Haworthia fasciata

Haworthia gehören zu den Aloengewächsen und zu den sukkulenten Pflanzen. Es gibt etwa 160 Arten. Die meisten von ihnen sind an den rosettenartig aus der Sprossachse wachsenden Blättern zu erkennen. Es gibt recht unterschiedlich aussende Sorten, so dass man sie schlecht allgemein beschreiben kann. Viele haben sehr interessant geformtem gefärbte oder bemusterte Blätter. Ursprünglich stammt die Haworthia aus Südafrika und Namibia, wo sie an felsigen Plätzen im Schatten von Sträuchern und Gräsern gedeihen. Die Pflanzen werden häufig unter Kakteen angeboten. Zwar sind es Sukkulenten, aber sie sind keine Kakteen.

Erscheinungsbild

Blütenstände erscheinen aus der Mitte der Rosette heraus. Die Blüten sind klein, dafür gibt es meist eine Menge von ihnen an jedem Blütenstand, bis zu 50. Wie es unterschiedliche Blattformen und Arten gibt, unterscheiden sich auch die Blüten zum Teil beträchtlich.

Haworthia legen im Juli und August eine etwa achtwöchige Ruhephase ein. Das oberirdische Wachstum wird eingestellt. In der Erde erneuern sich die Wurzeln. Sie nutzen dazu die Substanz der alten Wurzel. Die Pflanzen eignen sich auch für Hydrokultur. Ich empfehle aber eher die Nutzung von Gefäßen mit Bewässerungssystem. Die Wurzeln nehmen sich dann nur so viel Wasser, wie von dem Gewächs benötigt wird. Allerdings muss der Wasserstand immer im Auge behalten werden. Im Sommer ist der Wassertank zu leeren.

Haworthia – Pflege

Die Pflege der Haworthia ist nicht schwierig. Man muss nur mit dem Gießen aufpassen. Zu viel Wasser schadet deutlich. Die oft fleischigen Wurzeln faulen ziemlich schnell. Es darf keinesfalls zu viel gegossen werden. Meist reicht es, einmal pro Woche einen Schwapp Wasser zu verabreichen, im Winter noch weniger. Beim Dünger gehen die Meinungen auseinander. Einige Hobbyzüchter empfehlen, nicht zu düngen, weil der Wuchs verändert wird, andere dagegen, regelmäßig zu düngen, allerdings mit schwachem Kakteendünger. Am besten, man probiert das für sich selbst einmal aus, dann weiß man es genau. Ansonsten gibt es nicht viel zu tun. Die Überwinterung gelingt ohne Probleme. Je kühler überwintert wird, umso weniger Wasser brauchen die Pflanzen. Die Vermehrung ist einfach, das Übernehmen die Pflanzen meist selbst. Man muss die Töchter nur abtrennen und neu einpflanzen. Die Haworthia ist eine sehr vielseitige und pflegeleichte Pflanze.

Standort

Haworthia Der Standort ist wichtig, damit sich eine Haworthia wohlfühlt. Er sollte nicht zu sonnig sein, weder im Freien, noch in der Wohnung. Die Pflanzen kommen mit Schatten deutlich besser zurecht. Ich habe meine Howarthia im Nordfenster stehen. Sie bekommt nur morgens zeitig etwas Sonne ab und gedeiht dort ganz großartig. Es gibt aber durchaus Arten und Sorten, die kommen mit ein wenig mehr Sonne gut über die Runden.

  • Heller, halbschattiger Platz
  • Im Sommer gern im Freien
  • Keine direkte Sonne – führt zum Schrumpfen der Blätter
  • Morgen- und Abendsonne wird meist problemlos vertragen.
  • Beim Ausräumen langsam an die Sonne gewöhnen.
  • Günstig ist ein regengeschützter Platz
  • Im Zimmer normale Raumtemperatur

Wärmestau hinter Fensterscheiben vermeiden.

  • Besser ins Ost- oder Westfenster stellen.
  • Im Winter gern kühler, aber sehr hell
  • Günstig ist eine Zusatzbeleuchtung

Pflanzsubstrat

Beim Pflanzsubstrat ist günstig, wenn es mineralisch ist. Ansonsten muss die Erde vor allem durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden. Eine Drainage im Pflanzgefäß ist günstig. So kann überflüssiges Wasser gut ablaufen. Zu schwere Böden sind unbedingt zu vermeiden!

  • Mischung aus scharfem Sand und lockerer, grober Komposterde (1:3)
  • Locker
  • Durchlässig
  • Keine Lehmerde, kein Torf
  • Günstig ist mineralisches Substrat
  • Mineralisches Substrat = Bimskies, Lavagrus, Blähschiefer, grober Sand

Pflanzen und Umtopfen

Haworthia Beim Pflanzen bzw. Umtopfen ist nicht viel zu beachten. Das Substrat muss stimmen. Es wird empfohlen, die Haworthia regelmäßig, etwa jedes zweite Jahr umzutopfen. Bei mir stehen die Pflanzen länger in der Erde und gedeihen auch gut. Es kommt dabei bestimmt auf die Art an. Meine scheint absolut hart im Nehmen zu sein.

  • In flache Gefäße setzen
  • Gut macht sich Gruppenpflanzung
  • Umtopfen im zeitigen Frühjahr, zu Beginn der Wachstumszeit
  • Immer alle abgestorbenen Blätter entfernen.
  • Größeres Gefäß nur dann, wenn die Rosetten die gesamte Erdoberfläche bedecken.
  • Umtopfen generell aber am besten jährlich oder zweijährlich, weil die Reste der alten Wurzel entfernt werden sollten, allein um Fäulnis zu vermeiden.

Gießen und Düngen

Wie bei allen Sukkulenten schadet der Haworthia Nässe deutlich mehr als Trockenheit. Eh eine solche Pflanze vertrocknet, muss sie schon lange trocken stehen. Zu feuchte Erde bringt sie dagegen recht schnell um. Die Wurzeln faulen. Die Pflanze kann kein Wasser mehr aufnehmen, wenn ihre Speicher (Blätter) voll sind. Sehr lange Trockenheit verträgt die Haworthia nicht, obwohl es eine Sukkulente ist.

  • Während der Hauptwachstumszeit, von April bis November, gleichmäßig wässern
  • Die oberste Erdschicht zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen lassen
  • Im Juli und August nicht gießen, sondern die Pflanzen nur mit Wasser besprühen – Ruhezeit
  • Im Winter deutlich weniger gießen
  • Nie zwischen die Blätter, also in die Rosette gießen – Fäulnisgefahr
  • Nicht düngen, da der Wuchs dann unnatürlich wird
  • Sukkulenten werden besser nicht gedüngt
  • Einige Hobbypflanzenfreunde empfehlen, monatlich mit 0,25igerm Kakteendünger zu düngen

Schneiden

Haworthia muss nicht geschnitten werden. Man entfernt lediglich die vertrockneten Blätter. Natürlich kann geschnitten werden, z.B. wenn man ein Blatt zur Vermehrung benötigt. Ansonsten sollte man an den Pflanzen nicht umherschnippeln.

Überwintern

Haworthia Die Überwinterung ist meist kein Problem. Auch hier ist es wichtig, dass nicht zu viel gegossen wird. Vor allem, wenn die Pflanzen kühl oder kalt stehen, benötigen sie nicht viel Wasser. Stehendes Wasser oder ständig feuchte Erde führen zu Fäulnis und das überlebt die Haworthia nicht. Man muss da sehr vorsichtig sein. Weniger ist meist mehr.

  • Frostfrei überwintern bei 5 bis 15° C
  • Einige Arten sind erstaunlich kälteunempfindlich.
  • Es geht aber auch eine Überwinterung bei 16 bis 18° C.
  • Das warme Wohnzimmer ist nicht ideal.
  • Je wärmer die Pflanzen im Winter stehen, um so mehr Licht benötigen sie.
  • So kann es nötig werden, spezielle Pflanzenlampen einzusetzen. 

Vermehren

Die Vermehrung der Haworthia ist einfach. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Ob Aussaat, Tochterrosetten oder Blattstecklinge, es geht im Prinzip wirklich einfach.

  • Seitensprosse (Tochterrosetten) – können einfach abgetrennt werden, wenn sie gut Wurzeln gebildet haben
  • Man kann sie dann direkt in ein neues Gefäß pflanzen
  • Haben die abgetrennten Sprosse noch keine Wurzeln gebildet, lässt man das Stück etwa drei Tage abtrocknen und drückt dann die Schnittfläche in neues Pflanzsubstrat. Sie wurzeln recht schnell.
  • Eine Andere Art der Vermehrung ist die durch Blattstecklinge. Allerdings ist diese aufwändiger.
  • Die Anzucht aus Samen ist ebenfalls möglich und unkompliziert. Es entstehen aber in der Regel keine sortenreinen Pflanzen. Man weiß nie wirklich rauskommt.
  • Als Aussaaterde eignet sich ganz feiner mineralischer Bims.
  • Es kann ganzjährig ausgesät werden, bei Temperaturen zwischen 15 und 20° C.
  • Überhitzung ist schlecht, der Keimungsprozess wird gestoppt.
  • Die Keimfähigkeit ist begrenzt. Länger als 1 Jahr halten die Samen nicht durch.

Krankheiten und Schädlinge

Schildlaus Krankheiten sind selten. Geht die Pflanze ein, liegt es meist an zu viel Wasser.
Als Schädlinge treten Wurzel-, Schmier- und Schildläuse auf. Diese sind aber oft schwer zu entdecken. Sie verstecken sich in den Blattrosetten oder in der Erde. Wichtig ist deshalb, sich die Pflanzen ab und zu genauer zu besehen. Bekämpft werden die Schädlinge mit den üblichen Mitteln.

Sorten

Es gibt zahlreiche Untergattungen und Arten dieser Pflanze. 

  • H. angustifolia – stammlos, sprossend, lanzettlich zugespitzte, dünne und oft etwas schlaffe Blätter, welche eine Rosette bilden, Blattränder fein gezähnt, weiße bis matt rosa Blüten
  • H. attenuata – stammlos, sprossend, zur Blattspitze verschmälerte dreieckige Blätter, bildet ebenfalls eine Rosette, raue Blattoberfläche mit deutlich erhobenen Warzen
  • H. coarctata – stammbildend, sprossend, aufrecht ausgebreitete, aber einwärts gebogene Blätter, welche eine Rosette bilden. Bräunlich grüne Blattspreite, sehr interessante Pflanze
  • H. fasciata – stammlos, sprossend, aufrecht wachsende spitze Blätter, welche eine Rosette bilden. Raue Blattoberfläche, Blattunterseite mit Warzen. Charakteristisch sind die weißen Querstreifen auf den grünen Blättern.
  • H. bolusii – stammlos, langsam sprossend, einwärts gebogene, länglich lanzettliche Blätter, zur Rosette wachsend, Blattspreite bläulich grün, Dornen an Blattrand und Blattkiel
  • H. cuspidata – stammlos, sprossend, dichtbeblätterte Rosetten, weiche graugrüne Blätter mit harten, borstigen Spitzen, Blätter verkehrt eiförmigkeilförmig, sehr kurz und etwa gleich lang wie dick
  • H. magaritifera – sehr kurzer Stamm, sprossend, dreieckig-eiförmige, derbe, dunkelgrüne Blätter, die eine Rosette bilden. Charakteristisch sind die weißen Warzen, die dicht gedrängt auf den Blättern sitzen.
  • H. reinwardtii – im Erscheinungsbild sehr vielfältig, viele Varietäten und Formen, z.B. stammähnliche Blattrosette aufrecht ausgebreitete oder einwärts gebogene Blätter, raue Blattoberfläche, blaugrüne Blätter mit flachen weißen Knötchen
  • H: chloracantha – sprossend, stammlos, festfleischige bis raue Blätter, sehr hellgrün, kurz und dick, Blattoberfläche netzartig gemustert, Dornen an Blatträndern und großer Dorn am Blattkiel
  • H. nigra – stammbildend, langsam sprossend, aufrecht zurückgebogen-ausgebreitete, eiförmig-dreieckige Blätter, bilden eine Rosette, schwärzliche bis graugrüne Blattspreite, raue Blattoberfläche mir Warzen
  • H. venosa – stammlos und langsam sprossend, zurückgebogene, eiförmig-dreieckige Blätter, die zu einer Rosette wachsen, netzartig gemusterte Blattoberfläche, Blattunterseite mit Warzen
  • Haworthia H. emelyae – selten sprossend, stammlos, Blätter deutlich gestutzt, spitz, kaum durchscheinend, bilden eine lockere Rosette, dunkelgrüne, linierte Blattoberfläche mit zerstreuten kleinen Flecken und undeutlich erhabenen Warzen
  • H. viscosa – stammbildend, sprossend, ausgebreitete, dreieckige Blätter, eng in drei Reihen am Trieb angeordnet, außergewöhnliche Erscheinung, raue Blattoberfläche. Blattspitzen ausgebreitet und stechend.
  • H. truncata – stammlos, langsam sprossend, plötzlich gestutzte Blätter, zweizeilig am Trieb angeordnet, dunkel graugrün mit flachen halb durchscheinenden Endflächen, raue Blattoberfläche mit winzigen Warzen, bizarres Aussehen

Fazit
Die Haworthia ist eine pflegeleichte Pflanze. Sie überzeugt durch ihr vielfältiges Aussehen und die vielen Formen und Farben. Es sind interessante Gewächse und es gibt viele Pflanzenfreunde, die zu Sammlern geworden sind und die gar nicht genug verschiedene Pflanzen horten können. Sie kaufen, tauschen und züchten, bis kein Platz für neue Exemplare mehr vorhanden ist. Ich gehöre jetzt nicht unbedingt zu den Liebhabern der Gattung, aber es gibt schon einige schöne Sorten. Bei mir scheitert es aber auch am Platz und an zu viel Sonne. Trotzdem kann ich Haworthia nur empfehlen, dekorativ, pflegeleicht und dankbar. Nur zu viel Wasser, Hitze und Mittagssonne nimmt sie übel, ansonsten gibt es keine Probleme.