Gartenpflanzen Ziersträucher & Sträucher

Schneebeere, Knallerbsenstrauch – Pflege und Schneiden

Schneebeere

Mit seinen weißen Beeren, die wie kleine Schneebälle aussehen, gehört die Schneebeere zu den beliebtesten Sträuchern in heimischen Gärten. Dabei bilden die intensiv grün gefärbten Blätter des Gewächses, das eine Gesamthöhe von insgesamt drei Metern erreicht, einen dekorativen Kontrast zu den zierlichen kugeligen Früchten. Dabei zeigt sich das Gewächs insbesondere in seinen zahlreichen Einsatzbereichen sehr vielfältig und lässt sich mit vielen Pflanzen kombinieren. Besonders Anfänger entscheiden sich gerne für den genügsamen Zierstrauch, der recht robust ist, sich fast in jedem Bereich des Gartens kultivieren lässt und wenig Pflegeaufwand bedarf. Doch Vorsicht: Die Beeren sind giftig!

Standort und Boden

Der Strauch, der auch als Knallerbsenstrauch bezeichnet wird, gehört zu den besonders anspruchslosen Gewächsen. Die Pflanze gedeiht in zahlreichen Bereichen im Garten und verträgt sowohl einen vollsonnigen als auch halbschattigen Standort. Doch auch Bereiche im vollen Schatten werden von der Pflanze problemlos vertragen. Die Schneebeere ist außerdem rauchhart und verträgt auch innerstädtisches Klima hervorragend. Besonders gut eignet sich der Zierstrauch für die Bepflanzung in einem naturnahen Garten oder im Waldgarten. Hier bildet das Gewächs zu anderen Wildpflanzen dekorative Kontraste.

Dabei kann der Knallerbsenstrauch an dem gewählten Standort sowohl als Solitärpflanze als auch als Gruppenpflanze eingesetzt werden, zum Beispiel in gemischten Gehölzpflanzungen oder in dichten, frei wachsenden Hecken. Darüber hinaus wird der Schneeballstrauch bevorzugt in Bereichen im Garten gepflanzt, in denen eine Unterpflanzung notwendig ist, zum Beispiel auch unter hohen Bäumen. Besonders gut lassen sich schließlich Bereiche im Garten mit der Hecke bepflanzen, die sich erfahrungsgemäß nur schwer begrünen lassen.

Hinweis: Soll die Pflanzung des Knallerbsenstrauches innerhalb von Rabatten erfolgen, hat sich als optimaler Standort der vordere Rabattenbereich bewährt.

Nicht nur der Standort des Knallerbsenstrauches präsentiert sich besonders anspruchslos. Auch bezüglich des Bodens bestehen keine zusätzlichen Anforderungen. So verträgt das Gewächs zahlreiche unterschiedliche Substratformen:

  • feste bis luftige Bodenbeschaffenheit
  • trockenes oder feuchtes Substrat
  • extrem alkalisch oder leicht saurer Boden-pH

Wird die Schneebeere allerdings auf sehr trockenem Boden gepflanzt, besteht die Gefahr der vermehrten Ausläuferbildung. Diese sollten dann in regelmäßigen Abständen entfernt werden, um ein unkontrolliertes Wuchern zu verhindern.

Gießen und Düngen

Während der Sommermonate wird der Knallerbsenstrauch vor allem durch regelmäßigen Regen mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt. Doch selbst anhaltende Trockenperioden können dem Strauch nichts anhaben. Lediglich beim Einpflanzen des Strauches sollte auf eine ausreichende Bewässerung geachtet werden, bis das Gewächs ein ausreichendes Netzwerk an Wurzeln ausgebildet hat und optimal angewachsen ist. Allerdings ist während der zusätzlichen Bewässerung Staunässe unbedingt zu vermeiden, da sich als Folge Wurzelfäule ausbilden kann.

SchneebeereZweimal im Jahr sollte die gezielte Düngung der Schneebeere erfolgen. Für die erste Düngung eignet sich am besten die Zeit zwischen Ende April und Anfang Mai. Die zweite Düngung erfolgt dann in der zweiten Juliwoche. Besonders gut eignet sich ein Volldünger, der möglichst eine Langzweitwirkung entfalten sollte. Dabei ist besonders auf eine ausreichende Menge an Spurenelementen zu achten, die im Dünger idealerweise enthalten sind. Vor allem im ersten Jahr nach der Bepflanzung des Knallerbsenstrauches müssen zusätzliche Vorkehrungen getroffen werden. In dieser Zeit ist ausschließlich ein organischer Dünger zu verwenden, da sich andernfalls leicht Wurzelvebrennungen präsentieren können.

Grundsätzlich sollte der Dünger pur in den Bereich der Wurzeln eingestreut werden.

Die Schneebeere gehört zu den winterharten Gewächsen und verbleibt während der kalten Jahreszeit ohne zusätzlichen Schutz im Freien. Im Winter muss die Pflanze nicht gewässert werden; auch eine Düngung entfällt.

Pflege und Schneiden

Die Schneebeere ist insgesamt recht robust und benötigt wenig Pflege. Wenn das Gewächs auf einem besonders trockenen Boden steht, sollte die regelmäßige Kontrolle bezüglich Ausläufer erfolgen, die man anschließend entfernt. Um die Wucherung von Ausläufern zu vermeiden, hat es sich zusätzlich bewährt, im Wurzelbereich des Gewächses grundsätzlich komplett auf Grabvorgänge zu verzichten. Man fördert auf diese Weise die Ausläuferbildung und den damit verbundenen Verbreitungsdrang. Um zusätzlich eine verbesserte Regulation der Bodenfeuchte zu gewährleisten, kann man zu Austriebsbeginn eine Mulchschicht auslegen. So reguliert man sowohl die Feuchtigkeit innerhalb des Substrates als auch die Nährstoffverteilung optimal.

Zur Pflege des Knallerbstenstrauches gehört darüber hinaus ein regelmäßiger Schnitt, der zweimal jährlich erfolgen sollte. Grundsätzlich stehen unterschiedliche Schnittarten zur Verfügung:

  • Verjüngungsschnitt
  • einfacher Pflegeschnitt
  • radikaler Rückschnitt

Im Frühjahr – in den Monaten April bis Juni – kann man das Gewächs mit Hilfe eines kräftigen Rückschnittes verjüngen. Zu diesem Zweck werden die Zweige kräftig abgeschnitten und die Triebe bis auf Bodennähe eingekürzt. Keinesfalls sollte diese Maßnahme zu zaghaft erfolgen, da das Gewächs sehr rasch Nachfolgeäste ausbildet. Längere Äste werden so weit eingekürzt, dass nur noch wenige Augen zu sehen sind. Durch einen derartigen radikalen Rückschnitt wird die Schneebeere klein gehalten. Damit eignet sich das Gewächs, das ansonsten eine Gesamthöhe von bis zu drei Metern einnehmen kann, besonders gut zur Unterpflanzung von Bäumen und als Solitärstrauch.

SchneebeereDer zweite Zeitpunkt, um Schnittmaßnahmen vorzunehmen, ist der November. Wird die Schneebeere kurz vor Einbruch des Winters nochmals gut eingekürzt, treibt das Gewächs anschließend willig wieder durch. Gleichzeitig kann durch einen gezielten Rückschnitt ein zu starkes Verholzen sowie ein Aufkahlen des unteren Pflanzenbereiches vermieden werden.

Zur Pflege des Knallerbsenstrauches gehört darüber hinaus auch die regelmäßige Kontrolle von Ausläufern. Wird ein besonders trockener Standort für die Kultivierung des Gewächses bevorzugt, können diese vermehrt auftreten und schließlich zum Wuchern der Pflanze führen. Im Zweifelsfall kann es dann notwendig sein, das Gewächs an einen anderen Standort zu verbringen, wenn die Ausläufer überhand nehmen.

Pflanzen und Vermehren

Bevor der Knallerbsenstrauch in den ausgewählten Bereich im Garten eingepflanzt werden kann, sollte der Wurzelballen für zehn Minuten in ein Wasserbad gestellt werden. Erst wenn keine Luftblasen mehr aufsteigen, ist der Ballen mit ausreichend Feuchtigkeit gesättigt. Pro Meter Freifläche sollten zwei bis drei Pflanzen veranschlagt werden. Das vorbereitete Pflanzenloch sollte etwa den doppelten Maßen des Wurzelballens entspricht, sowohl in der Tiefe als auch in der Breite.

Die ausgehobene Erde sollte sorgfältig aufgelockert werden. Anschließend wird das ausgegrabene Substrat mit Gartentorf oder aber gutem Gartenkompost gemischt, bevor die Pflanze in das vorbereitete Pflanzenloch gegeben und die Erde wieder hinzugefügt wird. Der Wurzelrandbereich wird nach dem Einpflanzen sorgfältig angetreten. Es hat sich zudem bewährt, am Rand des Pflanzenloches einen Gießwall aus Substrat zu formen, um in den nachfolgenden Wochen die Bewässerung zu erleichtern. Nach dem Einsetzen der Pflanze in die Erde sollte der Boden um die Pflanze sorgfältig eingeschlämmt werden. Insgesamt erfolgt die Bewässerung des Strauches in der ersten Zeit täglich, bis die Pflanze gut angewachsen ist.

Symphoricarpos albusDie Vermehrung des Knallerbsenstrauches kann bei reinen Arten über Samen erfolgen. Ansonsten gelingt die Vervielfältigung auch über Steckhölzer. Diese werden von einjährigen, verholzten Trieben der Pflanze geschnitten. Als bester Zeitpunkt für diese Maßnahme eignet sich ein frostfreier Tag im Spätherbst. Am besten eignen sich Triebe, die einen guten Besatz an Augen aufweisen. Die etwa 20cm langen Steckhölzer werden gebündelt und an einem geschützten Platz überwintert. Die Hölzer lagern dort aufrecht in einem mit Sand gefülltem Behältnis. Alternativ können die Hölzer auch im Freien lagern, beispielsweise in einem gut geschützten Erdbeschlag. Im darauf folgenden Frühjahr sollten die Steckhölzer dann in große Blumentöpfe eingesetzt werden. Dabei muss auf eine regelmäßige Befeuchtung geachtet werden. Wenn der Austrieb von Laubblättern zu erkennen ist, kann man davon ausgehen, dass die Bewurzelung erfolgreich war. Dann können die Jungpflanzen umgesetzt werden.

Schädlinge bekämpfen

Da der Knallerbsenstrauch sehr robust ist, zeigt sich nur selten der Befall von Schädlingen. Manchmal wird das Gewächs von Blattläusen befallen. Dann zeigen sich typische Schadsymptome:

  • stark eingerollte, teils blasig aufgetriebene Blätter
  • klebrige Pflanzenteile
  • Blattlausbefall an der Blattunterseite (in dicht gedrängten Populationen)
  • kümmernde, deformierte Triebe

Um gezielt Abhilfe zu schaffen, stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Anlockpflanzen wie Kapuzinerkresse eignen sich sowohl zur gezielten Vorbeugung als auch bei leichtem Akutbefall, um die Schädlinge von der Pflanze fernzuhalten. Als klassische Methode insbesondere bei stärkerem Befall präsentiert sich das gezielte Abspritzen der betroffenen Pflanzenteile mit einem kräftigen Wasserstrahl. Alternativ helfen Spritzungen mit Seifenlösungen sowie Rainfarntee oder Brennnesselauszüge.

Giftigkeit und Namensgebung

Symphoricarpos albusDer imposante Strauch verdankt seinen Namen dem schneeballähnlichen Aussehen der Früchte, die wie kleine weiße Kugeln an den Zweigen hängen. Die Bezeichnung „Knallerbsenstrauch“ ist hingegen auf das Geräusch zurückzuführen, dass die Früchte verursachen, wenn sie auf harten Untergrund auftreffen. Aus diesem Grund stellt dieser Strauch ein beliebtes Gewächs insbesondere für Kinder dar, die gerne mit der Pflanze spielen. Doch gerade hier ist Vorsicht geboten: Zerdrückt man die Beeren, entfalten sie unterschiedliche Wirkstoffe, die Reizungen und Rötungen auf der Haut verursachen können. Darüber hinaus sind die Früchte giftig und man darf sie keinesfalls verschlucken. Als klassische Vergiftungssymptome präsentieren sich Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Auch bestimmte Tiere, zum Beispiel Pferde, Hasen und Kaninchen, können sich vergiften und sollten deshalb von dem Strauch ferngehalten werden.

Fazit
Robust, dekorativ und pflegeleicht – der Knallerbsenstrauch ist insbesondere bei Anfängern beliebt, die einen naturnahen Garten bewirtschaften und sich ein unkompliziertes Gewächs, zum Beispiel zur Unterpflanzung von hohen Bäumen wünschen. Weil sich die Pflanze auch bezüglich des pflegerischen Aufwands sehr genügsam zeigt, ist die Kultivierung in jedem Garten möglich. Wenn man zusätzlich stets die Giftigkeit des Strauches im Hinterkopf behält, der von Kindern und Tieren fernzuhalten ist, haben Hobbygärtner lange Zeit Freude an dem dekorativen Gewächs, das die heimische Grünanlage mit den schneeballartigen Früchten bereichert.