Pflaumenbaum

Der Pflaumenbaum ist Zierde und Nutzpflanze zugleich, denn er bringt sowohl dekorative Blüten als auch köstliche Früchte hervor. Im Gegenzug benötigt er lediglich wenig Pflege und einen passenden Standort. Gerade bei Letzterem sind aber einige Faktoren zu beachten, und nur wenn diese eingehalten werden, steht auch eine reiche Ernte ins Haus.

Selbst- und fremdbefruchtend

Der Pflaumenbaum wird in zahlreichen Sorten angeboten, die sich in einem grundlegenden Punkt unterscheiden: Der Befruchtungsart. Hier gibt es selbstbefruchtende und fremdbefruchtende Pflaumenbäume. Die Selbstbefruchter kommen ohne weiteren Pflaumenbaum aus, sind also vor allem für kleinere Gärten bestens geeignet. Allerdings bringen sie oft auch einen geringeren Ertrag ein.

Zu ihnen gehören:

  • Königin Victoria
  • Auerbacher
  • Haferpflaume

Fremdbefruchter benötigen zumindest einen weiteren Pflaumenbaum einer verträglichen Art. Mehr ist hierbei jedoch immer besser. Denn je größer die Anzahl der Obstgehölze, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung. Die Anpflanzung von mehreren Gehölzen zahlt sich aus, da diese einen sehr hohen Ertrag einbringen.

Zu diesen gehören:

  • Kirkespflaume
  • The President
  • Ruth Gerstetter

Zudem gibt es Pflaumenbaum Sorten, die als besonders ertragsreich gelten. Ebenso wie frostempfindliche und sehr beständige Arten. Angaben hierzu können meist direkt auf dem Etikett der Pflanze gefunden oder aber durch den Gärtner in Erfahrung gebracht werden. Durch die riesige Sortenvielfalt findet sich dabei für jeden Geschmack und jeden Garten das Passende.

Hinweis: Den Pflaumenbaum nicht nur vom Ertrag, sondern auch abhängig vom vorhandenen Platz und den Gegebenheiten auswählen - nur dann wird er langfristig Freude bereiten.

Den passenden Standort finden

Pflaumen benötigen einen sehr sonnigen und warmen Standort, an dem weder kalter Wind noch Spätfrost herrschen können. Ideal sind Bereiche, die sehr geschützt liegen und Wärme gut speichern können. Hausecken und Standorte, die von Hecken und anderen Bäumen umgeben sind, sind in der Regel optimal.

Besteht die Möglichkeit, sollte der Standort des Pflaumenbaums auf der Südseite liegen. Osten und Westen, sofern sie reichlich Sonne abbekommen, eignen sich aber ebenfalls.

PflaumenbaumAbgesehen von Himmelsrichtung und Sonneneinstrahlung muss auch auf die Bedingungen des Bodens und des Winters geachtet werden. Der Standort für den Pflaumenbaum muss möglichst frei von Frost sein, vor allem wenn es sich um späten Frost handelt. Staunässe und anhaltende Trockenheit werden ebenfalls nicht gut vertragen.

Das richtige Substrat

Der Pflaumenbaum benötigt ein Substrat, das reich an Kalk und Nährstoffen ist. Zudem sollte die Erde das Wasser gut speichern können, jedoch nicht zur Staunässe neigen. Als ideale Wahl erweisen sich humusreiche Böden sowie Mischungen aus gewöhnlicher Gartenerde mit Kompost, wenig Sand und Ton. Reicht die Einbringung von Sand und Ton nicht aus, um Staunässe wirksam zu verhindern, kann eine Drainage eingebracht werden.

Bei eher nährstoffarmem Substrat empfiehlt sich die Anreicherung mit Mist oder Dung. Zunächst bevor der Pflaumenbaum eingepflanzt wird aber auch als zusätzliche Aufwertung des Substrats in den folgenden Jahren.

Wie und wann pflanzen?

Ein Pflaumenbaum sollte möglichst im Herbst gepflanzt werden. Notfalls kann das Einsetzen auch nach dem letzten Frost im späten Frühjahr erfolgen. Handelt es sich um ein sehr junges Exemplar, sollte man dem Gehölz eine Stütze zur Seite stellen, beispielsweise ein stabiler Pfahl. Die Stütze wird direkt mit eingepflanzt. Dabei ist darauf zu achten, dass sie die Wurzeln nicht verletzen. Ideal ist es, sie vor dem Einpflanzen am Baum zu befestigen. So fällt auch das Einsetzen deutlich leichter.

Beachtet werden muss außerdem, dass die Stütze später wieder entfernt werden muss. Sie also nicht zu tief und zu fest sitzen.

PflaumenbaumJunge Pflaumen sind anfälliger als ihre ausgewachsenen Verwandten, Konkurrenzdruck bekommt ihnen nicht gut. Aus diesem Grund muss der Standort frei von Unkräutern und anderen Pflanzen sein, die dem jungen Baum anderenfalls Nährstoffe entziehen würde.
Selbstverständlich muss nun nicht der ganze Garten oder ein sehr weiter Bereich gerodet werden. Ein Radius von etwa 1,0m bis 1,5m um die Pflaume reicht aus. Das gilt auch dann, wenn die nächsten Nachbarn am Standort ebenfalls Pflaumen sind.

Angießen nach dem Auspflanzen

Der Pflaumenbaum benötigt im ersten Jahr nach dem Auspflanzen sehr viel Wasser, um eine gesunde Wurzel ausbilden zu können. Damit die Wurzeln tief in das Erdreich eindringen und sich nicht lediglich oberflächig und weit ausbreiten, empfiehlt sich das Schwemmen als Gießtechnik.

Dies bedeutet nichts anderes, als das regelmäßig eine große Menge Wasser gegeben wird. Die Wurzel wird von oben also regelrecht überschwemmt. Versickert das Wasser immer tiefer im Boden, folgt ihm das Wurzelwachstum. Damit diese Technik auch wirklich zum gewünschten Ergebnis führt, muss das Substrat zwischen den Wassergaben leicht antrocknen können. Wird es hingegen feucht gehalten, fehlt den Wurzeln der Anreiz für das Tiefenwachstum.

Hinweis: Da große Mengen Wasser zugeführt werden, muss der Pflaumenbaum nicht wöchentlich gegossen werden. Ausnahmen sind natürlich sehr heiße und trockene Phasen.

Das Antrocknen des Substrats sollte ebenfalls nicht übertrieben werden. Es darf weder völlig trocken noch rissig sein, denn darunter würden Wurzeln und Pflaume vor allem im ersten Jahr stark leiden. Hier gilt es also, ein Mittelmaß zu finden.

Pflege der Pflaume

Pflaumenbäume sind recht genügsame Obsthölzer. Nach dem ersten Jahr müssen sie nur selten mit zusätzlichem Wasser versorgt werden und auch eine Düngung ist nur bei Bedarf notwendig – muss aber in der Regel nicht auf dem Pflegeplan des Pflaumenbaums stehen.
Einzig ein formgebender und gesundender Verschnitt ist notwendig. Und auch dieser beschränkt sich im Normalfall auf einen einzigen Einsatz pro Jahr.

Gießen – nur bei Bedarf

Sehr junge Pflaumenbäume und das erste Jahr nach dem Einpflanzen ausgenommen benötigen diese Obsthölzer in der Regel keine regelmäßigen Wassergaben.

Gießen

Hierbei kann es aber natürlich Ausnahmen geben. Ist der Sommer besonders heiß, fällt aber nur wenig Regen, muss gegossen werden. Und zwar am besten abends, damit das Wasser wirklich zu den Wurzeln gelangt und nicht an der Oberfläche des Substrats verdunstet. Das Gleiche gilt natürlich, wenn in einer anderen Jahreszeit eine lange Trockenphase den Pflanzen zusetzt.

Zum Gießen sollte möglichst weiches Wasser gewählt werden, denn Kalk kann die Wurzeln langfristig schädigen. Da der Pflaumenbaum kalkhaltiges Substrat bevorzugt, muss aber nicht akribisch bei jeder Wassergabe auf den Kalkgehalt geachtet werden. Es reicht vollkommen aus, hin und wieder auf die folgenden Quellen zurückzugreifen.

  • Regenwasser, beispielsweise aus Tonne oder Zisterne
  • Teichwasser ohne chemische oder medizinische Zusätze
  • Abgestandenes Leitungswasser

Wenn gerade keine dieser eher weichen Wassersorten zur Verfügung steht, darf es aber natürlich auch das Wasser aus Leitung oder Gartenschlauch sein.

Wirkliche Vorsicht ist nur dann geboten, wenn das Substrat Zeichen von einem zu hohen Kalkgehalt zeigt, sich also trockene, weiße Beläge und Krusten ausbilden. In diesem Fall sollte die oberste Schicht der Erde abgetragen, das Substrat aufgelockert und mit frischem humosem Boden versetzt werden. Danach muss selbstverständlich besonders auf weiches Wasser geachtet werden, um einen erneuten Wechsel gar nicht erst zur Notwendigkeit zu machen.

Düngen

Wie bereits unter der Pflege des Pflaumenbaums erwähnt, benötigt dieser keine regelmäßige Düngung. Es sei denn, das Substrat ist sehr nährstoffarm oder der Baum hat sich durch einen sehr großen Ertrag verausgabt. Dann ist es durchaus sinnvoll und notwendig, ihm zusätzliche Nährstoffe bereitzustellen.

Infrage kommen die folgenden Düngemittel:

  • KompostVolldünger für Obstbäume, möglichst in flüssiger Form
  • Kompost
  • Stallmist
  • Dung

Auf welches Mittel die Wahl auch fällt, beachten Sie die Unbedenklichkeit des Düngers. Ist beispielsweise nicht klar, ob die Produzenten von Mist und Dung eventuell Medikamente erhielten, sollte von diesen Nährstofflieferanten lieber abgesehen werden. Gleiches gilt für den Volldünger, der nicht speziell auf Obstbäume ausgelegt ist. Und auch der Kompost kann sich als bedenklich erweisen, wenn in ihm versehentlich Pflanzenreste entsorgt wurden, die zuvor mit Pestiziden behandelt worden waren.

Der Grund für diese besondere Vorsicht sind natürlich die Früchte des Pflaumenbaums. Denn in diesen reichern sich eventuell schädliche Stoffe an und gelangen so auf den Esstisch.

Schneiden

Die einzige Pflege, die dem Pflaumenbaum unbedingt und regelmäßig angedeihen sollte, ist der Verschnitt. Der ideale Zeitpunkt hierfür ist der späte Herbst oder das zeitige Frühjahr.
Einen Pflaumenbaum zu verschneiden ist an sich nicht schwierig, dennoch muss man Folgendes beachten:

  • Vertrocknete und vergreisende Äste entfernen
  • Das Innere der Krone lichten
  • Nicht einmal radikal, sondern jährlich schonend und vorsichtig kürzen
  • Eine runde bis ovale Kronenform anstreben
  • Seitliche Leittriebe jeweils um etwa ein Drittel der Gesamtlänge reduzieren
Tipp: Wurde der Pflaumenbaum erst im vergangenen Jahr gepflanzt sollte mit dem Verschnitt noch gewartet oder aber sehr schonend gekürzt werden. Lediglich bei sehr langen und dadurch stark herausstehenden Ästen ist eine Korrektur auch zu diesem Zeitpunkt schon sinnvoll.

Der Verschnitt sollte mit sauberen und sehr scharfen Instrumenten erfolgen. Dadurch wird das Risiko einer Infektion des Pflaumenbaums reduziert. Zudem schonen scharfe Messer und Scheren das Gewebe, da sie es nicht quetschen.

Vermehrung

Der Pflaumenbaum kann durch seine Kerne, Triebe und Veredlung vermehrt werden. Besonders einfach gestaltet sich die Vermehrung durch Kerne und Triebe. Für die Veredelung ist hingegen einiges an Wissen und Fingerspitzengefühl notwendig, daher wird hier nicht darauf eingegangen.

Vermehrung durch Kerne

Für diese Form der Vermehrung wird der Stein aus den Pflaumen entfernt und mithilfe eines Nussknackers geöffnet – das verkürzt die Zeit bis zur Keimung.

PflaumeIn Anzuchterde gesteckt und mit dem Substrat bedeckt, stellt man die Samen entweder für einige Wochen in den Kühlschrank oder aber man bringt sie an einen sehr geschützten Ort über den Winter ins Freie. Dies ist notwendig, da Pflaumen sogenannte Kaltkeimer sind. Sie benötigen also einen Kälteimpuls, um auszutreiben.

Nach dem Aufenthalt im Kalten können die Temperatur und das Lichtangebot langsam gesteigert werden. Ein Auspflanzen ist möglich, sobald der Pflaumenbaum 30cm bis 50cm hoch ist. Günstig wäre hierfür ein Pflanzzeitpunkt im Frühjahr.

Vermehrung durch natürliche Triebe

Rund um den Pflaumenbaum zeigen sich im Laufe der Zeit meist ganz von allein natürliche Triebe. Diese müssen Sie lediglich ausgraben und an den gewünschten Standort oder aber zunächst in einen Blumentopf pflanzen. Dabei ist darauf zu achten, dass eine ausreichend große Wurzel am Trieb vorhanden ist. Das Ausgraben muss also vorsichtig und tief erfolgen.

Tipps für die Vermehrung

  • Möglichst große und kräftige Triebe wählen
  • Die jungen Keime und Triebe regelmäßig und reichlich gießen und düngen
  • Auf einen ausreichend Schutz vor kaltem Wind achten
  • Hell und warm stellen

Umsetzen

Fällt im Laufe der Zeit auf, dass der Standort nicht geeignet ist, oder muss der Pflaumenbaum aus anderen Gründen umgesetzt werden, gilt es einiges zu beachten.

So müssen natürlich möglichst viele Wurzeln erhalten bleiben. Das Ausgraben eines großen Erdballens ist also notwendig. Am neuen Standort gilt es dann, wieder wie bei jungen Pflanzen, reichlich zu gießen. Ein Gießring kann hierbei sehr hilfreich sein. Zusätzlich sollte der Pflaumenbaum verschnitten und seine Blüten im ersten Jahr entfernt werden. Das spart Kraft und sorgt dafür, dass zunächst Wurzeln wachsen.

Tipp: Der ideale Umsetz-Zeitpunkt ist das Frühjahr.

Überwintern

Für die Überwinterung eines Pflaumenbaums sind keine besonderen Vorkehrungen notwendig. Zumindest solange er an einem geschützten Standort steht. Ist dies nicht der Fall, kann ein Gartenvlies sinnvoll sein.

Typische Krankheiten und Schädlinge

Der Pflaumenbaum ist zwar an sich relativ robust, kann aber dennoch von einer ganzen Reihe von Krankheiten und Schädlingen befallen werden.

Pflaumenbaum

Dazu gehören:

  • Pflaumenlaus
  • Gespinstmotten
  • Fruchtfäule
  • Pflaumenrost
  • Narrentaschen
  • Beutelgallmilbe
  • Pflaumenwickler
  • Pflaumensägewespe
  • Schrotschuss
  • Scharka

Auch wenn der Pflaumenbaum kaum Pflege erfordert, sollte er daher dennoch regelmäßig auf Netze, pilzige Beläge, Verfärbungen, Verformungen, Fraßspuren und andere kranke Stellen hin untersucht werden. Blätter, noch grüne Triebe und die Früchte werden insbesondere befallen.

Die Behandlung aller genannten Krankheiten und Schädlinge kann mit handelsüblichen Mitteln erfolgen. Geschädigte Pflanzenteile sollten in jedem Fall entfernt und vernichtet werden. Keinesfalls dürfen die kranken Teile auf dem Kompost entsorgt werden.

Fazit
Der Pflaumenbaum ist ein pflegeleichtes Obstgehölz, der sowohl dekorativ als auch Fruchtlieferant ist. Ideal also für alle, die nur wenig Aufwand betreiben und dennoch einen großen Ertrag aus dem eigenen Garten gewinnen möchten.