Lavendel gegen Blattläuse

Blattläuse befallen fast alle Pflanzenarten. Fast! Denn Gewächse, die duftende ätherische Öle produzieren, meiden sie konsequent. Zum Beispiel Lavendel. Doch seine lila Blüten bleiben nicht nur selbst läusefrei. Sie können uns auch noch im Kampf gegen diese saugenden Schädlinge effektiv unterstützen. So ein herrlich riechendes und natürliches Bekämpfungsmittel ist in unserem Gartenreich immer willkommen. Es lässt sich sogar vorbeugend anwenden.

Der Duft von Lavendel

Lavendelpflanzen produzieren ätherische Öle, die für jedermann leicht an ihrem typischen Duft zu erkennen sind. Doch während wir diesen Duft als angenehm und beruhigend empfinden, ist seine Wirkung auf einige Insektenarten gegenteilig. Blattläuse zum Beispiel meiden alle Standorte, an denen der Duft von Lavendel zu vernehmen ist.

  • Lavendeldie meisten Lavendelpflanzen bleiben deswegen läusefrei
  • einige Exemplare allerdings nicht
  • es kommt auf ihre Duftintensität an

Der bei uns häufig gepflanzte Echte Lavendel, bot. Lavandula angustifolia, verbreitet zwar einen deutlich wahrnehmbaren Duft, doch es geht noch kräftiger. Der ebenfalls beliebte Schopflavendel zum Beispiel duftet stärker. Doch der Duftsieger ist der Speiklavendel, dessen Inhaltsstoffe sich am prägnantesten in der Nase bemerkbar machen. Dazwischen gibt es unzählige Duftnuancen, so wie es unzählige Lavendelzüchtungen gibt.

Tipp: Der Provence-Lavendel ist eine Kreuzung aus Lavandula angustifolia und Speiklavendel und verbreitet einen würzigen Duft.

Weitere Einflussfaktoren

Nicht nur die Sorte entscheidet über die Zusammensetzung der ätherischen Öle und denen Geruchsstärke. Wie sehr ein Exemplar sein Duftpotenzial ausschöpft, hängt auch mit äußeren Bedingungen zusammen.

Lavandula angustifolia, die an einem sonnigen Platz gedeiht, wird viel mehr Duftstoffe bilden, als schattig stehende Verwandte. Auch eine kränkelnde Pflanze, die nicht die ideale Pflege erfährt, wird weniger Blüten entwickeln und folglich einen schwächeren Duft verbreiten.

Hinweis: Lila blühende Sorten duften in der Regel stärker als weiß blühende Exemplare.

Lavendel als lebender Pflanzenschutz

Der Lavendel bietet uns nicht nur seinen Duft als biologisches Bekämpfungsmittel an. Die Pflanze selbst ist eine tolle blühende Bereicherung für jeden Garten oder Balkon. Ihre duftenden Blüten können zudem vielseitig genutzt werden. Wer Lavendel pflanzt, wird Freude an ihm haben, auch in Zeiten, wenn Läuse mal keine Rolle spielen. Setzen Sie darum Lavendel ein als den schönsten lebenden Pflanzenschutz. Seine Anwesenheit wirkt vorbeugend gegen einen Blattlausbefall. Bei sich selbst und allen anderen Pflanzen in der unmittelbaren Umgebung.

  • Lavendel als Beeteinfassung pflanzen
  • auch als Bodendecker unter höher wachsenden Pflanzen
  • dabei die artspezifischen Bedürfnisse beachten
  • auf günstige Nachbarschaften achten

Lavendel und Rosen

BlattlausRosen gehören zu den ersten Opfern von Blattläusen. Ihr eigener betörender Duft scheint keine abschreckende Wirkung auf die Blattläuse zu haben, wie Lavendel. Deswegen darf Lavandula angustifolia der Königin im Blumenbeet gern mit seinem eigenen Duft dienen. Diese beiden Pflanzen werden seit Jahrzehnten erfolgreich miteinander kombiniert. Da der Lavendel niedriger wächst als die Rose, kommen sich die beiden Pflanzen bei ihrem Wachstum nicht in die Quere.

Lavendel vertreibt Ameisen

Der Duft von Lavandula angustifolia wird auch von Ameisen gemieden. Diese Tatsache nützt uns bei der Bekämpfung von Blattläusen. Blattläuse können nämlich als die Haustiere der Ameisen bezeichnet werden. Sie werden von ihnen gehegt und gepflegt und vor Fressfeinden verteidigt. Dafür dürfen die Ameisen den von Läusen ausgeschiedenen, klebrigen Honigtau ernten. Dort, wo es nach Lavendel duftet, werden Ameisen keine „Lauszucht“ betreiben. Wenn bei einem akuten Befall mit Blattläusen die Ameisen mit Lavendel vertreiben werden, rücken schnell die Fressfeinde der Läuse an und beginnen diese zu dezimieren.

Lavendelwirkstoffe gegen akuten Befall

Die ätherischen Öle des Lavendels können gezielt gegen einen Blattlausbefall eingesetzt werden. Dafür wird ein Wasserauszug hergestellt und auf die befallene Pflanze gesprüht.

Das sind die einzelnen Schritte:

  1. Pflücken Sie zwei Handvoll duftende Lavendelblüten, bei Bedarf auch mehr.
  2. Geben sie die Blüten in ein hitzebeständiges Gefäß und übergießen Sie sie mit 1 l heißem Wasser.
  3. Lassen Sie die Mischung mehrere Stunden durchziehen.
  4. Sieben Sie den Tee ab, um alle Lavendelreste zu entfernen.
  5. Füllen Sie die kalte Flüssigkeit in eine Sprühflasche.
  6. Sprühen Sie damit die befallene Pflanze komplett ein. Auch das Erdreich darf damit großzügig gegossen werden.
  7. Wiederholen Sie die Anwendung in kurzen Zeitabständen. So lange, bis alle Läuse verschwunden sind.

Lavendelöl-Lösung gegen Blattläuse

LavandulaWer keinen Lavendel im Garten hat oder dieser noch nicht erblüht ist, muss dennoch nicht auf die hilfreiche Wirkung seines Duftes verzichten. Im Handel wird das ganze Jahr über reines Lavendelöl günstig angeboten. Aus ihm lässt sich im Handumdrehen eine Lösung herstellen, die sowohl bei akutem Befall als auch vorbeugend gegen Blattläuse Anwendung finden kann. Dafür benötigen Sie:

  • 1 l Regenwasser oder anderes kalkfreies Wasser
  • 10 Tropfen natürliches Lavendelöl
  • 1 Spritzer Spülmittel

Vermischen Sie alle Bestandteile und schütteln Sie anschließend die Mischung kräftig. Geben Sie die Lösung in eine Sprühflasche und besprühen Sie die Pflanze damit.

Vorbeugende Anwendung

Die Lavendelöllösung kann bereits ab April vorbeugend gesprüht werden. Das ist besonders für Pflanzen zu empfehlen, die in den Vorjahren häufiger unter Blattläusen zu leiden hatten.

  • alle zwei Wochen sprühen
  • bis in den August hinein

Der Vorteil dieser Lavendel-Lösung ist, dass sie die Fressfeinde der Blattläuse nicht abschreckt. Marienkäfer und Meisen arbeiten daher weiterhin fleißig mit, die Läuse zu vernichten.

Mulchen mit Lavendelschnitt

Lavendelpflanzen werden jedes Jahr nach der Blüte zurückgeschnitten. Das abgeschnittene Pflanzenmaterial eignet sich wunderbar zum Mulchen. Lassen Sie den Lavendelschnitt erst trocknen. Zerkleinern Sie anschließend das so gewonnene Mulchmaterial ein wenig, bevor Sie es rund um gefährdete Pflanzen verteilen und in die Erde einarbeiten. Beim Zersetzen liefert dieses Mulchmaterial nicht nur wertvolle Inhaltsstoffe für neues Wachstum. Ganz nebenbei hält es Ameisen und somit auch Läuse fern.