Christrose

Wer für die Christrose den richtigen Standort findet, hat bereits den größten Teil der Bedürfnisse erfüllt. Das immergrüne und winterharte Gewächs sollte einen geschützten Platz erhalten, an dem es vor allem im Sommer in lichtem Schatten steht. Im Winter darf es ruhig etwas heller sein, pralle Sonne bekommt der Christrose jedoch zu keiner Jahreszeit.

Einen geeigneten Standort wählen

Ideal ist ein Standort unter einem laubabwerfendem Baum oder Zierstrauch. Hier erhält der Nieswurz im Sommer ausreichend Wanderschatten und wird im Winter durch das abgefallene Laub geschützt. Eine Konkurrenz der Wurzeln ist nicht zu befürchten, da die Christrose sehr tiefe Geflechte ausbildet aber kaum in die Breite wächst.

Helleborus nigerEs darf auch ruhig ein ebenfalls immergrüner Strauch sein, unter dem die Weihnachtsrose angesiedelt wird, solange dieser im Winter noch ausreichend Licht durchlässt.
Einzig etwas Raum nach oben benötigt die Schneerose, sie wird allerdings nur 30 cm hoch.

Substrat

Die Christrose ist recht anspruchslos, was das Substrat angelangt. Es sollte jedoch wasserdurchlässig und kalkhaltig ein.

Einfacher Gartenboden reicht aus, sofern er mit etwas Lehm angereichert und aufgelockert wird. Eine Kalkzugabe tut der Christrose ebenfalls gut.

Neigt die Gartenerde zur Verdichtung oder ist das Grundwasser sehr hoch, kann eine Drainageschicht aus Kies unter der Pflanze eingebracht werden. Diese hilft dabei, die Wurzeln vor allzu viel Wasser zu bewahren.

Christrose pflanzen

Christrosen kann man sowohl im Herbst als auch im Frühjahr pflanzen. Für gewöhnlich ist der Herbst der bessere Zeitpunkt.

Beim Einsetzen sollte man beachteen, dass man das Pflanzloch möglichst tief aushebt. Zwar sollte die Wurzelachse des Nieswurz mit der Erdoberfläche abschließen, ein lockerer Untergrund ist aber entscheidend für das Anwachsen.

Je tiefer das Loch und je lockerer das eingefüllte Substrat ist, desto schneller wurzelt die Schneerose an.

Ein leichtes Angießen und Festklopfen im Anschluss reicht aus.

Kultur im Kübel

Die Christrose kann im Kübel kultiviert werden, wenn einige Faktoren Beachtung finden.
In erster Linie entscheidend ist die Größe des Kübels, hierbei kommt es aber nicht auf den Umfang an. Stattdessen benötigt der Nieswurz viel Raum nach unten. Je höher der Behälter, desto besser.

ChristroseDie Weihnachtsrose möchte ein Schattendasein fristen. Daher muss als Standort eine geschützte Stelle gewählt werden, an der lichter Schatten und gerade in der warmen Jahreszeit nur wenig Sonne vorherrscht. Die Christrose eignet sich also zur Begrünung des Nordbalkons, wo sonst kaum etwas gedeiht.

Wenn der Nieswurz blüht, ist die Versuchung ihn als Dekoration ins Haus zu stellen groß. Auch hier benötigt er aber möglichst niedrige Temperaturen, wie einen unbeheizten Flur oder Wintergarten. Soll er dann wieder nach draußen verbracht werden, sind abrupte Temperaturänderungen zu vermeiden. Es ist also ein frostfreier Tag zu wählen, an dem sich die Temperaturen drinnen und draußen nahezu gleichen.

Weil die Christrose in einem Kübel weniger vor starkem Frost geschützt ist als frei im Garten, kann die sonst so robuste Pflanze durchaus Schaden davontragen oder sogar vollständig erfrieren. Sinnvoll ist es aus diesem Grund, den Kübel mit Gartenvlies zu umwickeln und eine mindestens zwei Zentimeter dicke Schicht Laub oder Mulch auf das Substrat aufzubringen.

Ein weiterer Unterschied zur Kultur im Garten liegt im Gießen. Steht die Christrose im Kübel überdacht, muss sie natürlich mit Wasser versorgt werden. Auch hier gilt jedoch, dass sie lieber etwas zu trocken, als zu nass gehalten werden sollte. Die Abstände zwischen dem Wässern sollten daher groß sein und das Abtrocknen der obersten Substratschicht abwarten.

Tipp: Hohe, schmale Kübel sind wenig standsicher. Abhilfe schafft hier eine Einlage aus Steinen oder grobem Kies. Diese hat zudem den praktischen Nebeneffekt, den Abfluss des Wassers zu verbessern.

Pflege

Die Pflege der Christrose könnte einfacher nicht sein, denn am liebsten wird diese Pflanze sich selbst überlassen.  Nur hin und wieder kann eine pflegende Maßnahme von Nöten sein.

Gießen

ChristroseHelleborus niger verträgt, wie bereits angemerkt, keine Staunässe. Austrocknen sollte sie aber ebenfalls nicht. Daher kann es erforderlich werden, sie bei Bedarf etwas zu wässern. Beispielsweise in langen Trockenperioden im Sommer oder auch in sehr niederschlagsarmen Wintern.

Einfaches Leitungswasser reicht vollkommen aus, denn selbst ein hoher Kalkgehalt bekommt der Schneerose ausgesprochen gut.

Düngen

Auf eine Düngung kann der Nieswurz in der Regel verzichten. Vor allem dann, wenn er direkt unter einem laubabwerfenden Gewächs angesiedelt wurde. Dann reicht es aus, das Laub als Mulchschicht liegen zu lassen. Während dieses verrottet, gibt es Nährstoffe frei und versorgt die Christrose automatisch.

Befinden sich im direkten Umfeld der immergrünen Blühpflanze viele Nadelgehölze, sollte sie jedoch gelegentlich gekalkt werden. Denn Nadelgehölze neigen dazu, den Boden anzusäuern, das bekommt der Weihnachtsrose auf Dauer nicht allzu gut.

Ebenfalls kann eine Handvoll Hornspäne während der Blütezeit dem winterlichen Gewächs neue Kraft verleihen. Absolut notwendig ist dies aber nicht.

Schneiden

Die Christrose muss weder in Form geschnitten werden, noch ist es zwingend notwendig, verwelkte Pflanzenteile zu entfernen. Letzteres ist aber schon der Optik wegen von Vorteil.
Dabei ist es auch nicht dramatisch, wenn der Schere einige grüne Blätter zum Opfer fallen. Das verkraftet die Pflanze problemlos und sorgt rasch für Ersatz.

Helleborus nigerBeim Verschnitt gilt es allerdings, eine Besonderheit der Christrose zu beachten. Der Pflanzensaft kann vor allem bei empfindlichen Menschen starke Reaktionen der Haut auslösen, wie Ausschlag und Entzündungen. Daher muss man ein entsprechenden Schutz tragen, wie beispielsweise Wegwerf-Handschuhe.

Im Anschluss sollten Sie alle eingesetzten Geräte reinigen und die Schnittreste so entsorgen, dass kein weiterer Kontakt auftreten kann.

Überwintern

Die Christrose ist winterhart und benötigt am richtigen Standort keinen zusätzlichen Schutz während der kalten Jahreszeit. Das gilt allerdings nur, wenn das Herbstlaub als Mulchschicht dient.

Steht der Nieswurz unter einem Baum oder Strauch, der kein Laub abwirft, sollte man ihr eine Mulchschicht aus Grasschnitt oder Rinde gönnen.

Wird die Christrose im Kübel kultiviert, ist die Überwinterung schon etwas aufwendiger. Wie die gesamte Pflege aber dennoch gering. Es reicht aus, wenn man sie in eine geschützte Ecke stellt und das Gefäß mit Gartenvlies vor allzu großen Temperatureinbrüchen sichert. Ebenfalls möglich ist es, die Christrose nach drinnen zu verbringen. In diesem Winterquartier sollte sie kalt und hell stehen. Ein ungeheizter Raum, nahe eines Fensters ist ideal.

Umsetzen

So anspruchslos und robust die Christrose auch ist, Ortswechsel bekommen ihr nicht allzu gut.
Daher sollte der Standort von Anfang an möglichst passend gewählt werden. Darf sie hier stehen bleiben, kann sie ein überraschend hohes Alter erreichen.

Ist ein Umsetzen notwendig, müssen die Wurzeln möglichst tief ausgegraben werden. Denn die Weihnachtsrose bildet nur ein sehr schmales Wurzelgeflecht aus, das jedoch weit in den Boden hinein reicht.

Je größer und länger der Wurzelballen ist, der gerettet wird, desto höher sind die Chancen eines erfolgreichen Anwachsens am neuen Standort.

Vermehren

Helleborus nigerDie Vermehrung übernimmt die Christrose eigentlich selbst, sofern ihre verwelkten Blüten nicht zu zeitig abgeschnitten werden. Denn aus diesen fallen die Samen aus, die in der nächsten Kälteperiode keimen.

Eine kontrollierte Vermehrung kann jedoch ebenfalls erfolgen. Dafür stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen das Ziehen aus Samen, zum anderen eine Teilung der Pflanze.
Vermehrung durch Samen

Christrosen sind Kaltkeimer, daher sollte die Anzucht im Außenbereich erfolgen.

  1. Die Samen kann man aus den verwelkten Blüten gewinnen, indem man diese abschneidet und in einen Kunststoffbeutel legt. Der Beutel wird verschlossen und geschüttelt oder leicht gegen eine Kante geschlagen. Die kleinen Samen fallen aus den Blüten und sammeln sich im Beutel.
  2. Für die Aussaat kann Anzuchterde oder das gleiche Substrat verwendet werden, in dem auch die Mutterpflanze steht.
  3. Die Samen sollten nur leicht mit Erde bedeckt und angegossen werden. Auch hier gilt es wieder, Staunässe zu vermeiden.
  4. Als Aussaat-Zeitpunkt kann das Frühjahr oder auch der Herbst dienen. Keimen werden die Samen allerdings erst, wenn sie ausreichende Zeit in der Kälte verbracht haben. Das benötigen sie, um zum Wachstum angeregt zu werden. Es kann daher durchaus vorkommen, dass sich die jungen Pflanzen erst im Folgejahr zeigen.
Tipp: Damit man die jungen Triebe im Beet nicht mit Unkraut verwechselt, sollten sie in einem Kübel keimen dürfen.

Vermehrung durch Teilung

Die Teilung der Christrose ist ungleich einfacher, als die Vermehrung durch Samen. Und zudem deutlich schneller.

Dafür müssen lediglich, ebenfalls im Anschluss an die Blüte, Pflanze und Wurzeln mittig geteilt werden. Die so entstandenen Tochterpflanzen können direkt wieder eingesetzt werden. Weil die Christrose sehr tief wurzelt, sollte sie für diese Art der Vermehrung auch tief ausgegraben werden.

Neben dem geringeren Zeitaufwand ist ein weiterer Vorteil der Teilung die Sortenreinheit. Bei den Samen ist diese nicht in jedem Fall gegeben.

Typische Krankheiten und Schädlinge

Christrosen sind an sich robuste und widerstandsfähige Pflanzen, die am richtigen Standort nur selten befallen werden.  Gänzlich ausgeschlossen sind aber weder Krankheiten noch Schädlinge. Die typischsten Befälle kommen durch:

  • BlattlausBlattläuse
  • Pilze
  • und Schnecken zustande.

Ein Pilzbefall, der sich bei Schneerosen häufig in der Schwarzfleckenkrankheit, in eingerollten Blättern und schmierigen Stellen äußert, entsteht in der Regel nur am falschen Standort oder bei Pflegefehlern. Verantwortlich ist ein zu hoher Gehalt an Feuchtigkeit oder Nährstoffen im Boden. Wird als Gegenmaßnahme ein Fungizid eingesetzt, kann das die Symptome kurzfristig mildern. Langfristig schafft aber nur ein trockeneres Substrat Abhilfe.

Schnecken kann man mit einem Schneckenzaun Einhalt gebieten. Blattläuse verlieren die Lust, wenn man sie mit natürlichen Feinden, wie beispielsweise Marienkäfern, bekämpft. Alternativ kann auch ein Sud aus Knoblauch, der auf die Blätter und Läuse gesprüht wird, dem Befall Einhalt gebieten.

Ist die Weihnachtsrose giftig?

So schön Helleborus niger ist, so giftig ist es leider auch. Bereits ein wenig austretender Saft kann zu erheblichen Beschwerden, Entzündungen und Ausschlägen auf der Haut führen. Werden Teile der Weihnachtsrose aufgenommen, ist mit deutlich schwereren Vergiftungserscheinungen zu rechnen. Für kleine Kinder und Haustiere besteht dadurch besonders große Gefahr. Aus diesem Grund sollten Christrosen nicht in Gärten stehen, in denen Kinder oder Haustiere spielen.

Fazit
Die Christrose ist eine dekorative immergrüne Pflanze, die ab Januar mit zauberhaften Blüten besticht.  Im Kübel oder frei in den Garten gepflanzt, pflegeleicht und widerstandsfähig eignet sich der Nieswurz selbst für unerfahrene Hobbygärtner. Und natürlich für alle, die wenig Aufwand betreiben und dennoch volle Schönheit genießen möchten.