Sommerspiere

Im Herbst taucht die Sommerspiere ihr Laub zunächst in ein tiefes Rotbraun, bevor sie ihre Blätter verliert. Aber selbst im Winter trägt der Strauch aufgrund seines dichten Wuchses zur Verschönerung des Gartens bei. Besonders attraktiv sind die filigranen rotbraunen Zweige, wenn sich feine Eiskristalle auf ihnen bilden oder eine dünne Schicht Schnee darauf liegen bleibt. Im Frühjahr erscheinen die Blätter in rötlichen Schattierungen, bevor sie ihre eigentliche grüne oder gelbe Farbe annehmen. Spiraea japonica ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die besonders bei gärtnerischen Laien gefragt ist.

Kurzer Steckbrief

  • botanischer Name: Spiraea japonica
  • andere Namen: Japanischer Spierstrauch, Japanische Strauchspiere
  • gehören zur Familie der Rosengewächse
  • sommergrün (Laub abwerfend)
  • mehrjähriger Kleinstrauch oder Zwergstrauch
  • Blätter: lanzettförmig, tief gesägt
  • Blüte: Weiß, Rosa, Kaminrot
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Verwendung: Einzelstellung oder Zierhecke, Bodendecker, Hangbepflanzung

Arten und Vorkommen

Spiraea japonicaUrsprünglich stammt die Sommerspiere aus dem asiatischen Raum, daher auch ihr botanischer Name Spiraea japonica. Insgesamt sind weltweit etwa 80 unterschiedliche Arten von Spieren bekannt, von denen acht Arten auch in Europa heimisch sind. Um die 30 unterschiedliche Zuchtformen der Sommerspiere sind im Handel erhältlich. Hierzu zählen vor allem die Zwergzuchtsorten, die eine maximale Höhe von etwa 50 Zentimetern erreichen. Die einzelnen Arten unterscheiden sich in der Blüten- sowie auch in der Blattfarbe. So sind weiße, rosa, rote und gemischtfarbige Blütendolden am Strauch denkbar und auch grüne sowie gelbe Blätter. Insgesamt entwickeln sich Sommerspieren etwas mehr in die Breite als in die Höhe. So wird ein Strauch von 1,5 Meter Höhe etwa zwei Meter breit. Spiraea japonica wächst von Natur aus sehr kompakt. Ihre wechselständig angeordneten, lanzettförmigen Blätter bleiben wie die gesamte Pflanze sehr filigran. Im Frühjahr treibt das Laub der Sommerspiere zunächst rot aus, bevor es grün oder in Zuchtformen auch goldgelb wird. Die Triebe verholzen schnell, bleiben in der Regel aber sehr dünn und biegsam. Am einjährigen Trieb bilden sich endständig ab Mai weiße, rosafarbene oder rötliche Blütenschirmchen, die bei verschiedenen Zuchtformen über 10 Zentimeter Durchmesser erreichen können und Dutzende von Einzelblüten enthalten.

Rosafarbene und rote Blüten

  • Anthony Waterer (Rote Sommerspiere): häufigste Sorte, rötliche Blüte, Wuchshöhe bis 80 Zentimeter
  • Sapho: Variante von Anthony Waterer, Blüten etwas dunkler Rot
  • Little Princess: viele rosa Blüten, Zwergspiere, Wuchshöhe 40-50 Zentimeter
  • Alpina: hellrosa Blüten, noch flacher und kompakter als Little Princess
  • Superstar (Denistar): kräftig rote Blüte, Wuchshöhe bis 1,5 Meter
  • Froebelii (Heckenspiere): hellrosa Blüte, Wuchshöhe bis 1,5 Meter, ideale Heckenpflanze
  • Neon Flash: dunkelrosa Blüte, Wuchshöhe bis 100 Zentimeter

Weiße Blüten

  • Albiflora: weiße Blüte, Wuchshöhe bis
  • Snowmound: weiße Blüten mit leicht gelblich-rotem Schimmer, schnellwachsend (20-40 cm/Jahr), Wuchshöhe bis zwei Meter

SommerspiereMehrfarbige Blüten

  • Genpei: zweifarbige Blütenrispen (rosa und strahlend weiß), Wuchshöhe bis 75 Zentimeter
  • Shirobana (Harlekin-Spiere): stark wechselfarbige Blüten in den Farben Weiß, Rosa bis Blaurot, häufig auch einzelne Blüten mehrfarbig, Wuchshöhe 60-120 Zentimeter

Gelbes Laub

  • Golden Prinzess: auffällig goldgelbes Laub, rosafarbene Blüten (etwas kleiner), Wuchshöhe bis 50 Zentimeter
  • Magic Carpet: goldgelbes Laub, rosa Blüte, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter
  • Goldflame: rosa Blüte, leicht gelbliches Laub, dessen Blattspitzen sich in der Sonne rot verfärben, Wuchshöhe bis 100 Zentimeter (Heckenpflanze)
  • Candlelight: tiefrosa Blüten, weich-gelbes Laub, Wuchshöhe bis 60 Zentimeter

Standort

In der Natur kommt die Spiraea japonica als mehrjähriger Strauch vor allem in Ufergebieten, Mooren und Feuchtgebieten entlang von Flussläufen und Waldrändern vor. Ein Platz in der direkten Sonne gefällt dem lichtliebenden Spierstrauch besonders gut, heller Halbschatten ist für die Blütenbildung aber auch noch ausreichend. Junge Sommerspieren benötigen leicht feuchte, durchlässige Böden während der Vegetationsperiode, später kommen sie auch gut mit trockenen Perioden zurecht. Lediglich Staunässe und verdichtete Böden wirken sich ungünstig auf ihr Wachstum aus. Je sonniger der Strauch steht, umso üppiger wird seine Blüte ausfallen.
Lichtbedarf: vollsonnig bis sonnig, heller Halbschatten
Boden: jeder normale Gartenboden, der nicht zu Staunässe neigt

Tipp: Sommerspieren machen sich als Rosenbegleiter oder neben Clematis, Glockenblumen und blauen Akeleien ausgesprochen gut.

Pflanzen

Spiraea japonicaDer Blühstrauch kann ganzjährig gepflanzt werden, insofern der Boden frostfrei ist. Bester Zeitpunkt für eine Neuanpflanzung ist im Frühjahr und im Herbst. Da die Sträucher mehr in die Breite wachsen als in die Höhe, muss auf einen ausreichenden Pflanzabstand geachtet werden. Bei niedrig wachsenden Arten werden etwa drei Pflanzen je laufender Meter gesetzt, bei großwüchsigen Arten reicht eine Pflanze pro Meter völlig aus. In der ersten Zeit ist es wichtig, die Jungpflanzen regelmäßig zu gießen.

Vor dem Einpflanzen sollte die Pflanze auf abgestorbene Triebe und Knickstellen überprüft und diese herausgeschnitten werden. Ein vorsichtiger Rückschnitt der Wurzeln um etwa ein Drittel erleichtert der Pflanze das Einwachsen am neuen Standort. Direkt vor dem Einsetzen wird der Topf der Sommerspiere für etwa eine Stunde in einen Eimer mit Wasser gestellt. Die Büsche dürfen auf keinen Fall ungewässert in die Erde kommen. Ist der Wurzelballen trocken, findet die Pflanze keine Verbindung zu ihrem neuen Standort, da die Erde im Garten nicht an ihren Wurzeln haften bleibt. Zudem ist es notwendig, den Boden vor dem Einsetzen der Pflanze gut aufzulockern. Eventuell kann auch ein wenig Kompost eingearbeitet werden, damit der junge Spierstrauch gleich ein reichhaltiges Angebot an Nährstoffen vorfindet.

  • Pflanzloch: mindestens Wurzeltiefe, doppelter Durchmesser
  • Pflanzabstand: 30-100 Zentimeter (je nach Wuchshöhe)
  • bei trockenem Boden: zunächst ein wenig frische Erde einfüllen und ausgiebig wässern
  • Pflanze erst einsetzen, wenn das Wasser aufgesaugt ist
  • mit humoser Gartenerde auffüllen
  • Einpflanztiefe: bündig mit Erdniveau
  • Rückschnitt der Triebe um etwa ein Drittel
  • in der Folgezeit nach Bedarf gießen

Tipp: Weiß blühende Sorten bilden mit violettem Sommerflieder schöne Akzente. Gelblaubige Arten hellen optisch dunkelgrüne Hintergründe auf.

Gießen und Düngen

Die Sommerspiere ist eine sehr genügsame Pflanze. Sie benötigt auf mäßig nährstoffhaltigen Böden weder eine Düngung noch zusätzliches Gießwasser, da sie gut mit Trockenheit zurechtkommt. Lediglich Jungpflanzen sollten im ersten Jahr regelmäßig gegossen werden, da sie noch nicht über ein ausgeprägtes Wurzelsystem verfügen. Adulte Pflanzen müssen nur bei wirklich langen Trockenperioden oder extremer Hitze mit etwas Gießwasser versorgt werden. Vor zu starker Verdunstung schützt eine dicke Schicht Mulch auf dem Boden. Steht der Japanische Spierstrauch sehr schattig, kann dem Verlust der Blühfreudigkeit mit ein wenig Dünger entgegengewirkt werden (beispielsweise Hornspäne).

Schneiden

SpiereEinzelne Arten der Sommerspiere werden im Alter bis zu zwei Meter hoch. Die meisten Sorten wachsen allerdings mittelstark zu einem kompakten Busch zwischen 50 und 80 Zentimeter heran. Prinzipiell ist nicht unbedingt ein Schnitt notwendig. Wird die Pflanze zur Hangbefestigung eingesetzt, kann sie sich selbst überlassen werden und verwildern. Als Heckenpflanze ist sie sehr schnittverträglich und kann jederzeit zurückgeschnitten werden. Um jedoch die Blütenpracht zu maximieren, sind Rückschnitte nach der Blüte im Herbst sinnvoll. Auch ein radikaler Rückschnitt bis auf etwa 30 Zentimeter über Bodenniveau wird nach dem Winter klaglos hingenommen. Diese Maßnahme kurbelt sogar die Blütenentwicklung an.

1. Erhaltungsschnitt
Natürlich kommt ein Japanischer Spierstrauch generell komplett ohne Rückschnitt gut über die Jahre. Damit die Pflanze aber immer hübsch aussieht, dauerhaft üppig blüht und wenig anfällig für Krankheiten bleibt, sollte sie einmal im Jahr ein wenig ausgelichtet werden.

  • Wuchsgeschwindigkeit pro Jahr: 5-15 Zentimeter
  • Schnittzeitpunkt: jederzeit möglich
  • für reichhaltige Blüte im Frühjahr vor dem Neuaustrieb schneiden
  • alle abgestorbenen und vertrockneten Triebe entfernen
  • schwache Triebe bodennah kürzen
  • nach innen gerichtete Triebe schneiden
  • ältere Äste (ab vier Jahren) in Bodennähe kappen

2. Radikaler Rückschnitt
Schmetterling auf SommerspiereWird die Sommerspiere sich selbst überlassen und gar nicht mehr geschnitten, kann es passieren, dass in die inneren und unteren Bereiche zu wenig Sonnenlicht einfällt und die Pflanze von innen her verkahlt. In diesen Fällen hilft dann nur noch ein radikaler Verjüngungsschnitt, bei dem alle Zweige bis auf 20 Zentimeter zurückgeschnitten werden. Radikale Einkürzungen sollten immer im Winter vollzogen werden, da die Pflanze die Maßnahme sonst nur schwer verkraftet.

3. Verjüngungsschnitt
Ältere Pflanzen können mit der Zeit etwas weniger kompakt werden und von innen her vergreisen. Wer keinen radikalen Rückschnitt tägigen und somit für einige Zeit auf die Blüte verzichten möchte, kann dies auch in mehreren Schritten über drei Jahre machen:

  1. Jahr: etwa ein Drittel der Zweige auf die Höhe des ersten jungen Triebes kürzen (etwa auf 20 cm Höhe). Dabei den Schnitt gleichmäßig über die ganze Pflanze verteilen.
  2. Jahr: ein weiteres Drittel der Zweige einkürzen. Dabei darauf achten, dass Triebe geschnitten werden, die nicht schon im Vorjahr gekürzt wurden. Gleichmäßig über den Busch verteilen.
  3. Jahr: das restliche Drittel an Trieben, die noch nicht beschnitten wurden, einkürzen. Nach dem dritten Jahr ist der Strauch dann vollkommen verjüngt.

Tipp: Grundsätzlich gilt: Ein kräftiger Rückschnitt im Frühjahr oder Herbst fördert den Neuaustrieb stärkerer Zweige.

Heckenpflanzung

Größere Sommerspieren eignen sich hervorragend zur Heckenpflanzung. Hier sollten Pflanzabstände von etwa der halben Wuchsbreite eingehalten werden (je nach Art etwa 40-80 Zentimeter). Hecken aus der Sommerspiere sind in ihrem Erscheinungsbild weniger streng als solche aus Nadelhölzern. Die Blühsträucher sind sehr schnittverträglich und treiben schnell wieder neu aus. Bester Zeitpunkt für einen Heckenschnitt ist nach der Blüte oder im Winter. Prinzipiell sollte eine Hecke immer bei frostfreiem, leicht bewölktem Himmel geschnitten werden. Eine leicht nach oben verjüngende Form (Trapez) beugt Verkahlen vor.

Invasive Verbreitung

SommerspiereDie Spiraea japonica gilt als invasive Pflanze, die sich aggressiv in einem feuchten, gemäßigten Klima ausbreiten kann. Dabei kriecht sie leicht in den Rand von Wiesen und verdrängt dort die ursprüngliche Vegetation. Zur invasiven Ausbreitung neigen vor allem Wildformen der Sommerspiere. Die Sträucher produzieren Tausende von kleinen Samen, die sehr lange auch unter den ungünstigsten Umständen keimfähig sind. Zuchtformen zeigen dieses Verhalten in der Regel nicht.

Vermehren

Am einfachsten gestaltet sich eine gezielte Vermehrung über Stecklinge. Auch die Samen können in Erde gesät werden, allerdings kann sich bei Zuchtformen die Jungpflanze dabei stark von der Mutterpflanze unterscheiden.

  • Stecklinge werden im Sommer geschnitten
  • etwa 20 Zentimeter langen, verholzten Trieb schneiden
  • Triebspitze kappen
  • im unteren Bereich mit einem Messer die Rinde auf einer Seite abschneiden oder abschaben
  • etwa fünf Zentimeter tief in feuchte Gartenerde einsetzen
  • Vermehrung im Freiland
  • halbschattige Stelle im Garten
  • bis zum Winter regelmäßig gießen

Im nächsten Frühjahr können die bewurzelten Stecklinge dann an einen sonnigen Standort verpflanzt werden.

Überwintern

SpiereDie meisten Arten der Spiraea japonica sind bei uns gut winterhart und benötigen keinen besonderen Schutz vor Frösten. Lediglich Neuanpflanzungen und Jungpflanzen sollten im Wurzelbereich mit einer Schicht Mulch oder Laub versehen werden. Ein starker Rückschnitt vor dem Neuaustrieb fördert die Blütenbildung.

Krankheiten und Schädlinge

Spieren sind im Allgemeinen sehr robuste und genügsame Kleinsträucher. Deshalb überrascht es nicht, dass sie weitgehend resistent gegen Krankheiten und Schädlinge sind. Gelegentlich kommen im Frühjahr Blattläuse vor, die mit haushaltsüblichen Mittel (Seifenlauge) bekämpft werden können.

Fazit

Wer nach einem pflegeleichten Zierstrauch mit langer Blütezeit sucht, ist mit der Sommerspiere auf der sicheren Seite. Zwergwüchsige Formen werden bis 50 Zentimeter hoch und etwas breiter. Sie eignen sich hervorragend als Bodendecker oder zur Hangbepflanzung. Höher wachsende Arten sind ideale Gehölze für lockere Hecken, die zwischen Mai und Oktober dauerhaft blühen und zudem sehr schnittverträglich sind. Eine absolute Allround-Pflanze, die auf nahezu allen sonnigen Standorten gedeiht und zudem nicht viel Pflege benötigt.