Anemone

Gartenbesitzer lieben sie wegen ihrer Vielseitigkeit, ihrer Schönheit und ihrer Anspruchslosigkeit: Anemonen. Diese Pflanzen eignen sich hervorragend, das Gesicht des Gartens abwechslungsreich zu gestalten. Egal, ob eine weiße, rosa, bläuliche oder kaminrote Blütenpracht das Beet schmücken soll, hoch oder niedrig wachsende Pflanzen bevorzugt werden oder ein unauffälliges Grün den Boden bedecken soll: Bei der Artenvielfalt von Anemonen (Windröschen) ist es ein Leichtes, die passende Pflanze zu finden.

Staude oder Knollenpflanze?

Zur Pflanzengattung der Anemonen zählen sowohl Knollenpflanzen als auch Stauden. Bei der Pflanzung, Pflege und Vermehrung gibt es einige Unterschiede, deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Art von Gewächs man vor sich hat. Die meisten Anemonen gehören zu den Knollengewächsen, wie die Strahlen-Anemone, das Buschwindröschen oder die Garten-Anemone. Sie treiben ihre Blüten im frühen Frühling, teilweise schon ab März oder April und werden durchschnittlich bis etwa 20 Zentimeter hoch.

AnemoneZu den bekannten Staudenpflanzen der Anemone zählt vor allem die Herbstanemone. Sie ist in unseren Gärten durch ihre buschige Form und vielerlei Blütenfarbe beliebt. Sie bildet Pfahlwurzeln aus, blüht von August bis Oktober und wird oft deutlich größer als die Frühblüher: Einige Arten bilden Blütenstände bis zu 1,5 Meter Höhe.

Als Faustregel gilt: Wenn die Pflanzen relativ kleinwüchsig sind und im Frühjahr blühen, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Knollengewächs. Wird die Pflanze deutlich größer als 50 Zentimeter und blüht erst ab August, wird sie zu den Herbstanemonen zählen, den Staudenpflanzen. Wer ganz sicher gehen möchte, muss beim Einpflanzen auf Knollen an den Wurzeln achten. Diese sehen nicht aus wie Blumenzwiebeln, sondern sind meist dunkelbraun bis schwarz gefärbt und haben eine eher unregelmäßige Form.

Standort

Die richtige Standortwahl dankt das Windröschen mit lang anhaltender und intensiver Blütenpracht. Am besten gedeihen Anemonen im lichten Halbschatten. Möglich sind auch sonnige Standorte. Stehen die Pflanzen im Halbschatten, fällt die Blütenpracht etwas eingeschränkter aus, ansonsten sind keine Nachteile zu erwarten. Lediglich Platzierungen im Schatten unter dichten Baumkronen mögen Anemonen überhaupt nicht.

  • Humus- und nährstoffreicher Boden, gerne auch leicht lehmhaltig
  • Sonnig bis halbschattig
  • Lockerer, feuchter Oberboden: Sie mögen keine verdichteten Böden
  • Geschützt vor Wetterextremen wie kalten Winden
  • Gerne unter lichtdurchlässigen Sträuchern, Laubbäumen oder an Mauern
  • Leicht saurer bis leicht kalkhaltiger Boden, pH-Werte zwischen 6,5 und 7,5
  • Ungünstig: unter Nadelbäumen (pH-Wert im Boden zu niedrig)

Düngen und Gießen

Generell sind Windröschen als pflegeleicht einzustufen, wenn Standort und Nährstoffversorgung stimmen. Allerdings mögen sie weder extreme Trockenheit noch Staunässe. Prinzipiell gilt: Je sonniger der Standort einer Anemone im Garten ist, umso größer und blühfreudiger wird sie sich zeigen, benötigt dann aber mehr Wasser. Ansonsten hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen:

  • AnemoneWasserbedarf: mittel
  • In sonnigen Lagen häufig gießen.
  • Im Halbschatten nur bei anhaltender Trockenheit gießen.
  • Am besten mit der Brause
  • Vor allem bei Jungpflanzen: Düngung im Frühjahr mit Humus oder Kompost
  • Während der Blütezeit: Organischer Langzeitdünger wie Hornspäne
  • Wurzelbereich stets locker, unkrautfrei und luftig halten.
  • Vorsicht, dass beim Harken keine Wurzeln beschädigt werden!

Pflanzen von Knollen

Am schönsten wirken Anemonen, wenn sie in Horsten von mindestens fünf Pflanzen eingesetzt werden. Beim Pflanzen von Windröschen muss zwischen Knollenarten und Stauden unterschieden werden. Häufig sind früh blühende Anemonenarten als Knollen (ähnlich wie Blumenzwiebeln) im Handel erhältlich.

  • Knollen im Herbst pflanzen.
  • Vor dem Pflanzen: Knollen in Wasser etwa 24 Stunden einlegen und quellen lassen.
  • Pflanztiefe etwa fünf Zentimeter.
  • Pflanzabstand: halbe Wuchsbreite (je nach Art etwa 15 bis 25 Zentimeter).
  • Locker mit Erde abdecken.
  • Leicht angießen.
  • Boden mit Herbstlaub oder Stroh abdecken.
  • Boden stets locker und feucht halten.

Stauden pflanzen

Im Gegensatz zu den Knollengewächsen werden Herbst-Anemonen als Stauden in Gärtnereien, Baumärkten oder Baumschulen als Pflanze im Topf mit Erde verkauft. Wer eine Herbstanemone im Versandhandel bestellt, wird sich vielleicht wundern, dass er keine Pflanze, sondern ein paar Stücke Wurzeln bekommt. Das sind die sogenannten Wurzelstecklinge oder auch Wurzelschnitte.

  • Stauden immer im späten Frühjahr oder frühen Sommer pflanzen.
  • Als Pflanze: Aus dem Topf entfernen und in lockere, mit Kompost angereicherte Erde setzen.
  • Als Wurzelschnitt: Etwa fünf Zentimeter tief in lockere Erde einlegen.
  • Wenn die Wuchsrichtung nicht ersichtlich ist (das ist meist der Fall): Waagerecht in die Erde legen.
  • Ein Wurzelstück wird zu einer Pflanze, also nicht alle Stücke in ein Loch geben.
  • Vorsichtig mit lockerer Erde bedecken.
  • Herbst-Anemonen mögen keinen Wurzeldruck.
  • Auf ausreichenden Abstand zu Gehölzen achten.
  • Pflanzabstand: halbe Wuchsbreite (je nach Sorte 20 bis 50 Zentimeter).
  • Gut wässern und Boden leicht feucht halten.
  • Die Pflanzung im Frühling ermöglicht ein gutes Austreiben und Anwachsen.
  • Schon nach kurzer Zeit bilden sie dann die ersten Blätter und Blüten.

Kübelpflanzen

Anemonen können in Gruppen ins Beet gepflanzt werden oder auch in einem Kübel ihren Platz finden. Sie geben überall ein schönes Bild ab. Im Kübel benötigen sie im Sommer ausreichend Bewässerung. Zum Schutz vor Staunässe sollte im unteren Bereich des Topfes eine Drainage aus Kieselsteinchen oder Blähton eingefüllt werden. Das Laub darf erst geschnitten werden, wenn es welk oder trocken ist. Zum Ende der Wachstumsperiode speichert die Anemone in den Wurzeln alle wichtigen Nährstoffe, um im Frühjahr wieder austreiben zu können. Werden frühzeitig die Blätter geschnitten, kann diese Speicherung nicht erfolgen und die Anemone ist zu schwach, um im nächsten Jahr neue Triebe zu bilden. Im Winter sollte sie dann an einem frostfreien Platz bei etwa 5-10 Grad gelagert werden. Dieser darf ruhig dunkel ausfallen, da die Anemone zu dieser Zeit schlafend unter der Erde ruht und keine Blätter hat, die Licht benötigen.

Vermehrung von Knollengewächsen

Die meisten Anemonen sähen sich selbst aus, insofern die Blütenstände nicht nach dem Verblühen abgeschnitten werden. Eine einfache und schnelle Vermehrung ist aber auch durch die Rhizome möglich:

  • An der Hauptknolle bilden sich Ausläufer mit kleineren Knollen.
  • Bevorzugte Zeit zur Vermehrung: Herbst
  • Vorsichtig die Nebenknollen ausgraben und mit dem Messer oder einer scharfer Schere abtrennen.
  • Möglichst auf die Wuchsrichtung achten.
  • Am neuen Standort etwa fünf Zentimeter tief in der gleichen Wuchsrichtung eingraben.
  • Angießen
  • Winterschutz anbringen.
  • Wenn die Knolle nicht direkt eingepflanzt wird: In Kiste mit Stroh oder Sägespänen trocken lagern.

Vermehrung von Stauden durch Teilung

HerbstanemoneIm Gegensatz zu den Knollengewächsen bilden Herbst-Anemonen Pfahlwurzeln und sähen sich zudem meist nicht selbst aus. Eine Anzucht aus Samen ist zwar prinzipiell möglich, gestaltet sich aber aufwendig. Deshalb werden alle 3-4 Jahre die Wurzeln einer Pflanze geteilt:

  • Infrage kommen nur ältere, starke Pflanzen
  • Werden Pflanzen zu groß: Teilung unbedingt notwendig
  • Im Frühjahr vorsichtig Wurzeln freilegen.
  • Ausgraben ist wegen der Pfahlwurzeln sehr schwierig oder unmöglich.
  • Wurzelhorst mit sehr scharfem Messer oder Spaten teilen.
  • Den Teil, der schwieriger zu entfernen ist, im Erdreich belassen.
  • Den anderen Teil an neuer Stelle einsetzen.
  • Die neuen Pflanzen sind dann wieder sehr wachs- und blühfreudig.
  • Teilung ist wichtig, sonst kümmern die Pflanzen.

Professionelle Vermehrung durch Stecklinge

Gärtner vermehren die Herbstanemone bevorzugt durch Stecklinge aus den Wurzeln, den sogenannten Wurzelstecklingen oder Wurzelschnittlingen. Diese Art der Vermehrung ist einfach, allerdings haben wohl die wenigsten Gärtner diese Methode selber ausprobiert.

  • Wurzelstecklinge nur zur Ruhezeit schneiden.
  • Günstigste Zeit: Spätherbst, frostfrei
  • Kräftige Mutterpflanze aussuchen.
  • Wurzeln vorsichtig freilegen.
  • Kräftige Wurzeln aussuchen (Durchmesser etwa ein bis zwei Zentimeter)
  • Mit sehr scharfem, sauberem Messer von der Mutterpflanze abschneiden.
  • Wuchsrichtung beachten.
  • Lange Wurzelstücke in etwa zehn Zentimeter lange Stücke schneiden.
  • Kennzeichnung am unteren Ende durch Schrägschnitt.
  • Eine luftige Holzkiste mit Substrat zur Hälfte füllen.
  • Als Substrat eignen sich: Anzuchterde oder humose Gartenerde mit Sand vermischt.
  • Mit der schräg angeschnittenen Seite nach unten in das Substrat stecken.
  • Falls der Schrägschnitt vergessen wurde oder die Wuchsrichtung nicht mehr ersichtlich ist: Waagerecht einsetzen.
  • Wurzelschnitte komplett mit Substrat abdecken.
  • Leicht andrücken und vorsichtig angießen.
  • Kühl, dunkel aber frostfrei aufstellen.
  • Im nächsten Frühjahr wachsen dann erste Laubblätter.
  • Bei ausreichender Bewurzelung: In Töpfen weiterkultivieren.
  • Ab etwa Ende Mai bis Juni ins Freiland setzen.

Schneiden

BuschwindröschenIm Frühling blühende Anemonenarten sind in der Lage, sich selbst auszusähen. Ist dieser Effekt gewünscht, sollten die Blütentriebe bis lange nach dem Verblühen an der Pflanze belassen werden. Da sich Herbstanemonen meist nicht selbst aussäen, können die Blütenstiele ganz unten am Trieb abgeschnitten werden. Dies führt zur Bildung weiterer Blüten und verlängert somit die Blütezeit. Die Blätter dürfen niemals vor dem Vergilben abgeschnitten werden. Windröschen sammeln bis in den Spätherbst Nährstoffe, die sie im Wurzelwerk speichern, damit sie im Frühjahr neu austreiben und Blüten bilden können. Fehlt ihnen das Blattwerk frühzeitig, werden sie im neuen Jahr keine Kraft für neue Triebe aufbringen können.

Überwintern

Die meisten Arten der Anemone sind winterhart. Das bedeutet, sie können während der kalten Jahreszeit im Gartenboden verbleiben. Nur einige wenige Anemonen müssen im Herbst ausgegraben und die Knollen trocken und frostfrei (beispielsweise in einem Sägespäne- oder Strohbett) gelagert werden, bevor sie im Frühjahr wieder in die Gartenerde eingepflanzt werden können. Zu den frostgefährdeten Arten zählt vor allem die Garten-Anemone, die wegen ihrer edlen, romantischen Blüten sehr beliebt ist. Für winterharte Sorten gilt:

  • Bei Jungpflanzen im Winter das Laub an der Pflanze belassen.
  • Blütenstiele unten am Ansatz abschneiden.
  • Bei älteren Pflanzen kann das Laub abgeschnitten werden.
  • Dazu mit einem scharfen, sauberen Messer die Blattstiele etwa handbreit über dem Boden kappen.
  • Zum Schutz mit Herbstlaub, Stroh oder Heu anhäufeln.
  • Keine Nadelbaumzweige verwenden: Sie senken den pH-Wert im Boden ab.
  • An frostfreien sonnigen Tagen leicht wässern.
  • Falls nicht im Herbst geschehen: Vor dem Austrieb im Frühjahr Laub abschneiden, das erleichtert den Neuaustrieb.

Krankheiten und Schädlinge

Stehen Anemonen über längere Zeit zu nass oder ist der Boden verdichtet, fangen sie an zu welken und zu faulen. Ebenso können ältere und große Pflanzen plötzlich und ohne ersichtlichen Grund mitten im Jahr welken. Grund hierfür ist meist, dass die Wurzeln schon zu ausgeprägt sind und nicht mehr genügend Platz haben. Eine schnelle und effektive Hilfe ist das Teilen der Pflanze. Ansonsten sind Windröschen sehr zäh und langlebig und erkranken selten.

  • Löcher oder Skelettierfraß: Raupen von Faltern – Absammeln oder mit Pflanzenschutzmittel sprühen.
  • Blätter färben sich braun und welken: Anemonenrost – Laub abschneiden, im Hausmüll entsorgen.
  • Gelbe Flecken auf den Blättern: Blattälchen – Laub abschneiden, entsorgen, Standort wechseln.

Blütenstände der Anemone schützen

BuschwindröschenBesondere Aufmerksamkeit sollte den Blüten der größeren Anemonen geschenkt werden. Manche spät blühenden Anemonen werden sehr groß. Es gibt Sorten, deren Blütenstände bis zu 1,5 Meter Höhe erreichen. Befinden sich viele Blüten am Stängel und es regnet ausgiebig, werden die wasserschweren Blüten dem zierlichen Stiel zur Last. Deshalb sollte man ihnen zusätzlichen Halt geben. Dies geschieht zum Beispiel mit einem Drahtbügel in Halbkreisform oder einem Staudenring, der gleich mehrere Blütenstiele auf etwa 2/3 Höhe erfasst und dafür sorgt, dass die Blütenstände nicht beim nächsten Regen flach auf der Erde liegen oder gar abbrechen.

Fazit
Stauden und Knollenpflanzen wie die Anemone gehören in jeden Garten. Während die Knollenvarianten meist kleinwüchsig sind und im Frühjahr bis Sommer blühen, sorgen die oft hochwachsenden Herbst-Anemonen ab August für ein herrliches Blütenspektakel bis in die späten Herbsttage. Stehen die Pflanzen im helleren Schattenbereich im Garten und finden einen nährstoffreichen sowie feuchten, aber wasserdurchlässigen Boden vor, sind sie sehr langlebig und pflegeleicht. Nahezu alle Arten der Anemone sind winterhart, bedürfen aber einem Schutz der Wurzeln durch eine dicke Schicht Herbstlaub oder Stroh.