Nützlinge und Tiere im Garten Vögel- und Vogelschutz

Greifvögel bestimmen: 16 Raubvögel aus Deutschland

Raubvögel Deutschland

Als Herren der Lüfte werden Greifvögel bezeichnet und sie sind auf Wappen Symbol für Kraft und Freiheit. Der Bestand einiger Arten hat in Deutschland allerdings abgenommen, da ihre Lebensräume verschwinden.

Adler

Was Alder auszeichnet, ist ihre ausgesprochen gute Sehschärfe, mit der sie ihre Beute aus großer Höhe erspähen können. Zudem gehören sie zu den Greifvögeln mit sehr großer Flügelspannweite.

Fischadler (Pandion haliaetus)

Fischadler machen auch vor Fischteichen keinen Halt. Dabei geraten sie immer wieder in Netzüberspannungen zum Schutz vor fischenden Vögeln, die ihnen häufig auch das Leben kosten.

Fischadler (Pandion haliaetus)
  • Größe: 50 – 66 cm
  • Flügelspannweite: 127 – 174 cm
  • Gefieder: weiße Unterseite, Oberseite dunkelbraun, einfach zu bestimmen anhand des weißen Kopfes mit dunklem Augenstreif
  • Nahrung: spezialisiert auf Fischfang in klaren Gewässern
  • Brutzeit: April – Juli
  • Lebensraum: klare fischreiche Seen mit umgebendem Wald, Küsten mit Felsgebieten
  • Gefährdung: gefährdet

Schreiadler (Aquila pomarina)

Der Schreiadler hat ein besonderes Jagdverhalten, denn er verfolgt seine Beute zu Fuß.

Schreiadler (Aquila pomarina)
Quelle: Wolbrum avner, עיט חורש, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0
  • Größe: 55 – 67 cm
  • Flügelspannweite: 146 – 168 cm
  • Gefieder: starke Fingerung bei Handschwingen, Ober- und Unterseite braun
  • Nahrung: Kleinsäuger (vorwiegend Wühlmäuse), Amphibien
  • Brutzeit: Ende April – Mitte Mai
  • Lebensraum: Laub- und Mischwälder mit Niederungen
  • Gefährdung: stark gefährdet

Seeadler (Haliaeetus albicilla)

Die Seeadler sind die Greifvögel mit der größten Flügelspannweite in Deutschland.

Seeadler (Haliaeetus albicilla)
  • Größe: 74 – 92 cm
  • Flügelspannweite: 193 – 244 cm
  • Gefieder: Schwanz kurz und keilförmig, großer Kopf mit markantem gelben Schnabel, braune Grundfarbe, Kopf etwas heller, Schwanz deutlich dunkler
  • Nahrung: Fische, Vögel (vorwiegend Wasservögel), Eier, Aas
  • Brutzeit: Mitte Februar – Mitte März
  • Lebensraum: Gewässer und Feuchtgebiete mit Felsküsten oder Altholzbeständen
  • Gefährdung: gefährdet

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Die Seeadler sind mit dem Amerikanischen Weißkopfseeadler eng verwandt. Gelegentlich kann es passieren, dass die amerikanischen Raubvögel auch in Deutschland zu sehen sind, wenn sie Greifvogelstationen bei längeren Ausflügen, die mehrere Tage dauern können, verlassen.„]

Steinadler (Aquila chrysaetos)

Der Steinadler war massiv vom Aussterben bedroht. Durch spezielle Artenschutzprogramme konnten die Bestände dieser Raubvögel wieder erhöht werden.

Steinadler (Aquila chrysaetos)
  • Größe: 80 – 100 cm
  • Flügelspannweite: 190 – 230 cm
  • Gefieder: dunkelbraune Grundfarbe, Nacken goldgelb, Schwanz mit helleren Bändern, Handschwingen in Braun, weiß und schwarz gefärbt
  • Nahrung: Murmeltiere, Gams- und Rehkitze, Schneehasen, Raufußhühner, Fallwild
  • Brutzeit: Mitte März – Mitte April
  • Lebensraum: Hochgebirge
  • Gefährdung: stark gefährdet

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Um die Raubvögel wieder erfolgreich anzusiedeln, werden Besucherströme gezielt weg von den Brutgebieten gelenkt. Gelegentlich gibt es in Naturparks geführte Wanderungen in Kleingruppen zu den Horsten, wo erklärt wird, woran die Greifvögel zu bestimmen sind und mit etwas Glück können sie sogar in der Natur gesichtet werden.„]

Bussarde

Bussarde gehören zur Familie der Habichtartigen. Sie gliedern sich wiederum in mehrere Unterfamilien.

Mäusebussard (Buteo buteo)

Der Mäusebussard ist sehr flexibel und kann sich dadurch an unterschiedliche Lebensräume anpassen.

Mäusebussard (Buteo buteo), Greifvögel
  • Größe: 51 – 57 cm
  • Flügelspannweite: 113 – 128 cm
  • Gefieder: breite Flügel und kurzer Schwanz, variabel Färbung, Rücken braun bis dunkelbraun, helle Flecken auf der Brust, breite Endbinde am Stoß, ca. 10 schmale Querbänder
  • Nahrung: Nagetiere wie Feldmäuse, Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien, Regenwürmer, große Insekten, Vögel
  • Brutzeit: Mitte März – Mitte April
  • Lebensraum: abwechslungsreiche Landschaften mit Wald und offen Feldern, Brut- und Schlafplätze in Wäldern
  • Gefährdung: nicht gefährdet

Wespenbussard (Pernis apivorus)

Der Wespenbussard ist anhand seiner Nahrungspräferenzen zu bestimmen, denn er ernährt sich vorwiegend von Wespen.

Wespenbussard (Pernis apivorus)
Quelle: Bob Adams from Amanzimtoti, South Africa, European Honey Buzzard (Juvenile) (32397220790), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0
  • Größe: 50 – 60 cm
  • Flügelspannweite: 118 – 144 cm
  • Gefieder: Oberseite braun, Unterseite etwas heller, variable Färbungen, Schwanz mit 1 – 2 dunklen schmalen Binden und schwarzer Endbinde
  • Nahrung: Insekten (bevorzugt Wespen und deren Larven)
  • Brutzeit: Ende Mai – Ende Juni
  • Lebensraum: strukturierte Landschaften, Laub- und Kiefernwälder
  • Gefährdung: nicht gefährdet

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Der Wespenbussard gräbt sogar Wespennester in der Erde aus. Die Stiche machen dem Raubvogel nichts aus, da er durch sein Gefieder geschützt ist.„]

Falken

Falken greifen zwar ihre Beute, töten sie dabei meist nicht. Sie sind sogenannte Bisstöter und haben dafür einen speziell geformten Schnabel mit dem sogenannten Falkenzahn, einer Zacke links und rechts am Oberschnabel.

Baumfalke (Falco subbuteo)

Zur Hauptbeute des Baumfalken gehören unterschiedliche Großinsekten, die die Raubvögel im Flug erbeuten.

Baumfalke (Falco subbuteo)
  • Größe: 30 – 36 cm
  • Flügelspannweite: 70 – 85 cm
  • Gefieder: weißliche Wangen mit dunklem Bartstreif, rostrote Befiederung an Beinen, Oberseite dunkelgrau, Unterseite weißlich mit dunklen länglichen Flecken, Unterschwanzdecken rostrot
  • Nahrung: Kleinvögel, Großinsekten
  • Brutzeit: Mai – Anfang Juni
  • Lebensraum: Waldränder
  • Gefährdung: gefährdet

Turmfalke (Falco tinnunculus)

Turmfalken sind anhand ihres Rüttelfluges in der Luft einfach zu bestimmen. Sie sind im urbanen Raum gern gesehene Greifvögel, da sie auch Jagd auf Tauben machen.

Turmfalke, Falco tinnunculus, Falken
  • Größe: 34 – 36 cm
  • Flügelspannweite: 75 – 76 cm
  • Gefieder: spitz zulaufende Flügel, Oberseite rotbraun mit dunklen Federspitzen, Schwanz und Kopf blaugrau, Weibchen meist etwas hellere Grundfarbe dafür etwas dunklere Flecken
  • Nahrung: Feldmäuse, Kleinvögel, Eidechsen, Insekten
  • Brutzeit: April – Juli
  • Lebensraum: Kirchtürme, Hochhäuser, Brücken, Schornsteine, Waldränder, Feldgehölze
  • Gefährdung: nicht gefährdet

Wanderfalke (Falco peregrinus)

Wanderfalken sind auch in menschlichen Siedlungsgebieten mit höheren Bauwerken anzutreffen.

Wanderfalke, Falco peregrinus, Greifvögel
  • Größe: 35 – 51 cm
  • Flügelspannweite: 79 – 114 cm
  • Gefieder: hellbraune Kehle und Wangen mit dunklem Bartstreif, Rücken grau, Unterseite hellgrau mit dunklen Querbändern
  • Nahrung: Vögel
  • Brutzeit: März – Ende April
  • Lebensraum: in fast allen Landschaften zu finden
  • Gefährdung: gefährdet

Habichte und Sperber

Die Gattung der Habichte und Sperber ist unter den Greifvögeln weltweit die artenreichste Gruppe. In Deutschland sind jedoch nur zwei Arten beheimatet.

Habicht (Accipiter gentilis)

Der Habicht ist bei Tauben- und Hühnerzüchtern gefürchtet. Die Nutztiere sind für ihn eine leichte Beute und pro Woche holt er sich oft mehrere Tiere.

Habicht (Accipiter gentilis), Greifvögel
  • Größe: 46 – 63 cm
  • Flügelspannweite: 89 – 122 cm
  • Gefieder: einfach zu bestimmen anhand der unterseits feinen schwarz-weißen Bänderung, abgerundeter Schwanz mit dunklen Binden, oberseits dunkel- bis hellgrau
  • Nahrung: Kaninchen, Eichhörnchen, Vögel
  • Brutzeit: Mitte März – Anfang April
  • Lebensraum: deckungsreiche Landschaften mit Nadel- und Mischwäldern, offene Flächen zur Jagd
  • Gefährdung: nicht gefährdet

Sperber (Accipiter nisus)

Futterstellen für Kleinvögel sind für Sperber beliebte Jagdgebiete, da diese Vögel zu ihrer bevorzugten Beute gehören.

Sperber (Accipiter nisus), Greifvögel
Quelle: Francesco Veronesi from Italy, Eurasian Sparrowhawk male – Castelletto Merli – Italy FJ0A2590 (43958520974), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0
  • Größe: 29 – 41 cm
  • Flügelspannweite: 58 – 80 cm
  • Gefieder: abgerundeter Flügel und Schwanz, Schwanz mit dunklen Binden, Flügeln an der Unterseite mit dichten Querbändern, graue Oberseite
  • Nahrung: Kleinvögel
  • Brutzeit: April – Mai
  • Lebensraum: halb offene und strukturierte Landschaften, offenes Gelände mit Nadel- und Mischwald
  • Gefährdung: nicht gefährdet

Milane

Zur Gattung der Milane gehören lediglich drei Arten, von denen zwei in Deutschland heimisch sind.

Rotmilan (Milvus milvus)

Der Rotmilan wird oft aufgrund seiner Flügelspannweite ein Opfer von Stromschlägen bei Stromleitungen, da die Drähte so nahe zusammenliegen und er beide gleichzeitig beim Starten oder Landen berühren kann.

Rotmilan (Milvus milvus)
  • Größe: 60 – 73 cm
  • Flügelspannweite: 150 – 180 cm
  • Gefieder: Schwanz rostrot und tief gegabelt, abwechslungsreich gefärbt in unterschiedlichen Brauntönen, Kopf weiß bis grau
  • Nahrung: Kleinsäuger, Fische, Vögel, Aas
  • Brutzeit: Ende März – Ende April
  • Lebensraum: abwechslungsreiche und strukturierte Landschaften, hügeliges bis bergiges Gelände, Baumreihen, Wälder
  • Gefährdung: Vorwarnliste zurückgehender Arten

Schwarzmilan (Milvus migrans)

Der Schwarzmilan ist weltweit der häufigste Greifvogel.

Schwarzmilan (Milvus migrans), Greifvögel
Quelle: Donald Hobern from Copenhagen, Denmark, Milvus migrans (15108273418), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0
  • Größe: 46 – 66 cm
  • Flügelspannweite: 120 – 153 cm
  • Gefieder: schwach gekerbter Schwanz, dunkelbraunes Gefieder, Kopf etwas heller
  • Nahrung: Fisch, Vögel, Insekten, Kleinsäuger, Regenwürmer, Aas
  • Brutzeit: Anfang März – Anfang April
  • Lebensraum: See- und Flusslandschaften mit altem Waldbestand in der Nähe
  • Gefährdung: gefährdet

Weihen

Weihen sind besondere Flugkünstler. Für die Jagd verwenden sie den Gaukelflug, bei dem sie hin und her schwenken und ihr Balzflug ist sehr grazil.

Kornweihe (Circus cyaneus)

Der Bestand an Kornweihen ist weltweit nicht bedroht. Durch die schwindenden Lebensräume in Deutschland gelten diese Greifvögel hier als bedroht.

Kornweihe (Circus cyaneus), Greifvögel
  • Größe: 42 – 55 cm
  • Flügelspannweite: 97 – 118 cm
  • Gefieder: Männchen Ober- und Unterseite hellgrau, schwarze Flügelspitzen, Weibchen bräunlicher
  • Nahrung: Kleinsäuger (vorwiegend Fledermäuse), Kleinvögel
  • Brutzeit: Mitte April – Anfang Juni
  • Lebensraum: Küstenregionen, Heideflächen, Trockenrasen, Flachmoore, Feuchtgebiete
  • Gefährdung: vom Aussterben bedroht

Rohrweihe (Circus aeruginosus)

Viele Greifvögel wurden früher intensiv bejagt und die Rohrweihe gehörte lange dazu. Erst seit den 1950er Jahren erholen sich die Bestände wieder.

Rohrweihe (Circus aeruginosus), Greifvögel
  • Größe: 48 – 62 cm
  • Flügelspannweite: 120 – 130 cm
  • Gefieder: dunkelbrauner Rücken, graue Flügel mit schwarzer Spitze, langer Schwanz, gelblicher Kopf, Weibchen zusätzlich mit gelbem Scheitel
  • Nahrung: Vögel, Kleinsäuger, Fische, Reptilien, Frösche
  • Brutzeit: April – August
  • Lebensraum: Schilf- und Röhrichtbestände, Raps- und Getreidefelder
  • Gefährdung: nicht gefährdet

Wiesenweihe (Circus pygargus)

Durch immer frühere Erntezeitpunkte fallen viele Jungtiere dieser Greifvögel landwirtschaftlichen Erntemaschinen zum Opfer.

Wiesenweihe (Circus pygargus)
  • Größe: 39 – 50 cm
  • Flügelspannweite: 96 – 116 cm
  • Gefieder: lange schmale Flügel, weiß leuchtender Bürzel, Männchen aschgrau und Unterseite rostrote Flecken auf weißlichem Untergrund, schwarze Flügelbinden und Flügelspitzen, Weibchen bräunlich mit Flügelunterseiten in Beige und brauner Querbänderung
  • Nahrung: Kleinsäuger, Kleinvögel, größere Insekten
  • Brutzeit: Mai – August
  • Lebensraum: feuchte offene Niederungen, Flachmoore, Verlandungszonen, Agrarlandschaften mit Wintergetreideäckern
  • Gefährdung: stark gefährdet

Überwinterung in Deutschland

Zwei Greifvogel-Arten sind ausschließlich im Winter in Deutschland zu sehen. Sie kommen aus dem Norden wie Skandinavien und ziehen im Herbst in südlichere Regionen, um dort zu überwintern.

  • Raufußbussard (Buteo lagopus): 50 – 60 cm lang, grau-braune Grundfarbe, heller Schwanz, anhand der pelzigen Befiederung an den Zehen einfach zu bestimmen
  • Merlin (Falco columbarius): 28 – 33 cm lang, hellbraune Grundfarbe, spitz zulaufende Flügel, kurzer Schwanz
Merlin (Falco columbarius), Falken
Quelle: Bettina Arrigoni, Merlin (Prairie ) Road to Leslie Canyon NWR Douglas AZ 2017-11-24 08-53-48 (27296037919), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

Beide Arten gelten derzeit als ungefährdet in Europa. Der Grund dafür ist, dass sie in ihren Brutgebieten sich ungestört vom Menschen fortpflanzen können und ausreichend Nahrung vorfinden.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es optische Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Greifvögeln?

Die Unterschiede bei männlichen und weiblichen Tieren sind minimal und zeigen sich meist nur in einer unterschiedlichen Größe, wobei die Weibchen meist etwas größer sind. Beim Bestimmen etwa über das Gefieder gibt es zwischen Männchen und Weibchen gibt es optisch nur bei wenigen Arten Unterschiede.

Kann ich einem Raubvogel gezielt Futter anbieten?

Nein, da Raubvögel vorwiegend ihre Nahrung über die aktive Jagd erbeuten und nur wenige Arten Aas fressen. Sie können Greifvögel indirekt unterstützen, indem Sie geeignete Lebensräume bieten, in denen sich ihre Beutetiere ansiedeln.