Oleander

Im Mittelmeergebiet und in fast allen warmen Gebieten der Erde stehen Oleander überall und wachsen wild. Der Blütenreichtum und die schiere Größe der Pflanzen sind beeindruckend. In unserem mitteleuropäischen Klima sind diese Gewächse leider nur als Kübelpflanzen kultivierbar. Sie vertragen keinen Frost. Bei der Pflege ist genau diese Überwinterung der heikle Punkt. Während der Zeit breiten sich häufig Krankheiten und Schädlinge aus. Werden sie nicht oder zu spät erkannt, können sie große Schäden anrichten. Gleiches gilt aber auch für Schädlingsbekämpfungsmittel. Auf diese reagieren Oleander mitunter auch sehr schlecht. Was beachtet werden muss, lesen Sie im folgenden Text.

Kurzer Steckbrief des Oleanders

  • Oleander – auch Rosenlorbeer genannt
  • Familie der Hundsgiftgewächse – alle Teile sind giftig, auch der Pflanzensaft
  • Heimat – Mittelmeergebiet und Orient
  • Immergrüne verholzende Pflanze
  • Kann bis 3 m hoch werden
  • Längliche, ledrige, dunkelgrüne Blätter
  • Blüte von Juni bis September
  • Mehrere Blüten in trugdoldigen Blütenständen
  • Blütenfarben – weiß, elfenbein, gelblich, aprikot, lachs, sowie verschiedene Rosa- bis Violetttöne
  • Einfache und gefüllte Sorten
  • Zahlreiche Sorten mit Blütenduft

Schädlinge und Krankheiten beim Oleander bekämpfen

Eigentlich sind Oleander sehr robuste Pflanzen. Sie wachsen in vielen Ländern wild und kommen ohne jede Pflege aus. Selbst wenn sie als Hecke an Straßen und Autobahnen stehen, müssen sie meist ohne jede Pflegemaßnahmen auskommen. Trotzdem gedeihen die Pflanzen und blühen jedes Jahr zuverlässig. Im Kübel allerdings, sind sie nicht ganz so pflegeleicht. Pflegefehler führen zur Schwächung der sonst sehr robusten Pflanzen und machen sie angreifbar. Krankheiten und Schädlinge können sich breit machen. Das gilt es zu verhindern, bzw. müssen diese beizeiten erkannt werden. Je früher man einschreitet, umso einfacher gelingt es. Haben sich die Erreger und Plagegeister erst einmal richtig vermehrt, wird es schwierig. Dazu kommt, dass Oleander auf Insektizide und auf Spritzmittel zur Krankheitsbekämpfung mitunter sehr schlecht reagiert.

Krankheiten beim Oleander

rot blühender OleanderEs gibt einige typische Krankheiten, die bei Oleander auftreten. Egal, wie gut die Pflanzen gepflegt werden, gegen Bakterien und Pilze kann man vorbeugend, außer gut zu pflegen, nicht viel tun. Oft schleppt man sich die Krankheiten beim Kauf schon ein. Pflanzenschutzmittel sorgen dafür, dass die Oleanderpflanzen gesund aussehen. Die Krankheiten sind aber schon an oder in der Pflanze. Sie werden recht schnell sichtbar.

Oleanderkrebs – Pseudomonas
Oleanderkrebs wird durch Bakterien ausgelöst. Diese befinden sich in der Pflanze direkt und bewegen sich im Saftstrom. Fast alle Oleander weltweit tragen diese Bakterien in sich. Die Symptome sind häufig nur an einzelnen Trieben sichtbar. Zu erkennen sind Wucherungen an den Trieben, aber auch an Blättern und Blütenständen.

  • Blüten und Knospen zeigen die ersten Symptome.
  • Blütenstände verkümmern bei ihrer Entwicklung
  • Es entstehen Verdickungen, sie werden schwarz und die Knospen platzen
  • Entweder öffnen sich nur verkrüppelte Blüten oder sie gehen gar nicht erst auf
  • Es entstehen auch nur verkrüppelte Samenkapseln
  • Triebe platzen längs auf
  • Sichtbar werden blumenkohlartige Wucherungen
  • Bei großen Wucherungen kann der Trieb an dieser Stelle abknicken
  • Die Blätter zeigen braune Stellen, die immer größer werden und schließlich aufplatzen
  • Das Blatt krümmt sich, die Mittelrippe platzt auf

Bekämpfung
Es gibt keine Mittel, die für Hausgärten zugelassen sind. Man muss mit der Krankheit leben und das Beste daraus machen. Es gibt einige Maßnahmen, um die Krankheit in den Griff zu bekommen. Ganz auslöschen kann man sie nicht, denn das Bakterium steckt in der Pflanze.

  • Oleanderkrebs kann man nur durch radikale Schnittmaßnahmen bekämpfen.
  • Ein schwacher Befall mit dem Oleanderkrebs ist nicht so schlimm. Viele Sorten des Oleanders kommen mit der Erkrankung zurecht und treiben auch nach einem Schnitt zuverlässig wieder aus.
  • Schnittabfälle keinesfalls auf dem Kompost entsorgen, so breitet sich die Krankheit weiter aus.
  • Bei starkem Befall die betroffenen Triebe bis ins gesunde Holz hinein zurückschneiden.

OleanderTipp – Beim Schneiden ist es unerlässlich, desinfizierte Werkzeuge zu verwenden, damit nicht noch mehr Krankheiten auf die schon geschwächte Pflanze übertragen werden. Auch nach dem Schnitt müssen die Werkzeuge gründlich desinfiziert werden. Die Werkzeuge sind Hauptüberträger der Krankheit.

Trockenfäule – Ascochyta
Die Trockenfäule ist eine Pilzerkrankung, die meist bei der Überwinterung auftritt. Befallen werden alle oberirdischen Teile der Pflanze, besonders die weichen. Häufig stirbt der Oleander dadurch ab. Meist werden die Blütenstände befallen, die scheinbar vertrocknen. Sie sterben ab und die Trockenzonen wandern weiter, einfach am Trieb entlang, immer in Richtung Basis.

  • Es können auch Triebe ohne Blüten befallen werden.
  • Zu erkennen sind da eine oder mehrere braune Stellen am Trieb.
  • Der über den Flecken liegende Trieb ist verloren und stirbt ab.
  • Gelangt der Pilz zur Basis, ist die gesamte Pflanze bedroht und häufig nicht mehr zu retten.

Der Pilz verbreitet sich durch Sporen und diese wiederum durch Wasser. Die Sporen dringen durch Verletzungen ein. Kleine Wunden entstehen auch, wenn ein Blatt oder der Blütenstand abfällt. Weiches Gewebe ist besonders anfällig für die Pilze. Tritt die Erkrankung meist auch im Winterquartier auf, kann sie in verregneten Sommern auch im Freiland zum Problem werden. Die Pilzsporen werden mit dem Regen verbreitet und laufen die Pflanze entlang nach unten. Besonders empfänglich sind Pflanzen, die sehr dicht bewachsen sind und bei denen sich die Nässe im Inneren hält.

Bekämpfung
Auch hier hilft nur ein radikaler Schnitt. Der oder die befallenen Triebe müssen herausgeschnitten werden. Der Schnitt muss bis ins gesunde Holz gehen. Es gilt zu verhindern, dass sich der Pilz bis zur Basis vorkämpft. Alles oberhalb der befallenen Stelle ist verloren und muss abgeschnitten werden. Die Triebe wieder im Hausmüll entsorgen oder verbrennen. Keinesfalls auf den Kompost geben.

  • Außerdem kann man noch etwas zur Vorbeugung oder Gesunderhaltung tun, damit die so gestärkten Pflanzen sich gegen den Befall besser zur Wehr setzen können.
  • Regelmäßige Spritzungen mit pilzabtötenden Mitteln, mindestens aber vor dem Einräumen im Herbst
  • Wichtig ist, dass die Pflanzen tropfnass besprüht werden. Das Mittel muss an den Trieben herunterlaufen.
  • Die Basis des Oleanders mit einem Fungizid einstreichen, welches auch im Obstanbau genutzt wird. Der weiße oder braune Belag, der je nach Mittel dabei entsteht, kann von den Pilzen nicht durchdrungen werden. So ist der Oleander an der wichtigsten Stelle geschützt.
  • Schnittstellen nach einem Schnitt bis in das gesunde Holz mit einem fungizidhaltigen Baumwachs versiegeln.
  • Im Herbst nach Möglichkeit nicht schneiden, da sich der Pilz im Winterquartier besonders gut ausbreitet. Die Wunden sind ideale Eintrittspforte.

Tipp – Am besten wählt man Oleanderpflanzen mit einer stark verholzten Basis aus. Diese haben besonders Pflanzen, die aus Stecklingen gezogen wurden.

Grauschimmel
OleanderblattAuch der Grauschimmel ist eine Pilzerkrankung. Im Vergleich zu den beiden oben genannten Erkrankungen ist Grauschimmel aber relativ harmlos. Dieser Pilz tritt hauptsächlich bei gefüllt blühenden Oleanderarten auf und das auch bevorzugt im Winterquartier. Grauschimmel tritt ausschließlich am Blütenstand auf, an vertrockneten Blüten, die beim Einräumen nicht entfernt wurden. Häufig tritt der Schimmel auch bei längeren Regenperioden im Sommer, bei hoher Luftfeuchtigkeit auf. Es können alle Blütenstände einer Pflanze betroffen sein und absterben.

Bekämpfung

  • Regelmäßig die abgeblühten und vertrockneten Blüten vom Blütenstand entfernen.
  • Vor dem Einräumen im Herbst die gesamte Pflanze ausputzen.
  • Selbstreinigende Oleandersorten haben mit der Graufäule keine Probleme und sollten bevorzugt werden
  • Hilfreich sind auch Spritzungen mit Mitteln gegen Pilze

Schädlinge am Oleander

Schädlinge machen sich gern während der Überwinterung über die Oleanderpflanzen her. Während der dunkleren Jahreszeit sind die Bedingungen im Quartier häufig nicht ideal und das schwächt die Pflanzen. Schädlinge nutzen das gnadenlos aus. Hier ist es wichtig, dass regelmäßig auf einen Befall kontrolliert wird. Rechtzeitiges Entdecken und Einschreiten verhindert meist schlimmeres.

Welche Schädlinge treten auf?

  • Blattläuse – machen auch vor Oleander keinen Halt, sind aber relativ einfach zu bekämpfen. Blattläuse saugen Pflanzensaft und übertragen Krankheiten.
  • Spinnmilben – befallen gerne besonders geschützt stehende Oleander und die im Haus, besonders bei der Überwinterung. Sie saugen an den Pflanzen und schwächen sie so massiv. Spinnmilben sind die gefährlichsten Schädlinge für Oleander.
  • Wollläuse – recht selten auftretende Schädlinge, aber nicht zu unterschätzen. Mit der Zeit vermehren sie sich stark und können große Schäden anrichten. Sie saugen Pflanzensaft.
  • Schildläuse – gut getarnte und durch ein Schutzschild geschützte Plagegeister, die man häufig erst einmal übersieht. Treten sowohl im Freiland, als auch im Haus auf. Auch sie saugen Pflanzensaft.

Woran sind die Schädlinge zu erkennen?

Spinnmilben
Schwarze BlattläuseSpinnmilben treten sehr häufig auf. Dazu kommt, dass sie auch sehr schwierig zu entdecken sind. Da hilft ein kleiner Trick. Mit der Sprühwasserflasche werden die frischen Triebe, Triebenden, Knospen und Blüten eingesprüht. Zeigen sich kleine, sehr feine Gespinste, stammen die in der Regel von Spinnmilben. Wenn man die Gespinste schon mit bloßem Auge sieht, also ohne die feinen Wassertröpfchen, welche die Netze sichtbar machen, dann haben sich die Schädlinge schon sehr vermehrt und ausgebreitet. Dann ist es höchste Zeit einzuschreiten. Außerdem sind die Schädlinge am Blatt selbst zu erkennen, an den hellen und weißen Sprenkeln entlang der Mittelrispe. Die meisten Spinnmilben sitzen an der Blattunterseite. Nach einiger Zeit wirkt das gesamte Blatt silbrig.

Wollläuse
Wollläuse sind an den weißen, watteähnlichen kleinen und größeren Punkten an Blättern, Trieben, Austrieben und im Wurzelbereich zu erkennen. Kleine Punkte sind einzelne Insekten, größere sind meist Nester. Sie bestehen aus einem weißlichen Wachsbelag, den Ausscheidungen. Wollläuse saugen Pflanzensaft

Schildläuse
Schildläuse sind braune bis schwarze, etwa 3 mm große ovale Flecken auf den Trieben und Blättern, meist an der Unterseite. Die Läuse tarnen sich so gut, dass sie meist gar nicht wahrgenommen werden. Was auffällig ist, sind ihre Ausscheidungen. Die klebrige Substanz, die auf den Boden um die Pflanze oder auf darunter liegende Blätter fällt, nennt sich Honigtau.  Im Sommer, wenn die Pflanzen draußen stehen, sieht man auch eine Menge Ameisen am Oleander, die an dem Saft naschen. Auch der Honigtau ist gefährlich, da auf ihm mit der Zeit Rußtaupilze siedeln. Diese schwächen den Oleander zusätzlich und sind an dem schwarzen Belag zu erkennen.

Blattläuse
Blattläuse machen ja so gut wie vor keiner Pflanze halt, so auch nicht vor Oleander. Sie treten im Freiland und im Haus auf und sind an Neutrieben und Blütenständen zu finden. Sie siedeln nur an den weichen Teilen des Oleanders, bei den harten haben sie keine Chance. Dafür sind ihre Werkzeuge zu schwach. Das Saugen ist weniger schädigend, obwohl dabei Krankheiten übertragen werden können. Weit schädigender sind die Ausscheidungen. Der klebrige Saft lockt Ameisen an, die Blattläuse regelrecht als Herde züchten und melken. Rußtaupilze werden gefördert und es kommt zu Blattverfärbungen, Trieb- und Blütenanomalien.

Was kann man gegen die Schädlinge tun?

OleanderSpinnmilben

  • Pflanzen im Sommer in den Wind stellen. Wo Luftbewegung ist, sind weniger Spinnmilben vorhanden.
  • Außerdem ist es sinnvoll, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Bei starkem Befall ist das meist sinnlos.
  • Meist kommt man nicht ohne chemische Hilfsmittel aus.
  • Bei regelmäßigem Gebrauch helfen Mittel auf Rapsölbasis, allerdings sind 3 Anwendungen im Jahr nötig, damit sie auch helfen. Die Spritz- bzw. Sprühmittel überziehen die Schädlinge mit einem Film, unter dem sie ersticken, weil die Luft zum Atmen fehlt. Wichtig ist, alle Teile zu benetzen. Nicht bei Sonne durchführen!
  • Ideal ist, im Frühjahr beim Ausstellen und im Herbst beim Einstellen zu sprühen. Sollten zwischendurch doch Spinnmilben auftreten, noch einmal behandeln. Nach 10 Tagen wiederholen, um die frisch aus den Eiern geschlüpften Jungtiere zu erwischen.

Schildläuse

  • Läuse einzeln mit einem Zahnstocher oder Schaschlikspieß und einem Lappen, der mit Schmierseife getränkt ist, entfernen. Das ist eine zeitaufwändige Arbeit und meist erwischt man nicht alle.
  • Alternativ kann der Oleander mit einer Schmierseifenlösung bespritzt werden. So werden die Plagegeister vom Untergrund abgelöst und können dann mit einem scharfen Wasserstrahl einfach abgespritzt werden. Die Lauge muss etwas einziehen.
  • Alternativ eignen sich die Mittel gegen Spinnmilben auf Rapsölbasis.
  • Auch hier hilft meist nur Chemie. Systemisch wirkende Mittel helfen zwar, aber viele Oleander vertragen sie nur schlecht.
  • Bei den systemischen Mitteln nimmt die Pflanze das Gift auf. Der Schädling sticht sie an und saugt den Pflanzensaft, der das Gift enthält, aus. Das ist tödlich.

Wollläuse

  • Selbe Maßnahmen wie bei Schildläusen

BlattläuseBlattläuse

  • Am wenigsten aufwändig ist, die Läuse mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspritzen. Die Behandlung muss meist einige Male wiederholt werden.
  • Insektizide helfen ebenfalls. Die Läuse sterben ab. Nach ein paar Tagen den klebrigen Honigtau mit einem Wasserstrahl entfernen.
  • Pflanzenschutzstäbchen helfen vorbeugend. Es sind systemisch wirkende Mittel, die von der Pflanze aufgenommen werden. Bei großen Pflanzen ist es aber eine Kostenfrage, denn es werden viele der Stäbchen benötigt und sie sind recht teuer.
  • Nützlinge sind eine gute Alternative. Sie fressen Blattläuse. Im Freiland macht der Kauf aber wenig Sinn. Besser geeignet ist ein Gewächshaus, in welchem man die Kübelpflanze eine Weile unterbringt, vorausgesetzt, es ist nicht voller gesunder Pflanzen.
  • Marienkäfer kann man beispielsweise mit Dill, Kamille, Klatschmohn, Scharfgarbe und Buchweizen in den Garten locken.

Häufige Fragen

Was kann man vorbeugend gegen Krankheiten und Schädlinge am Oleander tun?
Sowohl Krankheiten, als auch Schädlinge treten meist nur an geschwächten Pflanzen auf. Deshalb ist es wichtig, die Gewächse gut zu pflegen. Gesunde Pflanzen wehren sich und kommen meist gut mit solchen Einflüssen klar. Geschwächte Pflanzen sind anfällig. Geschwächt werden sie durch Pflegefehler. Diese gilt es zu vermeiden. Eine gute Pflegeanleitung finden Sie unter: http://www.gartenlexikon.de/pflanzen/oleander.html

Hilft kühle Überwinterung, damit sich Schädlinge nicht ausbreiten?
Ja schon etwas. Bei 0 bis 10°C und viel Licht stehen die Pflanzen gut und Schädlinge werden sich nicht so ausbreiten können, die mögen es nämlich wärmer. Abgetötet werden sie aber in der Regel nicht. Warme Überwinterung schafft aber deutlich mehr Probleme.