Litschi

Viele Menschen kennen und mögen Litschis, die Früchte, die es im Supermarkt gibt. Von welchem Gewächs diese stammen, ist den meisten unbekannt. Wahrscheinlich stammt der Litschibaum aus Südchina, dem nördlichen Vietnam und Malaysia. Genau kann man das nicht mehr sagen, denn dieser Baum wird schon zu lange kultiviert. Man unterscheidet drei Unterarten der Litschibäume, nach ihrem jeweiligen Hauptverbreitungsgebiet. Allerdings werden die Bäume heute weltweit in den subtropischen Klimazonen angebaut. Die Früchte sind begehrt, der Handel boomt.

Erscheinungsbild

Der Litschibaum ist ein immergrünes Gehölz, das bis 10 Meter hoch wachsen kann, manchmal auch höher. Der Baum wächst allerdings langsam. Die Baumkrone ist rund, ebenso hoch wie breit. Besonders schön ist der Austrieb der neuen Blätter. Sie sind bronzefarben. Die Blütenstände sind groß, weit verzeigt und enthalten jeweils Blüten beiderlei Geschlechter. Diese sind klein und weißlich bis grünlich, eher unauffällig, aber in der großen Menge sehen sie sehr gut aus. An einem Fruchtstand können bis zu 30 Früchte heranreifen.

Man kann einen Litschibaum als Kübelpflanze kultivieren, allerdings wird man in unseren Breiten nie Früchte ernten können. Die Gewächse brauchen selbst bei idealen Bedingungen, wie sie in der natürlichen Heimat vorkommen, mindestens 10 Jahre, bis sie blühen und Früchte reifen. Bei uns ist das nicht möglich. Auch der Pflanze selbst ist es bei uns zu dunkel. Sie gedeiht nicht so gut, wächst extrem langsam. Die Triebe verbraunen, es bilden sich Nottriebe, welche aber schnell wieder absterben. Ein heller, warmer Wintergarten mit subtropischem Klima ist der beste Ort für einen Litschibaum. Im Winter benötigt er Idealerweise aber noch zusätzliches Licht. Für Früchte reicht es aber trotzdem nicht.

Die Anzucht eines Litschibaumes

Trotz allem ist es möglich, einen Litschibaum heranzuziehen. Die Anzucht selbst ist dabei der leichteste Teil. Die Anzucht ist eine recht sichere Methode, zu einer Litschipflanze zu kommen, denn im Handel findet man diese nur selten. Man benötigt eine reife Frucht. Die ist daran zu erkennen, dass es keinen grünen Schimmer in der Nähe des Stiels auf der Frucht zu erkennen gibt. Man kann die Frucht essen, wobei der Kern nicht beschädigt werden darf, also nicht darauf beißen. Dann sollte der Kern und warmem Wasser gereinigt werden. Das Fruchtfleisch ist vollständig zu entfernen.

  • LitschiGünstig ist, den Kern gleich zu verarbeiten. Wenn der Samen austrocknet, was bei Lagerung recht schnell geschieht, ist er nicht mehr keimfähig.
  • Man weicht ihn mindestens 24 Stunden in warmes Wasser ein, bis sich die kastanienbraune Hülle öffnet.
  • Hülle entfernen und Samen in Anzuchterde legen, etwa 1 bis 2 cm tief, auf der Seite liegend. Das Substrat muss durchlässig und locker sein. Günstig ist, Perlite oder groben Sand unterzumischen.
  • Die Keimzeit beträgt zwischen 7 und 30 Tagen und richtet sich meist nach der Bodentemperatur.
  • Günstig sind spezielle Pflanzgefäße, aber es reicht auch ein Blumentopf, wenn unten im Boden eine Drainage eingearbeitet wurde.
  • Boden muss nach dem Pflanzen gut gewässert werden. Am besten mit Sprühflasche arbeiten, damit das Substrat nicht ausgespült wird.
  • Gefäß warm und hell stellen, aber nicht in die Sonne. Ideal sind Temperaturen um die 25° C.
  • Erde gleichmäßig feucht, aber keinesfalls nass halten.
  • Nur kalkarmes oder kalkfreies Wasser verwenden!
  • Nicht düngen!
  • Erst nach etwa 10 Wochen sehr schwach mit Flüssigdünger düngen, wöchentlich, aber nur mit einem Viertel der angegebenen Menge.
  • Pflanzen müssen warm und hell stellen, sonst wachsen sie nicht.
  • Wenn die junge Pflanze nicht wächst, nur alle vier Wochen düngen, auch nur ¼.
  • Wissen muss man, dass Litschis mitunter zwei Jahre nicht weiterwachsen. Das ist normal.
  • Auch viel Düngen löst das Problem nicht, es schädigt die Pflanze eher.
  • Sobald sich 4 bis 6 Blätter gebildet haben, kann der Sämling vorsichtig umgetopft werden. Der Kern muss an der Pflanze bleiben, er versorgt sie. Das Pflanzgefäß so groß wählen, dass es für die ersten zwei bis drei Jahre reicht. Da die Litschipflanze langsam wächst, muss das Gefäß nicht groß sein.
  • Die Wurzel darf keinesfalls beschädigt werden. Deshalb die Erde samt Wurzel in das neue Gefäß setzen.
  • Günstig für die Sämlinge ist, die Blätter regelmäßig mit warmem Wasser zu besprühen.

Pflege eines Litschibaumes

Die Pflege des Litschibaumes ist nicht einfach. Fehlendes Licht, vor allem im Winter, ist das Problem. Der Baum wächst nur sehr, sehr langsam, braucht optimale Bedingungen und ein gutes Händchen für die Pflege. Es ist eher eine Pflanze für Profis oder für Pflanzenfreunde mit idealen Standortbedingungen. Trotz alledem kann und sollte man es versuchen. Oft kommt es zu braunen Blattspitzen. Diese zeigen an, dass es dem Bäumchen nicht wirklich gut geht. Irgendetwas stimmt noch nicht. Oft ist es ein zu dunkler Standort oder/und falsche Bewässerung.

Standort

LitschiDer Standort ist bei der Litschipflanze sehr wichtig. Ist er nicht hell und warm genug, gedeiht sie nicht. Im Sommer sind die Lichtverhältnisse recht gut, es sei denn, es ist ein recht verregneter Sommer. Im Winter, schon im Herbst und lange auch im Frühjahr ist es bei uns in Mitteleuropa einfach zu dunkel. Zusätzliche Pflanzenlampen helfen, damit sich das Bäumchen wohl fühlt.

  • Ganzjährig möglichst vollsonnig und warm
  • Jungpflanzen langsam an die Sonne gewöhnen
  • Auch nach der Überwinterung immer langsam an die Mittagssonne gewöhnen
  • Im Sommer auch gern im Freien, aber möglichst geschützt
  • Temperaturen nicht unter 12° C.
  • Möglichst für eine hohe Luftfeuchte sorgen.

Pflanzsubstrat

Auch das Substrat ist wichtig. Es muss durchlässig sein, aber doch auch etwas Wasser speichern können. Wichtig ist, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann, weshalb eine Drainage am Topfboden empfehlenswert ist. Keinesfalls darf die Erde dauerhaft nass sein. Das schädigt die Wurzel und darauf reagiert die Pflanze mit Blattabwurf und schlimmerem.

  • Durchlässig
  • Leicht sauer
  • Günstig ist ein Sand-Lehm-Gemisch.

Pflanzen

Nachdem der junge Sämling in einen größeren Topf gepflanzt wurde, kann er darin erst einmal die nächsten Jahre verbringen. Das Bäumchen wächst so langsam, da muss nicht umgepflanzt werden. Erst wenn die Wurzel dass Substrat völlig durchwurzelt hat, wird umgetopft. Immer noch ist darauf zu achten, die Wurzel nicht zu beschädigen. Das nimmt die Litschipflanze übel. Man setzt den gesamten Wurzelstock in ein etwas größeres Gefäß und füllt ringsum frische Erde auf.

Gießen und Düngen

LitschiFür das Gießen braucht man etwas Fingerspitzengefühl. Auf die richtige Dosierung kommt es an. Zwar benötigt der Litschibaum regelmäßig Wasser, aber nicht zuviel. Die oberste Erdschicht sollte erst abtrocknen, bevor man nachgießt. Wie gesagt, es kommt auf Regelmäßigkeit an. Im Winter wird weniger gegossen, je kühler die Pflanze steht, umso weniger. Düngen nur mit Vorsicht, ein Zuviel ist schädlich. Man kann den Baum nicht durch Dünger zum Wachstum anregen. Er wächst nur bei idealen Bedingungen.

  • Wasserbedarf eher gering
  • Nicht zu kalkhaltig
  • Am besten Regenwasser
  • Wichtig ist gleichmäßige Wasserversorgung.

Unregelmäßigkeiten quittiert der Baum mit Blattabwurf.

  • Im Winter deutlich weniger gießen.
  • Besser ist eine hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Nur wenig düngen, da die Pflanze nur sehr langsam wächst. Organischen Dünger verwenden, wegen dem geringen Salzgehalt.
  • Es reicht, alle vier Wochen zu düngen.

Schneiden

Schneiden wird unnötig sein, denn der Baum wächst so langsam und verliert auch immer mal einen Trieb, das man besser alles so lässt, wie es ist. Kranke oder abgestorbene Triebe sollten natürlich entfernt werden. Ansonsten muss nicht geschnitten werden.

Überwintern

Litschibäume vertragen keinerlei Frost. Schon Temperaturen unter 10° c sind ungünstig. Am besten man nimmt sie vor den ersten Herbststürmen wieder ins Haus. Die mögen die Pflanzen nämlich auch nicht. Die Überwinterung ist nicht ohne Probleme. Die Lichtverhältnisse sind für das Bäumchen extrem schlecht. Dazu kommen meist eine zu geringe Luftfeuchte und Schädlinge. Oft überleben die Pflanzen diese Stresssituation nicht. Hier muss man viel nachhelfen.

  • Jungpflanzen überwintern bei Zimmertemperatur
  • Ältere Pflanzen mögen es etwas kühler
  • Weniger gießen.
  • Besser ist eine höhere Luftfeuchtigkeit, deshalb das Bäumchen mit warmem Wasser besprühen.
  • Nicht düngen!
  • Unbedingt mit Pflanzenleuchte für zusätzliches Licht sorgen, sonst hat das Bäumchen keine Chance.
  • Empfehlenswert sind auch Luftbestäuber und Aktivkohlefilter.

Vermehrung
Siehe Anzucht!

Krankheiten und Schädlinge

LitschiHäufig treten braune Blattspitzen auf. Das ist jedoch in der Regel keine Krankheit, sondern deutet darauf hin, dass der Pflanze irgendetwas nicht gefällt. Meist ist die Luftfeuchte zu gering oder es ist ihr einfach zu dunkel. Ich habe bei meiner Recherche festgestellt, dass fast alle Litschipflanzen, die in unserem Klima gehalten werden, ab einer bestimmten Größe unter diesen braunen Spitzen leiden. Selbst in Tropenhäusern in botanischen Gärten ist dieses Problem nicht unbekannt und dort gibt es meist idealere Bedingungen als bei uns im heimischen Wohnzimmer oder Wintergarten. Man muss deshalb also den Kopf nicht hängen lassen. Häufig auftretend: Spinnmilben – vor allem bei der Überwinterung – müssen sofort bekämpft werden

Fazit
Die Litschipflanze ist ein Gewächs für Experten. Zwar habe ich in Foren gelesen, dass sich viele Pflanzenfreunde ein Bäumchen aus einem Kern ziehen, aber bei der Weiterkultivierung viele Probleme auftauchen. Ich glaube, der Litschibaum ist nichts für Anfänger, eher was für Kenner. Dazu müssen aber trotzdem noch die Standortbedingungen stimmen, sonst nützt alle Pflege nichts. Ich mag Pflanzen, aber wenn sie gar so viele Probleme machen, halte ich mich da lieber raus. Ich denke, Litschi ist nichts für mich, aber wer immer mag, soll es versuchen. Die Anzucht scheint ja recht gut zu funktionieren.