Säckelblume

Die Säckelblume (Ceanothus) erfreut sich seit geraumer Zeit wachsender Beliebtheit in unseren Gärten. Der blühfreudige Strauch erinnert stark an den Flieder und wird auch häufig mit ihm verwechselt, obwohl die beiden Sträucher nicht miteinander verwandt sind. Auch wissen nur wenige, wie diese – auch als Amerikanischer Flieder bezeichnete – Pflanze gepflegt wird. Dabei sind die herrlich blühenden und duftenden Sträucher recht robust und extrem pflegeleicht, sodass auch jeder unerfahrene Gärtner sie einfach in seinem Garten kultivieren kann.

Arten

Säckelblumen sind mittelhohe Sträucher, die ursprünglich in Nordamerika beheimatet sind und mit ihren rispigen Blütenständen stark an den Flieder erinnern. Deshalb werden sie gerne auch als Amerikanischer Flieder bezeichnet, was botanisch gesehen jedoch nicht korrekt ist. Die meisten Säckelblumen öffnen erst relativ spät im Jahr ihre leuchtend blauen oder dunkelvioletten Blüten, viele blühen bis in den frühen Herbst hinein. Ihr Laub behalten sie (je nach Art und vorherrschenden klimatischen Bedingungen) auch im Winter. In hiesigen Verhältnissen sind die meisten Arten – auch die immergrünen – jedoch nur sommergrün.

Die Säckelblumen kommen über 50 verschiedenen Arten mit Wuchshöhen von wenigen Zentimetern bis zu durchschnittlich etwa drei Meter vor. Nur die beiden kalifornischen Arten werden deutlich höher. Die bekanntesten beiden Arten sind:

  • Amerikanische Säckelblume (Ceanothus americanus): bis 3 Meter, Blüte August bis Oktober, in geschützten Lagen immergrün
  • Kalifornischer Flieder (Ceanothus thyrsiflorus): bis 12 Meter, Blüte blau oder weiß im Frühjahr, in geschützten Lagen immergrün

Im Fachhandel sind überwiegend Züchtungen erhältlich, die aus Kreuzungen zwischen der Amerikanischen Säckelblume und anderen Arten entstanden sind. Bekannteste Hybride ist die Französische Hybrid-Säckelblume. Sie wird bis 1,5 Meter hoch, ihre Blüten sind von Juli bis Oktober violett oder puderweiß. Weitere sommergrüne Arten sind:

  • Gloire de Versailles: hellblau
  • Marie Simon: rosa
  • Henry Defosse: kräftig blau

Immergrüne Arten

  • Victoria: tiefblau
  • Indigo: kräftig blau
  • Burkwoodii: kräftig blau
  • Blue Mound: lila bis blau

In der Regel gilt:

  • Immergrüne Arten blühen im Frühjahr.
  • Sommergrüne Arten blühen im Sommer und Herbst.

Standort

SäckelblumeDie Pflanzen stellen im Allgemeinen sehr wenige Ansprüche an ihren Standort und sind auch ansonsten sehr pflegeleicht. Zwei Dinge sollten jedoch beachtet werden, damit der Gärtner viel Freude an den wunderbar duftenden Sträuchern hat: Säckelblumen sollten an geschützten Plätzen im Garten stehen und benötigen sehr viel Licht. Stehen sie zu dunkel, fällt die Blüte in der Regel nur spärlich aus. Ganz besonders gut kommen die blühfreudigen Pflanzen an Sitzplätzen, neben der Terrasse oder auch als Kübelpflanze zur Geltung.

  • Lichtbedarf: sonnig bis halbschattig (keine Mittagssonne)
  • Boden: nährstoffarm, gut wasserdurchlässig
  • pH-Wert: neutral (einige Arten auch leicht sauer oder kalkhaltig)
  • windgeschützt
  • warm

Auch als niedrige Heckenpflanze macht sich die Säckelblume gut. Am besten steht sie dabei nicht frei und ungeschützt im Garten, sondern an einer Wand oder Mauer. Diese schützt vor kalten Winden und speichert zudem die Wärme, sodass sie der Pflanze einen optimalen Schutz bietet.

Pflanzen

Die beste Zeit, eine Säckelblume zu pflanzen, ist von Oktober bis April an einem frostfreien Tag. Außer einer guten Wasserdurchlässigkeit stellt die Säckelblume keine großen Ansprüche an den Boden, sodass sie in normale Gartenerde eingepflanzt werden kann. Bei schweren Böden sollte eine Drainage vor Staunässe schützen, zudem kann Sand unter die Erde gemischt werden.

  • Pflanzloch: Doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen.
  • Ausgehobene Erde gut auflockern.
  • Gartentorf oder reifen Kompost unter die Erde mischen.
  • Bei schweren Böden zusätzlich Sand.
  • Einpflanzen und Erde leicht antreten.
  • Bei Trockenheit leicht angießen.
  • Die Pflanze verträgt auch sehr steinigen oder sandigen Boden.

Grundsätzlich sollte die Säckelblume nicht tiefer als bis zu ihrer Wurzelobergrenze eingesetzt werden.

Pflege

SäckelblumeDie einzige Pflege, die die Säckelblume für ihr Wachstum und eine üppige Blüte benötigt, ist ein regelmäßiger Schnitt.

Düngen und Gießen

Säckelblumen benötigen nicht viel Feuchtigkeit. Im Kübel wird sie erst gegossen, wenn die Erdoberfläche im Wurzelbereich richtig ausgetrocknet ist. Im Garten reicht in der Regel das Regenwasser aus. Hier benötigt die anspruchslose Pflanze lediglich in Hitze- und Dürreperioden etwas Wasser sowie in den ersten zwei Jahren, in denen sich ihr Wurzelwerk noch nicht so gut entwickelt hat. Während Ceanothus auch längere Trockenperioden schadlos überstehen, vertragen die Sträucher keine feuchten Standorte oder Staunässe. Da eine Düngung meist nur mehr Blattwerk erzeugt und die Blüte dabei zurückgeht, wird auf zusätzliche Nährstoffgaben gänzlich verzichtet. Dies ist auch gar nicht notwendig, denn Säckelblumen bilden im Wurzelbereich eine Symbiose mit Stickstoff bindenden Bakterien: Sie haben also praktisch ihre eigenen Düngerproduzenten.

Schneiden

Damit die Säckelblume immer schön kompakt und buschig wächst, werden ihre Triebe zwischen November und März auf etwa ein Drittel gekürzt. Unterbleibt dieser Schnitt, zeigen sich an den alten Trieben nur wenige Blüten. Zudem kann durch vorsichtiges Auslichten verblühter Knospen die Blütezeit deutlich verlängert werden. Insgesamt wächst der Strauch innerhalb weniger Jahre bis zu 1,5 Meter Höhe und ähnlicher Breite heran. Eine Säckelblume bildet ihre Blüten immer an den einjährigen Trieben, die sich im Frühjahr vor der Blüte neu am Strauch gebildet haben. Deshalb sollte in der Wachstumsperiode kein Schnitt erfolgen, wenn eine üppige Blüte erwünscht ist. Sind allerdings Triebe vertrocknet oder wachsen nach innen, können diese jederzeit zurückgeschnitten werden.

  • Zeitpunkt: November bis März
  • Jüngere Ceanothus: Etwa 2/3 der Trieblänge kürzen.
  • Ältere Ceanothus: Etwa die Hälfte der Trieblänge kürzen.

Verjüngungsschnitt bei älteren Pflanzen
Wenn die Säckelblume bereits seit einigen Jahren im Garten oder in einem Kübel steht, kann sie sehr kompakt und buschig werden. Da das Innere des Strauches dann manchmal unter Lichtmangel leidet und verkahlt, kann ein Verjüngungsschnitt Abhilfe schaffen. Zudem wird der Strauch dann nicht zu groß und eine zu starke Verholzung wird unterbunden.

Verjüngungsschnitte erfolgen immer in drei aufeinanderfolgenden Jahren, in denen jeweils etwa ein Drittel der Triebe herausgeschnitten wird.

  • Vor dem Schnitt die Pflanze gut ansehen.
  • Nicht nur die äußeren oder oberen Zweige schneiden!
  • Rückschnitt gleichmäßig über den ganzen Strauch verteilen.
  • Ausgewählte Zweige bis auf etwa 40 Zentimeter über dem Boden kürzen.
  • Schnitt immer über einem nach außen gerichteten Auge durchführen.
  • Im Folgejahr wird nun ein zweites Drittel der Triebe in gleicher Weise eingekürzt.
  • Nur Zweige schneiden, die im Vorjahr nicht gekürzt wurden.
  • Zu erkennen sind sie an der Verholzung (junge Triebe sind noch nicht verholzt).
  • Im dritten Jahr das restliche Drittel kürzen.

Vermehren

SäckelblumeDie Säckelblume kann leicht durch Stecklinge oder Samen vermehrt werden. Da es sich bei den meisten Gartenpflanzen um Hybriden handelt, können deren Samen oft völlig andere Eigenschaften als die Mutterpflanze aufweisen. Die Nachzucht kann dann in der Farbe abweichen (Blätter wie Blüten) oder eine andere Winterhärte haben. Wer sich überraschen lassen möchte, kann die Samen im Frühjahr (im Zimmer) in Anzuchterde aussäen. Allerdings sind nicht immer alle Samen auch wirklich keimfähig.

Deshalb hat sich im Allgemeinen die Vermehrung durch Stecklinge durchgesetzt. Haben sich im Frühsommer neue Triebe bei der Säckelblume gebildet, können einige hiervon zur Vermehrung abgeschnitten werden. Als Stecklinge verwendet man die obere Spitze eines Triebes (Kopfsteckling). Ideal sind Triebe, die Blattknospen, aber noch keine Blätter angesetzt haben. Der Steckling sollte mindestens drei – besser sind fünf – Blätter oder Blattknospen aufweisen. Für die Anzucht aus Stecklingen sollten nur gesunde und gut entwickelte Pflanzen und deren Triebe ausgesucht werden.

  • Triebspitze unter dem dritten bis fünften Blattansatz abschneiden.
  • Die unteren ein bis zwei Blätter vorsichtig entfernen.
  • Nicht mehr als zwei bis drei Blätter stehen lassen (verdunsten sonst zu viel Wasser).
  • Vorsichtig im unteren Bereich leicht mit einem Messer die Rinde abschaben.
  • Bis zum zweiten Blattansatz in feuchtes Substrat stecken.
  • Als Substrat eignen sich: Anzuchterde oder Kakteenerde.
  • An warmen Ort stellen (20-22 Grad).
  • Keine direkte Sonneneinstrahlung!
  • Hohe Luftfeuchtigkeit (über 60%).
  • Gegebenenfalls eine durchsichtige Plastiktüte überstülpen (mit ein paar Löchern).
  • Die Plastiktüte muss möglicherweise mit Stäben gestützt werden.
  • Berührungen mit dem Steckling sind unbedingt zu vermeiden!
  • Nach einigen Wochen (manchmal auch Monaten) bilden sich neue Blätter.
  • Plastiktüte entfernen.
  • Boden leicht feucht halten, nie zu nass.
  • Im nächsten Frühjahr ins Freiland setzen.

Anforderungen an das Substrat
Sowohl für die Anzucht aus Samen wie auch durch Stecklinge ist das Substrat von entscheidender Bedeutung. Es sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • gute Durchlässigkeit für Wasser
  • möglichst nährstoffarm
  • ohne Unkrautsamen, Pilzsporen oder Krankheitserreger
  • gute Speicherkapazität für Wasser

Überwinterung im Freiland

SäckelblumeDie meisten Arten der Säckelblume sind bedingt frostresistent. Bis etwa minus acht Grad ist wenig zu befürchten. In wirklich warmen Lagen ist daher keine spezielle Vorsorge zu treffen. Da die Temperaturen in manchen Wintern aber in Großteilen heimischer Regionen auch deutlich tiefer sinken können, ist ein zusätzlicher Schutz angebracht:

  • Dicke Laubschicht auf den Boden aufbringen (20-30 Zentimeter).
  • Alternativ Stroh oder Nadelbaumreisig (Fichte, Tanne) verwenden.

In der Regel gilt:

  • Immergrüne Arten halten Temperaturen bis minus acht Grad aus.
  • Sommergrüne Arten sind winterhart bis minus 15 Grad.

Unter den verschiedenen Arten gilt Victoria als besonders winterhart. Aber auch bei dieser Sorte ist ein Schutz empfehlenswert. Der Winterschutz in Form von Reisig, Laub oder Stroh muss natürlich im Frühjahr wieder entfernt werden. Dies darf nicht zu früh geschehen, damit die Pflanzen nicht von späten Frösten geschädigt werden.

Überwintern im Kübel

Pflanzen, die in einem Topf gepflanzt sind, sollten im Kalthaus überwintern. Das bedeutet:

  • Temperatur: etwa 5-10 Grad
  • Sehr hell aufstellen, wenn es sich um eine immergrüne Art handelt.
  • Laub abwerfende (sommergrüne) Sorten können auch dunkler stehen.
  • Mäßig gießen (Erde sollte immer schon sehr trocken sein).
  • Im Frühjahr langsam wieder ans Freiland gewöhnen.
  • Ab Mai an frostfreien Tagen ins Freiland stellen.
  • Zur Eingewöhnung im Schatten aufstellen.
  • Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) dann sonnig bis halbschattig.

Ist kein Schnitt im Herbst erfolgt, frieren bei Frösten die Triebe stark zurück. Dann ist spätestens gegen Ende Februar ein Rückschnitt erforderlich, damit die Säckelblume kräftig austreiben kann. In sehr harten Wintern kann es passieren, dass die Pflanze zunächst sehr langsam austreibt und kümmerlich in den Frühling startet. Das ist jedoch kein Grund zur Verzweiflung, denn in der Regel erholen sich die Sträucher bis spätestens im nächsten Jahr wieder gut und erscheinen dann in ihrer gewohnten Pracht.

Krankheiten und Schädlinge

Die Säckelblume gilt nicht nur in ihrer Pflege als sehr einfach handhabbar, sie ist auch bezüglich Krankheiten eine sehr robuste Pflanze. Insofern sie an einem geeigneten Standort steht, wird sie nahezu niemals krank oder von Schädlingen befallen. Fällt die Blüte spärlich aus, kann das an einem zu dunklen Standort oder am unterbliebenen Rückschnitt im Frühjahr liegen.

Fazit
Die Säckelblume mit ihren üppigen violetten oder bläulichen Blüten ist eine Pflanze, die selbst Gartenanfängern wirkliche Freude bereiten kann. Außer einem sonnigen Standort, einem durchlässigen Boden und einem starken Rückschnitt im Winter benötigt sie nahezu nichts. Selbst längere Trockenzeiten übersteht die Säckelblume völlig unbeschadet. Staunässe und einen dunklen Standort mag sie allerdings überhaupt nicht.