Ginster

Ginster macht sich gut als Solitär, aber auch in Gruppenstellung. Es gibt über 100 Sorten, allerdings sind nicht alle so superblühwillig. Ginster ist eine tolle und vor allem vielseitige Gartenpflanze. Es gibt Sorten in verschiedenen Größen und Formen und in vielen Farben. Ginster blüht nicht nur gelb, wie viele denken. Weiß, Rosa, Orange, Rot, sogar zweifarbig, alles ist zu haben. So findet man seine Sorte für den Hausgarten ganz bestimmt. Ginster eignen sich, je nach Sorte für Topf- und Dachgartenbepflanzung, Begrünung trockener, heißer Böschungen, als Bodendecker und sogar als Heckenpflanzen. Sie sind absolut vielseitig.

Pflege von Ginster

Die Pflege von Ginster ist nicht kompliziert. Die Pflanzen sind super für nährstoffarme Böden geeignet. Gister ist ein Schmetterlingsblüteler und die können durch die Lebensgemeinschaft mit Knöllchenbakterien den Luftstickstoff nutzen und so den Nährstoffmangel im Boden ausgleichen. Sie kommen selbst mit kärgsten Böden zurecht.

  • Deutscher Ginster, Färber-Ginster, Stechginster und andere Zier-Ginster enthalten das Gift Cystin. Alle Ginster-Sorten sollten nicht verzehrt werden!!!
  • In Ginstern halten sich gern Zecken auf. Im Garten ist das meist kein Problem, es sei denn, man wohnt sehr ländlich, in einem „Risikogebiet“ oder es gibt viele streundende Tiere, welche die Zecken mitbringen.

Standort

Alle Ginster lieben die Sonne. Sie können auch die starke Mittagssonne gut vertragen. Im Schatten blühen sie nicht und wachsen auch nur kümmerlich. Der passende Standort ist ausschlaggebend für eine reiche Blüte.

  • Vollsonniger Standort
  • Kein Schatten!

Pflanzsubstrat

Vom Pflanzsubstrat her ist Ginster einer der anspruchlosesten Pflanzen. Die Erde muss nur trocken sein. Feuchte Substrate bringen die Pflanzen um und zwar recht schnell. Die Wurzeln faulen, der Ginster geht ein.

  • Leichter, warmer und durchlässiger Boden
  • Ideal sind die trockenen, nährstoffarmen und sandigen Böden der Lüneburger Heide oder in Brandenburg
  • Feuchte Böden werden überhaupt nicht vertragen.

Pflanzen

GinsterBeim Pflanzen gibt es nicht viel zu beachten. Wichtiger ist die Nachbarschft, die Gehölze und Pflanzen, die ringsum wachsen. Zu Ginster passen Gehölze, die auch die Sonne so lieben und sandigen, trockenen Boden tolerieren, also z.B. Kiefern, Wacholder und Blütensträucher wie Buschklee, Blasenstrauch, Tamariske, Wildrosen (Kartoffelrose, Bibernell-Rose oder Chinesische Goldrose). Alle Stauden und Gräser, welche mit wenig Wasser auskommen, sind als Begleitpflanzen für Ginster ideal. Besonders schöne Akzente gibt es im Zusammenspiel mit Sommer- und Winterheide oder mit blühenden Polsterstauden (Blaukissen, Schleifenblume).

  • Beim Kauf hat man die Möglichkeit, zwischen wurzelnackten und gepflanzten Exemplaren zu wählen. Topfballen wachsen besser an.
  • Pflanzen kann man das ganze Jahr über.
  • Pflanzabstand – die Hälfte der zu erwartenden Endhöhe.
  • So tief pflanzen, wie der Ginster im Topf stand!
  • Angießen nach dem Pflanzen nicht vergessen!
  • Ginster mag kein Umpflanzen da er eine Pfahlwurzel besitzt. Man belässt ihn am besten an seinem einmal gewählten Standort!

Gießen und Düngen

Dank seiner langen Pflahlwurzel holt sich Ginster auch aus sehr tiefen Bereichen sein Wasser und muss deshalb nicht gegossen werden. Die Pflanzen sind absolut genügsam und Selbstversorger. Wer ein pflegeleichtes und dekoratives Gehölz sucht, der sollte es einmal mit Ginster probieren!

  • Gießen nicht nötig, nicht mal im Hochsommer
  • Auch Düngen entfällt komplett.
  • Wird gedüngt, kann die Blüte weniger großartig ausfallen.
  • Ginster in Pflanzgefäßen muss regelmäßig gegossen werden, da er sich kein Wasser aus den tiefen Bodenschichten ziehen kann.
  • Auch frisch gepflanzte Ginster müssen Wasser erhalten!

Schneiden

GinsterIm Allgemeinen verjüngt sich Ginster von allein. Schneiden ist bei den Genista-Arten nicht nötig. Die Triebe können aber bei Bedarf um ein Drittel eingekürzt werden. Man darf jedoch nicht ins alte Holz schneiden! Auch bei den Cytisus-Arten wird so verfahren. Sie blühen am vorjährigen Holz. Deshalb kann man direkt nach der Blüte um mehr als die Hälfte einkürzen. So wird ein kompakter Wuchs gefördert.

  • Empfehlenswert ist ein Rückschnitt alter Zweige nach der Blüte. Das sorgt für ein buschiges Wachstum und regt den Strauch zum Verzweigen an.
  • Ideal ist, jedes Jahr zu schneiden, aber immer nur wenig.
  • Von Anfang an schneiden, so wird ein dichter Wuchs erreicht!
  • Erfrorene Zweige im Frühjahr entfernen! Bis ins gesunde Holz schneiden!
  • Aufrechte Ginster, die als Hecke oder Sichtschutz gedacht sind, sollten im mehrjährigen Turnus in Form gebracht werden!

Überwintern

Ginster gilt als winterhart, aber nicht alle Sorten sind es. Deshalb ist beim Kauf schon darauf zu achten, wie es mit der Winterhärte beschaffen ist. Besonders Ginster im Pflanzkübel benötigt etwas Schutz.

  • Besonders Jungpflanzen benötigen im Winter Schutz!
  • Kübelpflanzen geschützt aufstellen, am besten unter einen Dachvorsprung, damit die Erde nicht zu feucht wird.
  • Zu spät geschnittene Triebe frieren im Winter häufig zurück!
  • Besonders empfindlich sind Edelginster!!! Diese mit Reisig etwas schützen!

Vermehren

GinsterVermehrt wird Ginster hauptsächlich durch Aussatt. Das gelingt in der Regel problemlos. Stecklingsvermehrung ist auch möglich, aber aufwändig und langwierig.
Ginster breitet sich auch von allein aus. Sobald Triebe den Boden berühren, bilden sich dort Wurzeln und daraus eine neue Pflanze. So kann sich ein Ginster schnell und effektiv vermehren und ausbreiten. Auch durch Selbstaussaat vermehrt sich der Ginster im Garten!

  • Samen ab August im Freiland aussäen!
  • Sie keimen meist erst im Frühjahr.
  • Stecklinge faulen häufig. Die Ausfallquote ist hoch.
  • Stecklingsvermerhung im frühen Herbst.
  • Steckling muss 15 bis 20 cm lang sein!

Krankheiten und Schädlinge

Bei guten Bedingungen, wenn der Ginster gesund ist, spielen weder Krankheiten noch Schädlinge eine Rolle. Ginster sind sehr gesunde und robuste Pflanzen.

Ginstersorten

Botaniker unterteilen Ginster in zwei Gattungen: Cytisus, auch Weißklee genannt und Genista. Zwischen beiden gibt es zahlreiche Unterschiede, aber die sind verschwindend gering. Das Aussehen und die Samen sind etwas anders oder die Anzahl der Blättchen. Das Gesamtbild ähnelt sich aber so stark, dass man nicht unterscheiden muss. Die Verbreitungsgebiete beider Sorten sind ähnlich, Europa, Westasien und Nordafrika. Unterscheiden tun sich die Sorten hauptsächlich durch die Blütezeit. Cytisus-Blüten erscheinen im Frühjahr (April/Mai) und Genista-Arten blühen erst im Frühsommer (Juni).

  • Kissenginster (Cytisus decumbens) – flachwachsender Blütenstrauch, der ideal für kleine Steingärten ist. Auch gut auf Böschungen oder als Bodendecker. Blüht goldgelb im Mai und Juni und wächst 10 bis 30 cm hoch.
  • Rosenginster (Chamaecytisus purpureus) – rosarote Blüten im Juni und Juli, buschige Wuchsform, nur 40 bis 60 cm hoch, gut für Pflanzgefäße
  • Steinginster (Genista lydis) – kleinbleibende Sorte mit breitbuschigem, dicht verzweigten Wuchs, flachwachsend, ideal für kleine Steingärten. Wuchshöhe 50 cm, Wuchsbreite 100 cm, leuchtendgelbe Blüte von Mai bis Juni
  • Elfenbeinginster Cytisus x praecox) – Gelbeblühende Sorte, aber auch Abweichungen, Blütezeit Jun bis August, buschige Wuchsform, ideal für große Heidegärten, Höhe 60 bis 100 cm
  • Edelginster (Cytisus x praecox Sorten) – z.B. Apricot Gem’. ´Verschiedene Blütenfarben, Blüte Mai bis Juni, buschiger Wuchs, Wuchshöhe 100 bis 150 cm
  • Färber-Ginster (Genista tinctoria) – aufrecht wachsende Sorte, bis 1 Meter breit und hoch, leuchtend gelbe Blüten von Juli bis August, ideal für große Heidegärten, Triebe enthalten Gerbstoffe, einen gelben Farbstoff.
  • Schwarzer Ginster ( Cytisus nigricans) – blüht nicht schwarz sondern dunkelgelb und zwar von Juni bis August. Blitzstarter, der 70 bis 100 cm hoch wird und kompakt wächst
  • GinsterBesenginster ( Cytisus csoparius) – besenartige, aufrecht wachsende Ruten. Blitzstarter, es gibt viele Hybriden in verschiedenen Farben. Wichtig: Besengister enthält das Alkaloid Spartein und gilt als sehr giftig und zwar in allen Teilen!!
  • Deutscher Ginster (Genista germanica) – gelbblühende Pflanze, Blütezeit von Mai bis August, Wuchshöe 20 bis 60 cm, aufrecht bis aufsteigend wachsend, verträgt keinen Kalk
  • Englischer Ginster (Genista anglica) – 30 bis 40 cm hoch wachsender Zwergstrauch mit Blütezeit von Mai bis Juni, Blütenfarbe goldgelb, Altere Äste sind dornig.
  • Kugelginster (Genista radiata) – auch Strahlenginster genannt. Blütezeit Mai bis August, Blüten goldgelb. Dichter, sparriger Strauch mit einer Wuchshöhe von 1 Meter
  • Zweifarbige Blüten : ’La Liguita’, ’La Coquette’ und ’Firefly’

Tipps

  • Ginster ist ein Lieblingsfutter für Rehe und Kaninchen. Wer in Waldnähe lebt, sollte Ginster nicht als Hecke nutzen und außerdem sein Grundstück einzäunen!
  • Nur ältere Exemplare bis ins alte Holz zurückschneiden. Bei jungen wird der Neuaustrieb damit unterdrückt. 

Fazit
Ginster ist eine der anspruchslosesten Gartenpflanzen, insofern man einen sonnigen, trockenen Standort bieten kann. Im Kübel ist etwas mehr Pflege erforderlich, aber ausgepflanzt benötigt das Gehölz kaum Pflege. Ich finde gelb zwar schön, aber noch besser gefallen mir die anderen Farben des Ginsters, besonders die zweifarbigen Sorten. Wer keinen Platz hat, kann sich eine kleinbleibende Sorte in den Garten setzen. Ginster ist in jedem Fall ein Highlight.