Christrosen Blumenbeet anlegen

Ihre Blütezeit ist es, die eine Christrose zu einer ganz besonderen Pflanze macht. Irgendwann zwischen Dezember und Februar lassen sich die Blüten blicken, wenn alle anderen Stauden vor Kälte kapitulieren. Welche Nährstoffe geben ihr Kraft, den Winter so sehr zu genießen? Lesen Sie hier, wie das ideale Erdreich der Christrose beschaffen ist und wie Sie es mit Dünger aufwerten können.

Freilandbewohnerin trotz klirrender Kälte

Die Christrose ist durch und durch eine Freilandbewohnerin, auch wenn sie in der Weihnachtszeit gern im Kübel ins Haus geholt wird. Zu verführerisch ist ihr blühender Anblick mitten im Winter. Doch die Heizungsluft verträgt sie nicht sonderlich gut, weswegen ihr Innenaufenthalt nur von begrenzter Dauer sein sollte. Ein schneller Umzug in das Beet ist ihr von Herzen zu wünschen. Ein von der Fensterbank einsehbarer Platz macht den Trennungsschmerz leichter.

Eine Staude mit langer Lebensdauer
Die ‚Helleborus niger‘, wie der botanische Name der Christrose lautet, ist eine sehr langlebige Staude aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Sie kann es auf eine stolze Lebensdauer von 30 Jahren bringen. Ob im Kübel oder im Beet, während ihrer langen Lebensdauer wird sie eine Menge Nährstoffe für ihre Blüten benötigen. Da ist die Frage nach der Düngung durchaus berechtigt und bekommt eine überraschende Antwort.

Ein guter Standort reicht ihr „fast“ aus

Christrosen düngenDie Christrose bringt es tatsächlich fertig, lebenslang fleißig zu blühen, ohne eine einzige Extradüngung zu bekommen. Wie das sein kann? Der richtige Standort, die optimale Beschaffenheit des Bodens und der alljährliche Kreislauf der Natur genügen ihr für ihre unermüdliche Entfaltung. Wer ihre Ansprüche diesbezüglich berücksichtigt, wird mit Düngen keine oder kaum Arbeit mit ihr haben. Verwöhnen darf man sie ab und zu trotzdem, allerdings in Maßen.

Beim Auspflanzen alles richtig machen

Der Grundstein für ein nährstoffgesättigtes Leben der Christrosen wird bereits bei ihrer Auspflanzung gelegt. So sollte ihr Beet beschaffen sein:

  • humos
  • durchlässig
  • lehmig
  • und kalkhaltig

Christrosen düngenMit einem solchen Boden sind die Christrosen schon wunderbar versorgt, doch auch der Standort will gut gewählt sein. Insbesondere die Nachbarschaft zu andren pflanzlichen Gartenbewohnern kann sich als förderlich erweisen.

  • halbschattiger Standort ist ideal
  • meist in der Nähe von Schatten spendenden Gehölzen

Als dritte Mitgift kann ihnen bei der Pflanzung eine gute Portion Nährstoffe geben werden, indem der Aushub mit Kompost, Hornspänen oder Kalk angereichert wird.

Blätter liegen lassen

Lassen Sie einfach den wunderbaren Kreislauf der Natur für die Christrosen sorgen. Sofern sie unter Laub abwerfenden Bäumen wachsen, sollten ihnen die herabgefallenen Blätter im Herbst gelassen werden. Sie werden nach und nach von Bodenorganismen zersetzt und ihre Nährstoffe der Erde zugeführt. Davon profitieren auch die Christrosen, die darin ihre Wurzeln ausstrecken.

Etwas nachhelfen und mulchen

Christrosen düngenIst der nächste Laubbaum etwas weiter weg, so kann der Gärtner hier ein wenig seine Hand ins Spiel bringen und nachhelfen. Auch gezielt ausgestreutes Mulchmaterial wird von Bodenorganismen dankend angenommen und fleißig für die Christrose zersetzt. Folgendes Pflanzenmaterial eignet sich gut:

  • Blätter
  • Rasenschnitt
  • Rindenmulch

Tipp: Die Christrosen sind giftige Gewächse, weswegen bei allen Pflegearbeiten Handschuhe angesagt sind.

Gelegentlich mitdüngen

Andere Pflanzen sind nicht so bescheiden wie die Christrosen und so ist eine Frühjahrsdüngung mit organischem Dünger so etwas wie eine obligatorische Tätigkeit für jeden Gärtner. Dabei dürfen die Christrosen gern mitgedüngt werden, was kaum zusätzliche Arbeit macht.

Geeignete Dünger für die Christrosen

Schneerose oder Nieswurz, wie diese winterliche Blume ebenfalls heißt, verlangt keinen Dünger. Wenn Sie sie aber düngen, sollte es auf keinen Fall ein mineralischer Dünger aus dem Handel sein, da er nicht zu ihren Bedürfnissen passt. Sie können jedoch aus einigen organischen Düngern frei wählen:

  • Kompost
  • Hornspäne
  • Kompostierter Kuh- oder Pferdemist
  • Gesteinsmehl
  • Pflanzenjauchen

Christrosen düngenKalkmangel erkennen und beheben
Wenn die Christrose fleißig Blätter treibt, aber die Blüten zurückhält, ist das ein klares Indiz für Kalkmangel. Das ist nicht selten der Fall, wenn sie unter Nadelbäumen wächst. Ein nicht alkalischer Boden kann jedoch leicht durch folgende Beigaben mit Kalk angereichert werden:

  • Kalk aus dem Gartencenter
  • Muschelkalk
  • Tafelkreide

Tipp: Auch kalkhaltiges Leistungswasser eignet sich in diesem Fall optimal als Gießwasser.

Hausmittel, die den Christrosen gut tun

Viele Hausmittel sind den Pflanzen an Nährstoffgeber höchst willkommen. Die Kalk liebende Christrose könnte insbesondere von Eierschalen profitieren, denn dieses Hausmittel ist sehr kalkhaltig. Dafür werden zwei bis drei Eierschalen möglichst fein zerkleinert und ins Gießwasser gegeben.

Weitere Hausmittel, die organischen Dünger ersetzen können, sind Kaffeesatz, Teesatz und Kartoffelwasser. Sie sind ideal als Düngung für Kübelpflanzen. Da die Christrosen jedoch gut mit wenig Dünger auskommen, ist beim Düngen damit Zurückhaltung angesagt.

Fingernägel und Fußnägel sind ein weiteres Hausmittel, dessen Düngewirkung mit Hornspänen vergleichbar ist. Die bescheidene Menge, in der dieses Hausmittel anfällt, könnte lediglich für eine ebenfalls bescheidene Christrose ausreichen.

Christrosen düngenChristrosen in einem Kübel düngen
Wenn die Christrose nur einen Winter das Haus schmücken soll, bevor sie weiter ins Freie zieht, ist Düngung überflüssig. Die Topferde ist schon so nährstoffreich, dass sie damit ein ganzes Jahr gut über die Runden kommt. Wenn sie länger im Kübel verweilen muss, sollte sie zweimal im Jahr mit einem organischen Dünger gedüngt werden. Für die erste Düngung gilt:

  • vor dem Ende ihrer Blütezeit düngen
  • etwa im Februar oder März
  • wenn die neuen Blätter austreiben
  • idealerweise mit Blattschnitt kombinieren
  • der Dünger lässt sich dann besser in die Erde einarbeiten

Das zweite Düngen folgt im Hochsommer, wenn die Christrose neue Wurzeln bildet. Diese benötigen ausreichend Nährstoffe, um ihrerseits später die Blüten damit zu versorgen

Mit der Düngermenge geizen
Seien Sie bei der Dosierung des Düngers lieber zurückhaltend als gut gemeint großzügig. Die Christrose hat bescheidene Ansprüche, eine Überversorgung kann sich eher nachteilig auswirken.

Fazit
Eine Christrose, die an ihrem bevorzugten Standort auch noch die optimale Bodenbeschaffenheit vorfindet, könnte Jahrzehnte ohne Extradünger auskommen. Die Natur selbst sorgt durch verrottendes Laub für neue Nährstoffe, doch auch der Gärtner darf ihr gelegentlich etwas organischen Dünger oder Kalk spenden. So umsorgt blüht sie zu ihrer winterlichen Zeit unermüdlich.