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Bananenpflanze züchten: Vermehrung durch Ableger

Banane vermehren durch Ableger

Bananenstauden bilden zahlreiche Ableger aus, die sich zur Vermehrung verwenden lassen. Wie Ihnen das Züchten einer eigenen Bananenpflanze am besten gelingt, erklären wir Ihnen Schritt für Schritt in unserer ausführlichen Anleitung.

Ableger gewinnen

Die Ableger sprießen am unteren Ende der mütterlichen Sprossachse als Seitensprosse aus der Erde heraus. Man bezeichnet sie auch als Kindel. Es sind de facto natürliche Klone der Mutterpflanze und ermöglichen eine ungeschlechtliche Vermehrung, sodass Sie ganz unkompliziert weitere Bananenpflanzen züchten können. Dazu trennen Sie die Kindel vom Hauptspross ab und topfen sie in einen eigenen Topf separat ein. Damit das gelingt, müssen die kleinen Seitensprosse jedoch bereits ausgereift genug sein. Ob die Kindel reif für eine Trennung sind, erkennen Sie an diesen Merkmalen:

Musa basjoo
  • ausreichende Wuchshöhe: mindestens zu einem Drittel der mütterlichen Höhe
  • Anzahl der Blätter: mindestens zwei (besser vier) große Blätter
  • eigene Wurzeln am unteren Ende

Während Sie die Höhe und die Anzahl der Blätter leicht beurteilen können, müssen Sie für die Überprüfung des Wurzelwachstums das untere Ende der Ableger vorsichtig freilegen.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Nicht alle Bananenarten bilden Kindel aus. Pflanzen der Gattung Ensete – werden manchmal als ‚Rote Banane‘ oder ‚Abessinische Banane‘ im Handel verkauft – werden deshalb durch Teilung oder Stecklinge vermehrt.„]

Bester Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt zum Abtrennen und Einpflanzen der Kindel ist das Frühjahr, wenn Sie Ihre Bananenpflanze ohnehin in einen größeren Topf umsetzen. Bananen wachsen sehr schnell und können – je nach Art, Sorte und vorhandenem Platz – mehrere Meter hoch werden. Deshalb braucht die Pflanze jedes Jahr ein größeres Pflanzgefäß und, als ausgesprochener Starkzehrer, auch frisches, nährstoffreiches Substrat. Ein sehr guter Zeitpunkt zum Umtopfen sind die Monate April bis Mai, weil nun die neue Wachstumssaison beginnt und die Pflanze nur darauf wartet, neu auszutreiben.

Bananenpflanze züchten

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Damit die Banane ausreichend Platz hat, um Ableger auszubilden, sollte das Pflanzgefäß lieber weit als tief gewählt werden.„]

Materialien

Hat Ihre Bananenpflanze bewurzelte Kindel ausgebildet, können Sie daraus neue Exemplare züchten. Um die Jungpflanzen abzukindeln, wie der Fachmann sagt, benötigen Sie folgende Utensilien:

  • scharfes, desinfiziertes Messer
  • Anzuchttöpfe mit 10, 12 oder 14 Zentimeter Durchmesser (für jedes Kindel einen)
  • Anzuchterde oder Pikiererde für die Kindel
  • humusreiche Kübelpflanzen- oder andere Pflanzerde für die Mutterpflanze
  • Tonscherben und Blähton für die Topfdrainage
  • Holzkohleasche

Die Holzkohleasche ist zur Desinfektion von pflanzlichen Schnittwunden notwendig, da die Kindel von der Mutterpflanze abgeschnitten werden müssen. Dies geht nicht ohne Verletzungen einher, durch die wiederum Pilze oder andere Krankheitserreger in die Pflanze eindringen können. Bestreuen Sie die frischen Schnittwunden sofort mit etwas Holzasche, dann wirkt diese desinfizierend und Krankheiten haben keine Chance.

Holzkohleasche, Unkraut im Rasen

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Aus demselben Grund – und auch, um das Auftreten von Trauermücken und anderen Schädlingen zu vermeiden – sollte jegliches Substrat vor der Verwendung im Backofen bei 150 Grad Celsius für 30 Minuten desinfiziert werden.„]

Anleitung

Stehen alle Materialien bereit und sind Substrat und Messer frisch desinfiziert, können Sie sich nun endlich ans Abkindeln machen. Das ist eine heikle Aufgabe, denn beim Abschneiden der Seitentriebe dürfen Sie keine Wurzeln abtrennen. Am besten gehen Sie wie folgt vor:

  • Mutterpflanze austopfen
  • altes Substrat sorgfältig entfernen
  • Verbindungsstelle zwischen Kindel und Mutterpflanze suchen
  • beste Schnittstelle auswählen
  • Kindel mit scharfem Messer glatt abschneiden
  • keinen „Buckel“ stehenlassen
  • Schnittstelle unter klarem, fließendem Wasser abspülen
  • anschließend mit Holzkohlepulver bestäuben

Nun können Sie fertige Kindel zunächst beiseitelegen und setzen zunächst die Mutterpflanze in frisches Substrat wieder ein.

Kindel eintopfen

Nun können Sie die Kindel ebenfalls eintopfen. Hierbei ist es wichtig, dass Sie – wie übrigens auch bei der Mutterpflanze – auf eine gute Topfdrainage achten, damit überschüssiges Gießwasser abläuft und Staunässe vermieden werden kann. So funktioniert es:

Bananenpflanze züchten
  • Wählen Sie ein Pflanzgefäß mit Abflussloch am Boden
  • Bedecken Sie dieses mit einer Tonscherbe.
  • Füllen Sie als erste Schicht ca. zwei bis drei Zentimeter Blähton ein.
  • Darauf folgt das Substrat bis ca. zwei Drittel des Topfes.
  • Ableger mittig in den Topf halten.
  • Dabei muss die bewurzelte Seite nach unten zeigen
  • Rundherum mit Substrat auffüllen.
  • Substrat leicht andrücken.
  • Jungpflanze kräftig angießen.

Stellen Sie den Topf mit den Kindeln nun an einen warmen und hellen, aber nicht direkt sonnigen Platz.

Richtige Pflege

Damit das Züchten der Bananenpflanze abschließend gelingt, brauchen die Jungpflanzen in den nächsten Wochen eine sorgfältige Pflege. Sie sind noch sehr empfindlich und müssen erst neue, kräftige Wurzeln ausbilden. Die vorhandenen reichen in der Regel noch nicht aus, um die großen Blätter mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen – ohnehin geht sehr viel Wasser durch Verdunstung verloren. Um dies und damit Trockenstress für die kleinen Bananen zu vermeiden, sollten Sie die Blätter halbieren (einfach eine Hälfte abschneiden) und die Pflanze unter einer Glocke aus einer abgeschnittenen PET-Flasche oder einer durchsichtigen Plastiktüte kultivieren. Hier entsteht eine „gespannte Luft“, d. h. die Luftfeuchtigkeit ist konstant hoch. Das wiederum fördert die Wurzelentwicklung und verhindert, dass die Pflanze vertrocknet. Weiterhin pflegen Sie die jungen Bananenpflanzen wie folgt:

Musa bajoo
  • Abdeckung täglich lüften (sonst bildet sich Schimmel)
  • Substrat stets leicht feucht (nicht nass!) halten
  • an der Abdeckung sollten sich Wassertröpfchen bilden, dann ist es feucht genug
  • nur kalkfreies, zimmerwarmes Wasser verwenden
  • nicht düngen

Sobald die Jungpflanze neu austreibt oder erste Wurzelspitzen aus dem Topf herauslugen, ist die Bewurzelung erfolgreich verlaufen und Sie müssen die Bananenpflanze in ein größeres Gefäß mit nährstoffreicherer Erde umsetzen. Jetzt pflegen Sie sie weiter wie eine erwachsene Banane.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Wenn Sie der Pflanze nichts überstülpen wollen, können Sie sie auch täglich mit zimmerwarmem und kalkfreiem Wasser besprühen und so die Luftfeuchtigkeit hoch halten.„]

Häufig gestellte Fragen

Kann man Bananen auch durch Samen selber züchten?

Grundsätzlich können Sie Bananenpflanzen auch durch Samen vermehren. Dazu genügt es allerdings nicht, einfach reife Früchte im Supermarkt zu kaufen – diese enthalten keine Samen mehr und sind deshalb steril. Stattdessen kaufen Sie die Samen im Internet oder im Gartenfachmarkt. Die Samen brauchen viel Wärme, Licht und eine hohe Luftfeuchtigkeit, damit sie keimen. Vor der Aussaat müssen Sie sie mit Schleifpapier etwas anrauen und 12 Stunden in warmem Wasser quellen lassen.

Wann bildet meine Bananenpflanze Früchte aus?

Eine in Zimmerkultur gehaltene Bananenpflanze braucht kontinuierlich warme Temperaturen, viel Licht und eine gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit, dann könnte sie nach etwa sechs bis acht Jahren einen Blütenstand entwickeln. So genannte winterharte Bananen, die in den Garten gepflanzt werden können, bilden in der Regel keine Früchte aus – dazu ist der mitteleuropäische Sommer einfach zu kurz. Enthalten die selbst geernteten Bananen Samen, können Sie diese zur weiteren Vermehrung verwenden und neue Pflanzen züchten.