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Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘, Greiskraut – Pflege

senecio greiskraut

An einem Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘ treffen faszinierende Gegensätze aufeinander. An sukkulenten, dickfleischigen Trieben gedeihen länglich-runde, spitz zulaufende, immergrüne Blätter. Diese wuchtige Optik wird abgefedert durch eine zierliche Statur mit 20 cm Wuchshöhe. Nachdem die gelbe Körbchenblüte verwelkte, thronen auf der fruchtenden Pflanze filigrane, weiße Haarkronen, die dem Greiskraut seinen Namen verliehen. Diese exotische Schönheit ist gepaart mit einer hohen Toxizität, die gleichermaßen für Mensch und Tier gilt. Wie Sie diese Pflanze der Extreme auf der heimischen Fensterbank zu kultivieren, vermittelt die folgende Anleitung zur Pflege.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Gattung: Greiskräuter (Senecio)
  • Bezeichnung des Hybriden: Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘
  • Beheimatet in Südafrika
  • Sukkulent und immergrün
  • Straff aufrechter Habitus mit einer Wuchshöhe bis 20 cm
  • Gelbe Körbchenblüte von Mai bis Juni
  • Temperaturminimum 5-10 Grad Celsius

Sehr giftig in allen Teilen

Die enge botanische Verwandtschaft mit dem gefürchteten Jakobs-Greiskraut signalisiert, dass die folgende Anleitung zur Pflege unter der obersten Prämisse umsichtiger Sicherheitsvorkehrungen steht. Das Tragen langärmeliger Kleidung und schützender Handschuhe ist obligat, idealerweise ergänzt durch eine Schutzbrille.

Standort

Damit der kompakte Habitus eines Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘ bestehen bleibt, bietet ein sonniger Standort auf der Südfensterbank alle Voraussetzungen. Im Halbschatten besteht die Gefahr, dass sich die sukkulenten Triebe auf die Suche nach mehr Licht begeben und dabei vergeilen. Auf eine hohe Luftfeuchtigkeit legt die Pflanze keinen besonderen Wert. Es ist hingegen von Vorteil, wenn in warmen Lagen für einen guten Luftaustausch gesorgt ist. Übersommert werden kann die Zimmerpflanze auf dem sonnigen Balkon, wenn ab Mitte Mai keine Nachtfröste mehr zu befürchten sind.

Tipp: Siedelt ein Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘ für den Sommer um an einen sonnigen Platz unter freiem Himmel, findet im Vorfeld eine Phase der Eingewöhnung statt. Für 1-2 Wochen wird die Zimmerpflanze am halbschattigen Standort auf das ungefilterte Sonnenlicht vorbereitet.

Gießen

Von seinen Elternpflanzen hat der Hybride gelernt, sich als sukkulente Pflanze einen Wasservorrat anzulegen. Davon zehren die Wildarten in freier Natur während langer Dürreperioden. Somit kommt die prachtvolle Züchtung ‚Himalaya‘ sehr viel besser mit kurzzeitiger Trockenheit zurecht, als mit stauender Nässe. Gießen Sie die exotische Zimmerpflanze daher mäßig. Diese Vorgabe wird im Detail so umgesetzt:

  • Greiskraut erst gießen, wenn die oberen 2 cm des Substrats trocken sind
  • So lange Wasser auf die Erde geben, bis die ersten Tropfen in den Untersetzer laufen
  • Stehendes Wasser aus dem Untersetzer nach 10 Minuten entfernen

Da die Pflanze ein leicht saures Substrat bevorzugt, empfehlen wir die Verwendung von weichem Wasser. Bestens geeignet für Senecio-Arten ist gesammeltes Regenwasser. Eine sinnvolle Alternative stellt entkalktes Leistungswasser dar. Zumindest einige Tage abgestanden sollte das Gießwasser sein, damit sich der Kalkgehalt reduziert hat. Findige Hobbygärtner hängen in eine 10-Liter-Gießkanne ein Baumwollsäckchen, das mit 1 Liter Torf gefüllt ist. Nach 2-3 Tagen hat der Torf einen Großteil des Kalks aufgenommen.

Düngen

Im eng begrenzten Substratvolumen eines Blumentopfes sind die Nährstoffreserven frischer Erde innerhalb von 6 bis 8 Wochen nach dem Einpflanzen verbraucht. Düngen Sie ein Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘ von März bis September alle 4 Wochen mit einem flüssigen Kakteendünger. Alternativ füllen Sie die Nährstoffreserven auf mit einem Langzeitdünger in Stäbchenform. Diese werden im März und Juni in das Substrat gedrückt und geben die Wirkstoffe sukzessive an die Wurzeln ab.

Überwintern

Diente das Greiskraut während der warmen Jahreszeit der Zierde auf dem sommerlichen Balkon, signalisieren fallende Temperaturen das Ende der Freiluft-Saison für die südafrikanische Schönheit. Spätestens ab Oktober räumen Sie die Pflanze ein ins Winterquartier. So gestaltet sich das Pflegeprogramm während des Winters:

  • Der Standort ist hell und luftig
  • Ideal sind Temperaturen zwischen 10 und 12 Grad Celsius
  • Schlückchenweise weiches Wasser geben bei angetrockneter Erde
  • Von Oktober bis Februar nicht düngen

Je höher die Temperaturen während der Überwinterung, desto heller sollte der Standort sein. Andernfalls streckt die Senecio ihre sukkulenten Triebe sehnsuchtsvoll in die Länge, in der Hoffnung auf Sonnenschein. Folglich empfiehlt sich diese Form der Überwinterung auch für Greiskräuter, die ganzjährig in Wohnräumen kultiviert werden.

Umtopfen

senecio greiskraut PflanzeDas geruhsame Wachstum eines Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘ erfordert nur alle paar Jahre den Wechsel in einen größeren Blumentopf. Wachsen erste Wurzelstränge aus der Bodenöffnung heraus, kommen Sie um ein Umtopfen nicht mehr herum. Die beste Zeit für diese Pflegemaßnahme ist das Frühjahr, wenn die winterliche Wachstumspause sich dem Ende nähert. Wählen Sie den neuen Topf nur 2-3 cm im Durchmesser größer. Andernfalls begibt sich das Greiskraut zunächst mit Eifer daran, das Gefäß zu durchwurzeln, sodass das Wachstum der oberirdischen Triebe gänzlich zum Erliegen kommt. So verläuft die Aktion reibungslos:

  • Als Drainage über dem Wasserablauf eine Tonscherbe legen mit der Wölbung nach oben
  • Darüber eine Schicht aus Kakteenerde oder einen Mix aus Blumenerde, Sand und Bimskies einfüllen
  • Das Greiskraut austopfen, mittig in das Substrat setzen und mit Erde umgeben
  • Ein Gießrand von 1 cm freilassen, damit später nichts überschwappt

Das eingefüllte Substrat drücken Sie mit einem kleinen Stab fest, damit sich hier keine Luftlöcher bilden. Anschließend gießen Sie die Pflanze ein wenig an mit weichem Wasser. Die erste Woche nach diesem Umzugsstress verbringt der Sukkulent am halbschattigen Standort, um zu regenerieren.

Tipp: Ein umgetopftes Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘ wird frühestens nach 6 bis 8 Wochen zum ersten Mal gedüngt. Bis dahin decken die Nährstoffvorräte des vorgedüngten Substrats den Bedarf.

Vermehren

Stecklinge
Die Nachzucht eines Senecio barbertonicus verläuft problemlos mithilfe von Stecklingen. Diese Vermehrung ist während der gesamten Vegetationsperiode möglich. Hierzu schneiden Sie Kopfstecklinge mit einer Länge von 10 cm ab und stellen diese in ein Glas mit weichem Wasser. Die Schnittwunden an der Mutterpflanze werden mit reiner Holzkohleasche oder Gesteinsmehl bestäubt, damit die Triebe nicht ausbluten. Am halbschattigen, warmen Fensterplatz können Sie nun live mitverfolgen, wie sich an der Schnittstelle ein neues Wurzelsystem entwickelt. Es ist ratsam, das Wasser alle 1 bis 2 Tage zu erneuern, damit sich keine Fäulnis bildet. Erfahrene Hobbygärtner geben überdies ein kleines Stückchen Holzkohle ins Wasser.

Haben die Wurzelstränge eine Länge von 2 cm erreicht, können die Steckling eingepflanzt werden in das empfohlene Substrat für adulte Greiskräuter.

Schädlinge

Für Blattläuse ist die sukkulente Greiskraut-Zimmerpflanze ein gefundenes Fressen. Pünktlich zum Beginn der Saison lassen sich die Plagegeister auf den nadelartigen Blättern nieder, um das Gewebe anzustechen und den Saft herauszusaugen. Dem nicht genug, befinden sich insbesondere im Freien Heerscharen von Ameisen in deren Gefolge. Diese haben es abgesehen auf den Honigtau, den die Läuse als Abfallprodukt ausscheiden. Behalten Sie daher ihr Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘ im Auge, um bei den ersten Anzeichen eines Befalls mit diesem Hausmittel entgegenzuwirken:

  • In 1 Liter weiches Wasser 1 Esslöffel flüssige Kernseife und 1 Spritzer Spiritus mischen
  • Die Lösung einfüllen in einen Handsprüher
  • Im Abstand von 2-3 Tagen auf alle Pflanzenteile aufsprühen, bis keine Läuse mehr zu entdecken sind

Tragen Sie das Mittel nicht auf, wenn sich die Pflanze unter direkter Sonneneinstrahlung befindet. Ideal für die Anwendung sind die frühen Morgenstunden.

Krankheiten

Aufgrund des hohen Giftgehaltes wird Greiskraut in der Regel von Krankheiten verschont. Einzig die Pilzinfektion Mehltau kann während feucht-warmer Tage auf dem Balkon zu gesundheitlichen Problemen führen. Für diesen Fall halten umweltbewusste Hobbygärtner stets einen kleinen Vorrat an Frischmilch bereit. Statt mit einem chemischen Fungizid die infizierte Senecio zu behandeln, wird die Pflanze ganz einfach mit diesem Hausmittel kuriert:

  • Frischmilch und weiches Wasser mischen im Verhältnis 1:9
  • Im Abstand von 2-3 Tagen mit der Sprühflasche auftragen
  • Das Mittel nicht unter praller Sonne anwenden

Bitte beachten Sie, dass einzig Frischmilch sich für diesen Zweck eignet. In H-Milch wurden die wirksamen Inhaltsstoffe im Rahmen der extremen Erhitzung abgetötet. Überdies entfaltet dieses Hausmittel einzig im frühen Befallsstadium die erwünschte Wirkung. Kontrollieren Sie die im Freien übersommernde Pflanze täglich auf die typische mehlig-weiße Patina an Trieben und Blättern.

Ähnliche Greiskraut-Zimmerpflanzen

Innerhalb der facettenreichen Pflanzengattung tummeln sich mehr als 1.200 Arten, von denen folgende Exemplare ähnliche Ansprüche an die Pflege stellen, wie Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘:

Senecio scaposus
Im Habitus dem Hybriden ‚Himalaya‘ sehr ähnlich, wartet diese stammlose Greiskraut-Art auf mit silber-weißen, fleischigen Trieben bis 30 cm Wuchshöhe. Dabei wachsen aus dem einzelnen Stängel mehrere röhrenförmige Blätter, die sich im weiteren Verlauf leicht biegen. Bei älteren Pflanzen schält sich der silbrige Überzug allmählich ab. Diesen Umstand machen die Pflanzen wett mit einer silberweißen Blüte, die sich im Sommer an langen Stängeln über dem Laub und den Trieben erhebt.

Senecio articulatus
Wer sich mit den nadelartigen Blättchen nicht anfreunden kann und gerne ein etwas größeres Greiskraut als Zimmerpflanze kultivieren möchte, ist mit Senecio articulatus gut beraten. An den kurzen, dickfleischigen Stämmchen gedeihen wachsartige Glieder mit nicht sukkulenten Blättern. Eine gut etablierte Pflanze präsentiert im Herbst eine zierliche, gelb-weiße Blüte.

Senecio haworthii
Herausragendes Attribut dieser Greiskraut-Schönheit sind die mittelgrünen Stämmchen und Blätter, die dank einer dichten Behaarung in reinem Weiß erstrahlen. Mit einer Wuchshöhe von 20 bis 45 cm, eignet sich diese Art ebenfalls ausgezeichnet zur Zimmerpflanze. Allerdings ist das Senecio haworthii standorttreu beschaffen und reagiert auf einen plötzlichen Wechsel mit Blattabwurf.

Senecio herreianus
Auf der Suche nach einem hängenden Greiskraut, werden Sie bei dieser bezaubernden Art fündig. Die filigranen Triebe sind üppig besetzt mit sukkulenten, mittelgrünen Blättern. Ältere Pflanzen überraschen im Sommer mit einer orangefarbenen Blüte.

Senecio rowleyanus
Als Trivialnamen verliehen kreative Gärtner dieser Greiskraut-Art den treffenden Namen ‚Erbsen am Band‘. Entlang der kriechenden oder hängenden Triebe gedeihen unzählige kugelige Blättchen und zartem Grün. Da die Ranken eine Länge von bis zu 100 cm erreichen können, ermöglicht diese Pflanze die Realisierung fantasievoller Gestaltungsideen.

Fazit

Mit dem Greiskraut Senecio barbertonicus ‚Himalaya‘, kultivieren Sie eine exotische Zimmerpflanze, jenseits eingefahrener Konventionen. Damit die gegensätzlichen Attribute perfekt zur Geltung kommen, ist ein sonniger und warmer Standort obligat. Eine mäßige Wasserversorgung ist für den Sukkulenten ebenso relevant, wie eine kühle Überwinterung bei 10-12 Grad Celsius. Verwöhnen Sie den Korbblütler von März bis September monatlich mit etwas Flüssigdünger, wartet das südafrikanische Gewächs auf mit einer gelben Blüte, gefolgt von der dekorativen weißen Behaarung im Verlauf der Samenbildung. Zu dieser floralen Meisterleistung ist das Greiskraut indes erst nach einigen Jahren liebevoller Pflege in der Lage. Für die Kultivierung im Familienhaushalt mit kleinen Kindern und Haustieren ist die Pflanze aufgrund ihres hohen Giftgehaltes nicht geeignet.