Endivien

Endivien-Salat ist recht einfach anzubauen. Die Pflanzen sind genügsam, brauchen nicht viel Pflege, vorausgesetzt, die Standortbedingungen stimmen und man hat immer mal ein Auge drauf. Schon drei Monate nach dem Auspflanzen kann Endiviensalat geerntet werden.

Kurzer Steckbrief zu Endivien

  • Gattung der Wegwarten
  • Ein- bis zweijährige Art
  • Als Salat nur einjährig kultiviert
  • In blühendem Zustand bis 70 cm hoch, manchmal auch höher
  • Bildet Rosetten
  • Relativ dicke Blätter
  • Keine Salatköpfe im eigentlichen Sinne
  • Bitterer Geschmack (liegt am Milchsaft)
  • Stammt aus dem Mittelmeerraum
  • In Deutschland bis zu 8 Sorten im Angebot

Diese werden in zwei Gruppen unterteilt

  • Frisee oder Krausblättrige Endivie (Cichorium endivia L. var. Crispum LAM.) – gut für Frischverzehr, stark geschlitzte und gekrauste Blätter, innere Blätter hellgrün bis gelb und sehr zart, Außenblätter dunkler und derber
  • Escariol, Eskariol, Winterendivie, Glatte Endivie (Cichorium endivia L. var. Latifolium LAM)= – breite, dicke, ganzrandige Blätter, große, flache Rosette, ähnelt einem halbgeschlossenen Salatkopf, innere Blätter zart und hellgelb bis grün, äußere derber und dunkler, kann gut gelagert werden
  • Langtagspflanzen – nicht zu früh aussäen, damit sie nicht im gleichen Jahr zur Blüte gelangen

Interessante Sorten

Man unterscheidet die großblättrigen Escariol-Sorten und die fein- und krausblättrigen Frisee-Sorten

  • Escorial gelb – sehr robust, gedeiht auch gut bei Regen und nasskaltem Wetter, neigt deutlich weniger zu Fäulnis, kommt mit leichten Frösten klar, eher grobe Blätter in gelbgrün, essbar auch ohne bleichen
  • Escorial grün – kann schon früh im Jahr angebaut werden, weil der Salat nicht so schießt, kräftig grüne Blätter, zum Herz hin heller, enthält viele Bitterstoffe und sollte deshalb gebleicht werden
  • Golda – neigt nicht zum Schießen, selbstbleichend, bildet feste Köpfe, kann noch spät geerntet werden
  • Diva – frühe Sorte, große, dicht gefüllte Köpfe, selbstbleichend, widerstandsfähig gegen Blattflecken, Vergilben oder Fäule
  • Eminence – dichtgefülltes helles Herz, innen hellgelb, außen grün, schnelles Wachstum, ganzjährig geeignet, große Köpfe
  • Frisee Tres fine Maraichere – Frisee-Sorte, feine, filigrane Blätter, gut für ganzjährigen Anbau, da sie nicht zum Schossen neigt, vertragen keinen Frost, faulen schnell
  • Myrna Frisee – fein geschlitzte Blätter, weitgehend schoßfest, große Köpfe mit viel Blattmasse, robust, verträgt nass-kalte Witterung und Hitze
  • Frisee Milady – fein gekraust, weitestgehend schossfest, kann ganzjährig angebaut werden, nur leicht bitter, durch bleichen durch zusammenbinden wird der Salat milder

Der Anbau von Endivien

EndiviensalatEndivien lassen sich leicht anbauen. Man kann sie vorziehen oder gleich ins Freiland aussäen, je nachdem, ob man das Beet noch anderweitig nutzen möchte. Beim Anbau ist wichtig zu wissen, dass Endivien nur alle drei Jahre an gleiche Stelle in gleichen Boden gesetzt werden sollten. Ideal ist die Aussaat oder der Anbau nach Kartoffeln, Tomaten oder Winterzwiebeln. Dagegen sollte nicht nach Radicchio, Zichorien und Chicorėe gepflanzt werden.

Aussaat

Endivien sind Langtagspflanzen, das heißt, sie dürfen nicht zu früh ausgesät werden, denn dann versuchen sie, noch im gleichen Jahr zu blühen und das ist nicht gewollt. Man kann also ruhig erst im Juli beginnen, notfalls sogar im August. Saatbänder sind ideal für die Aussaat an Ort und Stelle.

  • Beste Zeit von Mitte Juni bis Mitte Juli
  • Keimtemperatur 16 bis 20°C
  • Zu hohe Temperaturen können zu Keimhemmung führen
  • Ideal ist ein eher schattiger Platz, damit das Substrat bei der Sommerhitze nicht austrocknet.
  • Morgen- und Abendsonne sind meist unproblematisch.
  • Gleich ins Freiland aussäen ist möglich, besser ist das Vorziehen und Auspflanzen, wenn die anderen Kulturen abgeräumt sind
  • Saattiefe etwa 1 cm
  • Ohne Vorziehen in 30 Zentimeter Abstand säen
  • Gleichmäßig feucht halten
  • Selbst kurzfristiges Austrocknen kann den Keimprozess stoppen

Tipp – Um eine längere Erntezeit zu erreichen und dafür zu sorgen, dass nicht alle Endivien zur gleichen Zeit reif werden, sollte zeitversetzt ausgesät werden, im Abstand von zwei bis drei Wochen.

Die Pflege von Endivien

Das wichtigste beim Anbau von Endivien ist die Standort- und Bodenvorbereitung. Damit sollte schon Monate vor der Aussaat oder Anpflanzung begonnen werden. In das vorgesehene Beet sollte reichlich Kompost oder abgelagerter Mist eingearbeitet werden. Am besten gräbt man um, bis in 30 oder 35 Zentimeter Tiefe und fügt so die Beigaben zu. Der Boden kann dann ruhen und sollte nur regelmäßig von Unkraut befreit werden. Man kann ihn auch mit Unkrautvlies abdecken, wenn er nicht bepflanzt wurde. Alternativ kann aber anderes Gemüse angepflanzt werden, welches früh geerntet wird. Da Endivien spät gepflanzt werden, ist das durchaus eine gute Idee. Kartoffeln und Tomaten eignen sich gut dafür.

Tipps

  • Wenn der Endiviensalat kurz vor der Ernte hochgebunden wird, können die äußeren Blätter besser bleichen. Außerdem wird der Geschmack einfach auch etwas milder. Die Blätter müssen dafür allerdings ganz trocken sein, weil es sonst zu Fäulnis kommen kann. Gebleichter Endiviensalat besitzt weniger Vitamine, ist allerdings auch weniger bitter.
  • Außerdem die Pflanzen mit Gesteinsmehl bestäuben, das bannt die Fäulnisgefahr weitestgehend. Besonders wichtig ist das, wenn die Temperaturen unter 10°°C fallen.
  • Zum Bleichen eignen sich sogenannte Endivienhauben aus undurchsichtigem Polyäthylen. Alternativ eine selbstbleichende Sorte wählen, beispielsweise Bubikopf oder Diva.

Standort

Endiviensalat mag die Sonne. Er kann ruhig vollsonnig angepflanzt werden, muss dann aber gut gewässert werden.

  • Sonnige Lagen
  • Der Standort muss sehr sonnig sein, da Endivien von Natur aus einen hohen Nitratgehalt aufweisen. Lichtmangel erhöht diesen noch.

Pflanzsubstrat

Endivien stellen nur wenige Ansprüche an das Pflanzsubstrat. Es sollte durchlässig, humusreich und etwas nährstoffhaltig sein. Wichtig ist eine gute Bodenvorbereitung. Damit muss schon Monate vor der Pflanzung begonnen werden. Das Beet wird umgegraben und von Unkraut und Steinen befreit. Anschließend sollte reichlich Kompost oder abgelagerter Mist eingearbeitet werden, am besten 30 bis 50 cm tief. Wichtig ist, dass der Boden Zeit hat zu ruhen.

  • Humusreich
  • Nährstoffhaltig
  • pH-Wert 6,5 bis 7
  • Bodenvorbereitung ist wichtig
  • Monate vor Pflanzung beginnen
  • Kompost oder Mist einarbeiten
  • Ruhen lassen

Pflanzen

Salat anbauenVorgezogene Pflanzen werden bei entsprechender Größe ins Gemüsebeet gesetzt. Sie sollten mindestens schon 6 Blätter gebildet haben. Der Pflanzabstand sollte etwa 30 cm betragen. Setzt man die Jungpflanzen etwas enger, hat das den Vorteil, dass weniger Sonnenlicht an die Blätter gelangt. Der Bleicheffekt wird so verstärkt.

  • Nicht tiefer pflanzen, als sie im Anzuchtgefäß gestanden haben.
  • Als Nachbarn eignen sich andere Salatsorten, außerdem Kohl, Stangenbohnen, Lauch und Knollen-Fenchel
  • Boden mulchen
  • Spät ausgepflanzte Endivien vor Frost schützen
  • Mit Vlies oder Folien abdecken

Gießen und Düngen

Wurde der Boden gut vorbereitet, ist Düngen kaum erforderlich. Gegossen werden muss mit Bedacht. Anfangs benötigen die Pflanzen etwas mehr Wasser. Sobald sich die Blattrosette gebildet hat, ist es besser, weniger zu gießen. Dauernässe ist unbedingt zu vermeiden, das führt zu Fäulnis.

  • Regelmäßig gießen, vor allem die Jungpflanzen
  • Recht viel Wasser, jedoch keine Staunässe
  • Bei zu wenig Wasser besteht die Gefahr der Blütenbildung
  • Sobald die Blätterrosetten ausgebildet sind, Wassergaben reduzieren, um Fäulnis zu vermeiden
  • Ideal bei großer Hitze, die in den Sommermonaten ja recht häufig auftritt, den Salat zweimal täglich, also morgens und abends kurz zu überbrausen.
  • Düngen nach Belieben, wenn der Kompostzusatz nicht ausreicht
  • Ein- bis zweimal zusätzlich sollten reichen
  • Bei guter Bodenvorbereitung und Kompostuntermischung ist Düngen nicht notwendig
  • Zu viel Dünger kann den ohnehin schon hohen Nitratgehalt noch erhöhen.

Überwintern

Endiviensalat wird in der Regel nicht überwintert. Man nimmt die Pflanzen aus dem Boden, wenn Temperaturen von -5°C erwartet werden. Er sollte bis dahin abgeerntet sein.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind selten. Bei Nässe kann Fäulnis auftreten. Bei Schädlingen sind es vor allem Schnecken und Blattläuse, die Ärger machen. Schnecken kann man absammeln. Alternativ kann ein Hochbeet mit Schneckenkante sehr hilfreich sein. Kulturschutznetze helfen vorbeugend gegen Schädlingsbefall.

  • Schnecken – per Hand absammeln
  • Blattläuse – mit Laugen-Wasser-Gemisch vom Salat spülen
  • Blattrandbrand – meist Magnesiummangel – gezielt düngen
  • Falscher Mehltau – meist nach Anbau nach Blattgemüse, betroffene Partien entfernen, um Ausbreitung zu verhindern

Häufige Fragen

Kann man Endivien lagern?

Wenn der Frost mal früher kommt, können die Köpfe ohne Wurzeln mit Zeitungspapier umwickelt werden. Sie müssen richtig trocken sein. Die Bündel werden in Stiegen eingeschichtet und frostfrei gelagert. Alternativ können die Pflanzen mit Wurzeln ausgegraben und im Keller auf Folien gelagert werden. Außerdem können sie im Frühbeet eingeschlagen werden.

Stimmt es, dass Schwarzpappeln Endivien schädigen?

Schwarzpappeln sind ausgesprochen ungünstig für Endivien, aber auch für andere Salate und einige Gemüsesorten. Sie beherbergen Wurzelläuse, sind Winterwirte. Sie sollten besser nicht in der Nähe stehen.