Gartengestaltung Gemüsegarten & Gemüse

Paprika säen: wann und wie vorziehen?

Paprika säen und vorziehen

Wenn der Frühling kommt, dann wird auch der Gemüsegarten wieder bestückt. Paprika sind da auch bei vielen Hobbygärtnern die erste Wahl. Denn das Gemüse ist schmackhaft und vielseitig und es lässt sich mit ein wenig Pflege eine reichhaltige Ernte erzielen. Auch im Kübel auf Balkon oder Terrasse gelingt die Kultivierung in der Regel. Doch wann ist der passende Zeitpunkt um die Paprika zu säen? Die folgende Anleitung erklärt, wie Paprikapflanzen idealerweise vorgezogen werden.v

Aussaat

Bevor die Samen gemäß der Anleitung ausgesät werden, sollten sie vorbehandelt werden. So ist es hilfreich, die Paprikasamen vor dem Säen in lauwarmen Wasser für ein bis zwei Tage einzuweichen. Danach wird beim Säen wie folgt vorgegangen:

  • Paprikasamengut durchfeuchtetes Substrat nutzen
  • allerdings nicht nass
  • Paprika nur dosiert säen
  • ein bis höchstens drei Samen pro Topf
  • auf Erde auflegen
  • danach dünn mit gesiebtem Substrat bedecken
  • warmes Wasser mittels Sprühflasche aufgeben
  • an gewünschten Standort stellen
Tipp: Bei Paprika handelt es sich um Selbstbefruchter, so dass es kein Problem ist, die Samen von eigenen Früchten, ob selbst angebaut oder im Handel für den Verzehr gekauft, zu nutzen. Hierbei werden diese, wenn die Früchte Ihnen gut schmecken bei der Verarbeitung einfach zur Seite gelegt und gut getrocknet. Nach dem Trocknen sollten Sie die Samen in einem dunklen, trockenen Gefäß aufbewahren.

Bodenbeschaffenheit

Für die Erde in den Anzuchttöpfen reicht es aus, wenn hier normale Anzuchterde aus dem Handel gewählt wird. Alternativ kann auch ein wenig Gartenerde mit Sand und wenig Kompost gemischt und auf die Töpfe verteilt werden. Werden die Pflanzen später ins Freiland gepflanzt, sollte hier der Gartenboden gut aufgelockert und mit Kompost für den ersten Wachstumsschub angereichert werden. Ein weiteres Düngen ist über den Sommer nicht mehr erforderlich. Paprikapflanzen sind einjährig und gehen im Herbst nach der letzten Ernte ein.

Tipp: Haben Sie keine Zeit oder Lust, Samen von eigenen oder für die Küche gekauften Paprika zu sammeln und zu trocknen, so können Sie auch im Gartenfachhandel viele verschiedene Samen von schmackhaften Sorten erwerben, die bereits getrocknet sind und vor dem Aussäen nur noch im Wasserbad getränkt werden müssen.

Passende Gefäße

Anzuchterde KaltkeimerFür das Vorziehen aus Samen werden nicht extra Töpfe benötigt. Hier reichen auch Eierkartons, kleine Joghurtbecher und ähnliche Gefäße völlig aus. Idealerweise werden in den Boden kleine Löcher gestochen, damit Staunässe beim Gießen vermieden werden und das überschüssige Wasser nach unten heraustropfen kann. Damit Wasserpfützen vermieden werden, können die Töpfchen auf kleine Teller oder Plastikdeckel gestellt werden. Da nach Anleitung zum Vorziehen in jeden Topf nur ein Samen gesteckt werden sollte, um das Auspflanzen später zu erleichtern, müssen die gewählten Gefäße nicht besonders groß sein.

Idee: Wenn Sie kompostierbare Anzuchtgefäße verwenden, die Sie im gut sortierten Gartenfachhandel erhalten, dann können Sie die jungen Pflanzen später mit den Töpfen an ihren Standort pflanzen. So werden die Wurzelballen nicht beschädigt.

Standort

Für das Vorziehen gemäß der Anleitung können verschiedene Standorte gewählt werden. Diese müssen allerdings wind- und wettergeschützt sowie warm und hell sein, damit die Keimlinge sich schnell aus der Erde strecken. So sind die folgenden Standorte für die Vorzucht der Paprika-Pflanzen gut geeignet:

Fensterbank

Auf der Fensterbank ist es einfach, die kleinen Anzuchtöpfe mit den Samen der Paprika aufzustellen, vor allem auch dann, wenn weder Gewächshaus noch Frühbeetkasten zur Verfügung stehen. Beim Vorziehen auf der Fensterbank sollte wie folgt vorgegangen werden:

Paprika
Quelle: Suyash Dwivedi, Bhut jolokia 10 days old plant, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0
  • Südfenster ist ideal
  • vorbereitete Töpfe oder Anzuchtschalen aufstellen
  • mit Folie bedecken
  • so wird feuchtwarmes Klima erzeugt
  • ideal ist auch über einer Heizung
  • wenn Fensterbank kalt, Heizmatte unterlegen
  • Keimtemperatur für Boden bei 25° Celsius
  • Schimmelbildung vermeiden, täglich Folie lüften
  • Erde immer feucht halten
  • nach zwei bis drei Wochen spießen Keimlinge

Zeigen sich in den Töpfen die ersten Keimlinge, werden die Folien ganz entfernt. Die Erde muss nun weiterhin immer gut feucht gehalten werden. Staunässe hingegen muss vermieden werden. Sobald im Mai die Eisheiligen und somit die letzten Nachtfröste vorbei sind, können die jungen Pflanzen ins Gartenbeet oder den Topf auf Balkon oder Terrasse umziehen.

Tipp: Vor dem Auspflanzen können die Jungpflanzen täglich für einige Stunden ins Freie gestellt werden, damit sie hier Abhärten können.

Frühbeetkasten

Damit die Paprikapflanzen später einfacher ins Freiland gesetzt werden, sollten sie im Frühbeetkasten nicht direkt in die Erde, sondern auch hier in kleinen Töpfen ausgesät werden. Der Kasten sollte unbedingt in der vollen Sonne stehen, da die Samen nur Keimen, wenn die Umgebungstemperatur warm genug ist. Bei der Anzucht im Kasten sollte auf das Folgende geachtet werden:

Paprika Anzucht
Quelle: Suyash Dwivedi, 30 days plant Bhut jolokia, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0
  • Paprika in Töpfe säen
  • Erde immer feucht halten
  • Frühbeetkasten immer zugedeckt lassen
  • an trockenen Tagen kurz lüften
  • sonst könnte sich Schimmel bilden
  • bei ersten Keimlingen öfter offen lassen
  • Sonne darf die zarten Pflanzen nicht verbrennen
  • eventuell mit Abdecknetz schützen
  • Erde weiter feucht halten
  • im Mai nach den Eisheiligen ins Freiland pflanzen

Hinweis: In einem kalten, verregneten Frühjahr lohnt sich für Sie die Anzucht im Frühbeetkasten nicht, da es dann für die Samen zu kalt zum Keimen ist. Dann sollte besser die Fensterbank bevorzugt werden.
 

Gewächshaus

Im Gewächshaus können die Samen direkt in die Erde gesät werden. Denn hier können die Pflanzen verbleiben, auch wenn sie größer geworden sind und kurz vor der Ernte stehen. Der Vorteil einer Zucht im Gewächshaus ist der, dass die Pflanzen hier auch in einem verregneten Sommer eine gute Ernte erzeugen können, da sie geschützt vor Wind und Wetter sind. Nur wenige Sonnenstrahlen können das Gewächshaus zudem aufheizen und bringen so bereits früh die gewünschte Wärme von mindestens 25° Celsius. Beim Säen der Paprika sollte hier das Folgende beachtet werden:

  • Paprika-Pflanzen in der Regel schlank und hoch
  • zwischen den Samen Abstand von 50 cm rundherum
  • werden mehr gesät, später pikieren
  • Beet gut feucht halten
  • nach dem Säen mit Folie abdecken
  • täglich gegen Schimmelbildung lüften
  • zeigen sich erste Keimlinge, Folie entfernen
  • weiterhin gut gießen
  • gegen Schnecken schützen
Paprikapflanze
Quelle: GT1976, 2018-06-01 (135) Capsicum (pepper) at Bichlhäusl in Frankenfels, Austria, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0

Zeigen sich die ersten kleinen Pflanzen, dann können diese für ein gerades Wachstum mit einem Stock gestützt werden. Die Erde muss weiterhin immer gut gewässert werden. Wird es im Mai und Juni wärmer, kann das Gewächshaus auch geöffnet und so besser durchlüftet werden. Die Pflanzen selbst müssen hier nicht verpflanzt werden.

Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt, um mit dem Vorziehen der Paprika zu beginnen und diese zu säen ist der März. Wichtig ist hierbei, dass die Samen nicht im Freiland ausgestreut werden, denn hier ist es noch zu kalt. Daher ist es unumgänglich, mit einer Vorzucht auf der Fensterbank, im Frühbeetkasten oder einem Gewächshaus zu beginnen. Warum ein früherer Zeitpunkt nicht gewählt werden sollte, auch bei einer Vorzucht im Topf, hat die folgenden Gründe:

  • im Februar noch insgesamt zu dunkel
  • Helligkeitsmangel wirkt sich nachteilig aus
  • Keimlinge werden nur langstielig
  • schwache Triebe bilden sich
  • Keimblättchen leiden unter Chlorophyllmangel
  • wird auch vergeilen genannt
Hinweis: Werden die Paprikapflanzen im März auf der Fensterbank vorgezogen, hat dies den Vorteil, dass die Pflanzen frühe Blüten ansetzen und so schneller erntereif werden. Zudem sind die jungen Pflanzen vor Schnecken, Regen und Wind geschützt.