Bleistiftbaum

Die Kultivierung tropischer Kübelpflanzen muss keineswegs mit viel Pflege- und Zeitaufwand verbunden sein. Das beweist der Bleistiftbaum, ein südafrikanisches Wolfsmilchgewächs, recht eindrucksvoll. In ihrer ursprünglichen Heimat wird die Sukkulente besonders wegen ihres üppigen und schnellen Wachstums geschätzt. Auch wenn das Gewächs bei uns aufgrund der kalten Witterung nicht ganzjährig im Freiland gepflanzt werden kann, so wird es von vielen Pflanzenfreunden hierzulande durchaus als robuste und widerstandsfähige Zimmerpflanze geschätzt. Das Gewächs mit den filigranen, bleistiftartigen Trieben ist äußerst genügsam, sofern ihr Anspruch an Licht und Wärme erfüllt wird.

Steckbrief

  • Strauchförmig wachsende Sukkulente.
  • Gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse.
  • Pflanze ist auch unter den Namen Bleistiftstrauch, Gummihecke und Milchbusch bekannt.
  • Ursprüngliche Heimat sind die Tropen in Ost- und Südafrika.
  • Kann eine Wuchshöhe von bis zu 6 Metern erreichen.
  • Wird in der Volksheilkunde gegen eine Vielzahl von Leiden und schweren Krankheiten eingesetzt.
  • Der Pflanzensaft ist giftig und kann eine Reizung der Haut hervorrufen.
  • Die 1 bis 2,5 Zentimeter und 4 Millimeter langen Laubblätter besitzen eine ovale Form.

Standort und Boden

Die zu den Wolfsmilchgewächsen gehörende Sukkulente stammt aus Südafrika und möchte auch in unseren Breitengraden keineswegs auf tropische Wärme und Sonne verzichten. Deswegen ist es sinnvoll, die Pflanze im Kübel zu kultivieren und im Wintergarten oder einem anderen Zimmer zu halten. Der zerbrechlich wirkende Bleistiftbaum benötigt einen sonnigen Platz, mit Temperaturen unter 12°C kommt er ebenfalls nur schwer zurecht. Im Hochsommer fühlt sich die exotische Pflanze auch auf dem heimischen Balkon und der Terrasse wohl. Spätestens im September, wenn die Temperaturen nachts sinken, gehört der Bleistiftstrauch jedoch ins Haus.

Euphorbia tirucalliIn seiner Heimat wächst Euphorbia tirucalli in humusarmem, mineralischen Boden. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, können Sie beispielsweise auf spezielle Kakteenerde aus dem Fachhandel zurückgreifen. Doch auch eine 1:1-Mischung aus herkömmlicher Blumenerde mit Quarzsand oder Bimskies hat sich bewährt. Meiden Sie Bausand, aufgrund seines hohen Kalkgehalts ist dieser für die tropischen Sukkulenten ungeeignet.

Gießen und Düngen

Der schnell wachsende Bleistiftbaum ist von Natur aus lange Trockenphasen gewohnt. Besonders ältere Pflanzen dürfen im Sommer einige Tage sich selbst überlassen bleiben, ohne dass Schäden entstehen. Gegossen werden sollte von März bis September mäßig mit kalkfreiem Wasser. Das südafrikanische Gewächs ist überaus anfällig für Wurzelfäule. Diese Krankheit tritt bei lang anhaltender Staunässe auf und zerstört die unterirdischen Pflanzenteile vollständig. Neben dem mineralischen Substrat trägt auch eine Drainage am Kübelboden dazu bei, dass überschüssiges Gieß- und Regenwasser schnell abfließt. Gießen Sie erst nach, wenn die oberste Erdschicht spürbar abgetrocknet ist. Halten Sie sich dabei an die Faustregel: Weniger ist mehr.

Tipp: Schlaffe Triebe sind ein sichtbarer Hinweis auf einen Wassermangel. In diesem Fall sollte die Pflanze unverzüglich mit Wasser versorgt werden.

Wie fast alle Sukkulenten ist Euphorbia tirucalli äußerst genügsam im Nährstoffverbrauch. In der Hauptvegetationszeit genügt es, wenn Sie die Pflanze maximal alle 4 bis 6 Wochen mit Flüssigdünger versorgen. Auch ein spezieller Dünger für Kakteen hat sich bewährt. Kaffeesatz und Brennnessel-Sud sind hingegen als Nährstofflieferant nicht für die tropischen Gewächse geeignet. Auch von einem Langzeitdünger wird abgeraten, da dieser schnell zu einer Überdüngung führen kann. Im Winter sollten Sie die Wasserversorgung auf ein Minimum reduzieren und das Düngen vollständig einstellen.

Pflanzen und Umtopfen

Das tropische Gewächs mit den grünen, bleistiftdicken Ästen ist nicht für eine dauerhafte Kultivierung im Freiland geeignet. Denn nasskalte Temperaturen unter 12°C können rasch zum Tod der Pflanze führen. Dafür erhalten Sie mit dem Bleistiftbaum einen aparten und faszinierenden Blickfänger für die eigenen vier Wände. Besonders vor hellen Wänden und als Solitärpflanze kommt der Bleistiftbaum gut zur Geltung. Euphorbia tirucalli ist in gut sortierten Gartencentern und auch in Online-Gärtnereien als Kübelpflanze erhältlich. Fördern Sie die Widerstandsfähigkeit des Wolfsmilchgewächses, indem Sie es nach dem Kauf umtopfen. Wählen Sie dafür ein Pflanzgefäß aus, welches 2 bis 3 Zentimeter mehr Umfang aufweist als der bisher verwendete Kübel.

  • Befreien Sie die Pflanze so gut wie möglich von dem alten Substrat.
  • Eine Drainageschicht aus Lavasplitt, Tonscherben oder grobem Kies am Gefäßboden anlegen.
  • Zwei Zentimeter dick Sukkulentenerde oder selbst aufbereitetes Substrat darüber ausbringen.
  • Bleistiftbaum einsetzen und die Hohlräume mit Erde auffüllen.
  • Substrat festdrücken und kräftig angießen.

Der Bleistiftbaum trägt seinen Beinamen „Gummihecke“ nicht zu Unrecht. In den Tropen wird die schnell wachsende Pflanze bevorzugt als immergrüne Sichtschutzhecke kultiviert. Stimmen Standort und Pflegebedingungen neigt das Gewächs auch im Kübel zu einem rasanten Wachstum. Etwa alle 2 bis 3 Jahre oder spätestens dann, wenn die Wurzeln das Pflanzgefäß vollständig ausfüllen, muss umgetopft werden.

Vermehren

Euphorbia tirucalliEuphorbia tirucalli wird über Stecklinge vermehrt, welche im Sommer von der Mutterpflanze abgetrennt werden. Wählen Sie dafür einen vollständig ausgereiften Trieb aus, der Schnitt wird direkt über einen Blattknoten durchgeführt. Lassen Sie den Steckling einige Tage lang trocknen und stecken Sie den Trieb anschließend in ein Gefäß mit trockenem, humusarmen Substrat.

  • Der Standort muss hell und warm sein.
  • Nur mäßig gießen.
  • Die Wurzelbildung kann bis zu 21 Tage in Anspruch nehmen.
  • Junge Bleistiftbäume in mineralische Erde umsetzen.

Das Ausbilden der Wurzeln von Stecklingen vieler Pflanzen-Arten kann auch im Wasserglas vorgenommen werden. Anders sieht es jedoch beim Milchbusch aus. Denn beim direkten Kontakt mit Wasser bildet sich rasch Fäulnis aus, der Sukkulenten-Steckling stirbt ab.

Schneiden

Ein Rückschnitt ist beim Bleistiftbaum angebracht, sobald die untere Pflanzenhälfte kahl wird und sich auch keine neuen Triebe mehr bilden. Um das Gewächs wieder in Form zu bringen, sollten Sie das obere Ende bis zu 1/3 einkürzen. Die Pflanze treibt vermehrt unten aus, die abgeschnittenen Stücke können als Stecklinge weiterverwendet werden. Beim direkten Umgang mit dem Bleistiftstrauch ist jedoch äußerste Vorsicht geboten: Der Saft von Wolfsmilchgewächsen ist giftig und kann die Haut enorm reizen. Tragen Sie Handschuhe und bringen Sie den milchigen Pflanzensaft nicht mit Augen und Schleimhäute in Berührung. Beim Schnitt tritt übermäßig viel „Milch“ aus dem Bleistiftbaum aus. Diese Wunde können Sie mit einem sauberen Baumwolltuch abbinden. Der Saft der Pflanze kann auch andere Gewächse schädigen. Reinigen Sie deswegen nach getaner Arbeit gründlich das verwendete Werkzeug.

Überwintern

In Südafrika wird der Bleistiftstrauch häufig als Zier- und Nutzpflanze kultiviert. Temperaturen unter 12°C setzen dem Gewächs jedoch zu, sodass Euphorbia tirucalli bei uns nur im Kübel kultiviert werden sollte. Selbst sorgfältig getroffene Vorkehrungen wie die Pflanze mit einem Wintervlies vollständig abzudecken und eine dicke Schicht Rindenmulch ringsherum anzuhäufen, schützen nicht vor der nasskalten Witterung. Die Überwinterung erfolgt in einem hellen Raum bei etwa 12°-15°C. Kühlere Temperaturen führen zu einer Schädigung der Pflanze, bei übermäßiger Wärme besteht hingegen die Gefahr, dass die Triebe vergeilen.

  • Im Winter nur gelegentlich gießen.
  • Die Versorgung mit Nährstoffen einstellen.
  • Zugluft schädigt die Pflanze.
  • Die Nähe zu aktiven Heizkörpern meiden.

Krankheiten und Schädlinge

Der Bleistiftbaum ist eine äußerst widerstandsfähige Pflanze, schadhafte Insekten sind für das tropische Gewächs nicht von Bedeutung. Selbst anspruchslose Schädlinge wie beispielsweise Spinnmilben und Blattläuse meiden die Sukkulente. Umso anfälliger reagiert die südafrikanische Schönheit jedoch auf Staunässe. Falsches Substrat und übermäßiges Gießen fördern den Befall mit Schlauchpilzen. Ein deutlicher Hinweis auf Wurzelfäule ist ein muffiger Geruch, der aus dem Erdreich dringt. Die gesamte Pflanze kümmert sichtbar, Triebe und Blätter wirken fahl und hängen herab.

Wurzelfäule selbst ist nicht behandelbar, mit chemischen Produkten oder herkömmlichen Hausmitteln kommen Sie nicht gegen die Schlauchpilze an. Wenn die Krankheit bereits aufgetreten ist, sollten Sie den Bleistiftbaum umgehend in trockenes, mageres Substrat umsetzen. Befallene Pflanzenstücke müssen nicht entfernt werden. Sofern noch ausreichend gesundes Wurzelwerk vorhanden ist, erholt sich das Gewächs wieder. Vorbeugend gilt es darauf zu achten, dass die tropische Pflanze keiner Staunässe ausgesetzt ist. Das Substrat muss durchlässig und mineralisch sein, eine Drainage im Kübel ist ebenfalls unerlässlich.

Zweig des BleistiftbaumsWirft die Pflanze vermehrt die bleistiftartigen Triebe und die schmalen Laubblätter ab, muss dies keineswegs ein Anzeichen für Pilzerreger oder Schädlinge sein. Häufiger sind Fehler in der Pflege und ein falscher Pflanzort die Ursache dafür. Überprüfen Sie in diesem Fall umgehend den Feuchtigkeitsgehalt des Substrats und reduzieren Sie bei Bedarf auch die Versorgung mit Nährstoffen.

Tipp: Auf einen zu dunklen Standort reagiert das Wolfsmilchgewächs häufig mit einem Wachstumsstopp.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen Bleistiftbaum in Hydrokultur kultivieren?
Grundsätzlich eignen sich auch Sukkulenten für diese Art der Pflanzenhaltung. Anstelle von Erde wachsen die Gewächse dabei in anorganischem Material, der beispielsweise aus Kieselsteinen, Lavasteinen oder Blähton besteht. Gedüngt wird mit einer speziellen Nährstofflösung, der aktuelle Wasserstand lässt sich mithilfe eines Anzeigers ablesen. Mit dessen Hilfe können Sie die Wassergabe genau auf die Bedürfnisse von Euphorbia tirucalli einstellen. Um Wurzelfäule vorzubeugen, sollten Sie nach dem vollständigen Absinken des Anzeigers im Schauglas erst nach einigen Tagen Wasser nachfüllen. Das Umstellen von Kakteenerde auf Hydrokultur ist jedoch schwierig. Das alte Substrat muss vollständig entfernt werden, um eine spätere Fäulnisbildung zu vermeiden. In der Praxis ist die Umsetzung schwierig, die Pflanze leidet zudem enorm unter diesem Eingriff. Um erfolgreich Bleistiftbäume in Hydrokultur zu kultivieren, sollten Sie bevorzugt frisch angewurzelte Stecklinge in das Material einsetzen. Erfolgt die Wurzelbildung zuvor in Quarzsand, so lässt sich dieser mit einem kurzen Wasserbad schonend von den Pflanzen entfernen. Der Wechsel von Hydrokultur auf mineralisches Substrat ist jederzeit problemlos möglich.

Ist der Bleistiftstrauch für einen Haushalt mit Kindern und Haustieren geeignet?
Der Bleistiftstrauch gehört zu den Wolfsmilchgewächsen. Wie alle Euphorbia-Arten besitzt auch die südafrikanische Pflanze einen ätzenden weißen Milchsaft, welche bei Verletzung der Triebe hervortritt. Der Saft der Wolfsmilch kann bereits bei geringster Berührung mit der menschlichen Haut Kontaktekzeme verursachen, im schlimmsten Fall treten Blasen und Verätzungen auf. Ein Kontakt mit den Schleimhäuten und Augen kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Die giftigen Inhaltsstoffe sorgen im Fall einer innerlichen Einnahme zu Magenbeschwerden, Durchfall und Erbrechen. Wolfsmilchgewächse können dabei durchaus auch Haustieren gefährlich werden, ein Verzehr kann zum Tod der Vierbeiner führen. Bei einer Kultivierung des Bleistiftbaums sollten Sie dafür Sorge tragen, dass weder Kinder noch neugierige Haustiere in die Nähe der Pflanze gelangen können. Auf zahlreichen Seiten wird davon berichtet, dass Euphorbia tirucalli in ihrer tropischen Heimat gegen Krebsgeschwüre und bei Asthma erfolgreich eingesetzt wird. Von einem Selbstversuch wird allerdings dringend abgeraten. Denn die Eigenmedikation könnte schnell in der Notaufnahme enden oder zum Tod führen.

Wie groß wird der Bleistiftbaum als Kübelpflanze?
In seiner tropischen Heimat kann der Bleistiftbaum eine Wuchshöhe von etwa 6 Metern erreichen. Doch auch als Kübelpflanze erreicht das Wolfsmilchgewächs noch eine stattliche Höhe von bis zu 2,50 Metern. Wächst Ihnen die Sukkulente buchstäblich über den Kopf, so können Sie die Spitze kappen und die Pflanze dadurch zu einem buschigen Austrieb anregen. Abgeschnittene Triebe können Sie zur Vermehrung der Sukkulente verwenden. Am idealen Standort ist der Bleistiftstrauch eine schnell wachsende Pflanze. Bei einem Wachstumsstopp sollten Sie das Substrat und auch den Standort überprüfen und gegebenenfalls wechseln.