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Hilft Brennnesselsud gegen Blattläuse | Anwendung gegen Läuse

Brennnesselsud Blattläuse

Die Brennnessel verfügt über Inhaltsstoffe, die für alles Mögliche zu gebrauchen sind. Eins davon kann uns bei unserem Kampf gegen Blattläuse unterstützen. Es ist tatsächlich das Nesselgift, über deren Wirkung wir gelegentlich fluchen. Während es auf unserer Haut nur unangenehm brennt, bedeutet es für die Läuse das Aus. Einen Brennnesselsud zum Besprühen der Blattläuse kann jeder ganz einfach selbst herstellen.

Brennnesselsud und Brennnesseljauche

Gleich vorne weg sollen zwei Begriffe näher erläutert werden. Oft ist die Rede von einem Brennnesselsud und Brennnesseljauche. Unkundige könnten hinter beidem leicht dasselbe vermuten. In der Tat sind beides Wasserflüssigkeiten, in denen Inhaltsstoffe der Brennnessel gelöst sind. Und beide Mittel können uns beim Bekämpfen von Schädlingen unterstützen. Die Herstellung der Brennnesseljauche nimmt jedoch längere Zeit in Anspruch, währenddessen es zu einer Gärung kommt. Das Ergebnis ist eine konzentrierte Jauche, die in unverdünntem Zustand die Pflanze verbrennen kann!

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Wenn von Brennnesselbrühe gesprochen wird, ist damit der Sud gemeint, der zusätzlich noch abgekocht wird.„]

Brennnesselsud gegen Blattläuse

Brennnesselsud ist ein kostenloses und vollkommen biologisches Hausmittel, welches Blattläuse von unseren Pflanzen vertreibt. Bei seinem Einsatz muss sich niemand Sorgen um die Pflanzen machen, denn sie erleiden bei sachgemäßer Handhabung keine Schäden. Blattläuse dagegen werden von den Inhaltsstoffen und vermutlich auf vom Geruch des Brennnesselsuds vertrieben. Der Sud wirkt effektiv gegen Blattläuse, ist jedoch kein Zaubermittel. Deswegen sollte man die Pflanze auch nach erfolgreicher Bekämpfung in regelmäßigen Abständen auf Blattläuse kontrollieren. Es ist auch zu empfehlen, die Anwendung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Brennnesselsud verbreitet im Gegensatz zu Brennnesseljauche keinen unangenehmen Geruch. Er ist daher erste Wahl, wenn sich Blattläuse an Zimmerpflanzen vergreifen.„]

Zutaten und Utensilien

Für die Herstellung eines Brennnesselsuds werden ein Haufen Brennnesselblätter und reichlich Wasser benötigt. Weiches Regenwasser ist ideal, doch es kann auch ganz normales Leitungswasser verwendet werden. Pro Liter Wasser kommen 100 Gramm Brennnesseln. Weitere Zutaten bedarf es nicht. Folgende Utensilien sind notwendig, die meist in jedem Haushalt eh verfügbar sind:

  • Brennnesseljauche ein großer Eimer
  • Gitter zum Abdecken
  • Schere
  • Gartenhandschuhe
  • Sieb
  • Sprühflasche

Geeignete Brennnesseln

Hierzulande sind die Große und die Kleine Brennnessel verbreitet. Beide Arten können für die Herstellung eines Brennnesselsuds gepflückt werden. Die Inhaltsstoffe der Kleinen Brennnessel gelten als aggressiver. Taubnesselarten eignen sich dagegen überhaupt nicht für die Bekämpfung von Läusen. Es dürfte jedem klar sein, dass das Pflücken von Brennnesseln mit bloßen Händen nicht zu empfehlen ist. Schützen Sie Ihre Haut, indem Sie dicke Handschuhe verwenden und lange Kleidung anziehen. Beachten Sie beim Pflücken folgende Punkte:

  • an einem sonnigen Tag sammeln
  • an einem Ort, wo keine Schadstoffe zu befürchten sind
  • fern von Straßen, Hundewiesen, etc.
  • nur weiche Teile der Pflanzen pflücken
  • keine Stängel mit Blüten oder Samen
  • schneiden Sie die Stängel nur zur Hälfte ab
  • die Pflanze kann so schnell wieder nachwachsen

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Auch aus getrockneten Brennnesseln kann ein wirksamer Sud hergestellt werden. Deswegen dürfen Sie gern etwas mehr Pflücken und sich für späteren Bedarf einen Trockenvorrat anlegen.„]

Brennnesselsud herstellen

Für eine einzelne befallene Zimmerpflanze genügt schon ein Liter Sud. Wenn ihm Garten zum Beispiel mehrere Rosenstöcke von Blattläusen befallen sind, lohnt es sich, gleich einen großen Eimer voll Brennnesseljauche anzusetzen. So gehen Sie dabei vor:

  1. Brennnesseljauche Ameisenplage Pflücken Sie die benötigte Menge Brennnesseln unmittelbar bevor Sie mit der Herstellung beginnen wollen.
    2. Zerkleinern Sie die Blätter mit der Schere oder mit einem Messer. Je feiner Sie schneiden, umso einfacher und schneller werden sich die Inhaltsstoffe lösen.
    3. Geben Sie die zerkleinerten Blätter in einen ausreichend großen Behälter bzw. Eimer und füllen Sie kaltes Wasser hinzu. Pro 100 Gramm Brennnesseln 1 Liter Wasser.
    4. Decken Sie den Behälter mit einem Gitter zu, damit keine größeren Tiere hineinfallen können.
    5. Lassen Sie die Mischung für mindestens 12 und maximal 48 Stunden durchziehen. Sie sollte nicht gären. An heißen Tag kann der Gärprozess schnell beginnen. Hier ist eine kürzere Ziehzeit bzw. ein schattiger Platz zu empfehlen.
    6. Seihen Sie die Mischung durch ein feines Sieb, denn für die weitere Anwendung benötigt man nur die reine Flüssigkeit.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Ein Kilogramm frische Brennnesselblätter kann man durch 150 Gramm trockene Brennnesseln ersetzen.„]

Heißauszug

Für eine Brennnesselbrühe wird zunächst eine Mischung wie oben beschrieben angesetzt. Sie sollte aber max. 24 Stunden ziehen. Danach wird der komplette Inhalt erhitzt und anschließend eine halbe Stunde bei schwacher Hitze geköchelt. Nach dem Abkühlen siebt man die groben Bestandteile heraus.

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Diese Brühe wird nur 1:5 verdünnt auf befallene Gewächse gesprüht. Wenn Sie damit empfindliche Gewächse oder noch junge, zarte Pflanzen besprühen wollen, sollten Sie noch mehr Wasser zufügen. Das empfohlene Mischungsverhältnis beträgt hier 1:10.„]

Die Anwendung von Brennnesselsud

Brennnesselsud wird unverdünnt gegen Blattläuse gesprüht. Er schadet den Blättern der Pflanze nicht. Allerdings gilt das nicht, wenn das Besprühen in der prallen Mittagssonne geschieht. Dann können die nassen Pflanzenblätter leicht verbrennen. Auch ein regnerischer Tag ist ungeeignet, da der Sud von den Blättern abgespült wird.

  1. Blattlaus Geben Sie den Sud in eine saubere Sprühflasche.
    2. Stellen Sie Zimmerpflanzen raus oder führen Sie die Behandlung in der Badewanne oder Dusche durch.
    3. Sprühen Sie jede befallene Pflanze von allen Seiten an. Es sollte keine trockene Stelle mehr übrig bleiben. Der Sud darf ruhig so großzügig aufgetragen werden, dass die Blätter tropfen.
    4. Kontrollieren Sie auch nach einer erfolgreich verlaufenen Bekämpfung die behandelten Pflanzen regelmäßig auf einen neuen Befall. Gerade im Garten können Läuse im Nu von irgendwo wieder auftauchen.
    5. Wiederholen Sie bei Bedarf die Behandlung mit Brennnesselsud mehrmals.

Brennnesseljauche gegen Blattläuse

Zur Herstellung einer Brennnesseljauche darf die Brennnessel-Wasser-Mischung etwa 1 – 2 Wochen an einem warmen Platz gären. Dabei muss sie regelmäßig umgerührt werden. Von ihr geht ein starker Gestank aus, sie ist daher für Innenräume tabu. Die Brennnesseljauche ist nach dem Vergären lange haltbar. Sie kann jederzeit gegen Blattläuse gesprüht werden, allerdings 1:10 mit Wasser verdünnt. Die in der Jauche enthaltene Kieselsäure stärkt zusätzlich die Zellwände der Blätter.

Bei einem akuten Blattlausbefall dauert die Neuherstellung der Jauche viel zu lange. Wer Sie zufällig schon als Pflanzendünger hergestellt hat, darf darauf zurückgreifen. Ansonsten muss schnell ein Sud angesetzt werden.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Brennnesselsud und Brennnesseljauche sind auch gegen andere Pflanzenschädlinge wirksam, wie zum Beispiel Spinnmilben und Weißen Fliegen.„]