Gewürzstrauch

Der aus Nordamerika stammende Calycanthus floridus wird bereits seit dem 18. Jahrhundert in heimischen Grün- und Parkanlagen kultiviert. Von den Indianern als Heilkraut verwendet, tritt die Pflanze allerdings erst jetzt langsam ihren Siegeszug in die kleineren Gärten an. Dabei ist das nach Nelken und Erdbeeren duftende Ziergehölz einfach zu kultivieren und fühlt sich auch in Kübeln wohl. Der winterharte Gewürzstrauch benötigt selbst nur wenig Pflege und ist gleichzeitig auch robust gegen Schädlinge und weitverbreitete Pilzerkrankungen.

Standort und Boden

Die stark duftende Pflanze mit den sternförmigen, etwa 5 Zentimeter großen Blüten fühlt sich an vollsonnigen und hellen Plätzen im Halbschatten am wohlsten. Wurde der Standort zu dunkel gewählt, leidet die bordeauxfarbene Blütenpracht des Calycanthus floridus. Auch der gewürznelkenartige Geruch wird ohne direkte Sonneneinstrahlung kaum ausgebildet. Gewürzsträucher können eine Höhe von bis zu 3 Metern erreichen und kommen am besten als Solitärpflanze im Freiland oder auf der Terrasse zur Geltung. Das Erdreich sollte locker und humusreich sein, sandige Böden können mit Lehm und Kompost aufgewertet werden.

Düngen und Gießen

Bei der Versorgung mit Nährstoffen ist die nordamerikanische Pflanze äußerst genügsam: Mulchen Sie das Erdreich im Frühjahr und Spätsommer und mischen Sie größere Mengen Humus oder Hornspäne darunter. Beim Gewürzstrauch gilt: Weniger ist mehr. Um eine Überdüngung zu vermeiden, sollten Sie bei der Kultivierung im Garten auf die zusätzliche Gabe von Langzeit- und Flüssigdüngern verzichten. Die einzige Ausnahme bilden hier Calycanthus floridus in Kübeln: Diese Pflanzen sollten regelmäßig gedüngt werden.

GewürzstrauchGewürzsträucher sind äußerst feuchtigkeitsliebende Pflanzen. Der Boden sollte in der Lage sein, geringe Wassermengen abzuspeichern, um ein zu schnelles Austrocknen des Wurzelballens zu vermeiden. Überprüfen Sie regelmäßig das Substrat und gießen Sie nach, wenn die oberste Erdschicht spürbar abgetrocknet ist. Der beste Zeitpunkt dafür ist am frühen Morgen oder Spätnachmittag, um die Wasserverdunstung während der Mittagshitze zu vermeiden. Mit Staunässe kommt das Ziergehölz nur unzureichend zurecht und es droht die Gefahr einer Wurzelfäule.

Pflanzen

Im Frühjahr oder Spätsommer kann der Calycanthus floridus in den Garten oder Kübel gepflanzt werden. Schützen Sie frisch gesetzte Gewächse im ersten Winter durch eine wärmende Mulchschicht. Folgende Gegenstände werden für die Pflanzung im Freiland benötigt:

  • Werkzeug
  • Eimer
  • Kieselsteine
  • Humus bzw. Kompost
  • Lehm

Mit einem ausreichend großen Pflanzloch erleichtern Sie dem Gewächs das Anwurzeln. Der Umfang des Lochs sollte dazu einen zwei Drittel größeren Umfang aufweisen, als die Wurzeln des Gewürzstrauchs. Einer Verdichtung des Bodens und der dadurch steigenden Gefahr von Staunässe können Sie mit den Kieselsteinen entgegenwirken. Mischen Sie diese mitsamt dem Kompost dem Erdaushub bei und reichern Sie zu trockene Böden mit Lehm an. Bis die Wurzeln in der Lage sind, eigenständig Feuchtigkeit und Nährstoffe aufzunehmen, vergeht einige Zeit. Gönnen Sie den Pflanzwurzeln deswegen einige Stunden vor der Pflanzung ein ausgiebiges Wasserbad. Setzen Sie anschließend den Gewürzstrauch bis zum Wurzelhals ins Pflanzloch ein und füllen Sie dieses mit der frisch aufbereiteten Erde auf. Als letzter Schritt wird das festgedrückte Substrat gut angegossen.

GewürzstrauchFür die Kultivierung als Kübelpflanze benötigen Sie ein ausreichend großes und stabiles Pflanzgefäß. Greifen Sie auf Tontöpfe zurück, diese sind UV-beständig und können auch problemlos dem Druck der Wurzeln standhalten. Eine dünne Schicht aus Kieselsteinen oder kleinen Tonscherben am Topfboden sorgt dafür, dass überflüssiges Wasser schneller von der Pflanze wegtransportiert wird und sich keine stehende Nässe im Topf bildet. Beim Substrat können Sie herkömmliche Blumenerde verwenden, welche zuvor mit Humus angereichert wird. Drücken Sie auch hier das Substrat fest an und gießen Sie reichlich. In den folgenden Tagen sollte stets reichlich nachgegossen werden.

Vermehren

Obwohl der Echte Gewürzstrauch in unseren heimischen Grünanlagen noch relativ unbekannt ist, wächst in vielen Gärtnern der Wunsch, das Gewächs mit den nach Erdbeeren und Nelken duftenden Pflanzenteilen selbst zu kultivieren. Wenn Sie selbst nicht auf Calycanthus floridus aus dem Fachhandel zurückgreifen oder einen bereits vorhandenen Gewürzstrauch vermehren möchten, so lässt sich die nordamerikanische Pflanze auch durch Samen, Absenker oder über Stecklinge ziehen.

Samen

Die Anzucht erfolgt ab Februar auf der Fensterbank. Drücken Sie die Samen dazu in mageres Substrat und bedecken Sie das Pflanzgefäß mit einer durchsichtigen Folie. Warme Temperaturen und eine erhöhte Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Keimung des Gewürzstrauchs. Das Substrat muss regelmäßig überprüft werden, halten Sie es stets mäßig feucht. Sobald die gekeimten Pflanzen eine Höhe von etwa 15 Zentimetern erreicht haben, können Sie diese ins Freiland umsetzen. Wenn Sie die Gewürzsträucher in Gruppen pflanzen möchten, sollten Sie einen Mindestabstand von etwa 50 Zentimetern zwischen den einzelnen Gewächsen einhalten. Die Samen sind hochgiftig. Vermeiden Sie nach Möglichkeit einen übermäßig langen Kontakt mit der Haut und halten Sie auch Kinder und Haustiere davon fern.

Stecklinge

Der beste Zeitpunkt für diese Art der Vermehrung liegt im Juli. Damit das Anwurzeln klappt, sollten Sie dabei folgendermaßen vorgehen:

  • Eine halb verholzte Triebspitze wird auf 15 Zentimeter eingekürzt.
  • Entfernen Sie die unteren Blätter komplett.
  • Stecken Sie den Steckling in ein Gefäß mit nährstofffreiem Substrat.
  • Die Erde ausreichend feucht halten und für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen.
  • Der Standort sollte hell und warm sein.

Gut bewährt hat sich auch hier eine perforierte Folie, welche Sie direkt über den ganzen Steckling und das Gefäß stülpen. Ob die Anwurzelung erfolgreich war, erkennen Sie nach etwa vier Wochen, wenn das Gewächs neue Triebe und Blätter ausbildet. Die Vermehrung über Stecklinge gelingt nicht immer, selbst wenn Sie das untere Pflanzenende mit einem speziellen Bewurzelungspulver benetzen. Achten Sie deswegen darauf, dass das Pflanzgefäß nicht einer direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Indem Sie mehrere Stecklinge schneiden, erhöhen Sie ebenfalls die Chancen auf eine erfolgreiche Vermehrung des Gewürzstrauchs.

Absenker

Nehmen Sie einen jungen Nebentrieb des sommergrünen Gewächses und drücken Sie dessen Mitte fest ins Substrat. Während das obere Ende aus dem Boden herausragt, sollten Sie das Erdreich gleichmäßig feucht halten. Bis zur Bewurzelung können mehrere Monate vergehen, trennen Sie erst dann den Absenker von der Mutterpflanze ab.

Tipp: Schützen Sie die jungen Pflanzen im ersten Jahr ausreichend vor Schnee und Frost.

Schneiden

Der Schnitt erfolgt beim Gewürzstrauch im zeitigen Frühjahr, ehe die Pflanze austreibt. Dabei sollten Sie kranke und abgestorbene Triebe komplett entfernen. Bereits verholzte, quer wachsende Seitentriebe werden ebenfalls konsequent herausgeschnitten. Wenn Sie den Calycanthus floridus nicht nur auslichten, sondern auch in der Höhe regulieren möchten, sollten Sie die Pflanze nur um wenige Zentimeter einkürzen. Ein jährlicher Rückschnitt ist bei dem langsam wachsenden Gewächs nicht zwingend erforderlich. Darüber hinaus kann bei einem zu radikalen Schnitt die Blütenbildung darunter leiden und weniger üppig ausfallen.

Calycanthus floridus Verwenden Sie für den Auslichtung- und Rückschnitt nur geschärfte Werkzeuge und reinigen Sie diese vor und nach der Arbeit. Damit vermeiden Sie zum einen ausgefranste Wundränder, welche nur langsam verheilen und über die Krankheitserreger in das Innere der Pflanzen dringen können. Durch die Desinfektionen beugen Sie zudem einer potenziellen Verschleppung von Keimen auf andere Gewächse vor.

Gewürzstrauch überwintern

Die Pflanze mit den weinroten Blüten gilt als winterhart und trotzt kurzzeitig Temperaturen von bis zu -15°C. In besonders gefährdeten Winterregionen sollten Sie den Gewürzstrauch jedoch komplett in ein schützendes Vlies einhüllen und den Boden mit Mulch abdecken. Diese Vorsorgemaßnahme muss auch für frisch gepflanzte Gewürzsträucher und Kübelpflanzen getroffen werden. Entfernen Sie den Schutz erst im Frühjahr, sobald die Temperaturen dauerhaft nicht mehr im zweistelligen Minusbereich liegen. Alternativ können Sie Gewürzsträucher in Pflanzgefäßen auch in trockenen Räumen bei einer Temperatur von etwa 5°C überwintern lassen.

Pflege- und Kultivierungstipps

Schadhafte Insekten und auch Pilzerreger meiden die nach Gewürzen duftende Pflanze. Einer unsachgemäßen Pflege hat der Calycanthus floridus dennoch wenig entgegenzusetzen und das Wachstum und auch die Widerstandsfähigkeit der Pflanze leiden darunter. Das nordamerikanische Gewächs ist jedoch verhältnismäßig einfach zu kultivieren und verträgt auch eine kurzzeitige Trockenheit.

Umtopfen
Gewürzsträucher in Pflanzgefäßen müssen etwa alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. Wenn die Wurzeln komplett den Topf ausfüllen, spätestens dann sollten Sie das Gewächs in einen größeren Blumenkübel umsetzen. Der beste Zeitpunkt dafür liegt im Frühjahr, ehe das Ziergehölz mit dem Austrieb beginnt.

Nachbarpflanzen
tränendes Herz Lamprocapnos spectabilisDas intensiv duftende Gewächs kommt als Solitärgehölz gut zur Geltung. Dennoch lässt sich die Pflanze auch mit anderen Stauden und Sträuchern kombinieren. Neben Oleander und Engelstrompete haben sich auch das Tränende Herz und andere Calycanthus-Arten für die Gruppenpflanzung bewährt. Ein gewisser Mindestabstand zwischen den einzelnen Gewächsen sollte dabei jedoch eingehalten werden.

Verzehr
Die Pflanze wurde von den Indianern gegen eine Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden eingesetzt. Verzichten Sie jedoch auf solch eine Anwendung, denn neben den hochgiftigen Samen gilt der gesamte Calycanthus floridus als leicht giftig.

Pflegefehler und Krankheiten

Verfärbung der Blätter
Junge Pflanzen reagieren empfindlich auf lang anhaltende Sonneneinstrahlung. Eine Verfärbung der Blätter ist oft das erste Anzeichen auf eine derartige Überempfindlichkeit. Früh- und Abendsonne wird vom Gewürzstrauch gut vertragen, gewöhnen Sie die Gewächse bei vollsonnigen Standorten erst langsam an die UV-Strahlung. Doch auch bei Überdüngung und einem zu trockenen Wurzelballen weisen die Blätter häufig braune oder gelbe Verfärbungen auf. Überprüfen Sie das Substrat und stellen Sie die Versorgung mit Dünger ein.

Wurzelfäule
Das ist die einzige Pilzerkrankung, welche die robuste Pflanze bei lang anhaltender Staunässe befällt. Während die Wurzeln sich langsam zersetzen, stirbt langsam der komplette Gewürzstrauch ab. Setzen Sie befallene Ziergehölze unverzüglich in trockenes Substrat um, weitere Maßnahmen oder wirksame Mittel aus dem Fachhandel, sind allerdings nicht bekannt. Sie können nur vorbeugen, indem Sie den Boden mit Kieselsteinen auflockern und das Gewächs mit kleineren Wassergaben regelmäßig gießen.

Fazit
Der Echte Gewürzstrauch bietet durch sein dunkles Laubkleid und seiner aparten Blütenpracht einen eindrucksvollen Blickfang im eigenen Garten. Doch das Solitärgehölz dominiert seinen Standort nicht nur durch sein äußeres Erscheinungsbild, sondern auch durch seinen Geruch nach schweren Gewürzen. Dabei ist die Pflanze selbst einfach zu kultivieren und bedarf nur wenig Pflege.