Blattlaus

Blattläuse treten ebenso wie Schildläuse oder andere Pflanzenschädlinge besonders häufig in den Wintermonaten auf. Meist sind Pflegefehler und ungünstige Standortbedingungen ursächlich für einen Befall. Werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen, können sich Läuse sehr schnell vermehren, auf andere Pflanzen übergreifen und schlimmstenfalls zum Absterben der betroffenen Pflanzen kommen. Deshalb ist eine Bekämpfung unerlässlich. Die Wirksamkeit der zahlreichen Mittel, die zur Bekämpfung eingesetzt werden können, ist recht unterschiedlich. Viele schwören auf einfachste Hausmittel und selbst hergestellte Pflanzensude, andere wiederum greifen lieber zu handelsüblichen Pflanzenschutzmitteln.

Steckbrief

  • Blattläuse können geflügelt oder ungeflügelt sein.
  • Sie können grün, grau, gelb oder braun sein.
  • Sind je nach Art zwischen 3 und 7 mm groß.
  • Mit einem Stechrüssel saugen sie Pflanzensaft.
  • Befall an klebrigem Honigtau zu erkennen, den die Läuse ausscheiden.
  • Befall führt zu verkrüppelten Blüten und verkümmerten Triebspitzen.
  • Können an Zimmerpflanzen ganzjährig auftreten.
  • Befallen meist bereits geschwächte Pflanzen.
  • Befall frühzeitig behandeln.

1. Hausmittel gegen Blattläuse

Wasserbad/ Abduschen
Vor allem kleinere Zimmerpflanzen kann man mit einem Tauchbad von Blattläusen befreien, sofern der Befall noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Damit das Substrat dabei nicht weggeschwemmt wird, wickelt man den Topf samt Topfballen in eine Plastiktüte und verschließt diese am Stamm. Anschließend taucht man die Pflanze für etwa zwei Stunden in lauwarmes Wasser. Dabei sollten sämtliche Pflanzenteile unter Wasser sein. Bestenfalls ertrinken die Blattläuse. Nach den zwei Stunden die Pflanze nochmal kurz abbrausen und die Plastiktüte wieder entfernen.  

Blattläuse an PflanzeWem das zu lange dauert, der kann eine ähnliche Wirkung durch Abbrausen der befallenen Pflanze erreichen. Auch dazu schützt man zunächst das Substrat mit einer Plastiktüte. Dann braust man sie mit handwarmem Wasser gründlich ab. Es ist ratsam, die Pflanzen während des Abbrausens schräg zu halten oder sie in die Wanne zu legen und immer wieder ein Stück zu drehen, sodass man möglichst alle Schädlinge erwischt. Danach wieder die Tüte entfernen und die Pflanze gegebenenfalls etwas abtrocknen lassen.

Tipp
Die Abbrausmethode sollte nur bei robusten Pflanzen durchgeführt werden. Sind sie eher filigran, könnten sie durch den starken Wasserstrahl Schaden nehmen. Bevor man mit der Bekämpfung beginnt, ganz gleich auf welche Art und Weise, ist es sinnvoll, betroffene Pflanzen von gesunden zu isolieren um eine Übertragung bzw. eine Ausbreitung zu verhindern. Nach jeder Behandlung ist eine regelmäßige Befallskontrolle empfehlenswert.

Handelsüblicher Föhn

  • Bei einem leichten Befall kann man die Blattläuse mit den Fingern von der Pflanze abzustreifen.
  • Hilfreich kann aber auch ein handelsüblicher Föhn sein.
  • Man hält die Pflanzen etwas schräg und bläst die Läuse mit einem Föhn ab.
  • Die Schädlinge sollen dann von der Pflanze springen.
  • Deshalb ist es sinnvoll, das Ganze im Freien zu machen.

Tipp – Wird ein Föhn verwendet, sollte man ausreichend Abstand zur Pflanze einhalten, denn ein Föhn kann mitunter recht heiß werden. Das könnte der Pflanze mehr schaden als helfen.

Mit Kaffeesatz
Kaffeesatz ist nicht nur ein guter Dünger, er soll auch helfen Schädlinge zu vertreiben bzw. zu bekämpfen, wie beispielsweise Lilienhähnchen oder Blattläuse. Dazu sammelt man alten Kaffeesatz, den man zunächst gut trocknet um ein Verschimmeln zu verhindern. Dann verteilt man ihn auf dem Substrat der jeweiligen Pflanzen und arbeitet ihn leicht in die Erde ein. Es ist auch möglich ihn mit dem Gießwasser auf dem Substrat auszubringen. Gegebenenfalls muss der Kaffeesatz nach einer gewissen Zeit erneuert werden.

2. Lösungen zum Spritzen

Mischung aus Milch und Wasser
Auch mit einer Mischung aus Wasser und Milch kann man einen geringen Befall bekämpfen. Dazu mischt man etwa einen halben Liter Vollmilch mit einem Liter Wasser und besprüht die Pflanze damit. Am besten stellt man sie dazu wieder in die Wanne oder Dusche.  Gegebenenfalls muss das Ganze in Abständen von 1-2 Wochen mehrmals wiederholt werden.

Kartoffelwasser
KartoffelWenn nicht zu viele Pflanzen befallen sind, kann auch einfaches Kartoffelwasser helfen. Nach dem Kartoffelkochen das Wasser nicht weg schütten, sondern das Kartoffelwasser auffangen und abkühlen lassen. Danach durch ein feines Sieb schütten, das verhindert ein Verstopfen der feinen Düsen der Sprühflasche. Nun die betroffenen Pflanzen damit besprühen.  Auch hier sollte wieder die komplette Pflanze eingesprüht werden.

Spritzlösungen aus Raps- oder Niemöl
Eine selbst hergestellte Spritzlösung mit Raps- oder Niemöl soll die Schädlinge mit einem Film überziehen, sodass diese ersticken. Niemöl ist eine natürliche Substanz, die aus den Samen des gleichnamigen Niebaums gewonnen wird. Um eine entsprechende Lösung herzustellen, mischt man 5 Liter Wasser mit 90 ml Raps- oder Niemöl und besprüht die befallenen Pflanzen. Diese Mittel wirken überwiegend gegen die Larven der Blattläuse. Dementsprechend ist die Wirkung etwas verzögert und muss mehrfach wiederholt werden.  

Tipp – Ganz gleich, was für eine Lösung man zum Spritzen verwendet, es ist immer sinnvoll das Ganze in einer Wanne oder im Freien durchzuführen, denn aus der Wanne sind Sprühreste schnell wieder beseitigt im Gegensatz zum Wohnzimmer.

Seifenlauge aus Schmier- oder Kernseife
Wenn es um Blattlausbekämpfung geht, wird häufig eine Seifenlösung empfohlen. Sie soll sogar  einen hartnäckigen Befall bekämpfen können. Dazu kann man sowohl Schmierseife als auch unparfürmierte Kernseife verwenden. Seifen mit synthetischen Inhaltsstoffen sollen nicht geeignet sein. Aus einem Liter Wasser und einem Esslöffel Schmierseife lässt sich eine entsprechende Spritzlösung herstellen.

Ein Spritzer Spiritus soll die Wirkung noch verstärken. Bevor man dann die Lösung verabreicht, sollte das Substrat wieder abgedeckt werden. Dann wird die Pflanze gründlich eingesprüht, immer auch unter den Blättern. Nachdem sie gut abgetrocknet ist, für zwei bis drei Tage an einen hellen Platz stellen, sodass die Seife ihre Wirkung entfalten kann. Nach diesen drei Tagen duscht man sie  ab, um die toten Schädlinge von der Pflanze abzuspülen. In den darauffolgenden Tagen öfter auf Schädlinge kontrollieren und das Ganze gegebenenfalls wiederholen.

Tipp – Auch wenn Seifenlösungen zur Blattlausbekämpfung angepriesen werden, raten Experten häufig davon ab mit der Begründung, dass seifenhaltige Mittel Verbrennungen sowohl auf Blättern als auch Blüten hervorrufen können. Über die Wirksamkeit gehen die Meinungen weit auseinander, wie bei anderen Bekämpfungsmethoden auch.

Brennnessel-, Knoblauch- und Tabaksud
BrennnesseljaucheEntsprechende Sude helfen nicht nur im Garten gegen unterschiedliche Schädlinge, sondern auch an Zimmerpflanzen. Hat man keine frischen Brennnesseln zur Hand, können auch getrocknete Kräuter verwendet werden, wobei die frischen wirkungsvoller sind. Für den Brennnesselsud übergießt man etwa 100 g Brennnesseln mit einem Liter kochenden Wasser und lässt das Ganze abkühlen. Die Brennnesseln bleiben jetzt zwei Tage im Wasser und werden dann durch ein Sieb geschüttet. Den Sud füllt man dann in eine Sprühflasche und spritzt die befallenen Pflanzen rundum damit ein, bis sie tropfnass sind.  

Auch Tabaksud soll eine gewisse Wirkung auf Blattläuse haben. Man kann losen Tabak verwenden oder einige Zigaretten zerbröseln. Beides gibt man in einen Topf und übergießt es mit einem Liter kochendem Wasser. Das Ganze lässt man dann ziehen bis es komplett abgekühlt ist. Letztendlich schüttet man den Sud wieder durch ein feines Sieb und besprüht die Pflanzen von allen Seiten damit.

Zur Herstellung eines Knoblauchsudes zerkleinert man etwa 100 g Knoblauchzehen und überschüttet sie mit 3 Litern kochendem Wasser. Das Ganze lässt man etwa eine halbe Stunde ziehen und seiht es dann ab. Nun ist der Sud fertig und kann verwendet werden. In der Regel muss auch er mehrfach gespritzt werden.

3. Bekämpfungsmittel aus dem Fachhandel

Gelbtafeln oder Gelbsticker

  • Gelbtafeln sind in jedem Gartenfachmarkt erhältlich und eignen sich für fliegende Blattläuse.
  • Sie eigenen sich zur Bekämpfung und sehr gut zur Befallskontrolle.
  • Gelbsticker und Gelbtafeln enthalten keine Insektizide.
  • Sie werden in den Blumentopf gesteckt oder locker an der Pflanze befestigt.

Nützlinge – Natürliche Feinde von Blattläusen
Auch Nützlinge können zur Bekämpfung eingesetzt werden, wie z.B. Florfliegen (Chrysoperla carnea), Schwebfliegen (Episyrphus balteatus), Blumenwanzen (Orius spec.), verschiedene Schlupfwespenarten, Gallmücken (Aphidoletes aphidimyza) oder der australische Marienkäfer. Sie werden auf kleinen Kärtchen geliefert und werden unverzüglich an den befallenen Pflanzen angebracht. Beim Anbringen sollte man darauf achten, dass die Kärtchen mit den Nützlingen keiner direkten Sonne ausgesetzt sind. Zudem dürfen die Temperaturen während der Anwendung nicht unter 15 Grad fallen. Diese Nützlinge sind so klein, dass man sie mit bloßem Auge kaum erkennen kann. Sie ernähren sich solange von den Blattläusen, bis keine mehr da sind. Dann verschwinden sie von ganz allein wieder.

Auf Pyrethrum basierende Pflanzenschutzmittel
Schwarze LäuseDie Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels beruht auf Pyrethrum, einem natürlichen Wirkstoff, der in relativ kurzer Zeit komplett abgebaut wird, aber dennoch ein starkes Pflanzenschutzmittel. Es wirkt als sogenanntes Kontaktgift, was bedeutet, dass es nicht von der Pflanze aufgenommen wird und nur äußerlich auf den jeweiligen Schädling wirkt.

Die befallenen Pflanzenteile werden mit diesem Kontaktgift benetzt. Auch hier ist es wichtig Blattunter- und Oberseiten zu behandeln. Um auch die später schlüpfenden Tiere zu erwischen, ist es wichtig, die Behandlung nach etwa 7 bis 9 Tagen zu wiederholen. Bei der Verwendung derartiger Pflanzenschutzmittel sollten Handschuhe getragen werden. Zudem sollte man sich hierbei  immer an die Vorgaben des Herstellers halten, was die Dosierung und die Zulassung betrifft.

4. Einem Befall wirksam vorbeugen

Um es gar nicht erst zu einem Befall kommen zu lassen, kann man vorbeugend Einiges tun. Blattläuse sind sogenannte Schwächeparasiten, d.h. sie befallen bereits geschwächte Pflanzen. Zudem sind sie sehr anpassungsfähig. Dementsprechend sollte man für ein gesundes Raumklima sorgen, indem man regelmäßig lüftet, auf ausreichend Luftfeuchtigkeit achtet und die Pflanzen nicht in unmittelbare Nähe von Heizkörpern bzw. nicht über diese stellt. Die Luftfeuchtigkeit kann man  durch häufiges Besprühen der Pflanzen mit zimmerwarmem Wasser erhöhen. Ansonsten sollten zu hohe Temperaturen vermieden werden, sowie eine Überdüngung, vor allem mit Stickstoff.

Ein gutes Hausmittel zur Vorbeugung ist Knoblauch. Man steckt einige Zehen in die Blumenerde und zwar so tief, dass sie komplett mit Substrat bedeckt sind. Eine Geruchsbelästigung ist nicht zu befürchten, da die Zehen komplett in der Erde verschwinden. Wenn die Zimmerpflanzen dann noch regelmäßig auf einen Befall kontrolliert werden, beispielsweise mithilfe von Gelbstickern, haben Blattläuse keine Chance.

Häufig gestellte Fragen

Welche Blattläuse können Zimmerpflanzen befallen?
An Zimmerpflanzen können grüne, braune, schwarze, gelbe oder graue Läuse auftreten, meist in ganzen Kolonien. Diese kann man sich beim Kauf neuer Pflanzen einschleppen oder wenn Zimmerpflanzen, die im Sommer draußen standen, wieder ins Haus geholt werden. Sie sind stecknadelkopfgroß und sondern klebrigen Honigtau ab, auf dem sich schnell Rußtaupilze ansiedeln können. Die Form der Bekämpfung ist bei allen genannten Arten die Gleiche.  

Welche Mittel sind am wirkungsvollsten?
Welche Mittel am wirkungsvollsten sind, kann man nicht pauschal sagen. Sicher sind chemische Pflanzenschutzmittel am sehr wirksam. Aber auch Hausmittel oder andere biologische Mittel können sehr wirkungsvoll sein, allerdings meist nur solange der Befall noch nicht zu stark ist. Trotz allem sollte auf chemische Mittel möglichst immer verzichtet und biologischen der Vorzug gegeben werden.