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Aji Charapita anbauen: teuerster Chili der Welt

Aji Charapita anbauen

Aji Charapita ist eine seltene Chilisorte, die beim Anbauen divenhafte Züge zeigt. Da ihre Früchte zudem sehr klein sind, liegt der Preis für ein Kilogramm getrocknete Chilis im fünfstelligen Bereich.

Aji Charapita

Botanisch gesehen, gehört diese Chilisorte zur Pflanzengattung Capsicum chinense. Die Heimat der Chili ist der tropische Norden Perus an der brasilianischen Grenze. Da sie außerhalb des Andenstaates nur selten angebaut wird, wird sie auch Kaviarchili genannt. Die Bezeichnung „gelber Wildchili“ rührt daher, dass der Anbau der Sorte noch keine lange Tradition hat.

Vorziehen

Da diese Chilisorte von der Aussaat bis zur Ernte zwischen sechs und zehn Monaten braucht, sollten Sie Pflanzen vorziehen. Die Aussaatzeit liegt zwischen Januar und April. Allerdings empfiehlt es sich, die Samen bereits zeitig im Jahr auszusäen, damit die Früchte reif werden. Die optimalen Bedingungen zum Keimen sind:

  • Keimtemperatur: 22 bis 28 Grad Celsius
  • Keimdauer: 10 bis 45 Tage
  • Aussaatgefäß: beheiztes Mini-Gewächshaus
  • Substrat: Anzuchterde
  • Pflege: Erde feucht, aber nicht nass halten
Aji Charapita vorziehen
Alternativ können Sie die Samen von Aji Charapita auch mit einer Frischhaltefolie abdecken.

Haben die Sämlinge erste Blätter gebildet, stellen Sie die Pflanzen an einen sehr hellen Standort. Dort sollten sie zwischen 10 und 14 Stunden pro Tag Licht bekommen. An dunkleren Tagen sollten Sie die jungen Chilipflanzen mit einer speziellen Pflanzenlampe beleuchten. Nach dem Pikieren setzen sie die Aji Charapita in Chili-Erde um.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Samen für die teuerste Chilisorte der Welt bekommen Sie in erster Linie online in speziellen Chili-Shops. Für die zeitige Aussaat sollten Sie das Saatgut bereits im Januar bestellen.„]

Standort

Aji Charapita liebt wie alle Chilipflanzen Licht und Wärme. Zum Anbauen für vorgezogene Pflanzen ist ein

  • vollsonniger (mindestens sechs Stunden Sonnenlicht) und
  • regengeschützter

Standort ideal.

Boden / Substrat

An den Boden stellt diese Chilisorte keine besonderen Ansprüche. Er sollte

  • frisch,
  • gut gedüngt und
  • durchlässig

sein. In der Topfkultur sollte das Substrat ebenfalls diese Eigenschaften besitzen. Alternativ können Sie die Pflanzen auch in spezielle Chili-Erde setzen.

Pflanzen

Da diese Chilisorte äußerst empfindlich auf Kälte reagieren, sollten Sie sie frühestens Mitte Mai nach den Eisheiligen auspflanzen oder im Topf auf den Balkon stellen. Fällt die Temperatur unter plus 12 Grad Celsius, wachsen sie nicht weiter. Dies hat zur Folge, dass die Zeit für das Ausreifen der Früchte nicht mehr reicht.

Aji Charapita Setzlinge
Setzlinge

Daher empfiehlt es sich, Aji Charapita im Topf zu kultivieren. So können Sie die kälteempfindlichen Pflanzen bei Bedarf reinholen. Alternativen zum Anbauen sind das Gewächshaus oder die Kultivierung im Folientunnel, wobei sie bei Letzterem einen Temperaturabfall auch nicht tolerieren.

Gießen

Die Chilipflanzen mögen weder Staunässe noch Trockenheit, wobei sie kürzere Trockenperioden besser als Nässe vertragen. Ideal ist, wenn das Substrat immer leicht feucht ist. Zudem richtet sich der Durst der Chilis nach den Witterungsverhältnissen. Ist es heiß und trocken, brauchen sie mehr Wasser als bei kühlem und feuchtem Wetter.

Düngen

In der Topfkultur sollten sie die Chilis düngen. Ideal ist ein Dünger, der stickstoffarm, aber reich an Phosphor ist. Geben Sie den Pflanzen während der Wachstumszeit

  • alle zwei Wochen
  • die Hälfte der empfohlenen Dosis des Herstellers

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Alternativ können Sie die Chilipflanzen einmal pro Monat mit der vollen Dosierung düngen.„]

Schneiden

Während der Wachstumsperiode brauchen die Pflanzen keinen Schnitt. Treten aufgrund von großer Hitze oder zu viel Nässe gelbe Blätter auf, können Sie diese entfernen. Wächst die Chili zu dicht, können Sie sie von Frühjahr bis Herbst auslichten, damit wieder mehr Licht ins Pflanzeninnere kommt.

Ernten

Die Ernte beginnt, wenn die erbsengroßen Chilis (Durchmesser maximal ein Zentimeter) eine schöne gelborange Farbe angenommen haben. In der Regel beträgt die Reifezeit der Früchte zwischen 90 und 100 Tage. Nach dem Kalender liegt die Erntezeit zwischen Ende August und Anfang September.

Geerntete Aji Charapita

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Pflücken Sie Aji Charapita mit dem Stiel, damit beim Trocknen keine Flüssigkeit austreten kann und der Geschmack erhalten bleibt.„]

Überwintern

Zum Überwintern schneiden Sie die Chilipflanzen um 20 Zentimeter zurück. Danach stellen Sie die Chilis an einen

  • hellen Platz
  • bei mindestens 15 Grad Celsius.

Vermehren

Aji Charapita können Sie mit Stecklingen vermehren. Der ideale Zeitpunkt dafür ist im Frühjahr, damit es die Stecklinge beim Anwurzeln warm genug haben.

Krankheiten und Schädlinge

Über Krankheiten und Schädlinge ist kaum etwas bekannt. Die größte Gefahr soll den Pflanzen von der Weißen Fliege drohen.

Häufig gestellte Fragen

Wie scharf sind die erbsengroßen Früchte?

Die Schärfe der gelben Chilikügelchen wird mit mittel bis scharf angegeben. Der Scoville-Wert liegt zwischen 50.000 und 100.000 SHU. Das Aroma ist fruchtig, blumig und exotisch.

Wie hoch ist der Ertrag dieser Chilisorte?

Aji Charapita wird als sehr ertragreiche Chilipflanze beschrieben. Eine Pflanze soll Hunderte von Früchten produzieren. Da sie jedoch sehr klein sind, sollten Sie für eine Handvoll Chili etwa zwei Stunden Pflückzeit planen. Die Handarbeit bei der Ernte ist übrigens auch ein Grund für den hohen Preis.

Wie alt werden die Chilipflanzen?

Sind die Bedingungen beim Anbauen ideal, können die Pflanzen mehrere Jahre alt werden. Allerdings brauchen sie dafür ein geeignetes Winterquartier.