Ameisen im Garten

Ameisen sind fleißige Tierchen. Sie führen ein faszinierendes Leben. Bei uns Menschen sind sie allerdings nicht sonderlich beliebt, schon gar nicht, wenn eine Ameisenstraße durch unser Wohnzimmer oder die Küche führt, wenn sie ihre Eier zwischen unsere Terrassen- und Wegeplatten legen und wenn auf unserem Rasen überall die kleinen Kegel entstehen, die darauf schließen lassen, dass sich darunter ein Ameisennest befindet. Prickelnd ist auch nicht, wenn die Ameisen ausfliegen und sich Hunderte oder Tausende Ameisen in Räume, Schuppen und wo sonst noch überall hin verirren, immer auf der Suche nach einer neuen Location.

Vorüberlegungen

Ameisen werden also nicht geduldet. Was aber kann man gegen sie unternehmen? Zunächst einmal kommt es darauf an, wie viele Ameisen es sind, die sich auf verbotenes Terrain begeben haben. Bei einzelnen Insekten handelt es sich meist um Arbeiterinnen, die auf der Suche sind nach Nahrung und Wasser. Die sind absolut unbedenklich, solange sie nicht finden, was sie suchen. Dann wird aus der einzelnen Ameise schnell eine Ameisenstraße. Hier hilft meistens, das zu entfernen, was so interessant für die Insekten ist. Bei geflügelten Ameisen ist das anders, aber ebenfalls nicht wirklich schlimm.
Bei allem Ärger mit den Ameisen ist eines zu bedenken: Wo sollen sie hin? Ich habe einen interessanten Artikel gefunden, wo berichtet wurde, dass, wenn man die Insekten vertreibt, sie sich ja notgedrungen ein neues Territorium suchen müssen. In der Regel ist das gleich nebenan. Dort gibt es aber meist schon ein anderes Volk. Die Folge ist ein blutiger Krieg. Obwohl selbst großer Ameisenliebhaber empfiehlt der Schreiber, dass es humaner ist, die Ameisen schnell zu töten, als sie solchem Gemetzel auszusetzen. In diesem Sinne, einfach mal drüber nachdenken!!!

Welche Ameisenarten bereiten uns Ärger?

AmeiseneierWissen muss man, dass es in Deutschland ungefähr 100 verschiedene Ameisenarten gibt. Keine dieser Arten gehört ins Haus. Es sind Hygieneschädlinge. Sie können Keime und Bakterien übertragen und müssen raus aus dem Haus. Wir unterscheiden hauptsächlich die Pharaoameisen, die Rasenameisen, die Schwarzgrauen Wegeameisen und die Holzameisen.

  • Pharaoameisen – gehören zu den gefährlichsten Ameisen. Sie sind klein, nur 2 bis 3 mm lang. Die Arbeiterinnen sind bernsteingelb mit dunklerer Hinterleibspitze, die Männchen dagegen schwarzbraun. Sie haben blassgelbe Fühler und Beine. Diese Ameisen lieben feuchte Wärme und proteinhaltige Nahrung. Kälte mögen sie dagegen nicht. Im Staat gibt es mehrere Königinnen. Die Nester befinden sich meist in Mauerspalten und Heizungsschächten. Das Gefährliche an der Art ist, dass sich immer mehr Tochterkolonien bilden. Die Pharaoameise überträgt Krankheiten und verbreitet gefährliche Krankheitserreger.
  • Rasenameisen – gehören zu den häufigsten Ameisen. Sie sind 2 bis 7 mm lang. Die Arbeiterinnen sind braun bis dunkelbraun, die Männchen etwas dunkler und immer deutlich größer. Diese Ameisen legen Erdnester an, meist an sonnigen und sandigen Stellen. Deutliches Zeichen für so ein Nest ist der kegelartige Erdauswurf. Rasenameisen schwärmen im Juni und Juli. Diese Ameisen bevorzugen zuckerhaltige Nahrung. Sie dringen gern in Küchen ein. Sie sind für unsere Gesundheit nicht so gefährlich wie Pharaoameisen. Sie kontaminieren halt die von ihnen benutzen Flächen.
  • Holzameisen – sind zwischen 2 und 5 mm groß. Sie sind meist mehr oder weniger schwarz und haben oft eine leicht rötliche Färbung. Die Arbeiterinnen können nicht fliegen. Der Rest des Staates macht zwischen Mai und August einen Hochzeitsflug. Die Ameisen legen ihre Nester meist im Boden ab, manchmal auch in Gebäuden oder hohlen Bäumen. In Häusern bevorzugen sie den Treppenbereich, Holzböden, Fensterholz und ähnliches. Die Nester erkennt man an ihrer kartonageähnlichen schwarz-braunen Masse, die meist schwammig, aber brüchig ist. Außerdem ist sie von Pilzfäden durchzogen. Tochterkolonien sind auch hier möglich. Die Gefahr bei den Holzameisen geht natürlich von einer Schädigung des Holzes aus. Außerdem verteilen sich die Insekten bei der Nahrungssuche im ganzen Haus.
  • Schwarzbraune Wegameisen – kommen sehr häufig vor. Sie werden 3 bis 9 mm lang. Die Tierchen sind dunkelbraun bis schwarz, wobei Beine und Fühler manchmal rötlich aussehen. Ihre Nester bauen diese Ameisen gern unter Steinen Terrassenplatten und Baumstümpfen, immer zur Sonnenseite zu. Die Wegameisen bilden auffällige Ameisenstraßen. Ihre Schwarmzeit liegt ebenfalls zwischen Mai und August. Wegameisen mögen zuckerhaltige Nahrung und dringen auf der Suche nach ihr auch mal in Häuser ein. Sie verunreinigen die Häuser und Wohnungen, sind aber keine Krankheitsüberträger.

Ameisen im Haus

Ameisen sind Vorratsschädlinge. Sie lieben besonders zucker- und eiweißhaltige Lebensmittel. Das Schlimmste an einem Befall ist, dass sie Keime übertragen können. Zudem ist es eklig, wenn so eine Straße durch die Küche oder Vorratskammer zieht. Keime und Krankheitserreger werden hauptsächlich durch die Pharaoameise übertragen.
Die Nester der Ameisen befinden sich in der Regel nicht im Haus, sondern im Freien. Das macht die Ameisenbekämpfung recht einfach. Man muss ihnen den Weg „verbauen“. Wie schon geschrieben, handelt es sich häufig um einzelne Tiere. Wenn sie Nahrung finden, werden es schlagartig mehr. Man räumt also unbedingt alle Lebensmittel weg, so, dass Ameisen nicht herankommen können. Die Ameisen verschwinden daraufhin meist von alleine. Wenn nicht, hilft absaugen.

Vorbeugen

Ameise auf BlattWichtig ist die Vorbeugung. Es gilt zu verhindern, dass Ameisen angelockt werden. Deshalb ist es wichtig, dass alle Lebensmittel weggeräumt werden, auch das Futter von Haustieren und auch Obstschalen. Selbst benutztes Geschirr sollte gleich in den Geschirrspüler gepackt bzw. abgespült werden. Alle Lebensmittel in luftdichten Behältern lagern, auch im Kühlschrank. Ameisen dringen auch durch die Kühlschrankdichtungen.

  • Außerdem alle Fugen im Mauerwerk abdichten
  • Fenster und Türen auf Dichtigkeit überprüfen.
  • Müll und Abfall wegräumen und nur in verschlossenen Behältern sammeln.
  • Regelmäßig lüften!

Hausmittel

Gegen Ameisen werden viele Hausmittel angepriesen. Die meisten helfen allerdings nicht, z.B. Backpulver, Öl, Salz und andere. Backpulver war früher eine gute Wahl, allerdings hat sich zu Zusammensetzung geändert. Andere helfen nur kurzfristig, wie z.B. der oft empfohlene Kreidestrich. Anfangs gehen die Insekten da nicht drüber, aber die Wirkung lässt sehr schnell nach. Es gibt aber Hausmittel, die wirklich eine gute Wirkung zeigen.

  • Natron mit Puderzucker mischen und auf die Ameisenstraße streuen. Die Ameisen nehmen diese Mischung auf und verenden.
  • Teebaumöl, verdünnt mit Wasser mögen Ameisen nicht. Allerdings kann es auch für uns Menschen unangenehm werden, wegen des starken Eigengeruchs. Den mögen ja nicht alle gleich.
  • Auch andere geruchsintensive Substanzen helfen gegen Ameisen, denn sie haben ein sehr empfindliches Geruchssystem.
  • Kampfer in Alkohol auflösen und über die Tiere spritzen. Man nutzt einen Teil Kampfer und 9 Teile Alkohol.
  • Hirschhornsalz mit Zucker mischen. Das tötet die Ameisen. Allerdings ist es teuer, wenn man viel davon benötigt.
  • Zimt blockiert eine Ameisenstraße für einige Tage, muss danach aber erneuert werden.
  • Gelesen habe ich auch, dass Kupfermünzen gegen Ameisen helfen sollen. Man muss nur einige Centstücke auf der Ameisenstraße platzieren. Vorstellen kann ich mir das nicht wirklich. Wenn es denn schon hilft, was hindert die Ameisen daran, außen herum zu gehen? Im Boden scheint es aber zu funktionieren. Eine gute Erklärung unter: www.dghtserver.de/foren/showthread.php?t=75559 

Andere Mittel

Ameise an HimbeereIm Handel gibt es außerdem zahlreiche unterschiedliche Mittel gegen Ameisen im Haus
Chemische Mittel sollten nur im Ausnahmefall eingesetzt werden. Manchmal geht es aber nicht ohne. Dann muss man sich aber exakt an die Anweisungen auf dem Mittel halten. Kinder sollten nicht mit den Dingen in Berührung kommen. Auch bei Haustieren muss man sehr aufpassen.

  • Ameisenfraßköder helfen meist zuverlässig. Allerdings wirken sie nicht gegen alle Ameisenarten.
  • Spritzmittel mit den Wirkstoffen Phoxim, Chlorpyrifos, Fipronil. Das Problem ist, dass viele dieser Mittel nur eine zeitlich begrenzte Nutzungserlaubnis besaßen. Diese wurde für einige nicht verlängert. Das bedeutet, es gibt sie nicht mehr, bzw. man bekommt nur noch Restposten. Sind die verkauft, war es das. Man muss sich also erkundigen, was im Moment so auf dem Markt ist.
  • Ameisenfresslack war beispielsweise ein gutes Mittel, wurde aber 2013 aus dem Handel genommen. 

Wenn alles nichts hilft?

Während meiner Recherche habe ich unglaubliche Dinge gelesen. Da mussten sich z.B. Hausbesitzer mit Ameisenmassen herumschlagen, die in Korkplatten unter ihrer Bodenplatte fürs Haus genistet hatten. Der ganze Fußboden musste geöffnet werden, Heizung raus, Beton geöffnet, alles abgeflammt, also Arbeit ohne Ende und Ameisen ohne Ende, das bekommt man nicht alleine hin. Schädlingsbekämpfer und Bausachverständige sind da kompetente Ansprechpartner.

Schädlingsbekämpfer verwenden Biozide. Diese sind hochgiftig. Den Umgang mit ihnen sollte man einem Profi überlassen.

Ameisen im Garten und im Rasen

Ameisen im Garten sind überaus nützlich. Sie lockern den Erdboden auf, indem sie Gänge graben und fördern somit das Wachstum von Pflanzen. Dazu bringen sie noch Biomasse in den Boden ein, einen Dünger, den zusätzlich für Wachstum sorgt. Schlecht ist allerdings, dass Ameisen ihre Nester gern unter Terrassenplatten und unter Wegesteinen bauen. Damit verlieren Steine und Platten manchmal ihren Halt, wackeln, verrutschen und werden so zur Unfallgefahr. Diese Ameisen sind also nicht direkt gefährlich für unsere Gesundheit, es sei denn, es handelt sich um Pharaoameisen.
Ameisen im Garten können auf verschiedene Art und Weise bekämpft werden.

  • Die humanste Methode ist das Umsiedeln. Man macht es dem Volk erst etwas ungemütlich, am besten mit viel Wasser. Dann bietet man ihnen ein trockenes Plätzchen, einen umgestürzten Blumentopf mit Erde oder Holzwolle gefüllt. Meist siedeln sie nach einigen Tagen freiwillig um. Wichtig ist, dass die Königin dabei ist. Der Topf wird umgesiedelt.
  • Ameisennester in Blumenkübeln, Balkonkästen und ähnlichem beseitigt man am besten ebenfalls mit Wasser. Das Gefäß wird wiederholt unter Wasser gesetzt. In der Regel ziehen die Ameisen ab und suchen sich ein neues Heim. Wenn nicht, muss man das ganze Gefäß ins Wasser stellen.
  • Wegen ihrem empfindsamen Geruchssystem, können Ameisen mit Gestank vertrieben werden. Jauche ist dazu ideal, wenn man den Geruch selbst verträgt. Alles was Stinkt ist von Vorteil, also Brennnesseljauche, Wermutjauche und ähnliches. Etwa 500 Gramm Pflanzen in 10 Liter Wasser anrühren. Diese Brühe 14 Tage stehen lassen und dann in den Bau bzw. zwischen die Steine, in die Fugen spülen.
  • Ähnlich funktionieren auch ätherische Öle, aber die verfliegen recht schnell.
  • Köderfallen sind sehr wirksam. Damit tötet man allerdings die Ameisen und zwar den ganzen Staat. Der Köder wird in den Bau getragen und verteilt. So sterben alle. Auch hier muss man schauen, welcher Wirkstoff gerade zugelassen ist.
  • Spritzmittel sind mit Vorsicht zu verwenden. Gerade Mittel auf der Basis von Chloryrifos rufen oft Nebenwirkungen beim Menschen hervor. Wer Kinder und Haustiere hat, sollte sie gar nicht verwenden. In Deutschland Ist es wohl noch zugelassen, in vielen andern Ländern wegen der Schädigungen gerade für Neugeborene oder Föten verboten. Man unterscheidet Kontakt-, Fraß- und Atemgifte.
  • Mittel auf der Basis von Phoxim töten zuverlässig, sind aber nicht mehr zugelassen, schon seit 2007.
  • Mittel mit Fibronil sind wohl noch zugelassen. Dieses wird auch in Mitteln gegen Flöhe und Milben für Haustiere eingesetzt. Allerdings ist Fibronil extrem bienengefährlich und sollte nicht im Garten eingesetzt werden!
  • Mittel mit Deltamethrin sind, wenn ich das richtig gedeutet habe, seit Dezember 2013 auch aus dem Rennen und nicht mehr zugelassen, bzw. ruht die Zulassung.
  • Ungefährlich für den Menschen sind die Kupfermünzen. Sie können unter Terrassenplatten gelegt und im Gewächshaus verteilt werden. Im Garten selbst werden zu viele benötigt, um einen Erfolg zu bringen.

Fazit

Man kann allerhand gegen Ameisen tun. Ich bin der Meinung, man muss sie nicht gleich umbringen, zumindest nicht das ganze Völkchen. Im Haus hilft Ordnung und Hygiene, dass aus einer verirrten Ameise auf Nahrungssuche nicht eine Ameisenstraße wird. Einzelne Ameisen würde ich wegsaugen. Im Garten stören sie mich nicht, es sei denn, sie bringen die Terrassenplatten zum wackeln. Dann werden sie umgesiedelt. Das klappt, macht kaum Mühe und schont die Ameisen, die Umwelt und unseren Geldbeutel. Chemie kommt bei uns nur im Ausnahmefall zum Einsatz und Ameisen gehörten bis jetzt noch nicht dazu. Ich habe allerdings von Fällen gelesen, da war mit Umsiedeln nicht zu machen. Millionen Ameisen kann man nicht umsiedeln.

Die Schwierigkeit mit der Ameisenbekämpfung ist, dass etwa 80 Prozent der Wirkstoffe Ende 2013 verboten wurden. Ich war kürzlich mal auf der Suche nach einem Mittel gegen Blattläusen, die mein Winterquartier bevölkerten, da waren selbst die Fachleute im Gartenmarkt etwas ratlos und mussten erst mal nachschlagen, was den noch geht und was nicht. Wer braucht schon im Januar etwas gegen Blattläuse? Da habe ich die Damen und Herren kalt erwischt, sie waren nicht auf dem neuesten Stand. Ich habe mein Mittel aber erhalten. Wenn es also Chemie gegen Ameisen sein muss, erst mal erkundigen, was zugelassen ist, sich absolut an die Gebrauchsanweisung halten und mal nachschlagen, was die Mittel so bewirken, beim Mensch, beim Haustier und bei der Natur!! Oft hilft das, die richtige Entscheidung zu treffen.