Gurken

Damit das schmackhafte Gemüse vor der Ernte keinen Schaden nimmt, sollten Krankheiten so früh wie möglich erkannt und bekämpft werden. Leider gibt es einige Gurkenkrankheiten, die der Pflanze zum Verhängnis werden und eine Ernte minimieren könnten. Manche könnten vermieden werden, andere treten trotz guter Pflege auf. Wie Pilzbefall, Viren oder auch Schädlinge, die die Gurken schwächen erkannt und bekämpft werden können, wird im folgenden Artikel erklärt.

Bakterielle Weichfäule

Die Bakterielle Weichfäule befällt vor allem die jungen Früchte. Diese werden vom Blütenansatz an bereits matschig und riechen faul. Das Erkennen der Fäule ist wichtig, damit nicht auch weitere Früchte an der Pflanze betroffen werden. Denn ein direktes Bekämpfen ist nicht möglich, da Spritzmittel gegen diese Bakterien bislang nicht zugelassen wurden. Wird die Fäule daher erkannt, sollte sofort wie folgt vorgegangen werden:

  • befallene Früchte sofort entfernen
  • niemals von oben gießen
  • auch kleinste Wasserspritzer könnten die Ursache sein
  • Bakterien sind im Wasser vorhanden
  • gelangen über kleinste Wunden in Frucht

Tipp: Wird die Gurke so gegossen, dass Wasser auf die Pflanze spritzen kann, gelangen die Bakterien über Fraßlöcher oder andere Wundstellen direkt in die Gurkenpflanze.

Echter Mehltau

Gurkenpflanzen sind leider sehr anfällig für Pilzbefall. Hierzu gehört auch der Echte Mehltau, eine der aggressivsten Pilzarten, da er kaum zu bekämpfen ist. Wird eine Gurke vom Echten Mehltau befallen, dann bedeutet dies auch meist das Ende der Pflanze. Denn da es sich um verzehrbares Gemüse handelt, gibt es gegen den Befall von Echtem Mehltau kein effektives und für Nutzgärten zugelassenes Spritzmittel. Der Befall kann wie folgt erkannt werden:

  • Mehltau Gurkenkrankheitentrockene und warme Witterung ideal für Befall
  • in Gewächshaus und im Freien möglich
  • weißer Belag auf den Blättern
  • erst fleckig
  • später großflächig
  • Blätter sterben ab
  • Pflanze stirbt insgesamt ab

Wird der Echte Mehltau an einer Gurkenpflanze erkannt, dann sollte diese sofort entfernt und im Restmüll entsorgt werden, da eine Bekämpfung nicht durchgeführt werden kann. So kann aber eventuell eine weitere Ausbreitung auf die nebenstehenden Pflanzen verhindert werden.

Tipp: Im Handel werden bereits Sorten angeboten, die resistent gegen den Echten Mehltau sind. Hierzu gehören „Dominica“, „Bellica“, „Lothar“, „Loustic“ oder auch „Bornand“.

Eckige Blattfleckenkrankheit

Wird die Pflanze von dem Bakterium „Pseudonomas syringae pv. Lachrymans“ befallen, dann werden die Früchte faulig. Die Krankheit, die hierbei besteht nennt sich die Eckige Blattfleckenkrankheit. Begünstigt wird der Befall durch eine hohe Luftfeuchtigkeit sowie hohe Temperaturen von über 24° Celsius. Gerade in einem Gewächshaus, das überwiegend von der Sonne beschienen wird, kommen diese Krankheiten sehr häufig vor. Beim Erkennen und Bekämpfen des Befalls sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • gelbe, glasige, eckige Flecken auf Blättern
  • vergrößern sich
  • werden braun, trocknen aus
  • Löcher bilden sich an den Blättern
  • Früchte bekommen matschige Flecken
  • dunkel mit weißem, mittigem Punkt
  • Bakterienschleim wird auf beidem abgesondert
  • Pflanze insgesamt entfernen
  • nicht zu retten
  • resistente Sorten wie „Flamingo“ oder „Saladin“ kultivieren

Wurde eine Gurkenpflanze mit dem Erreger im Garten kultiviert und kam es zum Ausbruch aufgrund der Wetterbedingungen, dann sollten in den nächsten drei Jahren auf diesem Beet weder Kürbisse, Zucchini noch Gurken kultiviert werden, um das Bakterium hier wieder auszurotten.

Tipp: Das Bakterium für die Eckige Blattfleckenkrankheit wird schon mit einem kranken Gurkensamen in die eigene Gurkenkultivierung eingeschleppt. Die befallene Gurke hat daher von Anfang an wenig Chancen, gesund zu wachsen. Wichtig ist daher als Vorbeugung nur gesunde Samen zu nutzen.

Grauschimmel

Grauschimmel Gurkenkrankheiten Zeigt sich ein grauer Belag auf den Blättern, dann handelt es sich in der Regel um Grauschimmel. Stängel Blätter und Fruchtansätze werden hier gleichermaßen überzogen. Die Sporen überleben im Boden und breiten sich immer dann aus, wenn sich Tau auf den Gurkenpflanzen befindet, sowie bei generell feuchter Witterung. Meist werden jedoch bereits geschwächte Pflanzen von dem Grauschimmel befallen. Der Befall kann wie folgt verhindert oder auch bekämpft werden:

  • gute Luftzirkulation
  • vor allem in einem Gewächshaus
  • Spritzwasser auf Blättern vermeiden
  • immer nur an die Wurzeln gießen
  • bei erstem Befall, Triebe und Blätter entfernen
  • für weniger Luftfeuchtigkeit sorgen
  • eventuell Boden auswechseln
  • hier überleben die Pilzsporen
  • alte Erde im Restmüll entsorgen

Sind bereits die Früchte betroffen, dann ist die Pflanze nicht mehr zu retten, denn Fungizide dürfen in einem Nutzgarten nicht eingesetzt werden. Wird das Beet für das Folgejahr vorbereitet, sollte die Erde immer ausgetauscht werden.

Gurkenblattläuse

BlattlausGurkenblattläuse sind nicht nur lästig, sie sind auch Überträger der Viren, die für den Gurkenmosaikvirus verantwortlich sind. Daher sollen bei einem Erkennen von nur wenigen Blattläusen an der Gurke diese auch sofort bekämpft werden. Ansonsten könnten durch die dann auftretenden Krankheiten die Pflanzen einen großen Schaden nehmen, der nicht mehr zu beheben ist. Die Ernte fällt dann in dem Jahr aus. Das Bekämpfen der Gurkenblattläuse sieht daher wie folgt aus:

  • natürliche Feine wählen
  • Larven von Florfliegen und Marienkäfern
  • Schwebfliegen
  • Gurkenpflanzen abwaschen
  • mit Seifenlauge einsprühen
  • auf Luftzirkulation achten
  • so können Pflanzen wieder abtrocknen
  • mehrfach wiederholen
  • keine Insektizide einsetzen

Gurkenmosaikvirus

Zu den Gurkenkrankheiten gehört auch das Gurkenmosaikvirus, das aber auch Zucchini, Kürbisse oder Melonen sowie viele andere Gemüse wie auch Zierpflanzen befällt. Die Virusinfektion wird durch Blattläuse übertragen. Daher ist es wichtig, direkt die Blattläuse zu bekämpfen, damit es nicht zu einem Virenbefall kommt, der wie folgt aussieht:

  • Gurkenmosaikvirus GurkenkrankheitenSymptome bei hohen Temperaturen
  • hellgrüne oder gelbe mosaikförmige Verfärbungen
  • vor allem junge Blätter verformen sich
  • bekommen Beulen
  • Früchte bekommen Flecken oder Warzen
  • auch Welke oder Minderwuchs der Pflanze
  • tritt bei kühleren Temperaturen auf

Geerntete und nicht befallene Früchte können in der Regel verzehrt werden. Ein geeignetes Mittel gegen die Krankheit gibt es nicht.

Gurkenwelke

Wenn die Gurke trotz ausreichendem Gießen plötzlich welke Blätter zeigt, dann könnte dies an der einer der Gurkenkrankheiten, der sogenannten Gurkenwelke liegen. Hierbei werden die Pflanzen von einem Bodenpilz, dem Fusarium oxysporum befallen. Der Pilz befindet sich im Erdreich, wird mit dem Gießwasser über die Wurzeln aufgenommen und verstopft so von Innen die Leitungsbahnen. So erhält die Gurke im oberen Teil nicht mehr genügend Flüssigkeit und fängt an zu welken. Die Gurkenwelke kann wie folgt erkannt werden:

  • oft gleichzeitig auch Wurzelfäule
  • rosafarbener Flaum am Ansatz
  • zwischen Stängel und Boden
  • betroffene Gurkenpflanze sofort entfernen
  • Erde großzügig austauschen
  • Erde rund um weitere Pflanzen desinfizieren
  • Gurke direkt in eine Grow-Bag pflanzen
  • mit Substrat aus Fachhandel befüllen
  • Gurke hat keinen direkten Kontakt zum Boden

Tipp: Wird von dem Desinfizieren der Erde gesprochen, sind damit natürlich nicht die haushaltsüblichen Desinfektionsreiniger gemeint. Im gut sortierten Gartenfachhandel gibt es jedoch einige Mittel gegen Pilze, die auch im Nutzgarten im Boden angewandt werden dürfen. Hierbei sollte auf den Hinweis „für Gemüsepflanzen“ auf der Verpackung geachtet werden.

Minierfliegen

Minierfliege schaden GurkenkrankheitenNicht zu den Gurkenkrankheiten zugehörig, dennoch lästig und schädlich sind die Minierfliegen. Pro Generation legen die Weibchen mehrere hunderte Eier. Die Larven fressen die Blätter an, die Pflanze wird hierdurch geschwächt für das Eindringen von Viren oder Bakterien und somit anfällig für Krankheiten. Gegen Minierfliegen können Schlupfwespen eingesetzt werden, die im gut sortierten Fachhandel erhältlich sind.

Sclerotinia-Welke

Werden die Gurkenpflanzen in einem Gewächshaus kultiviert, dann kommt es hier vermehrt zur Sclerotinia-Welke, bei der es sich um einen klassischen Pilz für Gewächshauspflanzen handelt. Dieser Pilz wächst überall dort, wo es kühl und extrem feucht ist. Die Sclerotinia-Welke kann an den folgenden Symptomen erkannt werden:

  • wattiger Rasen aus Pilzsporen auf Stängeln
  • mit kleinen schwarzen Kügelchen
  • äußere Blätter werden gelb
  • beginnen zu welken
  • später werden auch die Früchte befallen
  • bei Erkennen von Befall Pflanze zeitnah entfernen

Die Gurke ist bei diesen Gurkenkrankheiten, die durch den Pilz versursacht werden, nicht mehr zu retten. Es ist nur möglich, einen Befall auf die umstehenden Pflanzen zu verhindern. Daher sollte auch die Erde im gesamten Gurkenbeet vollständig ausgetauscht werden. Alternativ hilft auch desinfizieren und hacken. Knoblauch im Gurkenbeet gepflanzt kann vor einem Befall schützen.

Tipp: Vielen Hobbygärtnern ist die Sclerotina-Welke auch als Weißstängeligkeit oder Stängelfäule bekannt.

Spinnmilben

SpinnmilbenEin Befall von Spinnmilben kann die Gurkenpflanzen sehr schädigen. Die Schädlinge treten vor allem bei trockenem und warmem Wetter auf und setzen sich auf die Blätter. Diese reagieren sofort mit Schäden, indem die Oberseite gelbe, kleine Punkte aufweist und die Blätter später insgesamt vertrocknen. Die Unterseite wird mit einem weißen Netz überzogen. Die Pflanze verliert durch die Beschädigungen, gerade wenn diese massiv auftreten, ihre Kraft Gurkenfrüchte zu bilden. Daher fällt bei einem Spinnmilbenbefall eine Ernte aus, wenn diese nicht bekämpft werden. Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Spinnmilben sehr klein
  • mit bloßem Auge meist nicht zu erkennen
  • nur an Schäden an Blättern
  • Zyklus der Vermehrung nur eine Woche
  • viele Generationen in einer Saison
  • Raubmilben und Netzflügler einsetzen
  • hilft vor allem bei einer Kultivierung im Gewächshaus

Fazit
Leider gibt es viele Gurkenkrankheiten, die die Pflanze vor der Ernte befallen können. Hierzu gehören vor allem auch diverse Pilzkrankheiten, die vermieden werden müssen. Denn wurden die Gurken einmal von dem ein oder anderen Pilz heimgesucht, sind sie in der Regel nicht mehr zu retten, da wirksame Maßnahmen in einem Nutzgarten nicht erlaubt sind und daher auch nicht eingesetzt werden dürfen. Daher ist es wichtig, dass den Pflanzen die Lebensbedingungen durch eine ideale Pflege so gestaltet werden, dass auch eine reichhaltige Ernte gewährleistet werden kann.