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Rettich blüht und schießt: ist er trotz Blüte essbar?

Rettich blüht und schießt

Wenn Rettich (Raphanus) schießt und blüht, stellt sich für zahlreiche Selbstanbauer die Frage, ob er dann noch essbar ist. Die Antwort darauf und die besten Tipps, ein Schießen des Rettichs zu vermeiden, finden Sie im folgenden Beitrag.

Essbar trotz Blüte?

Nein. Schießt Rettich „ins Kraut“ und es bilden sich bereits Blüten, ist das beliebte Gemüse nicht mehr essbar. Die Rübe wird holzig. Die Fasern trocknen und werden zäh. Aus diesem Grund sind Rettiche ab beginnender Blüte nicht mehr für die Verzehr geerntet. Allerdings können junge Schoten sowie die Blüten noch geerntet und gegessen werden.

Geerntete und getrocknete Rettichschoten

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Wer Rettich selbst vermehren möchte, kommt um eine Blüte bei vorhandenen Exemplaren nicht vorbei. In den Schoten bilden sich die Samen, die zur Aussaat benötigt werden.„]

Erntezeit vs. Blütezeit

Die Blütezeit des Garten-Rettichs liegt zwischen Mai und Juni. Winterrettich, der ab Spätsommer gesät wurde, erreicht seine Blütezeit meist erst im zweiten Pflanzjahr. Wo das Gemüse rein dem Verzehr dienen soll, wird vor Blütenbeginn geerntet. Zu beachten gilt, dass sich Blüten ausschließlich an Rettichen bilden, wenn diese „ins Kraut“ schießen. Das geschieht bereits, bevor die ersten Blüten sichtbar sind. Die Folgen:

  • Kümmerwuchs bzw. Verholzen der Rüben
  • werden zunehmender ungenießbar

Schießen und Blüte verhindern

Um ein Schossen sowie ein Blühen zu vermeiden, können Selbstanbauer diesen Entwicklungsverlauf auf verschiedene Weisen beeinflussen und somit verhindern. Dazu sind vorbeugende Maßnahmen gefragt.

Zwei weiße Rettichrüben auf Tisch
Um solche schöne Rettiche zu ernten, gilt es beim Anbau einiges zu beachten.

Nährstoffgehalt gering halten

Wer seine Rettiche zu häufig und/oder intensiv düngt, riskiert ein Schossen. Vor allem hochdosierter Stickstoff fördert das Blattwachstum. Als Mittelzehrer benötigt das Gemüse nicht viel an Dünger. Es reicht, wenn die Erde vor der Aussaat mit Kompost angereichert wird. Für die zweijährige Pflanze ist ein Nachdüngen nicht erforderlich.

Aussaattermin richtig wählen

Besonders gefährdet ist Rettich, wenn er zu früh ausgesät wird. Insbesondere Frühlings- und Sommerrettich reagiert auf Außentemperaturen unter zehn Grad Celsius sowie auf Nachtfrost mit einer frühen Blütenbildung. Deshalb sollte die Aussaat nicht vor dem regulären Termin ab April erfolgen.

Zudem begünstigen hohe Temperaturen ein Schossen vor allem bei frühen Sorten, während sich Sommerrettich diesbezüglich toleranter zeigt. Deshalb sollte der späteste Aussaattermin nicht zu lange hinausgezögert werden.

Perfekten Erntezeitpunkt erkennen

Frühjahres- und Sommerrettiche erreichen in der Regel nach acht bis zehn Wochen ihre Erntereife. Winterrettich ist nach 13 bis 15 Wochen erntereif. Hier ist es wichtig, das Pflanzenwachstum im Auge zu behalten. Naht die Erntezeit, ist eine tägliche Kontrolle angeraten, denn innerhalb weniger Tage kann der Wechsel zwischen Erntereife und Ungenießbarkeit stattfinden. Deshalb sollte für den perfekten Erntetermin Folgendes beachtet werden:

  • nicht von der Fruchtgröße abhängig machen
  • lieber zu früh als zu spät ernten
  • Erntereife ist erreicht, wenn noch festes Fruchtgewebe
  • Reifetest: Wurzeln mit Daumen und Zeigefinger zusammenpressen; Gewebe sollte nicht nachgeben
  • Genussreife durch Geschmackstest feststellen
Rettich ernten

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Frisch geernteter Rettich ist etwa drei Tage haltbar. Werden die Blätter entfernt, ist die Haltbarkeit auf circa sieben Tage zu verlängern; bei Winterrettich sogar bis zu sechs Monate.„]

An optimalen Standort pflanzen

Rettich benötigt zum Heranwachsen Tageslicht. Wenn dieses für zwölf Stunden pro Tag gegeben ist, kommt es zu einer Förderung des Wachstums und der Blütenbildung. Um das zu verhindern, haben sich Standorte für die Aussaat als geeignet bewiesen, die weniger Tageslicht erreicht. Wenngleich dies nur einen geringen Einfluss nimmt, senkt es dennoch das Risiko, wenn Rettiche an einem halbschattigen Standort ausgesät werden.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet es, wenn Pflanzen „ins Kraut schießen“?

„Ins Kraut schießen“ bezeichnet ein kräftiges Wachstum. Wenn sich oberirdisch in kurzer Zeit ein umfangreiches und dichtes grünes Blattwerk entwickelt und die Pflanze rasant an Höhe zulegt, sind dies eindeutige Anzeichen für ein „Schießen/Schossen“. Hierbei wird das Pflanzengrün mit so viel Energie versorgt, dass sich daraus auch die Blüten bilden, aber weniger für die Wurzeln übrig bleibt. 

Ab wann genau sollte die Erntereife kontrolliert werden?

Sicherheitshalber sollte die Kontrolle der Erntereife bereits vor dem (offiziellen) Erntetermin stattfinden. Bei Frühjahres- und Sommerrettich wäre das bereits sechs bis sieben Wochen nach der Aussaat. Das hängt aber auch von der Witterung ab. Abwechselnd Sonne und Regen sowie frühzeitige hohe Temperaturen können zügiger ein Schossen hervorrufen.

Gibt es schossfeste Rettichsorten?

Ja. In der Regel handelt es sich dabei um bestimmte Züchtungsformen, wie sie beispielsweise die Hybrid-Sorte Neptun F1 darstellt. Dabei handelt es sich um eine Kreuzung aus mitteleuropäischen und Rettichsorten und dem japanischen Riesenrettich.

Was machen, wenn Rettich blüht?

Schießt und blüht ein Rettich, können Sie die Blüten, Schoten oder die Samen ernten, wie bereits oben erwähnt. Ist dies geschehen oder Sie haben keine Verwendung dafür, ist die Pflanze nicht mehr nutzbar. Sie kann entsorgt und dadurch Platz für neue Anbaupflanzen geschaffen werden.