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Schädlinge an Harlekinweide erkennen und behandeln

Harlekinweide mit Schädlingen

Ihre Blattfärbung macht die Harlekinweide zu einem dekorativen Ziergehölz. Von Natur aus eigentlich ziemlich robust, gibt es doch einige Bedrohungen, die das Bäumchen heimsuchen. Wir listen die häufigsten Schädlinge der Harlekinweide auf und geben Tipps zur Bekämpfung.

Blattläuse

Nur wenige Pflanzen bleiben von Blattläusen verschont und auch die Harlekinweide ist da leider keine Ausnahme. Vor allem in trockenen Perioden lassen sich diese Schädlinge gerne auf ihr nieder. Es ist nicht leicht, einen Befall zu erkennen, denn oft fallen die Blattläuse erst auf, wenn sich die Blätter bereits kräuseln, weil sie durch die Verletzungen der Mundwerkzeuge der Läuse stark geschädigt sind.

Blattläuse

Bei einem leichten Befall können Sie die Läuse mit einem scharfen Wasserstrahl einfach abwaschen. Ist der Befall stärker, sollten Sie eine Schmierseifenlösung verwenden.

Anleitung zur Herstellung einer Schmierseifenlösung:

  • 40 g Schmierseife
  • 1 Liter warmes Wasser
  • Seife auflösen
  • evtl. ein paar Tropfen Neemöl zugeben
  • Lösung abkühlen lassen

Die abgekühlte Lösung versprühen Sie auf die betroffenen Stellen. Behandeln Sie die Weide großzügig, denn mit der Lösung waschen Sie auch die klebrigen Ausscheidungen der Blattläuse weg. Die Ausscheidungen verkleben die Blattöffnungen, wodurch die Zellatmung der Blätter gemindert wird und die Blätter absterben können. Für eine nachhaltige Bekämpfung der Läuse sollten Sie die Schmierseifenlösung wiederholt aufsprühen.

Engerlinge

Wenn Kübelpflanzen im zeitigen Frühjahr plötzlich die Blätter hängen lassen und ganze Triebe absterben, deutet dies auf den Befall mit Engerlingen hin. Diese haben sich in den Töpfen eingenistet (finden dort wärmere und bessere Bedingungen vor) und fressen nun die Wurzeln an. Häufig handelt es sich dabei um die gefräßigen Larven des Maikäfers (Melolontha).

Maikäfer-Larve
Maikäfer-Larve

Prüfen Sie die Wurzeln auf Beschädigungen und schneiden Sie beschädigte Wurzeln weg. Abhängig davon, wie viele Wurzeln noch vorhanden sind, kann es erforderlich sein, dass Sie die Weide stark einkürzen müssen. Anschließend wird die Weide in ein frisches Substrat eingepflanzt.

Um einem zukünftigen Befall vorzubeugen, sollten Sie folgende Dinge beachten:

  • kein künstliches Licht nachts verwenden
  • Erde von Mai bis Juni mit Insektenschutznetz abdecken
  • Wurzelballen in ein sehr engmaschiges Wurzelgitter packen
  • Bereich um die Weide regelmäßig vertikutieren

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: In seltenen Fällen kommt es auch im Freiland zu einem Engerlingsbefall. In diesem Fall hilft es nur, wenn Sie die Weide austopfen und die Erde vollständig abschütteln.„]

Spinnmilben

Anhaltende Trockenheit ist ideal für Spinnmilben, um sich stark zu vermehren. Zu erkennen sind diese Schädlinge an den feinen unregelmäßigen Gespinsten zwischen den Blättern der Harlekinweide. Blattverfärbungen bzw. -aufhellungen sind auch Teil des Schadbilds. Bei starkem Befall sterben die Blätter irgendwann ab.

Spinnmilben

Spinnmilben sind sehr einfach zu bekämpfen. Da sie trockenes Klima bevorzugen, müssen Sie nur eine feuchte Umgebung schaffen. Duschen Sie die Harlekinweide regelmäßig ab. In der Regel verschwinden die Spinnmilben innerhalb weniger Tage.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Duschen Sie die Weide in den frühen Morgenstunden oder am Abend ab. Während der größten Mittagshitze ist die Wirkung gering, da das Wasser zu schnell verdunstet.„]

Weidenblattkäfer

Der Weidenblattkäfer (Chrysomela vigintipunctata) sieht bei einem flüchtigen Blick oft wie ein Marienkäfer aus. Im Vergleich zu Marienkäfern hat dieser Schädling der Harlekinweide einen länglicheren Körper und die Flecken sind unregelmäßig und meist eher länglich. Die Grundfarbe kann weißlich, gelb oder rötlich sein.

Weidenblattkäfer (Chrysomela vigintipunctata)
Quelle: Armand Turpel, Chrysomela vigintipunctata (14377316473), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

Der Käfer ist vorwiegend in Gärten ein Problem, die nahe an größeren Gewässern liegen. Dabei reicht bereits ein größerer Gartenteich aus, um die Insekten anzulocken.

Behandeln Sie die Harlekinweide ebenfalls mit einer Lösung aus Schmierseife. Anstatt jedoch Neemöl hinzuzugeben, fügen Sie einen großzügigen Spritzer Spiritus hinzu. Sprühen Sie die Weide wieder gut auf der Blattober- und -unterseite ein.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Wiederholen Sie die Anwendung alle zwei Tage, bis die Käfer vollständig verschwunden sind.„]

Weidenbohrer

Hängende oder absterbende Blätter an der Harlekinweide gehören auch zum Schadbild des Weidenbohrers (Cossus cossus). Dieser Schädling ist eine Nachtfalter-Art, die auf Weiden spezialisiert ist. Die Schmetterlinge legen ihre Eier auf den Weiden ab und die Larven bohren sich in das Holz hinein. Die Raupen selbst sind an ihrer orange-roten Färbung erkennbar.

Weidenbohrer (Cossus cossus)
Larve des Weidenbohrers

Einige wenige Raupen sind meist noch keine Bedrohung für die Weide. Um einem stärkeren Befall zu verhindern, sollten Sie wiederum auf künstliche Lichtquellen in der Nacht verzichten, damit Sie die Schmetterlinge erst gar nicht anlocken. Die Weidenbohrer sondern einen Geruch ab, der an Essig erinnert. Dieser ist erst bei einem starken Befall wahrnehmbar.

Betroffene Zweige sollten Sie sofort ausschneiden und im Restmüll entsorgen. Zudem sollten Sie die verbliebenen Triebe mit einer Quassia-Brühe besprühen. Quassia ist ein Holz, das Sie beispielsweise in der Apotheke bekommen können.

Herstellung einer Quassia-Brühe:

  • 250g Quassia-Holz über Nacht in 2 Litern Wasser einweichen
  • am nächsten Tag 30 min aufkochen
  • abfiltern
  • 500 g Schmierseife in der Brühe auflösen

Mit der abgekühlten Brühe behandeln Sie die Harlekinweide, indem Sie sie von allen Seiten gut besprühen. Die Eier und auch bereits geschlüpfte kleine Raupen sterben rasch ab.

Weidenschaumzikade

Die Weidenschaumzikade (Aphrophora salicina) selbst bekommen viele kaum zu Gesicht. Die Insekten sind braun, länglich und sehr unscheinbar. Einfacher zu erkennen sind die Larven, denn sie sind von einem Schaumgebilde umgeben. Bei den Larven handelt es sich um saugende Insekten, die die Triebe beschädigen. An den Saugnarben bilden sich Wülste, die die Triebe schwächen. Generell kümmern betroffene Triebe oft nur vor sich hin, weil sie nicht mehr ausreichend versorgt werden können.

Weidenschaumzikade (Aphrophora salicina)
Quelle: EapClochydd, Aphrophora salicina 1 140604, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Die Weidenschaumzikade tritt meist nur vereinzelt auf. Sie können die Weide mit einem scharfen Wasserstrahl abspülen, wodurch meist auch die Larven abgewaschen werden.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Sie können auch betroffene Zweige abschneiden und im Restmüll entsorgen.„]

Wühlmäuse

Wühlmäuse sind im Garten ebenfalls ein häufiges Problem. Vorbeugend können Sie den Wurzelballen bereits beim Einpflanzen mit einem Wühlmausgitter schützen. Wühlmäuse zu bekämpfen ist meist sehr aufwendig. Es gibt unterschiedliche Methoden, die mehr oder weniger wirksam sind, weshalb viele Gärtner irgendwann zu Giftködern oder Fallen greifen. Einen störenden Effekt auf die Schädlinge der Harlekinweide hat das regelmäßige Mähen der Fläche um die Weide. Durch die Vibrationen des Rasenmähers werden die Wühlmäuse vertrieben.

Wühlmaus

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Achten Sie bei der Verwendung von Ködern immer darauf, dass keine anderen Tiere, wie Haustiere, Zugang zu den Gängen der Wühlmäuse haben.„]

Häufig gestellte Fragen

Kann die Harlekinweide von Schildläusen befallen werden?

In der Regel bleibt die Weide von Schildläusen verschont. In seltenen Fällen kann es zu einer Übertragung von Schildläusen im Handel kommen. Überprüfen Sie daher die Pflanzen immer, bevor Sie sie kaufen, ob sie sichtbare Schädlinge haben.

Gibt es Nützlinge, die gegen die Schadinsekten helfen?

Grundsätzlich ist es immer eine gute Idee, Nützlingen einen Lebensraum im eigenen Garten zu bieten. Im Kampf gegen Schadinsekten bei der Harlekinweide sind Vögel und Marienkäfer zwei besonders wichtige Helfer. Sie halten einen Großteil der Schädlinge in Schach.