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Was fressen Raupen? 19 Nahrungsquellen

Nahrungsquellen Raupen

Die weit über 3000 Schmetterlingsarten in Deutschland sind größtenteils bedroht. Damit die Insekten eine Überlebenschance haben, sollten bei den Raupen beliebte Nahrungsquellen vermehrt angebaut werden. Diese 19 Pflanzen sind deshalb im Garten unverzichtbar.

Bäume und Sträucher

Zwar scheinen Schmetterlinge gern von Blume zu Blume zu fliegen, als Nahrungsquelle für die Raupen viel wichtiger sind jedoch heimische Bäume und Sträucher. Hier fressen die Schmetterlingsraupen gern die saftigen, grünen Blätter und überwintern (oft als Puppe) unter der Borke oder im Wurzelbereich.

Besenginster (Cytisus scoparius)

Der heimische Besenginster ist eine wichtige Nahrungsquelle für 57 Schmetterlinge und ihre Raupen, beispielsweise für gefährdete Arten wie

  • Ginster-Grünspanner (Pseudoterpna pruinata)
  • Große Ginstereule (Apopestes spectrum)
  • Alexis-Bläuling (Glaucopsyche alexis)
  • Großer Wanderbläuling (Lampides boeticus)
  • Rostbraunes Ochsenauge (Maniola tithonus)
  • auch für Hummeln wichtig
Besenginster (Cytisus scoparius), psychoaktive Pflanzen

Neben der ursprünglichen, gelb blühenden Besenginster-Form gibt es für den Garten Edelginster in verschiedenen Farben.

Besenheide (Calluna vulgaris)

Die auch als Sommerheide bezeichnete Besenheide ist eine wichtige Nahrungspflanze für die Raupen von 73 verschiedenen Schmetterlingsarten, insgesamt 84 Arten saugen als adulte Falter an den nektarreichen Blüten.

Besenheide 'Melanie' (Calluna vulgaris 'Melanie'), Winterblüher
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, Calluna vulgaris ‚Melanie‘ kz1, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0

Hainbuche (Carpinus betulus)

Für große Gärten eignen sich auch Laubbäume sehr gut, denn diese sind aus verschiedenen Gründen für das Ökosystem wichtig. Alleine 50 verschiedene Schmetterlingsarten legen ihre Eier an der in Deutschland verbreiteten Hainbuche ab. Der Baum ist zudem als Hecke sehr beliebt, gilt er doch als schnittverträglich.

Baumarten, Gewöhnliche Hainbuche (Carpinus betulus), Raupen Nahrungsquellen
Gewöhnliche Hainbuche (Carpinus betulus)

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Für kleine Gärten empfiehlt sich die Pflanzung der Säulen-Hainbuche (Carpinus betulus ‚Frans Fontaine‘).„]

Hänge-Birke (Betula pendula)

Für den Garten gibt es schöne Sorten der auch als Sand- oder Trauerbirke bezeichneten Hänge-Birke, beispielsweise die rotblättrige Varietät ‚Purpurea‘. Ganze 38 verschiedene Schmetterlingsarten nutzen diese und andere Birkenarten sowohl im adulten als auch im Raupenstadium zum Fressen.

Hänge-Birke (Betula pendula) Purpurea, Raupen Nahrungsquellen
Hänge-Birke (Betula pendula) Purpurea

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Die Laub- und Mischwälder sind aus den verschiedensten Gründen wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna. Die Rotbuche ist allein Eiablageort und Nahrungsquelle für 68 heimische Schmetterlingsarten und ihren Nachwuchs.

Fagus sylvatica, Rotbuche, Buchenblatt
Quelle: AnRo0002, 20170921Fagus sylvatica2, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Für den Garten eignet sich die Rotbuche vor allem als Heckenpflanze, aber auch als Säulenbuche (‚Dawyck‘) oder Hängebuche (‚Pendula‘). Interessant sind auch die rotblättrigen Sorten.„]

Sal-Weide (Salix caprea)

Die verschiedenen Weidenarten – neben der häufigen Sal-Weide auch die Ohr-Weide (Salix aurita) – gehören zu den wichtigsten Nahrungsquellen vieler Raupen: Über 100 verschiedene Schmetterlingsarten nutzen diese gern an Gartenteichen gepflanzten Baumarten.

Salweide (Salix caprea), Raupen Nahrungsquellen
Quelle: GT1976, 2018-04-09 (107) Catkins of undefined Salix (willow) at Bichlhäusl at Haltgraben in Frankenfels, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0

Schlehe (Prunus spinosa)

Die auch als Schwarzdorn bezeichnete Schlehe bildet in der Natur dichte Gebüsche, im Garten eignet sich die Art sehr gut für gemischte Wildhecken. Die essbaren Früchte sind auch bei Vögeln sehr beliebt. Für Schmetterlinge – sowohl als erwachsene Falter sowie als Raupen – ist die Schlehe eine der wichtigsten Nahrungsquellen überhaupt. Weit über 100 verschiedene Falterarten fressen von den verschiedenen Teilen des heimischen Strauches, darunter Arten wie

Schlehe (Prunus spinosa), blaue Beeren
Quelle: AnRo0002, 20170730Prunus spinosa2, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0
  • Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)
  • Segelfalter (Iphiclides podalirius)
  • Gelbes Ordensband (Catocala fulminea)
  • Baum-Weißling (Aporia crataegi)
  • Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae)

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Schlehen sind bezüglich ihres Standortes sehr anpassungsfähig, bevorzugen jedoch kalkhaltigen Boden.„]

Traubenkirsche (Prunus padus)

Auch die Traubenkirsche ist ein einheimischer Großstrauch, der für viele Tiere überlebenswichtig ist. Die auch für den Menschen essbaren Früchte sind bei Vögeln sehr beliebt, zudem nutzen etwa 30 verschiedene Schmetterlingsarten die Traubenkirsche als Raupenaufzuchtsort.

Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus), Raupen Nahrungsquellen
Quelle: AnRo0002, 20130712Prunus padus2, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Das Gehölz eignet sich sehr gut für feuchte Böden und kann diese trocken legen.„]

Blumen

Bei den Blumen erfreuen sich vor allem einheimische Wildarten großer Beliebtheit bei Schmetterlingen. Interessant für den naturnahen Garten sind vor allem diese Arten.

Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba)

Die Clematis oder auch Waldrebe wird gern gemeinsam mit Rosen gepflanzt. Die Kletterpflanze ist in zahllosen Zuchtformen mit wunderschönen, großen und kleinen Blüten in unterschiedlichen Farben erhältlich. Sie dient über 30 Schmetterlingsarten und ihren Raupen als Eiablageort und Nahrung.

Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba)
Quelle: AnRo0002, 20130711Waldrebe Hockenheim6, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)

Die Raupen des hübschen Kurzschwänzigen Bläulings (Cupido argiades) fressen vornehmlich am Gewöhnlichen Hornklee, sind aber auch an anderen Kleearten sowie am Stechginster (Ulex europaeus) zu finden.

Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), Raupen Nahrungsquellen
Quelle: AnRo0002, 20120919Lotus corniculatus2, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)

Der Baum-Weißling (Aporia crataegi), aber auch andere Schmetterlingsarten legen ihre Eier am Gewöhnlichen Natternkopf ab. Die hübsche Blume mit dem seltsamen Namen ist in Deutschland auch unter den Namen „Blauer Heinrich“ oder „Stolzer Heinrich“ bekannt. Die leuchtend blauen Blühen sind von Mai bis Oktober zu bewundern.

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)
Quelle: AnRo0002, 20160622Echium vulgare2, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

Der herrliche Kaisermantel (Argynnis paphia), mit einer Flügelspannweite von 65 einer der größten europäischen Tagfalter überhaupt, ist vornehmlich auf dem Wasserdost zu finden.

Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Raupen Nahrungsquellen

Kräuter und Wildpflanzen

Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)

Kaisermantel, Zitronenfalter, Taubenschwänzchen, Bläuling, Distelfalter und viele andere Arten sind für ihr Überleben abhängig von kratzigen Disteln. Nicht nur die Raupen fressen an den stacheligen Gewächsen, auch die erwachsenen Falter nutzen sie als Nahrungsquellen.

Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
Quelle: AnRo0002, 20190608Cirsium arvense1, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Anstelle der Ackerdisteln können Sie auch die hübscheren Mariendisteln (Silybum) in den Garten pflanzen.„]

Große Brennnessel (Urtica dioica)

Auch, wenn Ihnen Brennnesseln im Garten wahrscheinlich eher widerstreben: Dieses Gewächs gehört zu den wichtigsten Schmetterlingspflanzen überhaupt. Insbesondere das stark bedrohte Tagpfauenauge, der hübsche C-Falter, der auffällige Admiral nutzen die Brennnessel als Raupenfutterpflanze.

Große Brennnessel (Urtica dioica), Raupen Nahrungsquellen

[infobox type=“idea“ content=“Idee: Eine kleine Gartenecke für Brennnesseln ist auch noch aus einem weiteren Grund sinnvoll: Sie können aus dem Kraut einen kräftigen Sud herstellen, der Schädlinge von Gartenpflanzen fernhält.„]

Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota)

Die Wilde Möhre, ein heimischer Doldenblütler, ist eine der Hauptnahrungspflanzen des Schwalbenschwanzes (Papilio machaon) und sollte daher in keinem Garten fehlen. Der auffällige Tagfalter mit der schönen Zeichnung erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 75 Zentimetern.

Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota), Raupen Nahrungsquellen
Quelle: Christian Fischer, Daucus carotaB, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Obstgehölze

Das Kleine Nachtpfauenauge, der Zitronenfalter und viele andere Tag- und Nachtfalter legen ihre Eier gern in Obstgehölze wie diese ab:

  • Brombeeren (Rubus fruticosus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus)
  • Himbeeren (Rubus idaeus)
Kultur-Heidelbeere (Amerikanische Heidelbeere, bot. Vaccinium corymbosum), blaue Beeren
Quelle: Aconcagua, Blaubeeren Makro 2, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Besonders beliebt sind dabei Brombeeren.

Häufig gestellte Fragen

Welche Pflanzen sind als Nahrungsquelle für erwachsene Schmetterlinge wichtig?

Als Saugpflanzen für erwachsene Tagfalter eignen sich nektarreiche Blütenpflanzen der genannten Arten, aber auch der Sommerflieder (Buddleja-Arten), Phlox, Lavendel, Fetthennen, Herbst-Astern, Blaukissen, Steinkraut und Disteln.

Welche Pflanzen sollte man unbedingt für Raupen und Schmetterlinge anbauen?

Unbedingt als Futterpflanzen in den Garten gehören Horn- und Rotklee, Dill und Wilde Möhre, verschiedene Kräuter wie Oregano und Thymian, außerdem Schnee- und Besenheide, der Natternkopf sowie verschiedene Kohlarten für die beiden Kohlweißlingsarten.