Schädlinge & Nützlinge Insekten - Mücken, Fruchtfliegen & Co

Maikäfer und Junikäfer vertreiben: sind sie gefährlich? | Larven bekämpfen

Maikäfer

Maikäfer und Junikäfer verbindet eine enge Verwandtschaft. Zudem ähneln sie sich sehr und können leicht verwechselt werden. Junikäfer sind in der Regel ein wenig kleiner als Maikäfer. Beide sind jedoch gleich gefährlich für die heimischen Pflanzen im Garten. Denn die Larven und die Käfer können einen großen Schaden an den Wurzeln sowie Blättern anrichten. Daher sollten gerade auch die Larven bekämpft werden, wie der folgende Artikel erklärt.

Engerlinge bekämpfen

Um gegen die Käfer vorzugehen und diese zu vertreiben, müssen die ebenfalls gefährlichen Larven unschädlich gemacht werden. Es ist sinnvoller, hier direkt im Erdboden die Engerlinge von beiden Arten, Melolontha und Amphimallon solstitiale aufzuspüren und direkt hier zu bekämpfen. Die oberirdisch fliegenden Käfer hingegen können eventuell durch vorbeugende Maßnahmen vertrieben werden. Hierbei gibt es die folgenden sinnvollen Mittel:

  • mit Hausmitteln vorgehen
  • natürliche Lösung Fressfeinde
  • Nematoden
  • Pflanzen vor Käfern schützen
  • gegen Larven vorbeugen
  • Chemiekeule besser vermeiden

Warum so gefährlich?

Junikäfer
Junikäfer

Der Maikäfer (Melolontha) ist bekannter als der Junikäfer (Amphimallon solstitiale), dieser ist aber nicht weniger schädlich. Denn gerade die Bezeichnung Junikäfer ist ein wenig irreführend, da das Insekt noch bis weit in den Herbst überleben kann. Beide Käferarten haben die gleiche Verbreitung und sind daher auch doppelt so gefährlich. Doch woran liegt es, dass die Käfer in den hiesigen Gärten nicht gerne gesehen werden? Dies kann wie folgt erklärt werden:

  • Eier beider Käferarten werden im Boden abgelegt
    • hier schlüpfen auch die Larven
  • Maikäferlarve bleibt doppelt so lange in der Erde
    • vier Jahre und mehr
  • Junikäferlarve nur zwei Jahre
  • warme, feuchte Erde lässt die Larven explosionsartig vermehren
  • Larven fressen die Wurzeln von Rasen und anderen Pflanzen
    • werden hierdurch zerstört
  • geschlüpfte Maikäfer fressen Blätter
  • nachtaktive Junikäfer fressen Blätter und Rasen

Einzelne Käfer beider Arten sind nicht weiter schlimm, kommt es zu einer Plage, dann kann hierunter der Garten sehr leiden. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass die Käfer kaum bekämpft werden können, ein Vertreiben in der Regel auch sehr schwierig wird und es sinnvoller ist, die Engerlinge in der Erde unschädlich zu machen.

Hinweis: Wenn Sie sich gut um Ihren Garten und Ihre Pflanzen kümmern, diesen immer mit vielen Nährstoffen versorgen und den Boden gleichmäßig feucht halten, dann schaffen Sie gleichzeitig leider auch das perfekte Lebensumfeld für die Larven beider Käferarten. Daher werden Sie auch in jedem Jahr mit den Käfern zu kämpfen haben.

Hausmittel einsetzen

Mit der chemischen Keule in einem Garten sollte möglichst vorsichtig umgegangen werden. Doch es gibt verschiedene Maßnahmen, die ergriffen werden können, damit bei einer Sichtung von Mai- oder Junikäfern die in der Erde vermuteten Larven bekämpft werden können. Werden diese an ihrer Entwicklung gehindert, dann hatte das Bekämpfen vollen Erfolg. So können Sie die folgenden Hausmittel gegen die weitere Entwicklung der Engerlinge sowohl von Melolontha als auch von Amphimallon solstitiale anwenden:

  • Boden mit Fräse bearbeiten
    • Larven gelangen an Oberfläche und sterben ab
  • zinkigen Kultivator alternativ nutzen
    • lockert und belüftet den Boden
    • auch hierdurch werden Larven der Sonne ausgesetzt
  • die Sonnenbestrahlung und Trockenheit wird nicht vertragen
  • Pilze als Parasiten auspflanzen
    • für eine Rasenfläche gut geeignet
  • Pilze verbleiben über viele Jahre auf der Fläche
  • gerade Junikäfer bevorzugen den Rasen

Natürliche Fressfeinde

Auch die Larven von Maikäfern und Junikäfern besitzen natürliche Fressfeinde, die es lohnt, in den Garten zu locken. Gerade in einem naturnahen und größeren Garten ist es einfacher, mit Fressfeinden gegen die Engerlinge im Boden vorzugehen, als in einem kleinen Garten. Denn hier finden die natürlichen Fressfeinde meist nicht genügend Unterschlupf und werden oft von den Menschen bei der Nahrungssuche gestört. So gehören zu den Fressfeinden vor allem die folgenden:

  • Katze Katzen
    • Freigänger in den Garten locken
    • mit Katzenfutter
    • eigene Freigänger-Katzen in den Garten lassen
  • heimische Vögel
    • zum Beispiel Amseln
    • viele Nistkästen im Garten aufhängen
  • Fledermäuse
    • auch hierfür können Sie spezielle Kästen aufhängen
  • für Spitzmäuse Unterschlupf mit Steinen anhäufen
Tipp: Gelingt es Ihnen, Ihren Garten nicht ganz so steril zu gestalten und der Natur hier mehr ihren Lauf zu lassen, dann lassen sich einige der Fressfeinde auch gut ansiedeln, die einen wirksamen Schutz gegen die Maikäfer und Junikäfer und deren Larven darstellen.

Nematoden

Leider sind die Larven der Melolontha und der Amphimallon solstitiale sehr zäh und können auch bei widrigen Lebensumständen oftmals noch gut überleben. Helfen daher keine Hausmittel und vorbeugende Maßnahmen und lassen sich auch die adulten Käfer nicht so ohne weiteres aus dem Garten vertreiben, dann könnte es hilfreich sein, hier mit Nematoden vorzugehen. Hierbei handelt es sich nicht um eine chemische Bekämpfung, denn Nematoden sind Fadenwürmer, die sich in der Erde von den Larven ernähren. Wurden alle Larven vernichtet, sterben auch die Nematoden ab und der Boden ist wieder schädlingsfrei. Bei dem Einsatz von Nematoden sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Fadenwürmer im Handel besorgen
    • wird meist als Pulver verkauft
  • für Anwendung auf Herstellerangaben achten
  • mit dem Gießwasser in den Boden geben
  • Vorgang muss in der Regel nicht wiederholt werden
Hinweis: Wenn Sie die Nematoden im Handel erwerben müssen sie bedenken, dass es sich hier ebenfalls um kleine Lebewesen handelt, die absterben könnten. Daher sollten sie die Mischung so schnell wie möglich nach dem Kauf über den Gießvorgang in die Erde geben, da ansonsten ein Erfolg ausbleiben könnte.

Pflanzen gegen Käfer schützen

GemüsebeetStellen Sie eine Plage fest, was bei den Maikäfern einfacher ist, als bei den nachtaktiven Junikäfern, dann kann man nur dazu raten, die im Garten vorhandenen Pflanzen so zu schützen, dass die Insekten abziehen und diese durch verschiedene Maßnahmen vertreiben. Denn finden die Tiere im Garten keine Nahrung mehr und können ihre Eier nicht mehr ablegen, dann suchen sie sich einen neuen Lebensraum. Erkannt werden kann eine solche Plage daran, dass die Blätter der Pflanzen angeknabbert und im schlimmsten Fall vollständig abgeknabbert wurden. Junikäfer lieben zudem die Rasengräser, die Rasenfläche sieht nach wenigen Nächten wie gerupft aus. Bei erstem Erkennen sollte sofort wie folgt vorgegangen werden:

  • alle Pflanzen abdecken
  • idealerweise den Großteil des Gartens
  • große Bahnen Pflanzenvlies nutzen
    • engmaschige Netze besser
    • Pflanzen bekommen so noch Licht
  • Boden in der Zeit möglichst nicht wässern
  • unter der Plane befindliche Käfer können nicht fliegen
  • Begatten wird unmöglich
  • Käfer kommen von außen nicht an die Pflanzen heran
  • Rasen jeden Abend abdecken

So wird den Maikäfern und den Junikäfern der Lebensraum genommen, ohne dass diese vernichtet werden. Sie haben keine Möglichkeit, an Nahrung zu gelangen und auch eine erneute Eiablage in die Erde wird so vermieden. Ein Vertreiben aus dem eigenen Garten kann auf diese Weise gut gelingen.

Tipp: Wenn Sie Ihren Garten mit Planen und Netzen abgedeckt haben, sollten Sie während dieser Zeit die Pflanzen nur ganz punktuell gießen, damit diese genügend Wasser erhalten, der Rest der Erde aber trocken bleibt. So können Sie gegen erneute Larven vorbeugen und diese gleichzeitig bekämpfen.

Gegen Larven im Boden vorbeugen

Maikäfer LarvenWenn es zu einer Käferplage gekommen ist, dann haben die Larven die optimalen Bedingungen im Garten vorgefunden, so dass alle aus den gelegten Eiern geschlüpft sind und sich so explosionsartig vermehrt haben. Zwei (bei Junikäfern) und vier (bei Maikäfern) Jahre später kommt es dann zur Käferplage. Doch die Auswirkungen von vielen Engerlingen in der Erde sind schon viel früher zu erkennen. Damit es jedoch gar nicht erst soweit kommt, kann man auch sinnvoll jedes Jahr vorgebeugen. Hierzu können Sie die Bedingungen für die Larven wie folgt verschlechtern:

  • Boden im Frühling und Frühsommer einige Zeit austrocknen lassen
  • Balance für die Versorgung der Pflanzen finden
  • eventuell jede Pflanze einzeln direkt an die Wurzeln gießen
  • Erde rundherum trocken halten
  • in trockener Erde sterben die Larven ab
  • bei Neueinpflanzungen Sand unter lehmige Erde mischen

Sollten Chemische Mittel eingesetzt werden?

In jedem Fall ist es immer besser, einen Garten auf natürliche Weise zu schützen. Denn chemische Mittel sind in der Regel nicht ideal, auch wenn Schädlinge bekämpft werden sollen. Doch gerade die Engerlinge von Amphimallon solstitiale und Melolontha bevölkern einen großen Teil des Gartens. So müsste die angewendete Chemie im gesamten Garten ausgebracht werden. Hier gelangt sie aber auch in den Boden und es dauert Jahre, bis diese wieder vollständig abgebaut werden. Gerade, wenn es sich um einen Nutz- Obst- oder Gemüsegarten handelt, gelangen die Chemischen Mittel dann auch über die Wurzeln in die Pflanze und werden dann von den Menschen bei einer Verwertung aufgenommen, die hiervon Schaden nehmen könnten.