Gartenpflanzen Ziersträucher & Sträucher

Besenginster, Cytisus scoparius – Pflege und Schneiden

Besenginster

Besenginster passt in die meisten Gärten. Besonders auffällig sind die Pflanzen mit knallgelben Blüten, aber es gibt auch andere sehr schöne Blühsorten. Die Pflege der Gewächse ist einfach. Sie brauchen kaum Wasser und keinen Dünger. Schneiden kann man, muss man aber nicht. Aufpassen muss man, dass sich die Pflanze nicht zu stark vermehrt, einmal durch Selbstaussaat und außerdem durch Absenker, die sich selbst bilden und bewurzeln. Haben die neuen Pflanzen erst einmal richtig angewurzelt, ist es mühsam, sie wieder zu entfernen. Es sind Tiefwurzler. Was man sonst noch beachten sollte, lesen Sie im folgenden Text.

Kurzer Steckbrief

  • Schmetterlingsblütler und Hülsenfrüchtler- Gehört nicht zu den echten Ginstern, sondern zum Geißklee
  • Wird auch Besenstrauch genannt
  • Wird etwa 10 Jahre alt
  • Winterkahler, auch sommerkahler Rutenstrauch
  • 1 bis 2 m hoch, maximal 3 m
  • Lange, besenförmige, dichtstehende grüne Zweige
  • Kleine grüne Laubblätter
  • Goldgelbe Blüten von Mai bis Juni in Massen
  • Neue Züchtungen blühen in rot, rosa, orangebraun oder cremeweiß
  • Es werden Hülsenfrüchte gebildet
  • Tiefwurzler
  • Besitzt Wurzelknöllchen mit Stickstoff bindenden symbiontischen Bakterien
  • Schnellwüchsig in den ersten 4 Jahren
  • Blüte ab dem 3 Jahr

GinsterSchöne Sorten

  • C. multiflorus – weißblühend, wird bis 3 m hoch
  • C. scoparius-Hybriden – zeichnen sich durch aufrechten Wuchs aus. Nicht zu stark zurückschneiden, Andreanus Splendens – rotbraune und goldgelbe Blüten, Burkwoodii – karminrot mit rotbraun
  • C. Red Favorite – rotblühend
  • C. x praecox – Elfenbeinginster (gehört auch zu den Besenginstern) sehr robust, Blüte weiß bis gelblich, auch Rosatöne, sehr blühfreudig, jährlich nach der Blüte schneiden
    • Allgold – Goldginster, blüht goldgelb ab Mai
    • Hollandia – purpurrote Blüten
    • Burkwoodii – karminrote Fahne, samtrote Flügel und gelber Kiel, sehr schön farbig
    • Palette – reinsamtrote Flügel mit gelber Fahne, sehr schön
    • Firefly – gelbe Blüte mit rotbraunen Flügeln, interessante Farbkombination
    • Luna – großblumige hellgelbe Blüten
  • C. kewensis – Zwergelfenbeinginster, wächst eher niederliegend, wird mehr breit als hoch, Blüte ab Mai, cremeweiße Blüten
  • Niki – dottergelbe Blüten, reichblühend
  • C, tinctoria – Färberginster, einheimische Art, blüht von Juni bis August, goldgelbe Blüten, mag schwachsaure und schwachalkalische Böden
    • Plena – niedrige Sorte, nur 25 cm hoch, sehr blühfreudig
    • Royal Gold – goldgelbe Blüten, gut für sandig-lehmige Böden

Pflege

Besenginster sieht man häufig in freier Natur. Zur Blütezeit sind es auffällige Blühpflanzen. Die gelben Blüten leuchten weit und intensiv. Besenginster mögen Waldsäume und Brachen, sie stehen gern an Wegen und Böschungen und in lichten bodensauren Eichen- und Hainbuchwäldern. Bei Gartenbesitzern sind häufig eher die Kulturformen mit abweichenden Blütenfarben beliebt. Obwohl Ginster giftig ist, wird er als Winterfutter für Hase und Rehe genutzt. Außerdem dient er als Bodenverbesserer und als raschwüchsiger Bodenfestiger. Ginster ist ideal für nährstoffarme Böden. Dort wird durch die Pflanzen der Boden aufgebrochen und mit Stickstoff angereichert. Ginster produziert praktisch seinen eigenen Dünger.

BesenginsterObwohl die Pflanzen recht robust sind, reagieren sie empfindlich auf langandauernde Hitze, Trockenheit und Frost. Sie benötigen einen sonnigen Standort und lockeren frischen Boden. Am besten kauft man nur Containerware, denn die Wurzeln sind ziemlich empfindlich. Deshalb sollte Ginster auch nach Möglichkeit nicht umgepflanzt werden. Die Pflanzen brauchen nach dem Anwachsen nicht gegossen oder gedüngt zu werden. Besenginster muss nicht geschnitten werden. Trotzdem ist es günstig, regelmäßig zu schneiden. Der Strauch wird dichter und die Blühfähigkeit wird erhöht. Allerdings darf nicht zu tief geschnitten werden. Besenginster ist nicht sehr winterhart. Je nach Region sollten die Pflanzen im Winter geschützt werden. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat, Absenker und Stecklinge.  Krankheiten und Schädlinge sind ausgesprochen selten.

Achtung!!! – Besenginster ist giftig in allen Pflanzenteilen. Es kann zu Kreislaufkollaps mit Tachykardie, Erbrechen, Durchfall, Schwindel und Kopfschmerzen kommen.

Standort

Besenginster ist ein Sonnenanbeter. Die Pflanze sollte so viel Sonne abbekommen wie möglich. Im Halbschatten oder gar im Schatten sind die Wuchsbedingungen nicht ideal, die Pflanzen gedeihen nicht so prächtig und sind anfälliger.

  • Vollsonnig
  • So viel Sonne wie möglich.
  • Gedeiht hervorragend auf heißen und trockenen Südlagen

Tipp – Wer keinen Zaun oder einen sehr durchlässigen besitzt, sollte den Ginster gegen Wildverbiss schützen!

Pflanzsubstrat

Cytisus scoparius StrauchBesenginster stellt keine großen Ansprüche an das Pflanzsubstrat. Wichtig ist, dass der Boden möglichst wenig Kalk enthält. Ginster mag humusreiche, saure Böden und macht sich daher gut im Heidegarten. Wichtig ist, dass das Substrat durchlässig ist. Stehende Nässe wird nicht vertragen.

  • Locker und frisch
  • Basen- und stickstoffarme Böden
  • Können lehmig, sandig oder steinig sein
  • Nicht zu kalkhaltig
  • Keine Staunässe
  • Trockenheit ist deutlich besser als nasser Boden

Pflanzen

Beim erstmaligen Pflanzen ist nicht viel zu beachten, beim Umpflanzen schon. Ginster bildet eine Pfahlwurzel aus und ist deshalb schwer aus dem Boden zu bekommen. Man muss tief hineingraben und darf dabei die Wurzel nicht verletzen. Das ist nicht einfach. Pfahlwurzler sollten am besten gar nicht verpflanzt werden. Deshalb sollte man sich von Anfang an gut überlegen, wo das Gehölz hingepflanzt wird.

  • Ginster macht sich auch gut als Kübelpflanze, allerdings ist die Überwinterung nicht einfach
  • Das Gefäß muss allerdings ausreichend tief für die Pfahlwurzel sein.
  • Nur als Containerware kaufen, damit das Gehölz gut anwächst
  • Pflanzloch ausreichend groß ausheben
  • Boden möglichst tief lockern
  • Pflanzballen in Wasser stellen, damit er sich richtig voll saugen kann.
  • Auf gleicher Höhe einpflanzen, wie die Pflanze im Topf stand
  • Erde auffüllen
  • Ordentlich festdrücken
  • Am besten Gießring bilden und gründlich wässern
  • Passt gut zu Heidegewächsen, Weidenröschen, Sedum-Arten, Rhododendren, Azaleen und Zwerg-Nadelgehölzen

Gießen und Düngen

Cytisus scoparius SamenBesenginster benötigt nicht viel Wasser. Lediglich Jungpflanzen und frisch gepflanzte Exemplare benötigen bis zum Anwachsen regelmäßig Wasser. Gedüngt werden muss auch nicht, Ginster produzieren ihren eigenen Dünger, sehr praktisch.

  • Muss nur bei langanhaltender Trockenheit gegossen werden
  • Jungpflanzen benötigen mehr Wasser. Sie sollten regelmäßig gewässert werden.
  • Auch Kübelpflanzen benötigen mehr Wasser. Hier muss regelmäßig, aber nicht übermäßig gegossen werden
  • Düngen ist nicht notwendig. Die an den Wurzeln sitzenden Knöllchenbakterien produzieren eigenen Dünger.
  • Wird zusätzlich gedüngt, ist das eher schädlich. Die Triebe schießen in die Höhe, sind schwach und kraftlos. Außerdem nimmt die Winterhärte ab.

Schneiden

Besenginster muss nicht, kann aber geschnitten werden. Ein Rückschnitt fördert die Bildung neuer, blühfreudiger Triebe. Der Schnitt sollte direkt nach der Blüte durchgeführt werden, dann wird auch gleich die Selbstaussaat verhindert, da kaum Fruchtstände übrigbleiben. Wichtig ist, nicht zu stark zu schneiden. Mindestens 50 bis 60 cm sollten stehen bleiben.

  • Schnitt direkt nach der Blüte
  • Kräftig schneiden, aber mit Bedacht
  • Nicht zu viel schneiden
  • Ohne Schnitt wird der Ginster oft kopfschwer und kippt um
  • Die lockere, überhängende Form sollte erhalten bleiben
  • Erfrorene und vertrocknete Triebe können im Frühjahr herausgeschnitten werden

Tipp – Beim Schneiden immer im belaubten Bereich bleiben!

Überwintern

GinsterBesenginster ist frostempfindlich, auch wenn sie fast immer als winterhart verkauft werden. In strengen Wintern friert der Strauch bis auf den dickeren Stamm zurück. Nicht immer überlebt das Gehölz. Besonders Jungpflanzen sollten geschützt werden.

Tipp – Am besten, man weiß, wo die Pflanzen gezogen wurden. Im Freiland vermehrte Pflanzen sind winterhärter, als die in Gewächshäusern. Wer in seiner Umgebung einen Ginster hat, der schon mehrere Jahre überlebt hat, kann davon Stecklinge schneiden und gleich im Freien heranziehen. Diese Pflanzen sind sehr robust.

  • Jungpflanzen im Winter schützen
  • Den Boden dick Mulchen und den unteren Teil des Ginsters mit Reisig abdecken
  • Frostempfindliche Ginster in Gefäßen am besten hell und kalt, aber frostfrei überwintern. Die idealen Temperaturen liegen zwischen 5 und 10°C.

Vermehren

Die Vermehrung erfolgt durch Samen, Absenker oder Stecklinge. Häufig sät sich die Pflanze auch selbst aus. Die Bewurzlung von Stecklingen ist dagegen nicht so einfach und dauert lange.

Stecklinge

  • Vom ausgereiften, einjährigen Holz schneiden
  • Die beste Zeit ist der Spätsommer oder Frühherbst
  • Sollten 15 bis 20 cm lang sein
  • In Aussaaterde, die mit Sand gemischt wurde stecken
  • Warm, aber nicht sonnig stellen (21 bis 24°C)
  • Substrat leicht feucht halten

Absenker
SamenAm Boden liegende Triebe wurzeln recht problemlos und bilden neue Pflanzen. So breitet sich der Ginster aus, nicht immer zur Freude des Gartenbesitzers

Aussaat

  • Es dauert, bis sich Pflanzen aus Samen entwickeln
  • Im Frühjahr aussäen, am besten gleich ins Freiland
  • Aussaat im Gefäß ist natürlich auch möglich
  • Samen nicht mit Erde bedecken, es sind Lichtkeimer
  • Samen etwas anrauen
  • Substrat leicht feucht halten
  • Warm, aber schattig stellen

Krankheiten und Schädlinge

Besenginster ist unheimlich robust. Krankheiten und Schädlinge treten nur ganz selten auf. Gefährlich können aber Wildtiere werden. Nicht eingezäunte Gärten mit Ginster locken Hasen und Rehe förmlich an. Wer also auf dem Land lebt und Ginster im Garten hat, sollte über eine Einzäunung nachdenken. Das ist nicht nur wichtig, um den Ginster zu schützen, sondern auch sich selbst. Wildtiere haben meist viele Zecken im Fell und die lassen sich gern auf die Pflanzen fallen und warten dann dort auf ihr nächstes Opfer. Bedrohlich ist das hauptsächlich in Gegenden, die ein starkes Zeckenaufkommen haben.

BlütenHäufige Fragen

Wodurch unterscheiden sich Besenginster und Edelginster?
Das ist ganz simpel. Besenginster ist die Wildform. Die Pflanzen blühen immer gelb. Sie werden durch Aussaat vermehrt. Edelginster ist eine reine Zuchtform, entstanden durch Mutation und Zucht. Dadurch gibt es unterschiedliche Blütenfarben und auch verschiedene Wuchsformen. Edelginster wird ausschließlich durch Stecklinge vermehrt, wodurch immer sortenreine Abkömmlinge entstehen.

Ist Besenginster auch für Haustiere giftig?
Ja. Eine Vergiftung äußert sich in erhöhtem Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall. In schlimmen Fällen kann es zu Darmverschluss und Bewusstlosigkeit kommen.

Verträgt Besenginster Wind?
Im Allgemeinen ist Wind für die Pflanzen kein Problem. Bei häufigem einseitigem Wind wird sich aber die Wuchsform verändern. Sie passt sich der Windrichtung an.