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Marienkäfer züchten in 6 Schritten

Marienkäfer züchten

Marienkäfer gelten nicht nur als Glücksbringer, sie sind auch hervorragende Schädlingsvertilger. Diese Eigenschaften sollte man sich zunutze machen. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung züchten Sie ganz einfach Ihre eigenen Marienkäfer.

1. Material bereitstellen

Wer die Vermehrung dieser kleinen Helfer unterstützen möchte, kann ganz einfach selbst eine Marienkäferkolonie züchten. Wichtigstes Zubehör sind ein Glasbehälter (Vivarium) mit einem Fassungsvermögen von mindestens einem Liter und ein Stück feinmaschiges Insektennetz.

Daneben benötigt man noch:

  • Marienkäfer
  • Blattläuse als Nahrung
  • Krepppapier
  • Gummiband
  • feiner Pinsel
  • Wasserzerstäuber
Marienkäfer auf Kinderhand sowie Pflanzenteile mit Läusen
Besonders Kinder sind oftmals vom roten Käfer mit den schwarzen Punkten fasziniert.

2. Glaskasten vorbereiten

Das sogenannte Vivarium ist nichts anderes als ein Beobachtungskasten, in diesem Falle ein Glasbehälter, den man zum Züchten einer Marienkäferkolonie verwenden kann. Er bietet die Möglichkeit, eine artgerechte Aufzucht und Entwicklung dieser Tiere verfolgen bzw. beobachten zu können, was nicht nur für Kinder interessant ist.

  • an ungestörtem Platz aufstellen
  • häufiges Umräumen vermeiden
  • für ausreichend Feuchtigkeit im Innern sorgen
  • Boden mit mehrfach zusammengefaltetem Krepppapier auslegen
  • anschließend leicht anfeuchten

3. Behälter bestücken

Der richtige Zeitpunkt, Marienkäfer selbst zu züchten, ist im Frühjahr zwischen April und Mai. Jetzt sollte man Ausschau nach Blattläusen bzw. befallenen Pflanzen und natürlich Marienkäfern halten. Blattläuse überwintern als sogenannte Wintereier im Schutz von Gehölzen. Demzufolge kann man sie in dichtem Gebüsch, an Rosen, Brennnesseltuffs und anderen krautigen Pflanzen finden. Gehen Sie dabei nach folgender Anleitung vor:

  • Marienkäfer vorzugsweise mit kleinem Netz fangen
  • eingesammelte Käfer in vorbereiteten Glasbehälter setzen
  • mit Blattläusen befallene Pflanzenteile dazu geben
  • Pflanzenmaterial alle zwei bis drei Tage erneuern
  • ansonsten droht Schimmelbildung
  • Schimmel für Zucht tödlich
  • einige Tropfen Honig als zusätzliche Nahrung für Käfer dazugeben
  • nach Bestücken verschließen
Blattläuse an Blatt
Blattläuse an Blatt einer schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum)

Neben Blattläusen ernähren sich die Käfer auch von Spinnmilben und Schildläusen, die man teilweise an Zimmerpflanzen finden kann. Gegebenenfalls kann man auch bis Mitte Mai warten und dann Blätter oder Pflanzenstängel mit Marienkäferlarven einsammeln.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Sollte der eine oder andere Käfer mal ausbüchsen, lassen sie sich sehr gut und vor allem unbeschadet mit einem feinen Pinsel wieder einfangen.„]

4. Glas verschließen

Im nächsten Schritt beim Züchten der Marienkäfer deckt man den Glasbehälter mit einem Stück feinmaschigen Insektennetz ab und befestigt es mit einem herkömmlichen Gummiband.

  • Netz hält Käfer im Glas
  • ausreichende Luftzufuhr bzw. Belüftung gewährleistet
  • an hellen Platz stellen
  • etwa 20 bis 22 Grad Celsius

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Vermeiden Sie dabei unbedingt direkte Sonnenstrahlung. Zu intensive Sonne könnte den Behälter so stark aufheizen, dass Käfer und/oder Larven verenden.„]

5. Zucht pflegen

Nachdem die Käfer in den Glasbehälter eingezogen sind, machen sie sich gezielt auf die Suche nach Nahrung.

  • regelmäßige Versorgung mit Blattläusen essentiell
  • tägliche Wassergaben wichtig
  • mit Zerstäuber in Glas sprühen

Wer gleich Marienkäfer-Larven eingesetzt hat, muss natürlich auch diese mit ausreichend Nahrung versorgen. Erst nach der Verpuppung müssen sie nicht mehr gefüttert werden.

Larve des Asiatischen Marienkäfers jagt Blattläuse
Larve des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) jagt Blattläuse

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Marienkäfer-Larven vertilgen während ihrer Larvenzeit je nach Art bis zu 3000 Blattläuse, Schildläuse oder Spinnmilben.„]

6. Weitere Entwicklung beobachten

Sind die Bedingungen für die Käfer optimal, kommt es zur Eiablage. Die Eier sind oval, gelblich und werden als kleine Gruppengelege abgelegt. Bei einem Weibchen können das bis zu 800 Eier sein. Die Eiablage erfolgt etwa Ende April/Anfang Mai.

  • Larven schlüpfen nach fünf bis acht Tagen
  • beginnen sofort mit Nahrungsaufnahme
  • laufender Blattlausnachschub jetzt besonders wichtig
  • drei bis vier Häutungen in ein bis zwei Monaten
  • Hauptfressphase mit bis zu 100 Blattläusen pro Tag
  • letztes Stadium Verpuppung, sechs bis neun Tage
  • Ruhephase, keine Nahrungsaufnahme
  • Käfer beim Schlupf weich und blass
  • typisches Erscheinungsbild nach wenigen Stunden
  • können direkt in Freiheit entlassen werden

Wer es etwas einfacher mag, dem bietet der Handel fertige Zuchtsets an. Die sind vor allem für Kinder ein spannendes Projekt, bei dem sie hautnah die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Käfer miterleben können. In der Natur ist das kaum möglich. Die Vorgehensweise wird in der Regel leicht verständlich Schritt für Schritt erklärt. Diese Sets enthalten in der Regel alle benötigten Utensilien, die man zum Züchten von Marienkäfern benötigt, an, inklusive Aufzuchtbox und Larven.

Eier des Marienkäfers
Eier des Marienkäfers

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Es gibt keine Garantie, dass immer gleich viele Larven schlüpfen und sich verpuppen. Umso wichtiger ist es, die Entwicklung gut zu beobachten und penibel auf die Fütterung zu achten.„]

Häufig gestellte Fragen

Wie sehen Marienkäfer-Larven aus?

Ihr Aussehen variiert von Art zu Art. Dennoch gibt es einige Merkmale, die allen gemein sind. Sie sind dunkel, besitzen eine platte, breite und gekrümmte Form, drei lange Brustbeinhaare und helle Flecken an den Seiten. Besonders markant sind einzelne hervortretende Körpersegmente, die von Warzen mit Borsten oder Dornen besetzt sind.

Kann es passieren, dass sich die Larven gegenseitig auffressen?

Das kann durchaus passieren. Solange Futtermangel nicht die Ursache ist, muss man in der Regel auch nicht eingreifen. Dennoch kann es nicht schaden, wenn man die Larven mittels eines Pinsels voneinander trennt. Oft werden auch schwächere und kranke Tiere von anderen gefressen, das ist ein ganz natürlicher Prozess.

Wie groß können Marienkäfer-Larven werden?

Anfangs sind sie winzig klein, teilweise nur einen Millimeter groß. Während ihrer Entwicklung wachsen sie dann auf etwa 12 mm heran.

Muss der Glasbehälter zwischendurch gereinigt werden?

Nein, es ist besser, die Tiere nicht zu stören. Zudem sind sie relativ flink und könnten die Gelegenheit zum Ausbüchsen nutzen.