Indianerbanane

Die Indianerbanane stammt aus dem östlichen Nordamerika. Sie wächst z.B. in den US-Bundesstaaten New York, Michigan, Kansas, Missouri, Oklahoma, Alabama, Virginia und Texas. Freistehende Papau sind Bäume oder Sträucher, die eine Höhe von fünf Metern erreichen können. Diese sind sommergrün, verlieren also ihre Blätter, wenn es Winter wird. Vorher ist aber noch eine wunderschöne Herbstfärbung zu bewundern. Die Blätter, aber auch die Triebe, sollen übrigens insektizid wirkende Substanzen enthalten. Die Acetogenine kommen in der höchsten Konzentration in jungen, dünnen Zweigen vor. Meist wächst die Indianerbanane als mehrstämmiger kräftiger Busch. Da die Wurzeln ausschlagen, entwickelt sich mit der Zeit ein recht undurchdringliches Dickicht.

Wuchs

Der Wuchs des Gehölzes ist charakteristisch. Es wächst pyramidenförmig. Das kommt vor allem durch die nach unten hängenden großen Blätter zustande. Interessant sind die Blüten der Indianerbanane. Sie erscheinen im Frühjahr, vor den Blättern, direkt am Holz. Die Blüten sind purpurfarbene Glöckchen. Bemerkenswert ist ihr Geruch. Sie riechen echt unangenehm. Das ist Absicht, denn so werden Fliegen und andere aasfressende Insekten angezogen, die wiederum wichtig für die Bestäubung sind. Jede Blüte enthält mehrere Fruchtknoten. Aus denen entwickelt sich ein dichtes Bündel von zwei bis sieben Früchten, eben die Indianerbananen.

Die Früchte können je nach Sorte recht unterschiedlich sein. Sie ähneln der Papaya oder einer Mango, sind außen hellgrün bis gelblich und sind fünf bis zehn Zentimeter lang und wiegen zwischen 50 und 300 Gramm, in Ausnahmefällen auch mal bis zu 500 Gramm. Man nutzt sie zum Direktverzehr, indem man sie einfach auslöffelt oder für Süßspeisen, Kuchen und Eis. Die Früchte enthalten ein weiches, cremiges Fruchtfleisch. Der Geschmack erinnert etwas an Bananen, woher wahrscheinlich auch der Name stammt. Viele sprechen aber auch von einem apfelähnlichen Geschmack. Ich selbst habe noch keine Indianerbanane gekostet und enthalte mich daher der Stimme. Auf alle Fälle ist die Frucht sehr nahrhaft. Sie übertrifft die meisten unserer einheimischen Früchte in Bezug auf Vitaminmenge ( viel Vitamin A und C), Nährwert und Aminosäuren (ungeheuer wichtig für unsere Ernährung). Geerntet wird zwischen Mitte September und Anfang Oktober, das ist sortenabhängig. Man muss fühlen, wann sie reif sind (Druckprobe mit Daumen – Fleisch muss leicht nachgeben). Meist zeigt die goldgelbe Herbstfärbung den Beginn der Ernte an, beides fällt häufig zusammen. Reife Früchte lassen sich mit einem Dreh leicht ernten.

Interessant ist noch, dass die Indianerbanane auf ihre Anwendung in der Krebsbekämpfung hin untersucht wurde. Dabei wurde Asimicin, ein Cytotoxin, aus der Pflanze isoliert. Bei Mäusen zeigte sich eine krebshemmende Wirkung. Es stört den Elektronentransport in den Mitochondrien der schnell wachsenden Krebszellen. Es wirkt dort als Inhibitor auf den Komplex I der Atmungskette ein. Man darf also gespannt sein, was die Forschung da noch hervorbringen wird, vielleicht ein wirksames Anti-Krebs-Mittel?

Sorten

IndianerbananeEs existieren etwa 70 Sorten. Von denen erlangten aber nur etwa 20 überregionale Bedeutung, meist aufgrund ihrer besonderen Fruchtqualität. Es gibt selbstfruchtende und fremdbefruchtete Pflanzen.

  • Prima 1216 – große Früchte, gute Erträge, selbstfruchtbar, frühtragend, winterhart bis Minus 32° C, gut für unsere Klimabedingungen geeignet
  • Sunflower – nicht ganz so große Früchte, sehr guter Geschmack, goldgelbes Fruchtfleisch, selbstfruchtend, frühtragend, ebenso winterhart, sehr beliebte Sorte
  • Overleese – große Früchte mit wenig Samen, Fruchtfleisch satt gelb, frühtragend, benötigt Fremdbestäuber, mittlere Fruchtreife, winterhart bis Minus 32° C, sehr guter Geschmack
  • Davis – kleine bis mittlere Früchte, goldgelbes Fruchtfleisch, sehr guter Geschmack, Samen sehr groß, frühtragend, benötigt Fremdbestäuber, frühe Fruchtreife, sehr winterhart
  • NC 10 – mittelgroße Früchte, wenig Kerne, gelbes Fruchtfleisch, frühreifend, Fremdbestäuber nötig
  • Mango – Früchte erinnern an Mango, sind sehr groß, Fruchtfleisch orange-gelb, intensiver Geschmack, Fremdbestäuber erforderlich, frühe Fruchtreife
  • Mitchell – mittelgroße Frucht, goldenes Fruchtfleisch, intensiver Geschmack, in USA sehr populär, frühe Fruchtreife, gute Ernte
  • Sweet Alice – kleinwüchsige Baumform, große Früchte, orange-gelbes Fruchtfleisch, cremig-süßer, intensiver Geschmack, Fruchtreif etwa Mitte Oktober

Die Pflege der Indianerbanane

Die Pflege der Indianerbanane ist nicht schwer. Dagegen besitzt sie einen hohen Zierwert. Sie überzeugt durch ihren pyramidenförmigen Wuchs, liefert interessante Blüten, eine spektakuläre Herbstfärbung und essbare, wohlschmeckende und gesunde Früchte. Was will man mehr? Die Pflanzen tragen nach einer Eingewöhnungszeit von 4 bis 5 Jahren Früchte, bei idealem Standort auch schon eher. Wichtig für die Indianerbanane sind das richtige Substrat und ein passender Standort. Der Rest geht fast von allein. Die Indianerbanane kann auch als Kübelpflanze kultiviert werden. Sie wird dann in der Regel nicht höher als 2 Meter. Besser ist es aber, sie auszupflanzen. Die Erträge sind höher.

Standort

Die Standortansprüche sind bei jungen Pflanzen anders als bei älteren. Während Jungpflanzen die ersten vier bis fünf Jahre eher halbschattig stehen sollten, mögen es die erwachsenen Exemplare eher sonnig. Die Lösung des Problems ist, die Indianerbanane in den ersten Jahren als Kübelpflanze zu kultivieren und sie dann erst auszupflanzen. Natürlich geht es auch, schon einen älteren Baum zu kaufen, aber die Preise sind heftig. Unter 100 Euro geht das meist nicht ab.

  • Vollsonnig bis maximal halbschattig
  • Je sonniger, ums so besser, denn nur bei viel Sonne können die Früchte reifen. In einem verregneten, kühlen Sommer wird das sehr schwer.
  • Junge Pflanzen brauchen eine Beschattung

Pflanzsubstrat

IndianerbananeGutes Substrat ist wichtig. Es darf nicht zu trocken sein. Stehende Nässe ist aber auch nicht gut. Die Wahrheit liegt so in der Mitte.

  • Nährstoffreicher, tiefgründiger, feuchter, aber unbedingt wasserdurchlässiger Boden
  • Günstig ist ein leicht saures Substrat.
  • Als vorteilhaft erweist sich ein Gemisch aus Kompost, Sand, Lavasplitt und Lehm.
  • Lavasplitt ist wichtig für die Durchlüftung. Kann ruhig reichlich zugegeben werden.

Pflanzen

Die Indianerbanane mag es nicht, umgepflanzt zu werden. Das liegt an ihrer langen Pfahlwurzel. Auch hier hat sich deshalb bewährt, die Pflanze die ersten Jahre im Topf zu lassen und sie dann an ihren entgültigen Platz zu verpflanzen. Das Gefäß muss allerdings recht tief sein, damit die Wurzel sich gut entfalten kann.

  • Am besten man lässt die Pflanze die ersten vier bis fünf Jahre im Kübel, da man sie dann auch halbschattig stellen kann, was für Jungpflanzen besser ist.
  • Dann gibt man ihr ihren entgültigen Platz, der so sonnig wie möglich sein muss, damit die Früchte reifen.
  • Die Indianerbanane kann ganzjährig ausgepflanzt werden. Natürlich sollte man es besser nicht im Winter tun. Ich halte das Frühjahr, also so April bis Mai für die beste Zeit.
  • Einen solchen Baum pflanzt man am besten als Solitär.
  • Pflanzabstände – 4 bis 4,5 Meter x 2 bis 2,5 Meter
  • Pflanze aus dem Container nehmen, Wurzeln leicht aufreißen, abgestorbene Teile entfernen und einen leichten Wurzelschnitt vornehmen.
  • In ein Gemisch aus Kompost, Sand, Lavasplitt und Lehm pflanzen.

Gießen und Düngen

Die Indianerbanane kommt wohl gut mit wenig Wasser und keinem oder wenig Dünger zurecht. Ein ordentliches Wachstum kommt so aber nicht zustande, von Früchten mal ganz abgesehen. Also, die Pflanze benötigt Wasser und Nährstoffe. Je mehr davon, umso besser. Natürlich sollte man den Baum weder ersäufen, noch ihn unnötig in die Länge wachsen lassen.

  • Gießen fördert das Wachstum
  • Zu trockener Boden führt dazu, dass der Baum nur wenig wächst.
  • Düngung wie Kernobst
  • Wichtig ist Stickstoff.

Schneiden

IndianerbananeNormaler Weise kommt die Indianerbanane ohne Schnitt aus. Die Bäume wachsen nicht übermäßig schnell, weshalb nicht groß geschnitten werden muss. Will man den Baum aber erziehen, zum Beispiel zur Spindelform, dann sollte man das ruhig tun. Ein Schnitt wird problemlos vertragen.

  • Gelegentlich kann die Krone etwas ausgelichtet werden.
  • Zu lange Jahrestriebe können eingekürzt werden. Das fördert die Bildung von neuem Fruchtholz.
  • Wichtig ist, nicht am vorjährigen Fruchtholz herumzuschneiden. Dort kommen die Blüten und damit die Früchte raus.
  • Am besten schneidet man nach der Ernte, wenn man schneiden muss.
  • Wurzelausschläge werden möglichst tief im Erdreich abgeschnitten, es sei denn, man möchte einen wildwachsenden Busch heranziehen, dann kann man alles so lassen, wie es wächst.

Überwintern

Die Indianerbanane soll absolut frosthart sein. In ihrer Heimat überstehen die Bäume auch Winter mit Temperaturen um die Minus 20 bis Minus 25 Grad. Der Stamm sollte aber vor Frostschäden geschützt werden, also mit einem Vlies umwickelt. Bei der Überwinterung im Kübel im Freiland sollte dieser mit Vlies und Noppenfolie geschützt werden.

Vermehren

Die Indianerbanane ist durch Samen, durch Veredlung und durch Wurzelschnittlinge zu vermehren. Stecklingsvermehrung ist nicht möglich.

Samen

  • Etwa 100 Tage kalt stratifizieren
  • In ein Gemisch aus Sand und Wassermoos bzw. Sternmoos bei einer Temperatur von 2 bis 6°C mindestens 8 bis 10 Wochen lagern.
  • Bei über 20°C in Anzuchtsubstrat aussäen
  • Keimung nach ca. 60 Tagen, oft auch länger
  • Erst bildet sich die Pfahlwurzel.
  • Erst viel später treibt die Pflanze oberirdisch aus. Das kann weitere Wochen dauern.
  • Wichtig ist, die Pflanze nach etwa zwei Jahren zu veredeln, ansonsten bleiben die Früchte recht klein. 

Veredlung

  • IndianerbananeEs ist wohl nicht so einfach, an eine geeignete Unterlage zu kommen.
  • Oft ist es günstig, ein zweijähriges, schon veredeltes Exemplar zu kaufen.

Wurzelschnittlinge
Ein Stück Wurzel von der Mutterpflanze abschneiden und einpflanzen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Indianerbanane gilt als sehr robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Es sind keine fungiziden und insektiziden Maßnahmen notwendig, das ist wirklich selten und absolut fantastisch. Ich könnte mir vorstellen, dass dies an den Blättern liegt, die einen Insekten abwehrenden Wirkstoff enthalten.

Fazit
Die Indianerbanane ist eine meiner nächsten Anschaffungen. Was ich bei der Recherche gelesen habe, klingt einfach toll. Das will ich ausprobieren. Zwar sind die Erträge in Mitteleuropa wohl deutlich geringer, als in Amerika, aber das macht mir nichts aus. Die Ursache ist wahrscheinlich darin zu finden, das die passenden Insekten zur Bestäubung fehlen. Bienen und Hummeln lassen sich nicht von Gestank anlocken. Die Handbestäubung, die von zahlreichen Händlern empfohlen wird, scheint sinnvoll, auch bei selbstfruchtenden Sorten. Etwas negatives gibt es auch zur Indianerbanane zu sagen. Man muss ein paar Jahre warten, bis es etwas zu ernten gibt und die Früchte sind sowohl empfindlich gegen Druck, als auch nicht lange haltbar. Man kann sie zwei bis drei Tage im Zimmer aufheben und etwa eine Woche im Kühlschrank. Im Internet gibt es inzwischen viele Anbieter für diese interessante Pflanze. Beim Gärtner meines Vertrauens habe ich noch keine gesehen.