Grasnelke

Die Grasnelke Armeria ist keine Nelke. Sie zählt zu den Bleiwurzgewächsen und ist auch unter den Namen Alpen-Grasnelke, Standgrasnelke und Steingartennelke bekannt. Sie gehört zu den ausdauernden, krautig und grasartig wachsenden Stauden, ist winterhart und immergrün. Je nach Sorte kann sie Wuchshöhen von bis zu 50 cm und eine Wuchsbreite von etwa 30 cm erreichen. Die Grasnelke ist eine sehr salzverträgliche Staude. Die halbkugeligen, kopfigen Blütenstände sitzen an langen Stielen und können von Weiß, goldgelb und Rosafarben über hellrot bis hin zu feuerrot gefärbt sein sowie dunkelrot mit weißen Rändern. Die Blütezeit beginnt im Mai und dauert bis September an.

Aussaat

Durch den Wind sät sich die Grasnelke teilweise selbst aus, sodass sie sich mit der Zeit auch an anderen Standorten im Garten ansiedelt. Ansonsten kann man sie im zeitigen Frühjahr, von Februar bis April in Töpfen oder einem sogenannten kalten Kasten aussäen aber auch von August bis September direkt an Ort und Stelle. Dazu kann man beispielsweise Samen von eigenen Pflanzen aus dem Vorjahr verwenden, vorausgesetzt, sie wurden seitdem trocken, dunkel und frostfrei gelagert.

GrasnelkeFür die Vorkultur in kleinen Töpfen eignet sich handelsübliche Aussaaterde. Man legt die Samen auf das Substrat und drückt sie nur leicht an. Dann das Substrat leicht anfeuchten, den Topf anschließend an einen warmen Ort stellen und nicht abdecken.

Bis zur Keimung dauert es je nach Art und Herkunft der Samen etwa 20-30 Tage. Keimen die Samen nach dieser Zeit nicht, muss man sie gegebenenfalls einer 2-4-wöchigen Kälteperiode aussetzen.

Ist die Keimung erfolgt und sind die Sämlinge nach ein paar weiteren Wochen dann groß und kräftig genug, können sie in den Garten ausgepflanzt werden. Meist blüht die Grasnelke im ersten Jahr nicht so üppig, was sie dann aber im nächsten Jahr wieder nachholt.

Im Gartenfachhandel erworbene Exemplare werden meist im Frühjahr, und zwar im März oder April oder im Herbst gepflanzt. Normalerweise können sie aber das ganze Jahr über gepflanzt werden, vorausgesetzt, der Boden ist frostfrei. Zwischen den einzelnen Pflanzen sollte ein Abstand von etwa 25 cm eingehalten werden.

Standort

Die Grasnelke Armeria liebt vollsonnige und warme Standorte beispielsweise in Steingärten in Kombination mit Ehrenpreis, Blaukissen, Steinbrech oder Katzenminze aber auch Standorte in Küstennähe. Besonders wohl fühlt sie sich auf trockenem Magerrasen oder Salzwiesen, allerdings hat man Letztere in einem normalen Garten eher selten.

Bodenansprüche

  • Der Boden sollte vor allem durchlässig sein.
  • Auch steinige sowie saure bis neutrale Böden sind kein Problem.
  • Ideal sind nährstoff- und wasserarme Böden.
  • Schwere und zu dichte Böden können mit grobem Sand durchlässiger gemacht werden.
  • Anderenfalls könnten solche Böden Wurzelfäule begünstigen.
  • Normalerweise eignet sich aber jeder normale Gartenboden für den Anbau der Grasnelke.

Gießen und Düngen

Der Wasserbedarf der Grasnelke ist gering. Sie verträgt Trockenheit wesentlich besser als Nässe. Staunässe verträgt sie in der Regel nicht. Gedüngt werden muss sie normalerweise gar nicht. Man kann jedoch zu Beginn der Vegetationsperiode eine einmalige leichte Düngung mit einem handelsüblichen Stauden-Volldünger vornehmen. Danach ist allerdings keine weitere Düngung mehr erforderlich.

Schneiden

Ein Rückschnitt ist bei der Grasnelke normalerweise nicht erforderlich. Um sich jedoch bis in den Herbst hinein an einer üppigen Blüte erfreuen zu können, sollten die verwelkten Blüten regelmäßig abgeschnitten werden. Die letzten Blütenstände werden dann im Spätherbst entfernt.

Überwintern

  • GrasnelkeDie Grasnelke ist vollständig winterhart.
  • Sie kommt in der Regel sehr gut ohne jeglichen Winterschutz aus.
  • Wird sie im Winter abgedeckt, kann sie evtl. ihre frisch grünen Blätter verlieren.
  • Allerdings sollte sie vor dauerhafter Nässe bzw. Staunässe geschützt werden.
  • Das gilt ganzjährig, vor allem aber in der kalten Jahreszeit.
  • Bei Kahlfrösten ist bei einigen Sorten ein Schutz vor der Wintersonne sinnvoll.
  • Kahlfrost ist Frost in Bodennähe ohne Vorhandensein einer dämmenden Schneedecke.

Vermehren durch Stecklinge

Neben der Aussaat kann die Grasnelke auch über Stecklinge oder durch Teilung vermehrt werden. Für die Stecklingsvermehrung werden etwa 7,5 bis 8 cm lange Stecklinge von jungen, grundständigen Trieben geschnitten. Die Stecklinge werden dabei unmittelbar an der Basis abgeschnitten.

Danach werden sie in kleine Töpfe entweder in Sand oder ein Gemisch aus Torf und Sand gesteckt und das Substrat gut angefeuchtet. Ein Frühbeet eignet sich hierfür auch sehr gut. Wird in Töpfen vermehrt, sollte man die Stecklinge bzw. die Töpfe mit einer lichtdurchlässigen Folie, beispielsweise herkömmlicher Klarsichtfolie, abdecken, um so für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Dazu kann man sich z.B. Drähte entsprechend biegen, über Kreuz in die Töpfe stecken, die Folie darüber legen und diese an den Seiten mit Gummi befestigen.

Nach etwa 6 Wochen sollten die Stecklinge Wurzeln gebildet haben. Sobald die Stecklinge anfangen auszutreiben, sollte man die Folie ab und zu entfernen und das Ganze belüften, um Schimmelbildung und Fäulnis zu vermeiden. Im Herbst, wenn die Stecklinge ausreichend Wurzeln gebildet und ausgetrieben haben, kann man sie dann in den Garten verpflanzen. Sie können aber auch in einem frostfreien und kühlen Raum überwintern und erst im nächsten Frühjahr ausgepflanzt werden.

Vermehren durch Teilung

ArmeriaEine Teilung der Grasnelke kann im zeitigen Frühjahr oder im Herbst erfolgen. Geteilt wird meist, wenn die Blüte immer mehr nachlässt oder die Pflanzen beginnen von innen heraus zu verkahlen.

Mit einer Grabegabel holt man die Staude vorsichtig aus dem Boden. Dabei sollten Sie die Wurzeln so wenig wie möglich beschädigen. Dann wird der Wurzelstock entweder vorsichtig auseinandergerissen oder mit einem scharfen Messer zerteilt. Die Teilstücke sollten möglichst über mehrere Triebknospen verfügen und etwa faustgroß sein.

Bevor man die Teilstücke nun wieder einpflanzt, sollte man abgestorbene und beschädigte sowie kranke Wurzelteile entfernen, ebenso wie der möglicherweise verkahlte Mittelteil der Pflanze.

Nun können die neu gewonnenen Pflanzen getrennt voneinander an ihrem endgültigen Standort eingepflanzt werden. Für einen flächendeckenden Wuchs kann man auf einen Quadratmeter bis zu 25 Pflanzen setzen.

Krankheiten und Schädlinge

Wurzelfäule
Vor allem in zu schweren und demzufolge auch zu nassen Böden bzw. Staunässe neigt die Grasnelke zu Wurzelfäule. Anzeichen für Wurzelfäule sind u.a. gelblich verfärbte, kraftlos herunterhängende Blätter sowie ein verminderter Wuchs der Pflanze und ein allgemein kränkelndes Erscheinungsbild.

Beim Ausgraben betroffener Pflanze sind deren Wurzeln meist matschig, was dann letztendlich zu ihrem Absterben führt. Wird ein Befall frühzeitig erkannt, sollte man die Pflanze zurückschneiden und an einen neuen trockeneren Standort pflanzen. Mit etwas Glück treibt sie dann dort wieder aus.

Besonderheiten

Die Grasnelke ist ein regelrechter Überlebenskünstler. Sie ist eine Pflanze, die geradezu prädestiniert ist für Bereiche, an denen sich andere Pflanzen bzw. Stauden kaum oder gar nicht ansiedeln lassen, denn sie ist anspruchslos und vor allem sehr salzverträglich. So gedeiht sie beispielsweise in Bereichen mit salzhaltigen oder schwermetallhaltigen Böden sehr gut. Um das aus dem Boden aufgenommene Salz wieder los zu werden, lagert sie es dann in alten Blättern ab, die bereits am Absterben sind.

Auch auf sandigen und steinigen Böden, die für andere Pflanzen extreme Bedingungen darstellen, fühlt die Grasnelke sich wohl. Dementsprechend eignet sie sich auch sehr gut für eine Steingartenbepflanzung oder für die Bepflanzung von Trockenmauern. Das getrocknete Kraut dieser Pflanze hat übrigens eine heilende Wirkung, sodass es gegen unterschiedliche Beschwerden und Krankheiten eingesetzt werden kann.

Schöne Sorten

  • ArmeriaGrasnelke Armeria maritima ‚Vesuv‘ – Die Sorte ‚Vesuv‘ beeindruckt nicht nur mit ihren zierlichen, leuchtend roten Blüten, sondern auch mit ihrem außergewöhnlichen dunkelroten Laub, welches sich im Winter nahezu schwarz färbt. Blütezeit ist von Mai bis Juli und sie erreicht Wuchshöhen von 15-30 cm.
  • Grasnelke Armeria Maritima Alba – Diese weiß blühende Grasnelke oder auch Strand-Grasnelke wird etwa 10-15 cm hoch. Sie blüht von Mai bis Juli. Das regelmäßige Herausschneiden verwelkter Blüten wird mit einem lang andauernden, üppigen Blütenflor belohnt. Die leuchtend weißen Blüten bilden einen wunderschönen Kontrast zu dem sattgrünen, grasartigen Laub. Sie lässt sich sehr gut mit rosa oder rot blühenden Arten kombinieren.
  • Strandgrasnelke Armeria maritima ‚Splendens – Diese reich blühende Steingartenstaude wird zwischen 15 und 25 cm groß und bringt von Mai bis Juni rosafarbene Blütenköpfchen hervor. Auf sandigen Böden gedeiht sie besonders gut. Für einen flächendeckenden Wuchs pflanzt man etwa 12-16 Pflanzen dieser Sorte auf einen Quadratmeter.
  • Armeria maritima ‚Düsseldorfer Stolz‘ – Die Sorte ‚Düsseldorfer Stolz‘ erblüht von Mai bis Juli in einem leuchtenden tief-purpurrosa. Sie erreicht Wuchshöhen von etwa 20 cm. In kleinere Gruppen von 3-5 Stück gepflanzt, kommt sie besonders gut zur Geltung sowie in Kombination mit Blaukissen, Küchenschelle oder Steinkraut.
  • Grasnelke Armeria pseudarmeria ‚Joystick Red‘ – Die Sorte ‚Joystick Red‘ besticht mit intensiv roten Blüten und einer relativ langen Blütezeit von Juni bis August. Sie wird etwa 40 cm hoch und sollte bei Kahlfrösten vor der Wintersonne geschützt werden. Sie eignet sich gut für Pflanzungen in kleinen Tuffs bzw. Gruppen von jeweils 1-5 Pflanzen.

Fazit
Die Grasnelke Armeria ist eine robuste und am richtigen Standort auch pflegeleichte Staude, die selbst mit widrigsten Bedingungen gut zurechtkommt. In größeren Gruppen mit unterschiedlichen Grasnelkensorten bildet sie in relativ kurzer Zeit wunderschöne Blütenteppiche. Aber auch in Kombination mit andersfarbigen Stauden kommt sie sehr gut zur Geltung. Dauerhaft feuchte Böden und Staunässe könnten allerdings zu einem Problem werden, das aber durch die richtige Standortwahl nahezu ausgeschlossen werden kann.