Flieder Syringa

Die Gattung Syringa enthält zwischen zwölf und 25 Arten, die ursprünglich aus Asien und Europa stammen. Gärtner und Botaniker haben im Laufe der Zeit zahlreiche Zuchtformen auf den Markt gebracht, welche die schönsten Eigenschaften ihrer Elternpflanzen vereinen. Sie erstrahlen in unterschiedlichen Farbtönen und jede Sorte hat ihre eigene Blütezeit.

Sortenvielfalt

Sorten von Syringa vulgaris sind die beliebtesten Ziergehölze. Die Zuchtformen dieser in Europa heimischen Art kommen besonders gut mit den Witterungsbedingungen zurecht, sodass bei ihnen eine üppige Blüte zu erwarten ist. Auch exotische Züchtungen überzeugen bei guter Pflege mit einer reichen Blütenpracht.

Tipp: Pflanzen Sie die Sträucher im Herbst, damit sie vor der nächsten Blüte gut anwurzeln können.

Hyazinthenflieder (Syringa hyacinthiflora)

Als Züchtung der Arten Syringa vulgaris und Syringa oblata entstanden diese blühfreudigen Fliedersorten, deren Blütenstände an Hyazinthen erinnern. Sie vereinen die positiven Eigenschaften ihrer Elternpflanzen und überzeugen mit einer reichhaltigen Blütenpracht, die sich vor der Blütezeit der Syringa vulgaris Hybride entwickelt. Die Sorten entwickeln eine buschige Wuchsform und verströmen ihr süßliches Aroma im Frühling.

  • ‚Rosenrot‘ blüht zwischen April und Mai
  • ‚Esther Staley‘ entwickelt von April bis Mai rosafarbene Blüten
  • ‚Angel White‘ bildet ab Mai verführerisch weiße Blüten

Gewöhnlicher Flieder (Syringa vulgaris)

Zuchtformen von Syringa vulgaris, die als Edelflieder bezeichnet werden, vereinen eine aufrechte Wuchsform mit einer üppigen Blütenpracht. Die sommergrünen Sträucher, die zwischen drei und sechs Meter hoch wachsen, stammen von einer in Südosteuropa heimischen Wildart. Diese entwickelt zwischen Mitte Mai und Anfang Juni zahlreiche Blütenrispen. Auch die gezüchteten Sorten erfreuen Hobbygärtner zu Beginn des Sommers mit ihren aufregenden Blüten.

  • Flieder Syringa‚Emile Lemoine‘ blüht von Mai bis Juni
  • ‚Rustica‘ mit rosenfarbenen Blüten zwischen Mai und Juni
  • ‚Michel Buchner‘ entwickelt zwischen Mai und Juni violette Blüten

Kanadischer Flieder (Syringa x prestoniae)

Die Sorten der Prestoniae-Reihe stammen aus Züchtungen der Arten Syringa komarowii subsp. reflexa × Syringa villosa. Die Blütezeit des in China heimischen Zottigen Flieders (Syringa villosa) erstreckt sich von Mai bis Juni. In dieser Zeit blüht auch der Bogen-Flieder (Syringa komarowii subsp. reflexa), der sich durch pyramidenförmige Blütenstände auszeichnet. Seine Blüten sind in blasse rosafarbene, rote oder lilafarbene Töne getaucht. Die Zuchtform Kanadischer Flieder wird auch als Amerikanischer Flieder angeboten.

  • ‚Royalty‘ mit magentafarbenen Blüten ab Mai
  • ‚Redwine‘ mit intensiver Rotfärbung zwischen Mai und Juni
  • ‚Miss Canada‘ blüht zwei bis drei Wochen später als Syringa vulgaris

Ungarischer Flieder (Syringa josikaea)

Die deutsche Bezeichnung dieses Fliederstrauchs deutet auf sein ursprüngliche Verbreitungsgebiet hin. Der bis 2,5 Meter hohe Strauch wächst nicht nur in Ungarn. Sein Lebensraum erstreckt sich über das gesamte Karpatengebiet. Als wärmeliebende Art blüht sie, wenn die Insekten aktiv sind. Zwischen Mai und Juni entwickeln sich die bis 18 Zentimeter langen Blütenrispen, die mit ihrer purpurfarbenen Tönung und dem süßen Duft Schmetterlinge und Wildbienen anlocken. Die zahlreichen Sorten erweitern die Farbpalette um helle und dunkle Töne. Die Blütezeit haben die Zuchtformen von der Ursprungspflanze übernommen.

  • ‚Holger‘ blüht im Juni
  • ‚Oden‘ entwickelt im Juni violette Blüten

Königsflieder (Syringa x chinensis)

Flieder SyringaDie Hybride entstammen Kreuzungen der Arten Syringa vulgaris und Syringa persica. Der Persische Flieder (Syringa persica) blüht in den Monaten Mai und Juni, wenn auch der Gewöhnliche Flieder in der Blütenentwicklung steckt. Die Züchtungen des Königsflieders erstrahlen später als die Syringa vulgaris Hybride in voller Blütenpracht. Das macht sie zu beliebten Ziergehölzen in spätfrostgefährdeten Gebieten. Sie gehören zu den schönsten Fliedersorten, denn die Sträucher entwickeln breit buschige Wuchsformen und kaum Wurzelausläufer. Charakteristisch sind die bogig überhängenden Blütenrispen. Diese Fliedersorten erweisen sich als Sonnenanbeter. Ihre Blütenpracht erstrahlt in voller Sonne.

  • ‚Saugeana‘ entwickelt rotlila Blüten
  • ‚Lilac Sunay‘ mit violetter Blütenpracht
  • ‚Alba‘ trägt weiße Blüten
  • ‚Laciniata‘ bildet geschlitzte Laubblätter und hellviolette Blüten

Japanischer Flieder (Syringa reticulata)

Diese strauch- oder baumförmig wachsenden Fliedersorten entwickeln gelbe oder weiße Blüten. Sie verströmen einen intensiven Duft, der an Liguster erinnert. Der Armur-Flieder (Syringa reticulata ssp. amurensis) ist eine Unterart, die als Ziergehölz große Beliebtheit erlangte. Sie öffnet ihre Blüten zwischen Juni und Juli. Diese Blütezeit wird vom Peking-Flieder (Syringa reticulata ssp. pekinensis) ausgedehnt, denn diese Unterart beginnt im Mai mit der Entwicklung der ersten Blüten. Ihre Blütezeit reicht bis in den August hinein. Die Sorte ‚Ivory Silk‘ wächst baumförmig und erfreut den Hobbygärtner zwischen Juni und Juli mit hellen Blüten.

Einflussfaktoren

Flieder SyringaDie Blütenentwicklung der Fliedersträucher kann sich nach hinten verschieben, wenn das Frühjahr kalt und regenreich ist. Wird der Winter rasch von warmen Temperaturen verdrängt, blühen manche Arten Ende April. Wenn der Flieder an zu dunklen Standorten steht, reagiert er mit einer eingeschränkten Blühfreudigkeit. Ein ungeeignetes Substrat kann ebenfalls dazu führen, dass der Strauch keine Blüten entwickelt. Mit gezielten Pflegemaßnahmen lässt sich die Intensität und Dauer der Blüte beeinflussen.

  • regelmäßig verwelkte Blütenstände abschneiden
  • alte Pflanzen radikal zurückschneiden, um Triebbildung anzuregen
  • keine Schnittmaßnahmen während der Blütezeit

Tipp: Geben Sie dem Strauch im Frühjahr etwas Kompost. Das gibt ihnen einen Wachstumsschub und regt die Blütenentwicklung an.
Fazit
Die Hauptblütezeit der Sorten erstreckt sich von Mai bis Juni. Es gibt Ausnahmen mit Blütezeit im Frühjahr. Exotische Varianten erweisen sich als Spätblüher, die bis in den August blühen. Doch auch andere Faktoren haben einen entscheidenden Einfluss auf die Blütezeit. Neben dem Wetter spielen Standort und Pflege eine wichtige Rolle.