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Schneckenarten bestimmen: 23 heimische Schnecken

Schneckenarten Titelbild

Schnecken gibt es überall, an Land und im Wasser, mit und ohne Haus. Welche Schneckenarten bei uns heimisch sind und wie sie zu bestimmen sind, steht in dieser Liste.

Schneckenarten mit Gehäuse

Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis)

Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis)
  • weitere Namen: weißmündige Bänderschnecke, Garten-Schnirkelschnecke
  • Größe: bis 2,5 cm
  • Aussehen: Gehäuse rundlich, in der Grundfarbe entweder gelb oder bräunlich, Exemplare mit oder ohne schwarze Spiralstreifen, Körper hell oder dunkel bis schwärzlich, Mündung hell
  • Nahrung: reiner Pflanzenfresser, hauptsächlich welke oder beschädigte Pflanzen
  • Vermehrung: Zwitter, legt Eier, aus denen fertige Jungschnecken schlüpfen
  • Vorkommen: in Deutschland überall häufig, leicht mit der Hain-Bänderschnecke in dieser Liste zu verwechseln

Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum)

Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum)
  • weitere Namen: Baumschnecke, Baumschnirkelschnecke
  • Größe: bis 2,5 cm Gehäusegröße
  • Aussehen: Gehäuse rundlich, Grundfarbe hell bis dunkelbraun mit helleren Flecken oder dunkleren Streifen
  • Nahrung: absterbende und abgestorbene Pflanzenteile
  • Vermehrung: Zwitter, legt Eier, es schlüpfen Jungschnecken
  • Vorkommen: weit verbreitet, aber selten, bevorzugt feuchte Umgebung, heimisch etwa in Wäldern an Bachufern

Gemeine Bernsteinschnecke (Succinea putris)

Gemeine Bernsteinschnecke (Succinea putris)
  • Größe: bis 3 cm Gehäuselänge
  • Aussehen: langgezogenes Gehäuse, bernsteinfarben, leicht durchsichtig
  • Nahrung: rein pflanzlich, hauptsächlich verrottende Pflanzenteile
  • Vermehrung: Zwitter, legt Eier in die verrottende Laubschicht es schlüpfen fertige Jungschnecken
  • Vorkommen: überall häufig, in feuchten Gebieten
  • Besonderheiten: wird von einem parasitischen Wurm befallen, dadurch kann das Aussehen besonders der Fühler groteske Formen und Farben annehmen; kann zeitweise unter Wasser leben

Hain-Bänderschnecke (Cepaea nemoralis)

Hain-Bänderschnecke (Cepaea nemoralis)
  • weitere Namen: Hain-Schnirkelschnecke, schwarzmündige Bänderschnecke
  • Größe: bis 2,5 cm Gehäusegröße
  • Aussehen: leicht zu bestimmen, ähnlich der Garten-Bänderschnecke, wesentlicher Unterschied ist die dunkle Gehäusemündung
  • Nahrung: pflanzlich, hauptsächlich verrottende oder abgestorbene Pflanzenteile, auch Pilze
  • Vermehrung: Zwitter, Eier werden in Erdhöhlen gelegt, Jungschnecken schlüpfen nach rund 3 Wochen
  • Vorkommen: überall häufig, daher leicht zu bestimmen, verbreitet in ganz Mitteleuropa

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Weinbergschnecke (Helix pomatia)
  • Größe: Gehäuse bis 5 cm
  • Aussehen: Gehäuse rundlich, hell bis dunkelbräunlich gefärbt, keine Flecken oder auffällige Streifen, Fuß einheitlich grau bis bräunlich
  • Nahrung: Algen, welkes Pflanzenmaterial
  • Vermehrung: Zwitter, legen Eier in die Erde, fertige Jungschnecken schlüpfen
  • Vorkommen: in Deutschland weit verbreitet, aber seltener geworden, wärmeliebend, Verbreitung bis Südeuropa

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Die Weinbergschnecke ist die größte einheimische Landschnecke mit Gehäuse und ist deshalb schon an ihren Ausmaßen im Vergleich zu anderen Schneckenarten leicht zu bestimmen.„]

Schnecken ohne Gehäuse

Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)

Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
  • weitere Namen: Genetzter Ackerschnegel
  • Größe: bis 6 cm Länge
  • Aussehen: Grundfärbung hellbraun, mit dunkler netzartiger Zeichnung
  • Nahrung: Allesfresser, vor allem lebende Pflanzen, selten auch Aas oder totes Pflanzenmaterial
  • Vermehrung: legt Eier, es schlüpfen fertige Jungschnecken
  • Vorkommen: weit verbreitet, gern auf Äckern oder in Gärten

Rote Wegschnecke (Arion rufus)

Rote Wegschnecke (Arion rufus)
  • weitere Namen: Große Wegschnecke
  • Länge: bis 15 cm
  • Aussehen: rötlicher bis bräunlicher oder oranger Körper, Mantelschild glatt, dunkle Fühler
  • Nahrung: Pflanzen, Aas und Kot
  • Vermehrung: Zwitter, legt Eier, aus denen fertige Jungschnecken schlüpfen
  • Vorkommen: in freiem Gelände selten geworden, in feuchten Wäldern

Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris)

Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris)
  • Größe: bis 15 cm
  • Aussehen: ähnlich der Roten Wegschnecke, aber auch dunkle bis fast schwarze Exemplare, beide Arten leicht zu verwechseln
  • Nahrung: Pflanzen und Aas, gern in Gemüsegärten, auch Schädling in der Landwirtschaft
  • Vermehrung: wie Rote Wegschnecke
  • Vorkommen: ursprünglich Westeuropa, eingeschleppt, sehr häufig und leicht zu bestimmen

Tigerschnegel (Limax maximus)

Tigerschnegel (Limax maximus)
  • weitere Namen: Großer Schnegel, Große Egelschnecke oder Tigernacktschnecke
  • Größe: bis 15 cm, selten auch über 20 cm
  • Aussehen: leicht zu bestimmen, Grundfärbung braun mit auffälliger, variabler dunkler Zeichnung, selten ganz weiße Exemplare
  • Nahrung: hauptsächlich abgestorbene Pflanzenteile, selten lebende, andere Schneckenarten oder deren Eier
  • Vermehrung: Zwitter, legt Eier, es schlüpfen fertige Jungschnecken
  • Vorkommen: überall verbreitet, aber eher selten im Vergleich zu anderen Nacktschnecken

Wurmnacktschnecke (Boettgerilla pallens)

Wurmnacktschnecke (Boettgerilla pallens)
Quelle: Jozef Grego, Boettgerilla pallens 2, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0
  • weitere Namen: Wurmschnegel
  • Größe: bis 5 cm
  • Aussehen: wurmförmige Gestalt, helle Färbung, Kopf häufig etwas dunkler
  • Nahrung: weiches Pflanzenmaterial, Eier anderer Schneckenarten
  • Vermehrung: legt Eier tief im Boden, es schlüpfen fertige Jungschnecken
  • Vorkommen: überall verbreitet, nicht so auffällig wie größere Arten, versteckte Lebensweise

Schneckenarten im Süßwasser

Gemeine Tellerschnecke (Planorbis planorbis)

Gemeine Tellerschnecke (Planorbis planorbis)
Quelle: Uccio D’Agostino, Planorbis planorbis 24, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 4.0
  • Größe: Durchmesser des Gehäuses bis 1,8 cm
  • Aussehen: flach, hell bis dunkelbraun, Körper ebenfalls dunkel
  • Nahrung: Algen, weiche und abgestorbene Wasserpflanzen
  • Vermehrung: Zwitter, auch selbstfruchtbar, aus den Eiern schlüpfen Jungschnecken
  • Vorkommen: heimisch in langsam fließenden Gewässern mit schlammigem Grunde

Ohr-Schlammschnecke (Radix auricularia)

Ohr-Schlammschnecke (Radix auricularia)
  • Größe: bis 2 cm Gehäusegröße
  • Aussehen: Gehäuse länglich hell bis dunkelbraun, Mündung ohrförmig verbreitert
  • Nahrung: hauptsächlich Algen
  • Vermehrung: legt Eier an Wasserpflanzen, es schlüpfen Jungschnecken
  • Vorkommen: häufig in stehenden Gewässern, seltener Fließgewässer

Posthornschnecke (Planorbarius corneus)

Posthornschnecke (Planorbarius corneus)
  • Größe: Durchmesser des Gehäuses bis zu 4 cm
  • Aussehen: Gehäuse flach, Schnecke gehört zu den Tellerschnecken, Farbe dunkelbraun, Schneckenkörper braun bis rötlich
  • Nahrung: Allesfresser, abgestorbene Pflanzen und Aas
  • Vermehrung: Zwitter, legt flache Eierpakete an Wasserpflanzen, es schlüpfen fertige Jungschnecken
  • Vorkommen: in vielen Süßwassergewässern, auch in sauerstoffarmen, außerdem in Teichen und Aquarien

Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis)

Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis)
  • weitere Namen: Spitzhornschnecke
  • Größe: bis 6 cm Gehäuselänge
  • Aussehen: spitzzulaufendes hell bis dunkelbräunliches Gehäuse, brauner Fuß
  • Nahrung: Algen, Laich, Aas, abgestorbene oder weiche Wasserpflanzenteile
  • Vermehrung: Zwitter, legen Laichschnüre an Wasserpflanzen, es schlüpfen fertige Jungschnecken
  • Vorkommen: heimisch in vielen Süßwassergewässern, überall in Deutschland verbreitet, auch in Gartenteichen und Kaltwasseraquarien

Stumpfe Sumpfdeckelschnecke (Viviparus viviparus)

Stumpfe Sumpfdeckelschnecke (Viviparus viviparus)
Leeres Gehäuse
Quelle: Lamiot, Viviparus viviparus paludine vivipare Lille 2016 Lamiot coquille adulte a 4, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0
  • weitere Namen: Flussdeckelschnecke
  • Größe: Gehäuse bis 4 cm hoch
  • Aussehen: Gehäuse ist mehr oder weniger dunkelbraun gefärbt, besitzt mehrere dunkle Bänder und einen Deckel
  • Nahrung: Algen, Wasserpflanzen, vor allem aber von verrottendem Bodenmaterial
  • Vermehrung: bringt lebende Junge zur Welt
  • Vorkommen: in Fließgewässern, weit verbreitet aber selten

Schnecken im Meer

Gemeine Turmschnecke (Turritella communis)

Gemeine Turmschnecke (Turritella communis)
  • Größe: Gehäuselänge bis zu 6 cm
  • Aussehen: Gehäuse rötlichbraun, langgezogen, spitzzulaufend, bis zu 19 Windungen
  • Ernährung: kleinste Nahrungsbestandteile werden über die Mündung eingestrudelt
  • Vorkommen: Nordseeküste, Atlantik, Mittelmeer, lebt im Sand eingegraben, gesellig

Gemeine Wattschnecke (Peringia ulvae)

  • Größe: Gehäuse bis zu 8 mm
  • Aussehen: Gehäuse braun, kegelförmig, 7 Windungen, mit Deckel verschließbar
  • Nahrung: Algen und Bakterien
  • Vorkommen: Nord- und westliche Ostseeküste, Atlantik, zu tausenden im Watt

Gemeine Wendeltreppe (Epitonium clathrus)

Gemeine Wendeltreppe (Epitonium clathrus)
Leeres Gehäuse
Quelle: This image is created by user B. Schoenmakers at waarneming.nl, a source of nature observations in the Netherlands., Epitonium clathrus (Epitoniidae) – (empty shell), Cadzand-Bad, the Netherlands, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 3.0
  • Größe: Gehäuse bis zu 4 cm lang
  • Aussehen: Gehäuse weiß bis rötlich, charakteristische, turmförmige Gestalt, leicht zu bestimmen
  • Nahrung: lebt räuberisch unter anderem von Nesseltieren
  • Vermehrung: ändert das Geschlecht, legt Eier, Larven gehören zum Zooplankton
  • Vorkommen: Nordsee, Atlantikküste und Mittelmeer

Glänzende Nabelschnecke (Euspira pulchella)

Glänzende Nabelschnecke (Euspira pulchella)
Leeres Gehäuse
Quelle: G.-U. Tolkiehn, Euspira pulchella 2008-09-09, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0
  • weitere Namen: Glänzende Mondschnecke
  • Größe: Gehäuse bis 1,8 cm Größe
  • Aussehen: rundliche Gehäuseform, helle Grundfärbung mit rötlich-braune Flecken
  • Nahrung: frisst andere Schnecken und Muscheln, hinterlässt charakteristisches Bohrloch in der Schale
  • Vermehrung: legt Eier, Larven gehören zum Zooplankton, entwickeln sich zu Schnecken weiter
  • Vorkommen: Nordsee, Mittelmeer

Große Strandschnecke (Littorina littorea)

Große Strandschnecke (Littorina littorea)
  • Größe: Gehäuse bis 2 cm
  • Aussehen: Gehäuse grau, Mündung innen braun, Fuß grau mit schwarzen Streifen
  • Nahrung: Algen oder Pflanzenreste
  • Vermehrung: eierlegend, daraus schlüpfen Larven, die erst später zu Schnecken werden
  • Vorkommen: Nordseeküste, Atlantik und Mittelmeer, an Felsen, sehr gesellig

Netzreusenschnecke (Nassarius reticulatus)

Netzreusenschnecle (Nassarius reticulatus)
Leeres Gehäuse
Quelle: Manfred Heyde, Nassarius reticulatus Netzreusenschnecke, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0
  • Größe: Gehäusehöhe bis 2,5 cm
  • Aussehen: Gehäuse hell bis bräunlich, mit netzartiger Struktur
  • Nahrung: überwiegend Aas, saugt auch Eier von Fischen aus
  • Vorkommen: Nordsee, selten auch Ostsee, an Europas Küsten weit verbreitet

Pelikanfuß (Aporrhais pespelecani)

Pelikanfuß (Aporrhais pespelecani)
Leeres Gehäuse
Quelle: M.Violante, Aporrhais pespelecani 000, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0
  • Größe: bis zu 5 cm Gehäuselänge
  • Aussehen: Gehäuse braun, gelblich, alt bläulich, charakteristische Form, die an einen Pelikanfuß erinnert, eine der auffälligsten Schnecken auf dieser Liste
  • Nahrung: filtert Nahrungsbestandteile aus dem Meerwasser
  • Vermehrung: legt Eier, Larven gehören zum Zooplankton
  • Vorkommen: selten in der Nordsee, Atlantik, Mittelmeer

Wellhornschnecke (Buccinum undatum)

Wellhornschnecke (Buccinum undatum)
Quelle: Bernard Picton, Buccinum undatum2, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 4.0
  • Größe: bis 11 cm Gehäusegröße
  • Aussehen: Gehäuse bräunlich, mit 8 Windungen, Gestalt mehr länglich als breit, spitz zulaufend, Schneckenkörper hell mit schwärzlicher Zeichnung
  • Nahrung: Fleischfresser, frisst hauptsächlich Muscheln, aber auch Aas
  • Vermehrung: getrennt geschlechtlich, Weibchen legen Eierpakete, die häufig im Sand gefunden werden können
  • Vorkommen: Nordsee, Nordatlantik, in kühleren Gewässern

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Die leeren Schneckenschalen werden von Einsiedlerkrebsen genutzt, um ihr weichhäutiges Hinterteil zu schützen.„]

Häufig gestellte Fragen

Sind alle Garten-Schnecken Schädlinge?

Echte Schädlinge sind nur die Weg- und Ackerschnecken. Andere Nacktschnecken wie der Tigerschnegel fressen hingegen die Eier von anderen Nacktschnecken und sind daher eher Nützlinge. Gehäuseschnecken fressen nur selten lebende, gesunde Pflanzen.

Welche Schnecken sind essbar?

Es gibt einige essbare Schneckenarten. Die beliebteste ist die Weinbergschnecke, aber auch Meeresschnecken wie die Strandschnecke werden als Delikatesse gegessen.

Gibt es Nacktschnecken im Meer?

Ja, es gibt tatsächlich Schnecken, die im Meer leben und kein Gehäuse besitzen. Sie können sehr attraktiv gefärbt sein, sind mitunter aber auch sehr giftig. Einheimische Arten gibt es jedoch nicht.