Zimmerpflanzen Orchideen

Orchideen ohne Erde in Wasserkultur: Pflege

Orchidee in Wasserkultur

Orchideen mit ihren filigranen Blüten lassen so manches Herz höher schlagen. Allerdings ist die Pflege nicht so einfach. Viel leichter und mit der richtigen Anleitung auch für Anfänger geeignet, ist es, die Orchidee in Wasserkultur zu halten.

Wasserkultur ohne Erde

Orchideen brauchen zum Wachsen nicht unbedingt ein Substrat. Diese exotischen Schönheiten kommen in den tropischen Regenwäldern ihrer Heimat hauptsächlich als Epiphyten vor. Sie wachsen oberirdisch als „Aufsitzer“ auf anderen Pflanzen, in der Regel auf den Ästen von Bäumen. Dort halten sie sich mit ihren Wurzel fest. In der letzten Zeit hat sich auch bei diesen „Diven“ eine hydroponische Kultur, sprich eine Hydro- oder Wasserkultur ohne Erde durchgesetzt.

Vorteile der Hydrokultur

  • Schaffung optimaler Wachstumsbedingungen
  • insbesondere hinsichtlich benötigter Feuchtigkeit bzw. Nährstoffe
  • gut geeignet für bereits erkrankte und geschwächte Pflanzen, die zu lange feucht standen
  • kein Risiko durch im Boden vorhandene Pilze und Bakterien
  • geringere Wahrscheinlichkeit eines Befalls mit Pflanzenschädlingen
Vanda-Orchidee
Vanda-Orchidee

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Eine Kultur im Wasser ist nicht für alle Orchideen geeignet, besonders jedoch für epiphytisch wachsende Sorten wie verschiedene Arten der Vanda, Aerides, Neofinetia oder Ascocentrum.„]

Pflege-Anleitung

Natürlich bedarf auch eine Orchidee ohne Erde regelmäßige Pflege. Lesen Sie hier, was es beim Gießen, Düngen und Schneiden in Wasserkultur zu beachten gilt.

Wasserversorgung sicher stellen

In der Regel nehmen epiphytisch wachsende Orchideen die benötigte Feuchtigkeit größtenteils aus der Luft auf. Daher ist es wichtig neben den richtigen Wassergaben, die Luftwurzeln der exotischen Schönheiten zusätzlich mit Wasser zu besprühen. Das Wasser muss lauwarm und kalkfrei sein. Dazu eignet sich besonders gut Regenwasser, abgestandenes oder abgekochtes Wasser. Während der Blütezeit kann dem Sprühwasser alle drei bis vier Wochen etwas Orchideenflüssigdünger zugesetzt werden. Weiterhin ist beim Besprühen zu beachten:

  • Sprühflasche auf feinste Stufe stellen
  • Pflanze morgens besprühen
  • dadurch kann sie tagsüber gut abtrocknen
  • Blüten dabei nicht benässen
  • eventuell von Herzblättern oder Blattachseln noch vorhandenes Wasser entfernen
  • kann sonst zu Fäulnis kommen

Das Besprühen der Orchidee kann lediglich die Luftfeuchtigkeit rund um der Pflanze erhöhen, ersetzt aber nicht die regulären Wassergaben. Dazu ist eine richtige Anleitung notwendig:

  • während Wachstumsphase ein- bis zweimal wöchentlich durchdringend wässern
  • Wurzeln dürfen nicht austrocknen
  • bei grünen Wurzeln keine Wassergaben notwendig
  • im Abstand von zwei bis drei Tagen Wasser in Behältnis füllen
  • Orchidee aus Topf nehmen und in Behältnis setzen
  • Pflanzenherz und Blattachseln dürfen nicht benetzt werden
  • Wurzeln müssen sich gut vollsaugen
  • Wurzeln abtropfen lassen und wieder ins Behältnis setzen
  • während Ruhezeit im Winter nur alle zwei Wochen gießen
Orchidee in Wasserkultur

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Einige Hobbygärtner lassen die Orchidee auch ständig im Wasser stehen und wechseln lediglich einmal wöchentlich das Wasser. Der Wasserstand sollte dann nicht mehr als ein bis zwei Zentimeter betragen.„]

Dünger gut dosieren

Natürlich müssen einer Orchidee in Wasserkultur auch regelmäßig Nährstoffe zugeführt werden, denn es ist kein Substrat vorhanden, aus dem die Pflanze ihre benötigten Nährstoffe ziehen kann. Auch wenn die exotischen Blühwunder zu den Schwachzehrern zählen, sind besonders während der Blüte -und Wachstumszeit, also zwischen Juni und November, regelmäßige Nährstoffgaben notwendig:

  • nur flüssigem Spezialdünger für Orchideen verwenden
  • keinen normalen Blumendünger einsetzen
  • Flüssigdünger dem Tauch- oder Gießwasser zusetzen
  • während Blüte- und Wachstumszeit alle zwei bis drei Wochen
  • Wurzeln dabei rund 10 Minuten in Düngerlösung stehen lassen
  • müssen sich gut vollsaugen können
  • bei Herstellung Düngerlösung nur halbe Menge verwenden, die für Orchideenkultur in Substrat angegeben ist
  • sonst ist Salzgehalt zu hoch
  • während Vegetationsruhe von Dezember bis Januar Düngung einstellen
  • lediglich dauerblühende Orchideen auch im Winter düngen
  • dann allerdings nur alle 6 bis 8 Wochen

Bei gerade neu in Wasserkultur gesetzte Orchideen sollte mit der ersten Düngergabe vier bis sechs Wochen gewartet werden.

Rückschnitt nicht vergessen

Auch eine Orchidee in Kultur ohne Erde braucht dann und wann einen Rückschnitt. Dieser gehört auch bei einer Hydrokultur dazu. Dabei muss vorsichtig und besonnen vorgegangen werden:

  • kein Rückschnitt von grünen Pflanzenteilen
  • Schnittwunden können Krankheiten begünstigen
  • dadurch auch Einlagerung von Nährstoffresten in Wurzeln und Bulben blockiert
  • daneben können diese Pflanzenteile faulen
  • nur abgestorbene Luftwurzeln, Blätter, Bulben und Triebe abschneiden
  • gelbe, vertrocknete Blätter nicht schneiden, sondern vorsichtig rausdrehen
  • auf Schnittwunden Gesteinsmehl, Holzkohlenasche oder Zimt geben
Luftwurzeln an Orchideen schneiden

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Verwenden Sie zum Schneiden der Orchidee (und von Pflanzen generell) nur scharfes und desinfiziertes Schnittwerkzeug. So senken Sie das Infektionsrisiko erheblich.„]

Richtige Standortwahl

Für ein gutes Wachstum und eine bedarfsgerechte Pflege benötigt eine Orchidee bei einer Kultur ohne Erde eine hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 Prozent. Sonst können die Wurzeln leicht austrocknen. Daneben wird auch viel Licht benötigt. Allerdings ist eine direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Bei der Wahl des Standortes sollte Folgendes berücksichtigt werden

  • hell, aber absonnig
  • Schutz vor praller Mittagssonne
  • im Winter eventuell Zusatzbeleuchtung notwendig
  • Ost- oder Westfenster oder klimatisierte Pflanzenvitrine optimal
  • alternativ im Wintergarten oder feuchtwarmen Badezimmer platzieren

Häufig gestellte Fragen

Wie werden Orchideen auf eine Hydrokultur vorbereitet?

Zuerst werden die Orchideen vorsichtig aus dem Topf gehoben und sämtliches Substrat wie Moos oder Rindenstücke sorgfältig entfernt. Danach werden die Wurzeln gründlich mit Wasser abgespült. Es dürfen keinerlei Anhaftungen mehr vorhanden sein. Anschließend werden mit einer scharfen und desinfizierten Schere alle faulen und toten Wurzeln weggeschnitten. Falls vermehrt faule Wurzelabschnitte vorhanden sind, sollte dem Wasserbad etwas Zimt, Wasserstoffperoxid oder Anti-Pilz-Pulver zugesetzt werden, um die Wurzeln besser zu desinfizieren.

Welche Behälter eignen sich für eine Kultur ohne Erde?

Es eignet sich eigentlich jedes Behältnis. Allerdings sieht eine Orchidee in Wasserkultur in einem Glas, besonders einem Hyazinthenglas schön aus. Hier besteht auch die Möglichkeit, das Wachstum der Pflanze zu beobachten. Besonders tief muss der Behälter nicht sein. Allerdings wären leicht hochgewölbte Seiten hilfreich, um der Orchidee einen sicheren Stand zu geben. Alternativ können auch einige Tonkiesel am Bodengrund die Wurzeln stützen. Daneben kann so auch Fäulnis verhindert werden.

Was muss beim Einsetzen der Orchidee beachtet werden?

Die Wurzeln müssen gut ausgebreitet im Behältnis Platz finden. Daneben ist darauf zu achten, dass die Blätter und ebenfalls der Blütenstiel über den Gefäßrand hinausragen. Ansonsten gelangt zu wenig Sauerstoff an Blätter und Blüten. Es kann dann schnell zu Pilzinfektionen kommen. Mit einer Hand am Wurzelhals kann die Pflanze dabei gut fixiert werden. Die beste Zeit um eine Orchidee in Wasserkultur zu bringen, ist entweder vor oder nach der Blüte.