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Kalmia latifolia, Lorbeerrose, Kalmie – Pflege

Kalmia latifolia, Lorbeerrose

Aus der Pflanzenfamilie der Heidekrautgewächse ist eine Gattung an Blütensträuchern hervorgegangen, deren erlesene Schönheit und Ausstrahlung nur schwer zu übertreffen ist. Die Lorbeerrose mit dem botanischen Namen Kalmia latifolia wächst zwar nur sehr langsam, bringt dafür im Gegenzug wunderschöne, zarte Blüten hervor, von denen jede einzelne ein Kleinod der Natur darstellt. Sie sind umgeben von grün glänzenden Blättern, die an Lorbeerblätter erinnern und auch im Winter am Strauch verbleiben. Obgleich die Kalmie vollkommen winterhart ist, wird sie in den hiesigen Regionen nur selten kultiviert. Die Ursache mag teilweise darin liegen, dass sämtliche Pflanzenteile giftig sind, nicht nur für Hunde, Katzen und Pferde, sondern auch für den Gartenfreund selbst.

Pflege

Die Lorbeerrose, auch als Berglorbeer bezeichnet, ist ein ausgesprochen Standort toleranter Blütenstrauch, der von Mai bis Juni seinen bezaubernden Blumenflor zeigt. Entgegen der häufig vertretenen Auffassung, die Kalmie sei schwierig im Anbau und der Pflege, ist eher das Gegenteil der Fall. Wer die folgenden Tipps und Ratschläge beherzigt, wird über viele Jahre seinen Garten mit diesem seltenen Blütenstrauch bereichern:

  • Sonnige bis halbschattige Lage ist ideal.
  • Einige Sorten sind schattenverträglich.
  • Warmer, windgeschützter Platz fördert das Wachstum.
  • Substrat ist humusreich, torfhaltig und leicht sauer.
  • Beimischung von kalkfreiem Sand für mehr Durchlässigkeit.
  • Düngen nicht oder nur sehr gering erforderlich.
  • Verwelkte Blüten ab und zu entfernen.
  • Kalmia latifoliaNur dann Gießen, wenn die Bodenoberfläche trocken ist.
  • Am sonnigen Standort permanent leicht feucht halten.
  • Vorzugsweise mit kalkarmem Regenwasser gießen.
  • Regelmäßig mulchen, hält die Erde feucht.
  • Junge Kalmien benötigen leichten Winterschutz.
  • Bei der Arbeit stets Handschuhe, Augen- und Mundschutz tragen.

Da die Lorbeerrose gleich nach Rhododendron und Azalee blüht, ihnen optisch ähnelt und die gleichen Anforderungen an Standort und Pflege stellt, ergänzen sich die Arten hervorragend.

Richtig pflanzen

In der nordamerikanischen Heimat wird der Berglorbeer in freier Natur 200 cm und höher. Im Ziergarten und in Parks ist in der Regel eine Wuchshöhe von maximal 100 cm zu erwarten. Daher bietet sich die Kalmie nicht nur für die Gestaltung von Blumenrabatten und Gehölzrändern an, sondern dekoriert in gleicher Weise im Kübel den Balkon und die Terrasse. Erfahrene Gartenfreunde berücksichtigen bereits bei der Anpflanzung die Ansprüche des Blütenstrauchs, damit er sich von Beginn an wohl fühlt und die gewünschte Blühfreudigkeit an den Tag legt.

Pflanzen im Beet

Idealerweise wird die Kalmia latifolia in der Zeit von September bis Mai gepflanzt. Zu diesem Zeitpunkt sollte es weder frieren, noch zu warm und trocken sein. Gut geführte Baumschulen führen die Lorbeerrose in der Regel als Containerware und eher selten als Ballenware. Gepflanzt wird in folgenden Schritten:

  1. Befinden sich am gewählten Standort keine Zeigerpflanzen, die auf eine leicht saure Bodenqualität hinweisen, wie Sauerampfer oder blau blühende Hortensien, wird mithilfe eine Test-Sets der pH-Wert ermittelt. Das Ergebnis sollte einen pH-Wert von 6 bis 6,5 anzeigen. Bei einem Wert unter 5,5 wird der Pflanzerde etwas Kalk beigefügt. Daraufhin hebt der ambitionierte Hobbygärtner ein Pflanzloch aus, das mindestens doppelt so groß ist, wie der Wurzelballen der Lorbeerrose. Der Aushub wird in eine Schubkarre gefüllt und dort mit verrottetem Laub oder Gartenkompost vermischt.
  2. Für den Fall, dass vor Ort die Gefahr von Staunässe besteht, wird die Sohle mit der Harke aufgelockert. Daraufhin werden einige Handvoll Kies, Blähton, Perlite oder zerstoßene Tonscherben als Drainage eingefüllt und mit einer dünnen Schicht des Substrats bedeckt.
  3. Die Lorbeerrose wird aus dem Container befreit und für einige Minuten in einen Eimer mit Regenwasser gestellt, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dabei darf die Pflanze auf keinen Fall am Wurzelhals angefasst werden, weil sie dort sehr empfindlich ist. Besser ist, den Strauch ausschließlich am Wurzelballen selbst zu greifen.
  4. Nun kann der Blütenstrauch eingepflanzt werden, wobei gleichzeitig ein Gießrand angelegt wird mit leichtem Gefälle zur Mitte.
  5. Abschließend die Pflanzstelle gut angießen und mit einer Mulchschicht aus Laub bedecken.

LorbeerroseDie Kalmie wird vorzugsweise als Solitärpflanze angesiedelt. Ihr Habitus macht sie jedoch ebenfalls zu einem guten Kandidaten für eine blühende Heckenpflanzung. In diesem Fall beträgt der Pflanzabstand 50 cm bis 60 cm. Aufgrund der mehr als gemächlichen Wuchsgeschwindigkeit, eignet sich die Lorbeerrose jedoch nicht, wenn innerhalb kurzer Zeit eine Sichtschutz-Hecke entstehen soll.

Pflanzen im Kübel

Der immergrüne Strauch macht im Pflanzgefäß ebenfalls eine gute Figur. In diesem Fall greift der Hobbygärtner zu handelsüblicher Rhododendron-Erde, die mit Lauberde und etwas Sand gemischt wird. Von Bedeutung für eine erfolgreiche Kultivierung ist das Ablaufloch für überschüssiges Gießwasser. Dieses wird mit einer Drainage aus grobem Material bedeckt und zusätzlich einem Stück Garten- oder Unkrautvlies. Ansonsten verfährt der geübte Gartenfreund genauso, wie bei der Pflanzung im Beet. Dabei kann auf eine Startdüngung getrost verzichtet werden.

Vermehren

Die Lorbeerrose ist nur schwer zu vermehren, da Stecklinge in den seltensten Fällen bewurzeln. An eine Aussaat ist überhaupt nicht zu denken. In der Regel gelingt die Vermehrung ausschließlich in-vitro, also im Reagenzglas, in speziell dafür eingerichteten Laboren. Darauf ist auch der recht hohe Anschaffungspreis von knapp 30 Euro für eine 40 cm hohe Pflanze zurückzuführen. Allerdings berichten verschiedene Gartenfreunde über gute Erfolge bei der Vermehrung durch Absenker:

  • Kalmia latifolia, LorbeerroseEin gesunder, nicht verholzter Trieb wird zu Boden gezogen.
  • Dort wird er in einer zuvor angelegten Rinne mit Erde bedeckt.
  • Zusätzlich sorgen mehrere Steine dafür, dass er sich nicht wieder aufrichtet.
  • Die Triebspitze muss noch aus der Erdschicht hervorschauen.
  • Regelmäßig mit Weidenwasser gießen für eine beschleunigte Bewurzelung.

Erfahrene Experten raten dazu, den Trieb zusätzlich an zwei bis drei Stellen mit einer Rasierklinge oder einem scharfen Messer anzuritzen, damit der Absenker schneller bewurzelt. Sollte der Zweig besonders widerspenstig sein, greift der findige Hobbygärtner in die Trickkiste, um ihn daran zu hindern, wieder in die Höhe zu schnellen. Mit einigen Krampen (U-förmige Nägel) aus dem Werkzeugkasten oder den Heringen aus der Campingausrüstung wird der Absenker sicher am Boden befestigt.

Eindrucksvolle Sorten

Bislang gilt die Kalmia latifolia als ein Geheimtipp unter den Hobbygärtnern. Es ist hingegen zu erwarten, dass sich dieser Umstand ändert, denn verschiedenen begnadeten Züchtern gelingen immer neue, noch prächtigere Sorten:

Lorbeerrose ‚Minuet‘

  • Wuchshöhe nach 10 Jahren ca. 70 cm
  • Wuchshöhe im Alter 100 cm bis 150 cm
  • weiße Blüten mit dunkelrotem Rand
  • Blütezeit Mai bis Juni

Lorbeerrose ‚Olympic Wedding‘

  • Lorbeerrosehellrosa Blüten
  • buschige Wuchsform bis 150 cm
  • Blütezeit ab Mitte Juni

Kalmia latifolia ‚Bandeau‘

  • bis zu 3 cm große zartrosa Blüten
  • rotbraunes Band im Blüteninneren
  • bis zu 200 Blüten im Mai und Juni
  • aufrechter, buschiger Wuchs
  • resistent gegen Pilzkrankheiten

Kalmia latifolia ‚Beacon‘ – Leuchtfeuer

  • intensiv leuchtende, rotrosa Blüten
  • besonders große Blätter
  • rosafarbene Knospen
  • ausgesprochen robuste Sorte
  • gedeiht auch in raueren Lagen

Kalmia latifolia ‚Black Label‘

  • eine der größten Sorten
  • wächst in 10 Jahren bis 260 cm x 260 cm
  • weiße Blüten mit schwarzem Ring und weißem Rand
  • Knospen erscheinen weiß-rosa

Zwerg-Lorbeerrose ‚Elf‘

  • kompakter Habitus
  • viele, reinweiße Blüten
  • resistent gegen Krankheiten
  • vollkommen winterhart

Kalmia latifolia ‚Galaxy‘

  • Kalmia latifolia, Lorbeerroseatemberaubend schöne Sorte
  • weit ausladende Blütenkrone
  • sternförmige Blüten in burgunderrot
  • zur Mitte hin weiß auslaufend
  • Wuchshöhe nach 10 Jahren ca. 130 cm

Lorbeerrose ‚Mitternacht‘

  • sehr seltene Sorte
  • Blütenfarbe schokoladenschwarz mit weißem Rand
  • gesunde und resistente Pflanze
  • Wuchshöhe nach 10 Jahren ca. 120 cm

Kalmia latifolia ‚Pinkobello‘

  • rundlicher, kompakter Wuchs
  • dunkelrosa Blüten, im Inneren weiß mit Punkten
  • himbeerrote Knospen mit hellem Rand
  • ausgesprochen dekorative Wirkung

Kalmia latifolia ‚Eskimo‘

  • spezielle Sorte für schattige Lagen
  • große, dunkelgrüne Blätter bis 10 cm Länge
  • leuchtend weiße Blüten mit je 10 roten Punkten
  • resistent und winterhart

Kalmia latifolia ‚Ewa‘

  • ungewöhnlich starkwüchsig
  • zartrosa Blüten mit kastanienfarbenen Streifen
  • Blütendurchmesser ca. 3 cm
  • Blütenstand bis zu 180
  • Wuchshöhe nach 10 Jahren ca. 130 cm

Kalmie ‚Nani‘

  • Lorbeerroseträgt bis zu sagenhaften 250 Blüten
  • Blütenfarbe weiß mit zimtfarbenem Band
  • vollkommen resistent gegen die Blattfleckenkrankheit
  • blüht von frühester Jugend an
  • langsames Wachstum: nach 10 Jahren ca. 90 cm

Lorbeerrose ‚You can‘

  • Sorte mit dem stärksten Wachstum
  • nach 10 Jahren 2 m hoch und 1 m breit
  • pinke Blüten mit rötlichen Strichen

Die vorgestellten Sorten stellen lediglich einen kleinen Auszug aus dem facettenreichen Angebot dar. Allen gemeinsam sind die vollkommene Winterhärte und die Resistenz gegenüber Pilzkrankheiten. Große Unterschiede bestehen jedoch hinsichtlich des Blütenstandes, der sich zwischen 40 und 250 Blüten bewegt, sowie der Blütengröße, die variiert von 2 cm bis 6 cm im Durchmesser.

Schneiden

Wie die meisten Arten unter den Heidekrautgewächsen, ist die immergrüne Kalmie zwar ausgesprochen schnittverträglich; erforderlich ist eine derartige Maßnahme jedoch in den seltensten Fällen. Selbst wenn die Lorbeerrosen auf längere Sicht eine Hecke bilden sollen, ist nicht jedes Jahr ein Schnitt erforderlich aufgrund des langsamen Zuwachses. Lediglich ein regelmäßiges Auslichten zu schwacher, vertrockneter oder nach innen wachsender Zweige sollte im Frühjahr vorgenommen werden. Ist das Ziel, einen jungen Blütenstrauch zu einer noch reichhaltigeren Verzweigung zu animieren, werden die Triebe im Frühjahr vor der Blüte über einem nach außen gerichteten Auge leicht gekürzt. Die Qualität des Schneidewerkzeugs ist im Rahmen dieser Maßnahme von entscheidender Bedeutung. Es darf keinesfalls die Zweige quetschen, sondern muss so scharf sein, dass ein glatter Schnitt entsteht. Für den Fall, dass eine größere Wunde verursacht wird, behandelt der geübte Hobbygärtner diese sogleich mit einem Wundverschlussmittel.

Lorbeerrose in dier Gartengestaltung

Sie ist bisher eher selten in Parks und Gärten anzutreffen und gilt unter Hobbygärtnern als Insider-Tipp für eine Zierpflanze, die nicht jeder zu bieten hat. Dabei wartet die Kalmie auf mit einer Vielzahl inspirierender Perspektiven der Gartengestaltung. Insbesondere harmoniert der Blütenstrauch mit:

  • AzaleeAzaleen
  • Blumenhartriegel
  • Lavendelheide
  • Prachtglocke
  • Primeln
  • Rhododendron
  • Schneeglöckchen

Darüber hinaus bieten sich die meisten Sorten, dank der sattgrünen Blätter, als Kulissenbepflanzung für Staudenrabatten an, die im Mai und Juni während der Blüte ihren dekorativen Höhepunkt erreicht. Einzig auf die farbliche Kombination sollte man achten, da Kalmia latifolia in der Regel in den verschiedensten Rottönen blühen, die sich optisch beispielsweise mit gleichzeitig blühenden orangefarbenen Blüten ‚beißen‘. Dank ihrer unvergleichlichen Blütenstruktur erzielen die Kalmia latifolia eine kraftvolle Fernwirkung, die alle Blicke magisch auf sich zieht. Dieses Attribut weiß der fantasievolle Hobbygärtner zu nutzen, indem er die Blütensträucher im Kübel auf dem Balkon, am Sitzplatz im Garten oder im Eingangsbereich des Hauses positioniert.

Fazit
Der immergrüne Blütenstrauch ist den meisten Hobbygärtnern nach wie vor nicht bekannt. Wer seinen beeindruckenden Habitus, seine porzellanzarten Blüten und seine Widerstandskraft erst einmal kennengelernt hat, wird ihn nicht mehr missen wollen. Völlig zu Unrecht wird er als schwierig in der Kultur bezeichnet. Das Gegenteil ist der Fall. Die Kalmia latifolia gedeiht an nahezu jedem Standort, solange die Bodenqualität leicht sauer ist und sie eine regelmäßige Dosis Wasser erhält. Düngen ist genauso wenig erforderlich, wie Schneiden oder aufwändiges Überwintern.