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Tierkot bestimmen: Kot im Garten von 14 Tieren erkennen

Tierkot erkennen

Kot im Garten ist ein eindeutiges Zeichen, dass Tiere sich dort aufhalten oder durchstreichen. Durch das Bestimmen von Tierkot kann die Tierart identifiziert werden, um im Bedarfsfall entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten.

Grundsätzliches

Aussehen, Geruch und Größe von Tierkot kann nicht eindeutig beschrieben werden, um stets eine einwandfreie Identifizierung vornehmen zu können. Das Tieralter, Art des Fressens, Gesundheitszustand und Jahreszeit/Witterung sowie die Zeitspanne zwischen Kotablage und Sichtung, sind nur einige Beispiele, die Veränderungen hervorrufen und das Bestimmen von Tierexkrement erschweren können. Im Folgenden sind aber typische Merkmale von Tierkot verschiedenster Tiere beschrieben, die ein Erkennen der jeweiligen Tierart in der Regel erlauben oder zumindest zwischen verschiedenen Tiergruppen unterscheiden lassen.

Dachs, Eichhörnchen und Feldhasen

Dachs (Meles meles)

Dachskot
Quelle: James Lindsey at Ecology of Commanster, Meles.meles.dung, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Wenngleich der Dachs nur selten in einen Garten einzieht, so locken ihn dennoch insbesondere Lebensmittelreste, verschiedene Gemüse- und Obstsorten sowie Insekten und Regenwürmer dort hin. Vor allem Letzteres kann Konsequenzen für Hobbygärtner mit sich bringen, weil Regenwürmer ein wichtiges Element des Mikroorganismus sind. Zwar zählen Dachse zu den sehr scheuen Tieren und verziehen sich schnell, aber sie kommen oft auch wieder. Über den Tierkot ist der Dachs zu bestimmen:

  • Farbe: braun, grau
  • Konsistenz: mittel-weich, breiig bis fest, trocken
  • Form/Größe: je nach Konsistenz fladenähnlich mit bis zu drei Zentimeter Durchmesser oder wurstförmig bis 1.5 Zentimeter lang
  • Geruch: von mild bis stark unangenehm, je nach Nahrungsaufnahme
  • Besonderheiten: entleeren sich oftmals nahe ihres Dachsbau-Eingangs, zu erkennen als langgezogenes Loch in der Erde – vielfach Futterreste von Beeren oder Insekten beinhaltet – ähnelt dem des Fuchses

Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

Eichhörnchen KotDie süßen Nager sind überwiegend des Menschen Freund und unterliegen besonderem Schutz. Dessen Tierexkrement ist vor allem im Herbst/Winter ein wichtiges Detail zur Bestimmung, ob sich ein Eichhörnchen im Garten aufhält, sodass Gartenbesitzer Futter bereitstellen können. Erkennbar ist ihre Hinterlassenschaft an folgenden Eigenschaften:

  • Farbe: dunkelbraun bis schwarz
  • Konsistenz: feste Struktur – überwiegend hart und trocken
  • Form/Größe: walzenförmig, einzelne, kleine Kotteile, circa bis 0.4 Zentimeter lang
  • Geruch: in der Regel geruchlos
  • Besonderheiten: oft sichtbare Nahrungsreste enthalten

Feldhasen (Lepus europaeus)

Ärgerlich ist die Anwesenheit von Feldhasen im Garten spätestens, wenn sie sich über Salat- und Gemüsebeete hermachen. Ob Feldhasen die Übeltäter angenagter Pflanzen sind, ist über vorhandenes Tierexkrement leicht zu bestimmen.

Feldhase Tierkot
Quelle: James Lindsey at Ecology of Commanster, Lepus.europaeus.dung, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0
  • Farbe: dunkles Braun während der Sommermonate – gelblich bis hell-braun in Wintermonaten
  • Konsistenz: hart bei erwachsenen Tieren, weicher bei Jungtieren
  • Form/Größe: runde, kleine Kötel, oft mehrere in einer Gruppe, Durchmesser je nach Alter fünf Millimeter bis ein Zentimeter
  • Geruch: nahezu geruchlos
  • Besonderheiten: standorttreue Tiere, fressen oft den Tierkot, um ihren Nährstoffbedarf zu decken

Fuchs, Hund und Igel

Fuchs (Vulpes vulpes)

Der Fuchs ist überwiegend nachts unterwegs. Tierexkremente sind deshalb in der Regel am Morgen zu finden. Insbesondere in der nahen Umgebung von Komposthaufen oder Mülltonnen werden sie abgelegt, weil der Fuchs sich hier auf Futtersuche begibt. Da es nicht ganz ungefährlich ist, wenn ein Fuchs seine Streifzüge durch den Garten zieht, sollten schnellstmöglich Maßnahmen ergriffen werden.

Fuchskot, tierkot
Quelle: VH-Halle (Diskussion), Was ist das, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0 DE
  • Farbe: schwarz, grau, grau-schwarz
  • Konsistenz: etwas weichere Konsistenz, wenn frisch
  • Form/Größe: Wurstform, spitz zulaufend, circa fünf bis acht Zentimeter, selten zehn Zentimeter lang, Umfang zwei Zentimeter
  • Geruch: penetrant, unangenehm, weitflächig zu riechen
  • Besonderheiten: Ähnlichkeit mit dem Tierkot von Dachsen und Mardern, enthält oft Futterreste wie Samen oder Haare
Hinweis: Vorsicht bei der Entsorgung von Fuchskot. Es können Tollwut, der Fuchsbandwurm sowie die Fuchsräude auf Mensch und Haustiere übertragen werden, wenn ein Kontakt zustande kommt. Hinterlassenschaften deshalb immer gut verschlossen im Hausmüll und nicht im Garten entsorgen.

Hunde (Canidae)

Hundekot
Quelle: Luis Miguel Bugallo Sánchez, Feces de can (dog), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Wer keinen Hund besitzt, sich aber „verdächtiger“ Tierkot im Garten befindet, kann schnell über die Eigenschaften herausfinden, ob es sich um Hundekot handelt.

  • Farbe: mittel- bis dunkelbraun
  • Konsistenz: feste Struktur – überwiegend mittelhart
  • Form/Größe: wurstartig, je nach Hundegröße etwa bis zu zehn Zentimeter lang, meist zwei bis drei Kotteile
  • Geruch: unangenehm nach Ausscheidung
  • Besonderheiten: ähnelt dem menschlichen Exkrement

Igel (Erinaceidae)

Igel halten sich gern unter Laub auf, wandern aber zur Futtersuche oft durch den Garten. Besondere Gefahren gehen von dem Tierkot nicht aus. Er ist leicht zu bestimmen und kann gefahrlos entsorgt werden.

  • Farbe: dunkles schwarz, meist glänzend
  • Konsistenz: etwas weichere Konsistenz, wenn frisch
  • Form/Größe: Walzenform, ein Ende läuft spitz zu, Länge zwischen drei und vier Zentimeter, Umfang circa ein Zentimeter
  • Geruch: mild
  • Besonderheiten: verlieren Hinterlassenschaften während des Fortbewegens, sodass eine Art Spur entstehen kann – oft Nahrungsreste beinhaltet

Katzen, Mäuse und Marder

Katzen (Felidae)

Wenn es penetrant und übel in Gärten riecht, können die Ausscheidungen verschiedener Tierarten die Ursache sein. Um zu wissen, ob es vielleicht Nachbars Katze ist, dienen folgende Erkennungsmerkmale:

  • Katzenstreu KotFarbe: tiefbraun
  • Konsistenz: feste Struktur – überwiegend mittelhart
  • Form/Größe: längliche Wurstform mit etwa zwei Zentimeter Länge
  • Geruch: auffallend unangenehm, streng, penetrant
  • Besonderheiten: ähnelt optisch dem Exkrement von Mardern, im Gegensatz dazu aber oft in weicher Erde oder Sand eingebuddelt

Mäuse (Mus musculus)/Wühlmäuse (Arvicolinae)

Mäuse sind sehr flink und schwer zu sichten. Wenngleich sie für manche kein prinzipielles Problem darstellen, so können sie durch den Bau von Erdhöhlen ganze Erdbereiche einbrechen lassen. So schaffen sie für Menschen ein erhöhtes Unfallrisiko. Wer den Verdacht hat, Mäuse auf dem Grundstück zu haben, sollte sich auf die Suche nach Tierkot machen, der bei ihnen so aussieht:

  • Farbe: schwarz, braun, schwarz-braun, grünlich und gräulich
  • Konsistenz: feste Substanz
  • Form/Größe: Größe und Form in etwa wie ein Reiskorn
  • Geruch: geruchslos
  • Besonderheiten: älteres Tierexkrement kann an Enden weißliche Spitzen aufweisen
Hinweis: Mäusekot ist Überträger unter anderem des gefährlichen Hantavirus, der die Nieren schädigen kann. Hier ist bei der Entsorgung besondere Vorsicht mit Sicherheitsvorkehrungen angeraten, damit Partikel nicht eingeatmet werden und/oder in Schleimhäute gelangen.

Marder (Mustelidae)

Ist ein Marder erst im Gartenbereich angekommen, dauert es in der Regel nicht lange, bis Pflanzen abgefressen und Obsternten ruiniert sind. Spätestens dann nagt der Marder auch Schläuche an Fahrzeugen an. Eine Marderfalle schafft Abhilfe, aber dazu sollte das Tier zuerst eindeutig identifiziert werden, was über seinen Kot leicht gelingt:

  • Farbe: dunkelgrau bis schwarz
  • Konsistenz: fest
  • Form/Größe: Spiral- und/oder Wurstform, meist zwei Zentimeter Dicke und Länge von bis zu zehn Zentimetern
  • Geruch: intensiv, streng unangenehm
  • Besonderheiten: oft sichtbare Pflanzenreste enthalten (beispielsweise von Nüssen oder Obstkernen), wechselnde „Toilettenplätze“

Wander- und Hausratten

Ratten (Rattus)

Rattenkot
Rattenkot

Niemand wünscht sich Ratten im Garten oder der näheren Umgebung. Wenn es raschelt und knistert, ist aber im Freien nicht gleich mit einer Ratte zu rechnen. Wer Gewissheit haben möchte, hält Ausschau auf das Tierexkrement. Das kann sich nicht nur in der Nähe befinden, wo sich die unerwünschten Gartenbesucher aufhalten. Sondern es kann sich überall verteilen, wo Ratten ihre Runden ziehen. Unterschieden wird beim Bestimmen des Tierkots zwischen Wander- und Hausratten:

Wanderratten-Kot erkennen:

  • Farbe: braun bis schwarz
  • Konsistenz: fest, meist trocken
  • Form/Größe: Spindelform, meist zwei Zentimeter Länge, dicker im Umfang, als Hausratten-Exkremente, abgerundete Enden
  • Geruch: beißend je nach Konsistenz
  • Besonderheiten: engere „Häufchen-Anordnung“ als bei Hausratten

Hausratten-Kot erkennen:

  • Farbe: schwarz
  • Konsistenz: sehr fest und trocken
  • Form/Größe: gebogen geformt (bananenähnlich), Enden abgerundet, bis zu zwei Zentimeter lang, schlankere Form als Wanderratten-Exkrement
  • Geruch: beißend scharf
  • Besonderheiten: einzelne Hinterlassenschaft mit weiterer Distanz zum nächsten Tierkot

Rehe, Waschbär und Wildschwein

Rehe (Capreolus capreolus)

Rehkot, Tierkot
Quelle: James Lindsey at Ecology of Commanster, Capreolus.capreolus.dung, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Hinterlassenschaften von Rehen kommen in Stadtgärten selten bis gar nicht vor. Die Wildtiere beschränken sich in der Regel rein auf das ländliche Gebiet. Sind Kräuter, Blütenknospen oder junge Triebspitzen abgefressen, kann ein Reh zu Besuch gewesen sein. Häufig aber treten sie in Gruppen auf, sodass die Pflanzenschäden deutlich zu erkennen sind.

  • Farbe: dunkles Braun bis glänzendem Schwarz
  • Konsistenz: leicht weich, nachgiebig
  • Form/Größe: runde, meist an den Enden abgeflachte Kötel – etwa 1/2 Zentimeter Länge, Umfang ein Zentimeter
  • Geruch: sehr mild
  • Besonderheiten: Größere Kötel-Ansammlungen im Sommer möglich

Waschbär (Procyon lotor)

WaschbärkotWaschbären lieben Mülltonnen, in denen sie ihre Nahrung finden und sich deshalb auch oft in der Stadt aufhalten. Es handelt sich um nachtaktive Tiere, weshalb Tierexkremente tagsüber in der Regel nicht frisch abgelegt wurden. Dafür baut der Waschbär, wie der Dachs, eine Latrine (Höhle), wozu er gern Gehölze und längliche Erdlöcher nutzt.

  • Farbe: braun bis dunkelbraun, manchmal schwarz, grau-schwarz
  • Konsistenz: mittel-weich bis fest
  • Form/Größe: Wurstform, bis circa drei/vier Zentimeter lang
  • Geruch: stechend, beißend
  • Besonderheiten: erinnert an Kot von einem Welpen, Fell und Nahrungsreste können beinhaltet sein

Wildschweine (Sus scrofa)

Wildschweinkot
Quelle: Juan Lacruz, Jabali 1, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Wenn der Garten plötzlich wie nach Vandalismus aussieht, dann waren hier vermutlich Wildschweine am Werk. Genauen Aufschluss darüber gibt die Losung, wie die Exkremente dieser Tierart auch genannt werden. Zu erkennen sind diese im Normal an folgenden Merkmalen:

  • Farbe: dunkles Grau bis hin zu tiefem Schwarz
  • Konsistenz: mittel-weich
  • Form/Größe: einzelne Kötel, die sich überwiegend zu einer Wurst- oder Klumpenform zusammensetzen, Größe etwa sieben Zentimeter
  • Geruch: intensiv unangenehm, leicht verrotteter Duft
  • Besonderheiten: Wildschwein-Besuche gehen selten ohne Hinterlassen einer Losung vonstatten