Harfenstrauch

Hunde- oder Katzenkot in der sorgsam gepflegten Grünanlage – für viele Gartenbesitzer ein Ärgernis. Abhilfe kann hier eine bestimmte Gattung des Harfenstrauches (Plactranthus caninus) schaffen, die auch als „Verpiss dich-Pflanze“ bekannt ist; die ätherischen Öle des Gewächses sorgen dafür, dass Katzen und Hunde den Garten nur noch ungern betreten. Der Harfenstrauch präsentiert sich sowohl als krautig wachsende Pflanze als auch als schwach verholzender Halbstrauch. Die hübschen, meist lavendelfarbenen Blüten kommen besonders gut zwischen anderen Blumen zur Geltung; doch das Gewächs kann auch im Haus gehalten werden. Vom Harfenstrauch sind neben der Verpiss dich-Pflanze weitere zahlreiche Arten bekannt, die violett gerandete, herzförmige oder aber bunte Blätter ausbilden. Diese Blattfärbungen sind für die Pflanze charakteristisch und stellen in jeder Grünanlage einen Blickfang dar.

Geeigneter Standort und optimale Bodenverhältnisse – hier fühlt sich der Harfenstrauch wohl

Der Harfenstrauch fühlt sich an einem hellen Standort besonders wohl. Halbschattige oder sonnige Plätze im Garten eignen sich für die Kultivierung am besten; grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanze mehrere Stunden täglich in den Genuss direkter Sonneneinstrahlung kommt. Unzureichende Lichtverhältnisse führen zu einem Verblassen der hübschen Blätter. Außerdem vergrößern sich die Abstände zwischen den einzelnen Blättern, so dass die Pflanze schnell krank wirkt. Optimal sind außerdem Temperaturen zwischen 16 und 21°C, die ein ideales Wachstum ermöglichen und die Blütenbildung fördern. Steigen die Temperaturen an, sollte im nahen Umfeld des Harfenstrauches auch die Luftfeuchtigkeit erhöht werden. Hierfür wird die Pflanze in mit Steinen und Wasser gefüllte Unterschalen gesetzt. Während der Ruhephase im Winter reichen dem Gewächs 12 bis 15°C.

Damit der Harfenstrauch gut gedeihen kann, ist außerdem die Wahl des Substrats von Bedeutung:

  • Die Erde darf nicht zu fest sein; ein lockerer, poröser Boden ist genau richtig.
  • Nährstoffreicher Boden lässt die Pflanze besonders gut gedeihen.
  • Das Substrat sollte außerdem gut durchlässig und insgesamt nicht zu feucht sein.
  • Als optimalen Boden für die Kultivierung des Harfenstrauchs eignen sich daher Erden auf Lauberdenbasis oder Kompost.

Gießen, Düngen und Überwintern des Harfenstrauches

Der Harfenstrauch muss insbesondere während der Wachstumsphase gut bewässert werden. Es ist darauf zu achten, dass der Topfballen stets gut durchfeuchtet ist. Allerdings verträgt die Pflanze keine Staunässe. Wird der Harfenstrauch in einem Topf oder Kübel kultiviert, muss deshalb stets darauf geachtet werden, dass kein stehendes Wasser im Untersetzer verbleibt. Besonders feuchtigkeitsliebend präsentieren sich Arten mit hängenden oder niedrig liegenden Trieben. Insgesamt wird die Pflanze also feucht, aber nicht nass gehalten. Andererseits kann der Harfenstrauch auch kurze Trockenperioden unbeschadet überstehen; wichtig ist lediglich, dass der Wurzelballen nicht komplett austrocknet. Während der Ruhephase ist beim Gießen Zurückhaltung gefordert; hier wird gerade so viel gegossen, dass ein Vertrocknen des Topfballens verhindert wird.

Für die Entwicklung des Hafenstrauches sollte außerdem eine gezielte Düngung erfolgen:

  • Während der Wachstumsperiode muss die Pflanze im Abstand von 14 Tagen gedüngt werden.
  • Als Düngemittel eignen sich Volldünger in normaler Konzentration; auch Flüssigdünger können verwendet werden.
  • Volldünger wird um die Pflanze verteilt und anschließend auch leicht in den Boden um das Gewächs eingearbeitet.
  • Für die Kultivierung in Kübeln eigen sich am besten Flüssigdünger.
  • Während der Ruhephase wird die Düngung komplett eingestellt.

Der Harfenstrauch ist nicht winterfest. Das Überwintern der Pflanze gestaltet sich jedoch problemlos. Damit sich das Gewächs während der Wintermonate wohlfühlt, ist es nötig, dieses in entsprechenden Kübeln aufzubewahren. Der Strauch überwintert am Besten in einem kühlen trockenen Raum, in dem Temperaturen zwischen 10 und 15°C herrschen. Während der Überwinterung wird die Pflanze weder gedüngt noch gegossen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass der Raum nicht zu dunkel ist; der Harfenstrauch neigt dann zum Vergeilen.

Schädlinge und Krankheiten
Katze im Garten

Beim Harfenstrauch handelt es sich um eine sehr robuste Pflanze, die nur selten erkrankt oder von Schädlingen befallen wird. Allerdings kann besonders während der Sommermonate sowohl bei frei lebenden Pflanzen als auch bei Zimmerpflanzen der Befall von Blattläusen ein Problem darstellen. In diesem Fall hat es sich bewährt, das Gewächs mit einem Schlauch abzuspritzen. Zimmerpflanzen können auch unter die Wasserbrause in die Dusche gestellt werden. Wichtig ist eine gründliche Spülung, um die Schädlinge wirklich restlos zu entfernen. Eine andere Möglichkeit, die Blattläuse gezielt zu bekämpfen, besteht in der Anwendung von speziellen Pflanzenschutzmitteln oder Seifenlösungen. Eine besonders schonende und natürliche Form der Schädlingsbekämpfung besteht in dem gezielten Einsatz von Fressfeinden; hierfür haben sich Marienkäfer gut bewährt.

Ältere Pflanzen werden im Laufe der Zeit unansehnlich; deshalb sollten die Bestände immer wieder einmal überprüft und gegebenenfalls durch frische Ware ersetzt werden. Dies ist in der Regel alle zwei Jahre der Fall.

Verpiss-Dich-Pflanze gedeiht bei mäßiger Pflege

Der Harfenstrauch benötigt wenig Pflege. Wurde die Pflanze einmal in die Erde eingebracht, entwickelt sich das Gewächs bei regelmäßiger Düngung und optimaler Bewässerung von alleine. Möchte man der Pflanze etwas Gutes tun, sprüht man die Blätter an besonders heißen Sommertagen mit etwas Wasser ein; hierfür eignen sich am besten die frühen Morgenstunden oder der späte Abend. Handelt es sich um eine Kübelpflanze, hat sich ein jährliches Umtopfen bewährt. Hierfür eignen sich die Wochen im Frühjahr besonders gut. Bei Bedarf kann der Harfenstrauch auch geschnitten werden. Insbesondere wenn die vorderen Ausläufer zu lang geworden ist, kann das Gewächs mit einen gezielten Schnitt bearbeitet werden.

Harfenstrauch und Vermehrung – so gelingt die Anzucht

Ältere Exemplare des Harfenstrauches sollten regelmäßig durch neue Pflanzen ersetzt werden, da das Gewächs im Laufe der Jahre unansehnlich wird. Alle zwei bis drei Jahre lohnt sich deshalb die Anzucht von neuen Stecklingen. Die durchschnittlich 6cm langen Knopfstecklinge des Harfenstrauches können das ganze Jahr über geschnitten werden, wobei die Triebspitzen von älteren Pflanzen Verwendung finden. Allerdings eignen sich die Herbstmonate für die Gewinnung am besten. Vermehrung und Anzucht der Stecklinge funktionieren ganz einfach:

  • Zunächst werden die Stecklinge von den unteren Blattpaaren befreit.
  • Anschließend können diese in die Erde im Garten oder in einen Blumentopf bzw. Pflanzenkübel gesetzt werden.
  • Bis die Stecklinge Wurzel ausgebildet haben, sollte die Pflanze an einem hellen, nicht zu sonnigen Platz stehen.
  • Nach dem Pflanzen muss der Setzling kräftig gegossen werden.
  • Soll das Gewächs in einer Blumenampel gezogen werden, müssen etwa drei bereits bewurzelte Stecklinge nebeneinander in das entsprechende Gefäß gesetzt werden.

Tipp: Die Stecklinge des Harfenstrauches wurzeln am besten während der Sommermonate oder im Frühjahr.

Meist wird die Pflanze im Garten gepflanzt, um Katzen oder Hunde vor Beeten fernzuhalten. Damit der Harfenstrauch seine Wirkung optimal entfalten kann, sollten die Stecklinge etwa einen Meter rund um die betroffenen Grünflächen oder Beete gesetzt werden. Idealerweise handelt es sich hierbei gleichzeitig um halbschattige oder sonnige Standorte, an denen sich das allgemeine Pflanzenwachstum und die Blütenbildung optimal entwickeln können. Alternativ zu der Bepflanzung in die Gartenerde können die Stecklinge auch in Blumengefäße gesetzt werden. Wenn diese dann rund um die zu schützenden Areale aufgestellt werden, erreichen die Pflanzen des Harfenstrauches dieselbe Wirkung. Damit sich der Harfenstrauch gut entfalten kann, sollte der Topf mindestens 20cm Durchmesser aufweisen.

Hintergründe zu den Namensgebungen der Plactranthus-Arten
junge KatzeDie Gattung des Harfenstrauches ist äußerst vielfältig und umfasst insgesamt rund 150 Arten. Hiervon ist ein Großteil in Asien und Afrika beheimatet. Neben der Hybridform des Plactranthus caninus existieren noch weitere Harfenstraucharten, die ebenfalls einen charakteristischen Duft verströmen, beispielsweise P. Glabratus oder P. Forsteri, deren Hybriden auch „Mottenkraut“ oder „Weihrauch“ genannt werden, weil sie Motten abschrecken bzw. einen ähnlichen Duft wie Weihrauch verströmen. Aufgrund ihres kräftigen Aromas werden zahlreiche Arten auch als Gewürzpflanze verwendet; so ist beispielsweise P. Amboincus als mexikanischer Oregano bekannt. Die Verpiss dich-Pflanze erhielt ihren Namen von dem Gärtner Dieter Stegmeier, der die Kreuzung im Jahre 2001 auf den Markt brachte. Er verkaufte das Gewächs erfolgreich als „Anti-Hunde-Pflanze“, da die Duftstoffe des Harfenstrauches Vierbeiner wie Hunde, Katzen, Marder oder gar Kaninchen von den Beeten fernhält.

Verwendung

Der Hybrid des Plactranthus caninus wird auch „Verpiss dich-Pflanze“ genannt; hierfür ist die Wirkung des Gewächses auf zahlreiche Tiere, zum Beispiel Katzen, Hunde oder Marder verantwortlich, die den Geruch der Pflanze nicht mögen. Zur Wirkung betragen spezielle Stoffe in den Blättern bei:

  • Die Pflanze enthält unter anderem Menthol, das die feinen Nasen von Katzen und Hunden stört.
  • Dieses stark riechende ätherische Öl sondert die Pflanze über die Nesseln ab.
  • Die Geruchsbelästigung ist für die meisten Tiere so stark, dass sie einige Meter auf Abstand gehalten werden können.
  • Auch wenn die Duftstoffe empfindliche Tiernasen stören – die Pflanze ist nicht giftig und kann daher bedenkenlos eingesetzt werden.

Hinweis: Auch wenn die Pflanze einen für Tiere unangenehmen Duft ausstößt – Menschen können die Aromastoffe kaum wahrnehmen.

Während die Verpiss dich-Pflanze bei Gärtnern immer wieder einen durchschlagenden Erfolg zeigt, scheint das Gewächs bei anderen Gartenfreunden keine Wirkung zu erzielen. Das Gegenteil scheint dann der Fall zu sein: Insbesondere Katzen wälzen sich in den Sträuchern, bevor sie diese anknabbern oder sogar komplett kahl fressen. Hierfür können unterschiedliche Gründe verantwortlich sein. Zunächst muss eine ausreichende Menge an Sträuchern gepflanzt werden, damit eine Wirkung erzielt werden kann. Die Pflanzen sollten rund um die zu schützenden Beete oder Grünflächen gesetzt werden, wobei der Abstand zwischen den einzelnen Exemplaren nicht größer als einen Meter sein sollte. Außerdem muss bedacht werden, dass die Verpiss dich-Pflanze erst ab einer bestimmten Größe wirksam ist. Von Bedeutung ist hierbei auch der Nesselwuchs, der vollständig abgeschlossen sein sollte, da die Duftstoffe über die Blattnesseln freigegeben werden. Doch auch von der aktuellen Witterung kann die Wirkung des Strauches abhängig sein.

Fazit

Die Verpiss dich-Pflanze gehört zu den effektivsten Waffen gegen ungebetenen Besuch von Tieren im Garten. An optimalen Standorten rund um die zu schützenden Beete und Grünflächen gepflanzt, wehren die Duftstoffe des Strauches Katzen und Hunde ab. Dabei präsentiert sich das Gewächs als recht anspruchslos und pflegeleicht; nach erfolgreicher Anzucht benötigt die Verpiss dich-Pflanze nur noch wenig Aufmerksamkeit – und wirkt bei regelmäßigem Austausch durch neue Exemplare rund um die Beete sehr dekorativ.