauschimmel an den Früchten.

Himbeeren werden grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt, in Sommer- und Herbsthimbeeren. Die Haupterntezeit der Sommerhimbeeren liegt zwischen Mitte Juni und Ende Juni, die der Herbsthimbeeren zwischen August und Oktober, je nach Sorte. Wer seine Sorten clever auswählt, kann von Juli bis Oktober fast durchgängig ernten.

  • Sommerhimbeeren blühen und fruchten an den zweijährigen Ruten. Die Erziehung ist etwas aufwändiger als bei Herbsthimbeeren.
  • Herbsthimbeeren blühen und fruchten an den einjährigen Trieben. Die Ruten werden einfach im Spätherbst abgeschnitten. Es ist keine Trennung von abgeernteten und neuen Ruten, wie bei den Sommerhimbeeren nötig
  • Twotimer, eine neue Sorte, die zweimal geerntet werden kann, zuerst an den einjährigen Ruten von August bis Oktober. Im nächsten Jahr bilden die zweijährigen Ruten im Sommer erneut Beeren. Bei dieser Sorte ist der Schnitt sehr wichtig.

Tipp – Herbsthimbeeren sind ideal für die Kultur im Garten. Abgesehen davon, dass man die Ruten nicht mehr trennen muss, hat der Rückschnitt jedes Jahr weitere Vorteile. Diese Sorten bleiben weitestgehend von der Rutenkrankheit verschont. Der Erreger kann sich in den späten Sorten nicht entwickeln, da „seine Futterpflanzen“ im Herbst einfach weggeschnitten werden. Ein weiterer sehr wichtiger Vorteil ist, dass es kaum madige Himbeeren gibt, denn der Himbeerkäfer hat, wenn die jungen Ruten zu blühen beginnen, seine Familienplanung schon abgeschlossen. In spätfrostgefährdeten Regionen können die Blüten der Sommerhimbeere erfrieren, die der Herbsthimbeere nicht, sie blüht viel zu spät. Einen Nachteil haben Herbsthimbeeren: Der Geschmack reicht nicht an den der Sommerhimbeeren heran.

Interessante Himbeersorten für den Hausgarten

  • Twotimer ‘Sugar‘ – sehr große Beeren, hellrot und fest, leicht pflückbar, ideal für Anbau im Topf und für kleine Gärten
  • ‘Black Jewel‘ – violettrote bis blauschwarze Beere, selbst die Ruten sind grauviolett, werden am besten als Fächer erzogen
  • ‘Aroma Queen‘ – Herbsthimbeere, neue Sorte, hellrote, große Früchte, super Himbeeraroma, langes Erntefenster, ab Mitte August
  • ‘Autumn Sun‘ – Herbsthimbeere, gelbe Früchte, milder, süßer Geschmack, ertragreich, sehr gesunde Sorte
  • ‘Meeker‘ – klassische Sommerhimbeere, kleine, dunkelrote Früchte, sehr fest und aromatisch, wenig anfällig für Rutenkrankheit und Wurzelsterben
  • ‘Preussen II‘ – Sommerhimbeere, bewährte Sorte, große, aromatische Früchte ab Mitte Juni
  • ‘Autumn Bliss‘ – früheste Herbsthimbeere, reift ab Ende August, geschmacklich im Mittelfeld, sehr gesunder Wuchs
  • ‘Frambeasy‘ – Herbsthimbeere, stachellose Ruten, robust gegen Bodenkrankheiten, apricotfarbene Früchte, nur bei Vollreife lecker
  • ‘Himbo Top‘ – tolle, leuchtend rote Früchte, guter Geschmack, gut widerstandsfähig gegen Ruten- und Wurzelkrankheiten

Tipp – Beim Kauf von Himbeerpflanzen auf einen festen, gut durchwurzelten Topfballen achten. Außerdem besser in der Obstbaumschule kaufen, denn Himbeeren sind etwas anfällig für Viruskrankheiten. Wenn man einen Ausläufer von irgendwoher bekommt, weiß man nicht, ob die Pflanze gesund war. Unter Umständen kann man all seine Himbeeren anstecken.

Himbeeren pflanzen

HimbeerenpflanzeBeim Pflanzen kommt es darauf an, für welche Himbeerart und Sorte man sich entschieden hat und welches Spalier geplant ist. Dazu kommen der richtige Standort und das passende Substrat. Himbeeren mögen Sonne. Je sonniger sie stehen, umso mehr und umso aromatischere Früchte werden ausreifen. Weiter ist zu beachten:

  • Himbeeren tragen etwa 8 Jahre, dann werden die Früchte immer weniger
  • Himbeeren gedeihen nicht an Standorten, an denen vorher schon Himbeeren standen, mindesten 5 Jahre nicht
  • Für üppige Ernten sollten mindestens zwei verschiedene Himbeersorten gepflanzt werden, auch wenn theoretisch eine genügt. Das steigert den Fruchtansatz

Pflanzzeit

Der beste Zeitpunkt, um Himbeeren zu pflanzen ist im Herbst. Der Boden ist noch warm, aber trocken. In kühlen, dauerfrostgefährdeten Lagen ist es besser, Himbeeren im Frühjahr zu pflanzen. Getopfte Ruten können zwischen Mai und Mitte September in den Boden gebracht werden. Wurzelnackte Himbeeren sind erst ab Mitte November erhältlich und sollten dann schnell gepflanzt werden.

  • Am besten im Herbst
  • Wurzelnackte Himbeeren ab Mitte November
  • Containerpflanzen zwischen Mai und Mitte September

Standort

Himbeeren mögen die Sonne. Je mehr sie von dieser abbekommen, umso besser wachsen und gedeihen sie. Sonne ist wichtig, damit die Früchte ihr volles Aroma ausbilden können. Am besten ist also ein vollsonniger Standort. Wer das im Garten nicht bieten kann, sollte trotzdem versuchen, den sonnigsten Platz zu finden. Je mehr Sonne, umso besser für Himbeeren.

Sonniger Platz – für süße Früchte

Pflanzsubstrat

Beim Pflanzsubstrat sind Himbeeren recht genügsam. Ideal ist ein tiefgründiger, humoser und durchlässiger Boden. Himbeeren können sich aber auch mit schlechteren Böden arrangieren. Was sie gar nicht mögen sind Staunässe und Bodenverdichtung. Besser ist da ein leicht saurer Boden. Sandige Substrate müssen verbessert werden. Auch bei lehmigen oder tonigen, schweren Böden sind Verbesserungen vorzunehmen. Der Boden kann angepasst werden, bzw. passen sich auch die Himbeergehölze an.

  • Im Idealfall tiefgründig, humos und durchlässig
  • Mögen leicht sauren Boden
  • Arrangieren sich mit fast allen Gartenböden
  • Staunässe geht nicht
  • Aushuberde mit Kompost verbessern
  • Sandige Erde kann zusätzlich mit Gesteinsmehl aufgebessert werden
  • Himbeeren mögen Kalium. Ideal ist deshalb, mit Beinwellblättern zu mulchen
  • Keine verdichteten Böden

Bei lehmigen, tonigen, schweren und nassen Böden empfiehlt sich die Kultur auf leicht erhöhten Dämmen. Dabei vor der Pflanzung großzügig humusreiche Komposterde und kompostierten Rindenmulch einarbeiten

Das Pflanzen von Himbeeren

HimbeereBeim Pflanzen ist allerhand zu beachten, damit die Himbeerpflanzen gut gedeihen. Es wird quasi der Grundstock für eine reichliche Ernte gelegt. Da kaum eine Himbeere einzeln gepflanzt wird, sondern meist mehrere in Reihe oder im Quadrat, sollte zuerst der Pflanzgraben ausgehoben werden. Bevor man Pflanzt, muss immer zuerst das Gerüst stehen. Siehe Rankhilfen für Himbeeren!

  • Einen 80 bis 100 cm breiten Pflanzgraben ausheben, etwa 50 cm tief, auch wenn Himbeeren Flachwurzler sind
  • Erde aufbessern
  • Vor dem Einsetzen die Pflanzen gut wässern, egal ob wurzelnackt oder im Container
  • Wurzelnackte Himbeeren komplett für mindestens 1 Stunde in Wasser legen
  • Container in Wasser tauchen, bis keine Blasen mehr aufsteigen
  • Pflanzabstand 40 cm, 2 bis 3 Ruten pro laufendem Meter
  • Himbeeren nur so tief pflanzen, dass der Wurzelballen vom Container nur knapp mit Erde bedeckt ist
  • Wurzelnackte so, dass nicht mehr als 2 bis 3 cm Erde über der Wurzel ist
  • Erde andrücken, aber nicht festtreten
  • Gründlich angießen
  • Mit anschließendem Pflanzschnitt wird der Austrieb der Himbeere angeregt, bei Frühjahrspflanzung sofort und bei Herbstpflanzung im nächsten Jahr.
  • Junge Ruten dazu in 40 cm Höhe abschneiden. Aus jeder Rute treiben beim nächsten Austrieb dann mehrere Ruten aus.
  • Am Ende das Beet mulchen, am besten mit einer Schicht Laub oder Rindenhumus, alternativ mit Stroh oder Holzhäckseln
  • Unbedingt Hornspäne untermischen, da diese Materialien beim Zersetzen dem Boden zunächst Stickstoff entziehen!
  • Sollte die Himbeerpflanzung an ein Blumen- oder Staudenbeet grenzen, ist es empfehlenswert, die Seitenwände der Pflanzgrube mindestens 50, besser 60 cm tief mit einer Wurzelsperre auszukleiden. Ausläufer breiten sich ziemlich aus.
  • Diese Sperre sollte oben etwa 5 cm über der Erde herausschauen, damit das Überwachsen vermieden wird.

Rankhilfen für Himbeeren

Damit Himbeeren aufrecht wachsen und sich nicht gegenseitig behindern, ist ein Rankgerüst empfehlenswert. Prinzipiell kann für alle drei Himbeertypen ein gleiches Gerüst genutzt werden, aber auf unterschiedliche Art.

  • Zweimal tragende Sorten – um den Überblick zu behalten, bindet man ein- und zweijährige Ruten immer im Wechsel an Einzelpfählen auf
  • Herbsthimbeeren setzt man in Zweier- oder Dreierreihen an waagerecht gespannten Knotengittern. Die Triebe wachsen durch die Maschen und müssen nicht aufgebunden werden. Alternativ kann man sie aber an das normale Rankgitter binden.
  • Sommerhimbeeren werden traditionell an einem einfachen Drahtgerüst erzogen.

Drahtgerüst für Sommerhimbeeren

Für Sommerhimbeeren reicht ein ganz einfaches Drahtgerüst. Es dient lediglich dazu, dass die Ruten aufrecht stehen bleiben und die Hecke oder Pflanzung schön schmal bleibt. Vor dem Bau wird die Pflanzgrube ausgehoben und der Boden verbessert. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Grube gerade Linien hat. Das kann man leicht kontrollieren, indem man Pflanzschnüre spannt.

  • In den festen Boden rechts und links an den beiden Enden des Pflanzstreifens jeweils einen Pfosten einschlagen. Ist der Streifen länger, also 5 bis 6 m lang, dann einen stabilen Pfahl nutzen.
  • Am besten spitze Metallschuhe nutzen, sie schützen das Holz vorm Verrotten.
  • Der Holzpfahl sollte mindestens 180 cm hoch sein und 5 bis 6 cm breit.
  • Zuletzt werden die Spanndrähte befestigt, jeweils in 60, 120 und 170 cm Höhe.
  • Die Ruten werden später an den Einzeldrähten befestigt

Knotengitter für Herbsthimbeeren

Herbsthimbeeren haben den Vorteil, dass alle Ruten nach der Ernte bodennah abgeschnitten werden können. Hier gibt es kein Sortieren von diesjährigen und vorjährigen Ruten. Die Pflanzen kommen mit einem ganz einfachen Spalier aus. Man kann es genauso bauen, wie bei den Sommerhimbeeren. Die Drähte sollten einen Abstand zwischen 60 und 80 cm haben. Zwei davon genügen. Dieses Gerüst eignet sich für die höher wachsenden Sorten.
Alternativ kann ein Knotengitter für Halt sorgen. Dieses wird vor allem bei den niedriger bleibenden Herbsthimbeeren verwendet. Man nutzt 6 bis 8 Pflanzen pro m².

  • Dazu wird ein weitmaschiges Drahtgeflecht oder ein Ranknetz an vier Eckpfosten über das Beet gespannt.
  • Die Triebe wachsen durch die Maschen und finden so Halt.
  • Wenn die Ruten wachsen, muss das Geflecht jeweils etwas höher angebracht werden.

Staberziehung bei Twotimern

HimbeereblätterMan nutzt am besten lange Bambus- oder Kunststoffstäbe, die in regelmäßigen Abständen an den Querdrähten eines Gerüsts befestigt werden. Das Gerüst wie bei den Sommerhimbeeren ist gut geeignet. Die Jungruten werden immer jeweils am linken Stab aufgebunden, die zweijährigen Ruten am rechten Stab. Man kann auch die Seiten wechseln, ganz wie gewünscht.

V-förmiges Himbeerspalier

V-förmige Himbeerspaliere sollten immer von zwei Seiten erreichbar sein, denn die Fruchtruten sind an den Drähten befestigt. Die Jungruten wachsen frei in der Mitte, die tragenden Triebe werden angebunden. So können sich beide gut entwickeln. Die jungen Ruten haben so ausreichend Platz und Licht, um sich zu gesunden, kräftigen Fruchtruten zu entwickeln und reifende Beeren erhalten mehr Sonnenlicht.

Für dieses Spalier am jeweiligen Ende der Himbeerreihe einen Pfahl aufstellen. Dieser wird jeweils mit mehreren, am besten drei Querstreben versehen. Die Abstände sind wie bei den oben beschriebenen Spalieren zu planen. Die unterste Querstrebe ist die Schmalste, die oberste die Längste. Die in der Mitte liegt von der Größe dazwischen. Wenn man nun zwischen den Querstreben Draht spannt, muss sich ein V-Spalier ergeben. Am Draht werden dann die Ruten befestigt.

Häufige Fragen

Kann man Himbeeren auch in einen Pflanzkübel setzen?

Nicht alle Sorten eignen sich dafür, aber es gibt einige. Das Volumen des Kübels sollte mindestens 20 Liter betragen, mehr ist aber besser, um eine gute Versorgung zu gewährleisten. Bei größerem Fassungsvermögen können die Pflanzen länger im Kübel bleiben. Etwa alle 2 bis 3 Jahre empfiehlt sich der Austausch der Erde. Dabei sollte der Wurzelballen verkleinert werden, damit die Himbeere gesund bleibt und reichlich trägt.

Brauchen Himbeeren unbedingt ein Gerüst?

Besser ist es. Gut tragende Himbeerruten sind schwer und neigen sich gen Boden. Außerdem behindern sich die Ruten gegenseitig, wenn sie wild wachsen. Sie nehmen sich gegenseitig das Licht weg und dies ist wichtig für das Ausreifen der Beeren. Grundsätzlich kommen Himbeeren aber auch ohne Gerüst klar.