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Pflanzzeit von Heidelbeeren: Blaubeeren richtig pflanzen

Heidelbeeren

Die blauen Beeren schmecken einfach köstlich und gesund sind sie allemal! Da ist der Wunsch verständlich, einen oder gleich mehrere Heidelbeersträucher im eigenen Garten zu kultivieren. Unter idealen Standortbedingungen könnten sie tatsächlich jahrzehntelang gute Ernten bringen. Doch diese Beerenpflanzen sind anspruchsvoll, ihre Pflanzung sollte genau geplant werden. In unserer Anleitung finden Sie die beste Pflanzzeit für Heidelbeeren und alle anderen Details dazu.

Standortbedingungen prüfen

Auch die beste Anleitung wird Ihnen nichts nützen, wenn Sie den Blaubeeren keinen geeigneten Standort im Garten bieten können. Beginnen Sie Ihre Planung daher mit diesem Punkt. Hier ist zu bedenken, dass die gezüchteten Kultursorten andere Ansprüche haben als die wildwachsenden heimischen Arten.

  • Heidelbeerstrauch Blaubeerstrauchsie mögen es sonnig
  • aber gleichzeitig auch windgeschützt

Schatten reduziert sowohl den Ernteertrag als auch den Vitamingehalt der Beeren. Halten Sie daher Ausschau nach einer sonnigen Gartenecke, mit einem hohen Zaun oder einer Hecke in der Nähe. Sie können den Wind ausbremsen, dürfen allerdings keinen Schatten werfen. Auch ein Platz an der warmen Südwand des Hauses ist bestens geeignet.

Hinweis: Ein geschützter Platz ist deswegen wichtig, damit der Wind die Erde nicht übermäßig austrocknet. Sollten Sie keinen geschützten Platz finden, müssen Sie bei Bedarf mit der Gießkanne für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt sorgen.

Bodenbeschaffenheit optimieren

Stimmen die Standortbedingungen, so kann es immer noch sein, dass der Boden nicht optimal ist. Klären Sie das ab, noch bevor Sie Jungpflanzen besorgen. Denn einige Bodenverbesserungsmaßnahmen benötigen Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Möglicherweise müssen Sie zuvor eine Bodenanalyse durchführen, um den pH-Wert zu bestimmen. Dieser sollte im sauren Bereich liegen, zwischen 3,5 und 4,5, denn Kalk ist Gift für Heidelbeeren.

Heidelbeerstrauch Blaubeerstrauch

Am einfachsten ist es, wenn Sie die Erde im Pflanzbereich ca. 40 cm tief ausheben und durch Rhododendrenerde ersetzen. Der Einsatz von Torf ist aus ökologischen Aspekten nicht zu empfehlen. Greifen Sie alternativ zu folgenden Mitteln, um den pH-Wert des Bodens zu senken:

  • Traubentrester
  • Nadelerde
  • Eichenlaubkompost
  • Eisensulfat
  • Schwefel
Tipp: Falls im Garten flächendeckend ein Kalküberschuss herrscht, sollten Sie den verbesserten Bodenbereich zusätzlich mit einem Erdwall schützen. So kann kein anderorts ausgeschwemmter Kalk über das Regen- oder Gießwasser zu den Wurzeln der Blaubeeren gelangen.

Ideale Pflanzzeit für Heidelbeeren

Auch wenn für Containerware jeder frostfreie Tag als möglicher Pflanztag genannt wird, sind die Jahreszeiten Frühjahr und Herbst am besten geeignet. Die Witterung ist weder extrem kalt, noch extrem heiß, milde Tage ermöglichen schnelles Anwurzeln. Wurzelnackte Pflanzen, deren günstigerer Anschaffungspreis ein überzeugendes Kaufargument ist, werden am besten im Herbst ins Beet gepflanzt. Sie sollten auch unverzüglich, am besten noch am Kauftag in die Erde kommen. Hier noch paar Hinweise zur Pflanzzeit von Heidelbeeren:

  • einen bedeckten Tag wählen
  • im Herbst früh pflanzen
  • Strauch soll noch vor dem ersten Frost anwurzeln können
  • für Herbstpflanzung sind ältere Pflanzen besser geeignet
  • im Frühjahr vor dem Neuaustrieb pflanzen
  • jedoch so spät wie möglich, um Frösten auszuweichen

Heidelbeeren

Wenn die ideale Pflanzzeit für die Heidelbeeren naht, ist es an der Zeit, sich um andere Details der Pflanzung zu kümmern. So muss das notwendige Werkzeug rechtzeitig bereitstehen, die Blaubeersorten ausgewählt und bestellt werden. Widmen wir uns nachfolgend diesen Punkten, bevor wir zu der Anleitung für die Pflanzung kommen.

Jungpflanzen besorgen

Kaufen oder vermehren Sie Jungpflanzen erst zur Pflanzzeit, damit Sie bei Ihnen daheim nicht lange stehen. Sie haben die Wahl zwischen heimischen Wildheidelbeeren, bot. Vaccinium myrtillus, und den aus der amerikanischen Blaubeere hervorgegangenen Kultursorten. Meist sind letztere in unseren Gärten anzutreffen, denn ihre Früchte sind saftig, fruchtig und größer als bei auf Vaccinium myrtillus. Vor allem färben Sie den Mundbereich nicht blau!

Sowohl Vaccinium myrtillus als auch Kreuzungen aus Vaccinium corybosum, der Amerikanischen Heidelbeere, sind selbstbefruchtend. Es genügt, wenn Sie nur eine Pflanze kultivieren. Doch hat es sich gezeigt, dass der Ertrag höher ausfällt, wenn mehren Sorten gepflanzt werden. So können Sie auch den Erntezeitraum ausdehnen, da die einzelnen Sorten zu etwas abweichenden Zeiten reifen. Haben Sie sich gegen die wilde Vaccinium myrtillus entschieden, sollten Sie noch wissen, dass Kulturheidelbeeren erst ab dem fünften Standjahr ordentliche Erträge liefern. Es kann sich lohnen, beim Kauf zu einer älteren Pflanze zu greifen, auch wenn der Kaufpreis höher ist.

Tipp: Auch wenn Sie die ersten Beerenfrüchte kaum erwarten können, entfernen Sie konsequent alle Blüten im Pflanzjahr. Die Pflanze soll ihre Energiereserven ausschließlich für die Anwurzelung verwenden, damit diese glückt.

Werkzeug breitstellen

Spaten, Schaufel, Grabegabel, Schubkarre, all das kann vonnöten sein, wenn es nicht nur um die Pflanzung, sondern auch um Bodenverbesserung geht. Stellen Sie sicher, dass Sie das Werkzeug rechtzeitig zur Verfügung haben.

Pflanzabstände einhalten

Heidelbeerstrauch BlaubeerstrauchIm Gegensatz zu Vaccinium myrtillus, den wilden Heidelbeeren, beanspruchen Kulturheidelbeeren mehr Raum. Da diese Beerenpflanze im Idealfall um die 30 Jahre alt wird, sollten Sie bereits bei der Pflanzung nicht nur den aktuellen, sondern auch zukünftigen Platzbedarf einkalkulieren. Das flachwurzelnde Wurzelwerk darf sich nicht in die Quere kommen. Sie selbst müssen gut alle Zweige erreichen, um sie abernten zu können. Messen Sie daher folgende Pflanzabstände aus:

  • zwischen zwei Reihen etwa 2,5 m
  • zwischen zwei Pflanzen einer Reihe etwa 1,5 m

Anleitung für die Pflanzung

Sie haben im Garten einen Platz gefunden, der beste Standortbedingungen bietet und alles Notwendige steht bereit, dann kann es losgehen:

  1. Falls noch erforderlich, verbessern Sie den Boden, wie zuvor beschrieben.
  2. Messen Sie bei Bedarf Pflanzabstände aus.
  3. Heben Sie die Pflanzlöcher aus. Da Blaubeeren in die Breite wurzeln, müssen Sie die Erde nicht tiefgründig auflockern und aus das Pflanzloch muss nicht sehr tief sein.
  4. Legen Sie eine Drainageschicht an, um Staunässe zu vermeiden. Da wir es hier mit Kalkabneigung zu tun haben, wählen Sie dafür Tonscherben und nicht Steine oder Kies.
  5. Setzen Sie die Pflanze ein, der Wurzelballen muss noch etwa 2 cm aus dem Pflanzloch herausschauen.
  6. Füllen Sie die Freiräume mit Erde aus. Schütteln Sie zwischendurch an der Pflanze, damit sich die Erde gut verteilt. Treten Sie den Strauch nicht fest!
  7. Gießen Sie die frisch gepflanzten Blaubeeren mit Regenwasser an. Leitungswasser ist zu kalkhaltig. Das Gießen mit Regenwasser sollten Sie auch für die Zukunft beibehalten oder alternativ das Leitungswasser entkalken.
  8. Verteilen Sie an der Wurzelbasis eine dicke Schicht Mulch. Das hält den Boden feucht und schützt im Winter vor Frost.

Umpflanzungen vermeiden

Heidelbeerstrauch BlaubeerstrauchDie Wichtigkeit, dass von Anfang an ideale Standortbedingungen und optimale Bodenbeschaffenheit vorliegen, wird auch von dem Umstand verdeutlicht, dass sich Heidelbeersträucher nicht gern umpflanzen lassen. Falls das nicht zu vermeiden ist, weil zum Beispiel die Erde zu kalkhaltig ist, sollte es bis zum Alter von höchstens fünf Jahren geschehen.

  • Strauch vorsichtig ausgraben
  • Erde komplett herausschütteln
  • Wurzelballen gut wässern
  • an neuen Standort pflanzen
  • bei Umpflanzung im Frühjahr Blüten entfernen

Blaubeeren im Kübel pflanzen

Kleinwüchsige Sorten wie „Blue Sapphire“, Brazel Berry“, „Lucky Berry“ und „North Country“ lassen sich auch gut in einem Kübel kultivieren. Die beste Pflanzzeit für Heidelbeeren ist im März oder April. Der Kübel sollte mindestens 30 Liter Volumen bieten und mind. 50 cm hoch sein. Heutzutage ist im Handel Moorbeeterde erhältlich, die ganz auf Torf verzichtet. Der „Boden“ im Kübel setzt sich aus drei Schichten zusammen:

  • zuunterst eine ca. 10 cm hohe Drainageschicht
  • aus Blähton, Tonscherben oder Holzhäcksel
  • es folgt torffreie Moorbeeterde aus dem Handel
  • alternativ eine Mischung aus Sand, Hornspänen und Laubkompost
  • zuletzt eine 5-10 cm Schicht aus Rindenmulch oder Rindenkompost