Braeburn-Apfel

Das komplexe süß-herbe Aroma des Braeburn-Apfels macht ihn so beliebt. Ursprünglich stammt der Braeburn aus Neuseeland. Dort gedeihen die Bäume und die Früchte besonders gut, denn die Vegetationszeit ist lang. Im mitteleuropäischen Klima ist der Anbau nicht so erfolgversprechend, aber durchaus möglich. Je südlicher man lebt, um so aussichtsreicher wird eine gute Ernte.

Der Braeburn-Apfel – Beschreibung

Der Apfel ist von mittlerer Größe, manchmal auch groß. Die Früchte sind asymmetrisch, stielbauchig und mittelstark gerippt. Die Farben der Schale sind gelb und rot. Beide Farben treten großflächig auf. Außerdem befinden sich dunkelrote kurze Streifen auf der glänzenden Schale, meist auf den roten Flächen. Das Fruchtfleisch ist ziemlich fest, manche sagen sogar hart. Es ist gelblich bis cremeweiß. Die Äpfel sind sehr knackig. Der Geschmack ist sehr aromatisch und haltbar. Leider verliert der Apfel, sobald er aus der Kühlung (Lager) kommt, schnell an Festigkeit. Dafür ist er aber recht lange lagerfähig, zumindest gekühlt.

  • Braeburn mit einer stark ausgeprägten Rotfärbung gehören meist zur Mutant-Sorte „Braeburn Hillwell“. Andere ebenso verbreitete Typen sind: “ Hidala“, „Mahana“, „Royal Braeburn“ und „Soutern Rose“.
  • Der Braeburn-Apfel ist ein ausgezeichneter Tafelapfel, eignet sich aber auch zum Kochen und Backen, für Kompott, Obstsalat und Saft.
  • Braeburn-Äpfel haben den höchsten Vitam-C-Gehalt aller Sorten. Pro mittelgroßem Apfel rechnet man mit etwa 71 Kalorien, 3% Fett, 96% Kohlenhydrate und 1 % Eiweiß.

Der Braeburn-Baum wächst schwach bis mittelstark. Anfangs ist der Wuchs sehr aufrecht und wenig verzweigt. Der Baum ist sehr dicht mit kurzem Fruchtholz besetzt. Die Blüten erscheinen recht spät, was aber günstig ist. Blüht der Baum zu früh, sind die Blüten durch Spätfrost bedroht. Die Blüte dauert mittellang. Der Besatz mit Blüten ist sehr regelmäßig und dicht. Pflückreif ist der Braeburn in der Regel erst Ende Oktober. Der Erntezeitraum ist nur kurz, der Ertrag eher mittelhoch.

Braeburn-Apfel – der Anbau

Braeburn-Apfelbäume gedeihen am besten in warmem Klima. Die Äpfel brauchen eine lange Vegetationszeit, um reif zu werden und ihr volles Aroma zu entwickeln. Wenn der passende Standort und ein gutes Substrat zur Verfügung stehen, ist die Pflege unkompliziert. In Deutschland gedeihen die Äpfel am besten in Süddeutschland. Wichtig ist, beim Anbau Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, denn der Braeburn-Apfelbaum ist anfällig für den Apfelschorf. Deshalb wird diese Apfelsorte auch nicht für Hausgärten empfohlen. Dort ist der Anbau nicht so einfach. Auch die Lagerung hat ihre Tücken. Es kommt häufig zu Störungen. Wer also einen dieser Bäume im Garten hat und auch gereifte Äpfel ernten kann, sollte sie möglichst zügig aufbrauchen.

Apfelbaum schneiden Braeburn-Apfelbäume müssen regelmäßig geschnitten werden. Das hilft, gegen die zahlreichen Krankheiten vorzubeugen. Meist reicht die Maßnahme aber nicht aus. Deshalb werden häufig Pflanzenschutzmittel nötig. Auch eine entsprechende Versorgung mit Nährstoffen ist wichtig. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Stickstoff in den Boden gelangt, denn der wiederum macht den Baum anfällig für Krankheiten.

Alles in allem ist in unseren Breitengraden der Anbau des Braeburn nicht einfach, sondern eher schwierig. Wer es trotzdem versuchen möchte, sollte den nachfolgenden Text gut studieren.
Standort
Der Braeburn braucht unbedingt einen warmen Standort. Deshalb wird diese Apfelsorte meist im Weinbauklima kultiviert. Er sollte auch ruhig voll in der Sonne stehen, sonst reifen die Äpfel nicht. Normalerweise mögen Apfelbäume die knallige Sonne gar nicht so sehr, aber der Braeburn ist da eine Ausnahme. Er stammt ja auch aus dem recht warmen Neuseeland. Südost- und Südwestlage sind ok, eine reine Südlage ist aber noch besser.

  • Der Baum sollte warm und sonnig stehen.
  • Geben Sie ihm einen Platz, wo er nicht so spätfrostgefährdet ist.
  • Ideal ist, den Standort mit einer Hecke vor Winden und anderen Einflüssen zu schützen. Die Hecke aber nicht zu nah am Baum!

Pflanzsubstrat

Für den Braeburn sind gute humose und tiefgründige Böden wichtig. Je besser das Pflanzsubstrat ist, desto besser entwickeln sich die Apfelbäume. Reifer Kompost ist günstig, um beim Pflanzen mit ins Pflanzloch gegeben zu werden, etwa 1/3 des Aushubs.

  • Der Boden darf weder zu nass, noch zu verdichtet sein.
  • Feucht, aber durchlässig.
  • Staunässe ist tödlich.
  • Saurer Boden kann gekalkt werden.

Pflanzen

Braeburn-ApfelApfelbäume werden am besten im Herbst gesetzt. Der Braeburn macht da keine Ausnahme. Am besten nutzt man etwa drei Jahre alte Bäume. Der Braeburn wird meist nur in Baumschulen oder im Internet angeboten. Im Gartenmarkt wird man ihn kaum finden.

  • Der Braeburn-Apfelbaum ist ein Fremdbefruchter. Das heißt, es wird ein zweiter Baum benötigt, um Äpfel ernten zu können. Fremder Pollen muss her. Ein zweiter Braeburn ist ungeeignet. Am besten nutzt man einen Zierapfel. Für den Braeburn eignen sich die Sorten „Evereste-Perpetu“ und „Golden Gem“ am besten, da die Blütezeiten übereinstimmen.
  • Der Boden, auf dem der Baum stehen soll, muss von allem Unkraut befreit werden.
  • Das Pflanzloch sollte um einiges größer sein, als der Wurzelballen, am besten doppelt so groß.
  • Erde unten im Pflanzloch gut lockern.
  • Die Wurzeln werden ausgebreitet. Beschädigte Teile herausschneiden!
  • Baum in das Loch stellen und Erde auffüllen.
  • Die Veredlungsstelle sollte etwa 10 cm über der Erdoberfläche liegen.
  • Zwischendurch Erde immer wieder festdrücken.
  • Günstig ist, wenn gleich etwas Kompost eingearbeitet wird.
  • Am besten ist, gleich einen Stützpfahl mit bereitzustellen und den Baum daran festbinden.
  • Gut angießen und Erde setzen lassen, evtl. noch Erde nachfüllen. 

Junge Apfelbaumwurzeln sind die Leibspeise von Wühlmäusen. Deshalb ist es in Gärten, wo bekannt ist, dass es die kleinen vierbeinigen Ärgernisse gibt ideal, die Wurzeln in einen Drahtkorb zu setzen. Das Drahtgeflecht darf weder verzinkt noch mit Plastik beschichtet sein.

Gießen und Düngen

Gießen ist besonders nach dem Pflanzen wichtig, damit der Apfelbaum gut anwachsen kann. Man muss nicht jeden Tag gießen, aber so zweimal die Woche und dann kräftig, durchdringend. Als Flachwurzler ist der Apfelbaum empfindlich gegen langanhaltende Trockenheit. Düngen muss man Apfelbäume in der Regel nicht, aber es hat Vorteile. Dabei ist einiges zu beachten.

  • Im Ersten Jahr viel Gießen.
  • Die nächsten etwa drei Jahre den Wurzelballen nicht vollständig austrocknen lassen. Bei Trockenheit immer mal wieder wässern
  • Erwachsene oder ältere Bäume kommen ganz gut ohne zusätzliche Wassergaben aus.
  • Düngen nur im Frühjahr, etwa im März/April.
  • Dünger kann gegen Pilzkrankheiten helfen. Ideal sind organische Dünger und reifer Kompost.
  • Kalihaltiger Naturdünger kann das Auftreten von Läusen unterbinden.
  • Der richtige Dünger zur richtigen Zeit kann vor Frostempfindlichkeit schützen.
  • Nicht mit Blaukorn düngen!
  • Nicht beim Anpflanzen gleich düngen, erst im darauf folgenden Frühjahr, aber auch dann nur leicht.
  • Nicht zu viel düngen, vor allem nicht mit Stickstoff!
  • Je älter ein Apfelbaum wird, um so mehr Dünger benötigt er. 

Schneiden

Apfel MalusDer Braeburn ist sehr krankheitsanfällig. Um Krankheiten vorzubeugen, ist ein regelmäßiger Schnitt absolut wichtig. Die Baumkronen müssen in regelmäßigen Abständen ausgelichtet werden. Wichtig ist, ein stabiles Traggerüst aufzubauen. Günstig ist natürlich, wenn so auch ein hoher Fruchtbehang gewährleistet werden kann.

  • Geschnitten wird im Winter, zwischen Januar und Mitte März. In unbelaubtem Zustand kann man das Gerüst und die einzelnen Äste gut erkennen. Nicht bei Frost schneiden!
  • Geschnitten wird ab dem ersten Jahr.
  • Baume aus der Baumschule haben meist schon einen idealen Erziehungsschnitt erhalten, vor allem, wenn sie schon ein paar Jahre alt sind. Das erleichtert die Arbeit ungemein.
  • Diese Braeburn-Apfelbäume müssen nur noch ausgelichtet und eingekürzt werden.
  • Abgestorbene und beschädigte Äste herausschneiden.
  • Alle Äste, die stark nach innen wachsen herausschneiden.
  • Alle senkrecht nach oben wachsenden Wasserschosser herausschneiden. Direkt am Austrieb abschneiden.

Schnittstellen, die größer als eine Ein-Euro-Münze sind, mit Wundverschlussmittel bestreichen.

Überwintern und Vermehren

Der Braeburn ist schon winterhart, aber für richtig kalte Regionen oder solche mit langanhaltendem Frost ist er eher nicht geeignet. In wärmeren Gebieten, z.B. im Weinbauklima macht der Braeburn bei der Überwinterung keine Probleme.

Der Braeburn wird nur durch Veredlung vermehrt. Nach der Unterlage richtet sich die spätere Höhe des Baumes.

Krankheiten und Schädlinge

Der Braeburn gehört nicht zu den Apfelgehölzen mit guter Gesundheit. Er wird von zahlreichen Krankheiten befallen. Oft sind die nicht idealen Bedingungen, unter denen die Bäume bei uns gedeihen müssen Schuld. Aber auch unter besten Voraussetzungen sind Krankheiten recht häufig. Wichtig ist deshalb, regelmäßig Maßnahmen des Pflanzenschutzes durchzuführen.

  • „Braeburn Browning Disorder“ – Krankheit die besonders den Braeburn befällt. Das Fleisch des Apfels verfärbt sich braun und saugt sich voll mit Wasser. Die Krankheit kann von außen oft nicht erkannt werden. Deshalb gelangen immer wieder solche Äpfel in den Handel und die Kunden sind verärgert. Es handelt sich aber um eine Lagerkrankheit. Wer die Äpfel frisch verarbeitet, hat damit wenig zu tun.
  • ApfelschorfApfelschorf – durch einen Schlauchpilz verursacht. Zu erkennen an den Blättern, an matt-olivgrünen, später braunen und schwärzlichen Flecken. Diese fließen oft zusammen und bilden Nekrosen. Die Blätter fallen ab. Auf den Äpfeln finden sich meist dunklere Flecken, in denen sternenförmige Risse auftreten. Diese dienen Fäulniserregern als Eintrittspforte. Die Krankheit hat keinen Einfluss auf den Geschmack, nur auf die Lagerfähigkeit.. Vorbeugen durch Blattspritzungen mit Blattdüngern, guten Schnitt. Keine direkten Spritzmittel gegen die Krankheit im privaten Garten.
  • Alternanz (Schwankungen des Fruchtertrages im zweijährigen Rhythmus) – die Blütenknospenbildung wird durch Hormone verhindert. Es werden kaum Blüten angelegt, im darauffolgenden Jahr dagegen besonders viele. Die Neigung lässt sich durch regelmäßige Ausdünnung eindämmen.
  • Stippe – Mangelerscheinung, zu erkennen an kleinen, eingesunkenen, meist nur stecknadelkopfgroßen, braunen Flecken auf der Schale des Apfels. Diese Flecken gehen bis ins Fruchtfleisch. Es schmeckt an dieser Stelle leicht bitter. Die Erscheinungen treten meist erst bei der Lagerung auf. Der Apfel kann trotzdem bedenkenlos gegessen werden. Ursache ist Calciummangel. Der kommt meist vor, wenn zu viel Stickstoff im Boden die Aufnahme des Calciums verhindert. Oder wenn zu viel Kalium und Magnesium vorhanden sind, welche die Aufnahme ebenfalls verhindern. Baumschnitt und Blattdünger wirken der Krankheit entgegen.
  • Schalenbräune – Lagerkrankheit, braune Stellen auf der Schale, beeinträchtigt das Fruchtfleisch und den Geschmack nicht. Das Auftreten deutet auf einen ungenügenden Luftaustausch im Lagerraum hin.
  • Lentizellenflecken – ähnlich wie bei Stippigkeit, Flecken auf der Schale, eingesunken und meist dunkelbraun bis schwarz. Ursache ist wieder Calciummangel.
  • Echter Mehltau – der Mehlpilz überzieht die Oberfläche des Apfelbaumes mit einer weißlichen-mehligen Schicht. Infektionen sind nur an jungem Gewebe möglich. Meist wird der Baum in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni befallen. Bei der Bekämpfung ist auf Schnittmaßnahmen und Spritzungen zu setzen. Wenn man nichts unternimmt, tritt der Mehltau von Jahr zu Jahr stärker auf. Die Erträge sinken und die Äpfel haben eine schlechtere Qualität.
  • Feuerbrand – durch Bakterienbefall ausgelöste schwere Krankheit. Überträgt sich auf andere Gewächse. Ist meldepflichtig. Blätter und Blüten der befallenen Pflanze welken urplötzlich und immer vom Blattstiel aus. Sie werden braun und schwarz, fallen aber nicht ab. Triebspitzen krümmen sich nach unten. Der Baum sieht aus wie verbrannt. Es gibt keine im Hausgarten zugelassenen Mittel. Hier hilft nur ein Schnitt oder die Rodung.
  • SpinnmilbenSpinnmilben – Obstbaumspinnmilben sind recht häufig zu finden. Bei Befall kommt es zu vorzeitigem Blattfall, Wachstumshemmungen, geschwächten Bäumen und die Früchte reifen nicht aus. Der Befall zeigt sich an Aufhellungen und hellen Sprenkeln und Flecken an den Blättern, beginnend zuerst an den Blattrippen, später überall. Bei starkem Befall sind die Spinnfäden zu sehen, besonders bei Nässe, wenn Tropfen daran hängen. Zu bekämpfen mit Raubmilben und Winter- und Austriebsspritzmitteln. Es entstehen aber häufig Resistenzen.
  • Rostmilben – Gallmilbe, die oft auf Apfelbäumen anzutreffen ist. Geringer Befall ist unproblematisch, starker Befall muss bekämpft werden. Zu erkennen ist dieser Schädling an den Blattunterseiten. Sie sind bräunlich verfärbt, eben berostet. Bei starkem Befall leiden auch die Äpfel, die Schale zeigt eine schlechtere Ausfärbung. Bekämpft werden die Rostmilben mit Spritzungen (Netzschwefel). Besser sind Raubmilben. Für die muss aber auf breit wirkende Insektizide verzichtet werden, was sowieso besser ist.

Braeburn-Apfel – Geschichte

Der Braeburn ist ein Zufallssämling. Er wurde 1952 von einem Obstbauern am Wegesrand entdeckt. Es ist nicht ganz klar, welche Apfelsorten zu seinem Entstehen beigetragen haben. Vermutet wird, dass es Cox Orange und Lady Hamilton waren, aber bewiesen ist das nicht. Ihren Namen verdankt diese Apfelsorte dem Ort Braeburn in Neuseeland, wo der Apfel erstmalig in der Baumschule Williams Brothers angebaut wurde. 

Braeburn-ApfelVon den 1980er Jahren bis zur Jahrtausendwende war der Braeburn-Apfel weltweit sehr beliebt und gehörte zu den meist angebauten Apfelsorten in Neuseeland. Besonders die Europäer waren verrückt nach diesen Äpfeln. Sie wurden dann auch schnell in Chile, den USA und im südlichen Europa angebaut. In den letzen Jahren hat der Trend abgenommen. Schuld daran sind hauptsächlich die fallenden Preise. Deshalb und wegen dem Anbau neuer Clubsorten geht der Anbau der Braeburn-Sorten zurück. Zwar ist diese Apfelsorte in Europa nach wie vor sehr beliebt, aber auf anderen Kontinenten ist das eher nicht der Fall. Sogar in seiner Heimat Neuseeland hat der Braeburn Schwierigkeiten. Das liegt hauptsächlich an den Exporten nach Asien. Die Beleibtheit der Sorte hat stark abgenommen. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Produktion der Äpfel halbiert.

Fazit
Der Braeburn-Apfel ist sicher einer der leckersten. Es ist aber nicht ganz einfach, ihn zu kultivieren. Ich bin auch nicht sicher, dass man das tun muss. Braeburn gibt es überall zu kaufen, auch in Bio-Qualität, wer das will. Im Garten würde ich mir doch dann einen Baum pflanzen, dessen Äpfel im Handel nur schwer oder gar nicht zu haben sind. Sorten gibt es ohne Ende. Da findet man sicher die richtige. Auch würde ich keine so krankheitsanfällige Apfelsorte auswählen, sondern eine gesunde, möglichst mit Resistenzen, zumindest gegen ein paar Erkrankungen. Also, vor dem Kauf noch einmal genau abwägen, ob es wirklich gerade der Braeburn sein muss!