Gartengestaltung Balkon & Terrasse

Anleitung: Terrassen- und Pflastersteine streichen

Terrassenplatten und Pflastersteine streichen

Nach einigen Jahren kann es leicht passieren, dass die Steine auf Terrasse und Einfahrt aufgrund der Witterung ergraut und verblichen sind. Dann ist es an der Zeit, die Pflastersteine zu streichen. Wir verraten Ihnen, wie Sie dabei am besten vorgehen.

Richtige Farbe wählen

Mit Sicherheit ist es kein Problem, alte und verblichene Pflastersteine und Terrassenplatten wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Bei genauer Anleitung ist durchaus ein Streichen möglich. Allerdings kann nicht jede Farbe Verwendung finden, denn diese muss bestimmte Eigenschaften besitzen. Sie sollte

  • wasserdampfdurchlässig sein, also
  • Feuchtigkeit aus dem Unterboden entweichen lassen
  • nicht vergilben, abplatzen oder abblättern
  • lichtbeständig und wasserunlöslich sein
  • hohen Beanspruchungen standhalten
  • leicht streichbar sein
Verwitterte Pflastersteine
Mit einem frischen Anstrich können verwitterte Pflastersteine wieder zum Strahlen gebracht werden.

Besonders gut eignen sich zum Streichen nach Anleitung sogenannte

  • spezielle, mineralische Betonlasuren (Betonlasierung, Steinlasur) oder
  • Betonfarbe

Betonlasuren gibt es in über 30 Farbnuancen. Für fünf Quadratmeter sind ungefähr 5 Kilogramm Lasur notwendig. Beim Streichen verbindet sich dabei die Lasur mit dem Betonleim der Steinoberflächen und es kommt zu einer festen und dauerhaften Beschichtung. Also die Betonflächen werden verhärtet, sprich versiegelt durch die Einbindung der Farbpigmente. Neben normaler Steinlasur bietet der Handel auch Lasuren mit Lotoseffekt an. Hier wird sich kein Schmutz mehr auf den Platten festsetzen. Die Pflastersteine und Terrassenplatten verfügen dann über eine selbstreinigende Funktion.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Natursteine können mit solchen Betonlasuren oder Betonfarbe nicht behandelt werden, da hier die Farbschicht nicht hält und wieder abblättert.„]

Vorher gründlich reinigen

Bevor es nun an das Streichen der Betonflächen geht, müssen selbige erst einmal gründlich gereinigt werden. Ein sauberer Untergrund ist wichtig für ein gutes Ergebnis. Wenn dabei nach folgender Anleitung vorgegangen wird, kann nichts schief gehen:

  • Moos und Unkraut sorgfältig aus Fugen entfernen
  • gleiches gilt für alte Farbreste
  • z.B. mit Drahtbürste oder Schleifmaschine
  • danach mit Gummibesen gründlich fegen
  • starke Verschmutzungen mit speziellen Pflaster- bzw. Betonreinigern entfernen
  • für Fett- und Ölflecke Trinatriumphosphat verwenden
  • Lösung mit Gießkanne ausbringen
  • mindestens eine Stunde einwirken lassen
  • anschließend Fläche mit Hochdruckreiniger oder Dampfreiniger reinigen
  • bei Bedarf mehrmals anwenden
  • alternativ Reinigung mit Schrubber aus Gummi
  • zum Schluss gut mit klarem Wasser nachspülen
Pflastersteine mit Hochdruckreiniger säubern
Bevor es ans Streichen der Pflastersteine gehen kann, müssen diese gründlich gesäubert werden.

Wichtig ist dann eine ausreichende Trocknung der Pflastersteine und Terrassenplatten. Sie müssen von innen und außen vollkommen trocken sein, sonst lässt sich die Lasur nicht richtig auftragen bzw. sie hält einfach nicht. Je nach vorherrschender Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit kann die Trockenzeit durchaus zwischen zwei bis drei Tage dauern. Falls Regen in Sicht sein sollte, ist es ratsam die gereinigte Fläche mit Folie abzudecken. Diese darf dabei nicht auf dem Boden aufliegen. Ganz einfach können dazu diverse Gartenmöbel an den Ecken aufgestellt werden, wo die Plane dann darüber gespannt wird.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Wichtig ist, auch alle Risse und sonstige Beschädigungen zu beseitigen. Dazu kann Spachtelmasse aus Beton verwendet werden. Die Pflastersteine und Terrassenplatten müssen dazu vollkommen trocken sein. Es darf keine Restfeuchte mehr vorhanden sein.„]

Weitere Vorarbeiten

Nach erfolgter Reinigung sind noch einige kleine Vorbereitungen zu treffen, bevor es mit dem Streichen der Pflastersteine losgehen kann. Dazu zählen

  • besonders glatte Flächen aufrauen
  • sonst hält Farbe schlecht
  • Abflüsse, Rohre, Türen abkleben
  • angrenzende Flächen mit Malerkrepp abdecken
Steine grundieren
Für ein optimales Ergebnis sollten Sie die Steine/Platten vor dem eigentlichen Anstrich grundieren.

Daneben sollte die Betonfläche auf ihre Saugfähigkeit getestet werden. Nach der Reinigung wird einfach etwas Wasser auf eine Stelle gegossen und beobachtet wie schnell es einzieht bzw. trocknet. Falls die Trocknung sehr unregelmäßig erfolgt, ist es ratsam sich vor dem Farbanstrich für eine Grundierung zu entscheiden. Dies sollte auch bei sehr stark verwitterten Flächen erfolgen, damit gleichmäßiges Auftragen der Farbe ermöglicht wird und die Lasur besser hält.

Grundieren

Zum Grundieren der Betonfläche sollte auch nur eine Spezialgrundierung für eben solche Flächen Verwendung finden. Dabei heißt nun allerdings nicht viel hilft viel, sondern

  • Grundierung dünn und regelmäßig auftragen
  • Verwendung des dünnflüssigsten Mischungsverhältnisses laut Verpackung
  • gut trocknen lassen
  • bei Außentemperatur von 15 °C mindestens 24 Stunden

Pflastersteine streichen: Anleitung

Es sollte zum Aufbringen der Farbe ein Tag ausgesucht werden, an dem kein Niederschlag fällt und die Außentemperatur mindestens bei 5 °C liegt. Weiterhin müssen die Terrassenplatten und Pflastersteine zum Streichen vollkommen trocken sein.

Betonplatten streichen
Beim Streichen ist ein Teleskopstiel ideal, denn er ermöglicht die Anpassung an die Körpergröße.

Nun gibt es, wie auch schon beim Aufbringen der Grundierung verschiedene Möglichkeiten:

  • für große Flächen Kurzflorrolle oder Schaumstoffrolle verwenden
  • Pinsel für kleine und unzugängliche Flächen ausreichend
  • alternativ Einsatz einer Farbspritze
  • Farbe gleichmäßig auftragen
  • nicht zu dick
  • Anweisungen des Herstellers beachten
  • Fugen zwischen Steinen mitstreichen
  • Farbe nicht kreuz und quer auftragen
  • sondern Reihe für Reihe
  • anschließend Fläche mindestens 24 Stunden nicht betreten
  • Trocknungszeiten laut Hersteller beachten

Sollte das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein, kann auch ein zweites Mal die Fläche gestrichen werden. Allerdings muss dazu die erste Farbschicht trocken sein.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Es sollte jedoch bedacht werden, dass der endgültige Farbton erst nach der vollständigen Trocknung der Farbe erscheint. Vorher kann er leicht matt oder milchig sein, also kein Grund gleich nochmal zu überstreichen.„]

Häufig gestellte Fragen

Müssen Pflastersteine oder Terrassenplatten von alten Farbanstrichen vorher befreit werden?

Natürlich, genauso wie beim normalen Malern. Dazu kann eine Drahtbürste oder Fassadenschleifer Verwendung finden. Alternativ können auch spezielle Lösungsmittel zum Abbeizen eingesetzt werden. Diese sollten jedoch vorher an einer unauffälligen Stelle getestet werden. Nach der Behandlung muss die gesamte Fläche mit klarem Wasser mehrmals abgespült werden. Es dürfen keine Reste der alten Farbanstriche mehr vorhanden sein.

Ist es auch möglich besonders glatte Betonflächen zu streichen?

Ja, selbstverständlich. Allerdings sollte nicht einfach nur die neue Farbe zum Streichen der glatten Pflastersteine oder Terrassenplatten genutzt werden, denn dadurch würde die Oberfläche noch glatter bei Regen. Daher ist es ratsam hier immer Texturzusätze zu verwenden. Diese werden einfach unter die Farbe gemischt. Nach dem Anstrich ist die Betonoberfläche rauer und rutschsicher.