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Johannisbeeren – Pflanzen, Schneiden und Sorten

Johannisbeeren

Johannisbeeren haben im Volksmund viele Bezeichnungen und werden besonders für ihren hohen Vitamin C-Gehalt geschätzt. Die Beerensträucher mit den schmackhaften und vielseitigen Beerenfrüchten können als optische Begrenzung im Garten eingesetzt werden und sind leicht zu kultivieren. Etwa ab Ende Juni stellen sie nicht nur für Kinder eine naschhafte Versuchung dar. Die verschiedenen Sorten der Johannisbeere unterscheiden sich allerdings nicht nur im Geschmack und in der Färbung der Beeren, sondern besitzen auch verschiedene Ansprüche an den Pflanzschnitt.

Die verschiedenen Sorten der Johannisbeere

Die Beerensträucher sind in verschiedenen Sorten mit unterschiedlichen Reifegraden verfügbar. Zu den Besonderheiten der verschiedenen Sorten Johannisbeersträucher gehören:

  • Rote Johannisbeere: saftige rote Beeren, welche aromatisch schmecken und einen hohen Säuregehalt aufweisen.
  • Schwarze Johannisbeeren: blauschwarze Beeren, aromatisch herb im Geschmack.
  • Weiße Johannisbeeren: mild im Geschmack, die Beeren weisen eine gelbliche Färbung auf.

Standortes und optimale Pflanzzeit

JohannisbeerenWie alle Stachelbeerarten bevorzugen auch Johannisbeersträucher sonnige bis halbschattige Standorte, welche windgeschützt sein sollten. Die Beerenpflanze stellt keine besonderen Anforderungen an den Boden, wobei jedoch ein neutraler bis schwach sauren pH-Wert optimal für das Wachstum der Johannisbeere ist. Auch humusreich sollte er sein und keine Gefahr von Staunässe bestehen. Die regelmäßige Anreicherung durch Kompost unterstützt nicht nur die Entwicklung der Pflanze, sondern schützt sie auch vor einer zu schnellen Austrocknung.

Die beste Pflanzzeit liegt in den Monaten Oktober bis Mitte April, sofern die Pflanze noch nicht ausgetrieben hat. Sollen mehrere Johannisbeersträucher nebeneinandergesetzt werden, muss ein gewisser Pflanzabstand eingeplant werden: Für eine Heckenkultur beträgt der Abstand zwischen den einzelnen Johannisbeer-Gehölzen 50 Zentimeter. Bei einer Buschkultur müssen Minimum 2 m eingeplant werden. Die Pflanzen benötigen nach dem Umsetzen eine gewisse Zeit, um festzuwurzeln. Aus diesem Grund müssen vorhandene Triebe um etwa ein Drittel gekürzt werden. Für Johannisbeer-Hochstämme und Heckensträucher sind Stützpfähle empfehlenswert, damit die Pflanzen gerade nach oben wachsen können.

Gießen und Düngen

Johannisbeergehölze müssen regelmäßig gegossen werden. Staunässe ist jedoch absolut tabu, fördert das Faulen der Wurzeln und kann die Pflanze nachhaltig schädigen.

Um den Strauch mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen, sollte man das Erdreich öfter mit Kompost anreichern und auflockern. Diese Maßnahme speichert Feuchtigkeit im Boden und ist besonders für junge Stecklinge empfehlenswert.

Das Schneiden der Johannisbeere

Als mehrjährige Beerenpflanze muss die Johannisbeere regelmäßig ausgedünnt werden. Diese Aktion erfolgt in der Regel direkt nach dem Abernten der Früchte, um im darauf folgendem Jahr eine weitere ertragreiche Ernte zu gewährleisten. Der Schnitt muss jährlich bei den Beerensträuchern vollzogen werden, da der Ertrag der Beerenernte sonst kontinuierlich jedes Jahr sinkt. Bei einer optimalen Pflege – wozu auch die richtige Schnitttechnik gehört – trägt eine Johannisbeerpflanze im Durchschnitt 12 kg Beerenobst im Jahr.

  • Johannisbeeren-Sorte spielt beim Schneiden eine Rolle
  • ebenso die Wahl des richtigen Schneidwerkzeuges
    • für kräftige Triebe kleine Baum- bzw. Klappsägen oder Astscheren
  • erste wichtige Schnitt erfolgt direkt nach dem Aussetzen der Pflanze
  • bereits vorhandene Triebe um etwa ein Drittel der bisherigen Größe kürzen
  • Bei der roten und weißen Johannisbeere zwei bis drei der älteren Haupttriebe entfernen
  • ab dem 4. Jahr bildet die Pflanze hier weniger Beeren aus, Triebe rechtzeitig und radikal entfernen
  • RibiselPflanze kann wichtige Nährstoffe für jüngere Triebe verwenden
  • absägen großzügig direkt über dem Boden
  • Ein- und zweijährige Triebe fördern
    • zeigen im kommenden Jahr die besten Ernteergebnisse
    • kräftigsten Ruten als Ersatz für die älteren Haupttriebe stehen lassen
    • Insgesamtnoch etwa sechs bis zehn Haupttriebe am Strauch
  • Seitentrieben direkt in Bodennähe ab einer Höhe von ca. 40 cm gekürzen bzw. komplett entfernen
    • fördert die Fruchtbildung
  • Abgestorbene, kranke und schwache Triebe ebenfalls entfernen
  • Johannisbeere zur Bildung neuer, kräftiger Seitentriebe anregen
  • einige der bereits vorhandenen jungen Seitentriebe bis auf zwei oder drei Knospen stutzen
    • durch diesen Schnitt ist eine ertragreiche Ernte auch in den Folgejahren gesichert
  • Schwarze Johannisbeere direkt nach dem Einpflanzen die Triebe bis auf 5 oder 6 Knospen radikal zurückschneiden
  • Im ersten Standjahr Schnitt aussetzen
    • Pflanze muss durch vorhandenen Blätter genügend Nährstoffe für Wurzeln bilden
  • einjährigen Triebe der Schwarzen Johannisbeere sind die ertragreichsten
    • aus diesem Grund nicht radikal beschneiden, lediglich gut auslichten
    • Spätestens im dritten Jahr alte Haupttriebe komplett entfernen
  • Hochstämme bedürfen einer besonderen Schnitttechnik
    • Triebe sollen ihre runde Form erhalten und Stabilität bei einem übermäßigen Behang mit Beeren nicht verlieren
    • Veredelungsstelle keinesfalls ausbrechen oder beschädigen

Überwintern und Vermehren

Johannisbeer-Sträucher sind mehrjährig und benötigen keinen speziellen Überwinterungsschutz. Im Herbst ist jedoch genau die richtige Zeit, um die Pflanze zu vermehren:

  • Johannisbeerpflanzen vermehren sich sehr gut über einjährige Triebe, welche ungefähr 20 bis 30 cm lang sein sollten. Für eine bessere Wurzelbildung empfiehlt es sich, den geraden unteren Schnitt direkt unterhalb eines Auges zu vollziehen.
  • schwarze Johannisbeeren schneidenWährend die untere Schnittfläche gerade ist, muss die obere Fläche des Stecklings schräg geschnitten sein. Das verhindert das Eindringen von übermäßig viel Feuchtigkeit in das Innere.
  • Die Tiefe des Pflanzloches sollte ungefähr 30 cm betragen, der Boden wird mit Kompost angereichert.
  • Den Steckling muss tief eingesetzt werden, nur etwa 10 cm ragen aus dem Erdreich heraus. Gut wässern und mit einer Schicht aus Sägemehl oder Rasenschnitt abdecken.
  • In der ersten Zeit muss der Steckling häufig mit Wasser versorgt werden.
  • Wechselt der Standort der Pflanze nach der Wurzelbildung, sind schwach ausgebildete und kaputte Wurzeln zu entfernen.
  • Der Steckling benötigt zwei bis drei Jahre, bis sich die ersten Beerenfrüchte an ihm bilden.
  • Bereits im ersten Jahr nach Ausbildung des Wurzelwerks muss der Schnitt der Johannisbeere erfolgen. Unliebsame und schwache Triebe werden dabei entfernt.

Krankheiten und Schädlinge

Auch die Ribes ist nicht vor einer Vielzahl von Schädlingen und Krankheiten gefeit:

  • Wenn der Ertrag der Früchte jährlich sinkt, obwohl regelmäßiger Schnitt und Düngung erfolgen, könnte ein Grund der Befall mit der Johannisbeergallmilbe sein. Diese überträgt eine Viruserkrankung, welche die befallene Pflanze langfristig unfruchtbar macht. Befallene Sträucher sind am schwachen Austrieb von Blättern und Früchten erkennbar, stark befallene Knospen wirken geschwollen und färben sich ab Juni braun. Dicke Blätter mit erheblich verschmälerten, unregelmäßige Spitzen sind ebenfalls ein Hinweis auf den Befall durch Johannisbeergallmilben. Hauptsächlich befällt dieser Schädling die Schwarze Johannisbeere, die Bekämpfung erfolgt durch das Entfernen der befallenen Knospen (Rundknospen) und Triebe.
  • JohannisbeerblasenlausDer Besuch der Johannisbeerblasenlaus fällt am ehesten durch blasenförmig aufgewölbte Blätter auf. Je nach Sorte färben sich die Blätter der Johannisbeerepflanze unterschiedlich: Die Weiße und Schwarze Johannisbeere erhält gelbe Blätter, wohingegen die Rote Johannisbeere durch die Parasiten eine rötliche Blätterfarbe entwickelt. Wie bei fast allen Erkrankungen und bei Schädlingsbefall verhindert auch die Johannisbeerblasenlaus eine gesunde Entwicklung junger Triebe und Blätter. Der Einsatz chemischer Stoffe hat sich ebenso ausgezahlt, wie die natürlichen Gegenspieler Marienkäfer und Schwebfliegen.
  • Blattläuse können den verschiedenen Grossulariaceae Sorten ebenfalls das Leben schwer machen. Triebe und junge Knospen verkümmern durch die Saugtätigkeit der Tiere. Wer den Griff zum chemischen Pflanzenschutzmittel scheut, kann auch auf einen Jauchesud aus Brennnesseln oder Wermut zurückgreifen. Diesen Sud in regelmäßigen Abständen über die befallenen Pflanzen spritzen, direkte Sonneneinstrahlung während der Behandlungszeit gilt es zu vermeiden.
  • Einige weitere Schädlinge, wie beispielsweise der Johannisbeerglasflügler und die Stachelbeerblattwespen können das Wachstum der Pflanze negativ beeinflussen. Die Blätter der Johannisbeere weisen oft Fraßspuren auf. Hier helfen nur das konsequente Entfernen der Insekten und ein Rückschnitt der befallenen Pflanzregionen.
  • Ein filzartiger Belag auf den Triebspitzen und Blättern ist ein sicheres Zeichen für den Amerikanischen Stachelbeermehltau. Befallene Pflanzen sind in ihrem Wachstum gehemmt, die Früchte erhalten einen faden Geschmack. Gefördert wird der Pilz durch schwülwarmes Wetter, einer Überdüngung mit Stickstoff und auch durch zu eng gesetzte Sträucher. Direkte Hilfe gegen den Befall gibt es nicht. Spezielle Präparate können die Widerstandsfähigkeit einzelner Johannisbeerpflanzen stärken und auch der richtige Schnitt kann dem Amerikanischen Stachelbeermehltau entgegenwirken.
  • Der filzartige Befall von Blättern kann aber noch auf eine weitere Pilzerkrankung der Johannisbeere hinweisen. Beim Johannisbeersäulenrost weist die Unterseite der welken Blätter orangefarbene bis rostrote Pusteln auf. Auf der Blattoberseite sind nur unscheinbare braune Flecken erkennbar. Gegen diesen Pilzbefall gibt es kein wirksames Gegenmittel. Oft hilft es nur, resistente Johannisbeer-Sorten im Garten zu pflanzen.

Tipps und Tricks

  • JohannisbeerenDer Standort ist auch maßgeblich für den Geschmack der Früchte. An sonnigen Plätzen sind die Johannisbeeren süßlich, während ein halbschattiger Platz den sauren Geschmack der Beerenfrüchte fördert.
  • Die Befruchtung der Pflanze erfolgt in der Regel durch Selbstbestäubung. Um die Chance der Fremdbestäubung zu fördern, sollte man mehrere Johannisbeersträucher nebeneinander pflanzen.
  • Johannisbeeren sind auch als Kübelpflanzen geeignet. Eine regelmäßige Düngung ist hier erforderlich und auch der richtige Schnitt muss hier erfolgen.
  • Um Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen, muss man die Pflanze mit wichtigen Nährstoffen versorgen und die älteren und schwachen Triebe entfernen. Bestimmte Arten sind darüber hinaus resistent gegen Johannisbeersäulenrost und Co.
  • Schnell wachsende Johannisbeersorten benötigen weitaus mehr Pflanzabstand untereinander, als es bei schwachwüchsigen Arten der Fall ist.
  • Die Beerenfrüchte sind vielseitig verwendbar und können eingefroren und -gekocht werden. Abgeerntete Beeren müssen innerhalb von zwei Tagen aufgebraucht werden, länger sind sie nicht haltbar.

Fazit
 Auch Klein- oder Balkongärtner müssen nicht auf das gesunde Beerenobst verzichten, denn Johannisbeerpflanzen gedeihen auch in Kübeln problemlos und ertragreich.