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How to: Paprika pikieren in 8 Schritten

Paprika pikieren

Das Pikieren von Paprika (Capsicum) ist simpel und mit der richtigen Schritt-für-Schritt-Anleitung auch ohne größeres gärtnerisches Know-how durchführbar. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die jungen Pflänzchen ganz einfach vereinzeln.

Warum Paprika pikieren?

Beim Vorziehen von Paprika werden die Samen in der Regel für die platzsparende Aussaat dicht nebeneinander verteilt. Da sie aber nach der Keimung und dem ersten Austrieb mehr Licht, Feuchtigkeit und insbesondere Platz zur Ausbreitung benötigen, sind sie zu pikieren. Das bedeutet, sie werden vorsichtig aus der Anzuchterde „herausgehoben“ und so eingepflanzt, dass sie mehr Platz vorfinden und sich nicht gegenseitig im Wachstum behindern.

Paprika in Topf säen
Für viele Gemüsesorten empfiehlt sich ein Vorziehen im Warmen, bevor sie ins Freiland umziehen dürfen.

Bester Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt um Paprika zu pikieren, hängt von dem Zeitpunkt der Aussaat und dem Wachstumsverlauf ab. Normalerweise werden die Capsicum-Samen zwischen Ende Februar und Ende März für das Vorziehen im Haus oder Gewächshaus ausgesät. Daraus ergibt sich ein bestimmter Zeitraum, wobei sich allerdings in erster Linie an die folgenden Merkmale des Wachstums orientiert werden sollte:

  • je nach Aussaattermin und Wuchsgeschwindigkeit zwischen Anfang April bis Anfang Mai
  • erreichte Höhe von mindestens fünf Zentimeter
  • erstes Paar an Laubblättern sollte gebildet sein
  • bei zu engem Stand früheres Vereinzeln möglich

Benötigte Utensilien

Um die jungen Pflänzchen gegebenenfalls sofort umsetzen zu können, sollten einige Utensilien vor Beginn griffbereit sein:

  • Pflanzentöpfe oder -schalen mit Mindestdurchmesser von zehn Zentimeter (pro Jungpflanzen ein Behältnis)
  • weiterhin mit nährstoffarmer Pikier-/Anzuchterde füllen
  • Pikierstab; alternativ sind auch Schaschlikspieße oder dünne Ästchen zu gebrauchen
  • Löffel
Utensilien zum Pikieren - Mit Erde gefüllte Töpfe und Pikierstäbe

Paprika pikieren: Anleitung

Wenn die ersten Laubblätter gebildet sind und die Mindesthöhe erreicht ist, kann es mit dem Vereinzeln wie folgend beschrieben, losgehen:

  • 1. Feuchten Sie die Erde um das Pflänzchen herum großzügig an. So lässt sich die Wurzel besser lösen.
  • 2. Stechen Sie nun mit dem Pikierstab schräg nahe dem Sämling in die Erde.
  • 3. Entnehmen Sie vorsichtig das Pflänzchen mit dem Stab.
  • 4. Mit Hilfe von Löffeln heben Sie die Paprika vollständig aus der Erde.

Wieder einpflanzen:

  • 5. Drücken Sie mit den Fingern eine etwa drei bis vier Zentimeter tiefe Mulch mittig in neue Töpfe.
  • 6. Jetzt setzen Sie die Pflanzen dort hinein, bedecken Sie mit Erde und drücken sie leicht an.
  • 7. Nun gießen Sie sie mäßig an. Besser noch ist es, die Erde zu besprühen.
  • 8. Abschließend stellen Sie die Keimlinge an einen hellen, warmen Standort ohne direktes Sonnenlicht.
Paprika pikieren

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Beim Einsetzen der pikierten Exemplare sollte unbedingt auf nach unten verlaufende Wurzeln geachtet werden. Dafür sind die Pflanzmulden entweder zu vergrößern oder die Wurzeln leicht zu stutzen/abzuschneiden.„]

Anschließende Pflege

Nachdem Pikieren sollten Sie den Paprika so pflegen:

  • Erde leicht feucht, aber nicht zu nass halten
  • zur Stabilisierung gegebenenfalls Stäbchen in Topf stecken
  • unbedingt vor Zugluft bewahren

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Bietet der Standort nicht ausreichend lange helles Licht, ist dies durch eine kühlere Temperatur auszugleichen. Grundsätzlich gilt: je dunkler der Standort, desto tiefer die Umgebungstemperatur – aber nie unter 15 Grad Celsius.„]

Häufig gestellte Fragen

Wie lange müssen die Paprika in der Pikiererde bleiben?

Wenn Sie sich an den empfohlenen Aussaattermin zwischen Februar und März halten sowie optimale Standort- und Pflegebedingungen erfüllen, haben die Pflänzchen in der Regel bis Mitte Mai ausreichend starke Wurzeln gebildet. Dann sollten sie in nährstoffreichere Erde umgepflanzt werden.

Können Paprika nach dem Pikieren nach draußen?

Ja und nein. Das Nachtschattengewächs sollte ab einer Temperatur von 15 Grad Celsius langsam an das UV-Licht von draußen gewöhnt werden. Grundsätzlich sollte ein durchgehender Aufenthalt im Freien frühestens ab den Eisheiligen Mitte Mai erfolgen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

Kann nach dem Pikieren in normale Blumenerde gepflanzt werden?

Theoretisch ja, praktisch ist das aber nicht empfehlenswert. Durch die nährstoffarme Pikier-/Anzuchterde wird hauptsächlich das Wachstum der Wurzeln begünstigt. Erst wenn diese stark genug sind, können sie ausreichend Nährstoffe für das oberirdische Wachstum aufnehmen. Kommen sie nach dem Pikieren direkt in nährstoffreiche Erde, bleiben die Wurzeln meist mickrig, was unter anderem auch die Fruchtbildung minimiert.