Zierkürbis

Mit Einzug der farbenprächtigen Herbstzeit beginnt auch die Hochsaison eines Gewächses, welches viele Gesichter vorweisen kann. Beim Betrachten der flaschen- oder kugelförmigen Früchte kommt sofort eine herbstliche Stimmung auf und in Kombination mit Zweigen, Trockenblumen oder Beeren lassen sich in Handumdrehen wundervolle Dekoarrangements schaffen, an denen man sich eine ganze Weile erfreuen kann. Auch wenn sich Zierkürbisse aufgrund ihrer enthaltenen Bitterstoffe, die zu Übelkeit oder Magenkrämpfen führen können, nicht zum Verzehr eignen, sind sie zum Wegwerfen viel zu schade.

Kunterbunte Farbakzente im Garten

Der heimische Zierkürbis ist eine einjährige Kletterpflanze, die eine enorme Wuchsleistung aufweist. Wenn die Pflanzen erst einmal ihre langen Ranken ausgestreckt haben, dann hält sie nichts mehr auf und sie breiten sich rasch aus. Doch auch wenn man den originellen Früchten so schnell nichts anhaben kann, für ein prächtiges Wachstum benötigen sie trotzdem ein gewisses Maß an Pflege und ab und zu etwas Aufmerksamkeit.

  • Kürbisse sind Starkzehrer,
  • Saison Juli bis September,
  • Erntezeit Anfang August,
  • bevorzugen sonnigen Standort,
  • lieben humosen, tiefgründigen Boden,
  • Anzuchttemperatur 20 bis 24 Grad Celsius,
  • Pflanzen benötigen viel Feuchtigkeit,
  • großes Platzbedürfnis,
  • Wachstum bis 8 Meter Höhe.

Artenvielfalt, die beeindruckt und verzaubert

Zierkürbisse, die auf den lateinischen Namen Cucurbita pepo hören, werden in immer beliebter und sind zunehmend in unseren heimischen Gärten anzutreffen. Es gibt nur einige wenige Arten, die im Frühstadium des Wachstums genießbar und für die Küche geeignet sind. Ansonsten findet der Zierkürbis in der Regel keine Verwendung auf dem Speiseplan. Abgesehen von den bereits erwähnten Bitterstoffen, enthält der Zierkürbis auch verhältnismäßig wenig Fruchtfleisch im Vergleich zu Speisekürbissen. Mittlerweile sind unzählige Sorten Zierkürbisse im Fachhandel erhältlich und so manchem Hobbygärtner wird damit die Wahl nicht gerade leichtgemacht. So faszinierend, bizarr wie ihr Aussehen, ist auch manchmal der Name, dessen Bandbreite von Schwanenhals bis hin zu Ufo geht. Einige Sorten haben sich auf Grund ihrer positiven Eigenschaften aus der Masse herauskristallisiert und führen die Beliebtheitsskala an.

Shenot Crowns

  • Zierkürbissehr dekorative, bunte, krallenförmige Früchte
  • Fruchtgröße von 10 bis 15 Zentimeter
  • rankende Pflanze
  • farbliche Schattierungen von grün, weiß, gelb und orange
  • Reifezeit der Samen ungefähr 100 Tage
  • Verwendung für Dekorations- und Bastelzwecke

Autumn Wing

  • Früchte mit stark ausgeprägtem Flügel und Hals,
  • Fruchtgröße 10 bis 15 Zentimeter,
  • hohe Fruchtzahl: 6 bis 8 Früchte je Pflanze,
  • Rankende Pflanze
  • Reifezeit 110 Tage
  • farbliche Schattierungen von grün-gelb, weiß, gelb oder orange
  • Verwendung für Dekorations- und Bastelzwecke

Flat striped

  • Früchte robust und flachrund,
  • Fruchtgröße 5 bis 10 Zentimeter,
  • hohe Fruchtzahl: 10 bis 20 Früchte je Pflanze,
  • Rankende Pflanze
  • Reifezeit 85 Tage
  • farbliche Schattierungen: zweifarbig grün mit cremefarbenen Längsstreifen,
  • Verwendung für Dekorations- und Bastelzwecke

Gourd Verruqueuse

  • Früchte rund mit warzenähnlicher Oberfläche,
  • Fruchtgröße 8 bis 12 Zentimeter,
  • hohe Fruchtzahl: 8 bis 12 Früchte je Pflanze,
  • Rankende Pflanze
  • Reifezeit 100 Tage
  • farbliche Schattierungen: im Jungstadium gelb-grünlich, bei Reifung orange
  • Verwendung für Dekorations- und Bastelzwecke

Mini Ball

  • ZierkürbisSchöne runde Minifrüchte,
  • Fruchtgröße 5 bis 8 Zentimeter,
  • Fruchtzahl: 6 bis 8Früchte je Pflanze,
  • Rankende Pflanze
  • Reifezeit 90 Tage
  • farbliche Schattierungen: Verfärbung mit zunehmender Reife von grün bis orange
  • Verwendung für Dekorations- und Bastelzwecke

Pear bicolor

  • Birnenförmige Form,
  • Fruchtgröße 7 bis 10 Zentimeter,
  • Hohe Fruchtzahl: 10 bis 20 Früchte je Pflanze,
  • Rankende Pflanze
  • Reifezeit 90 Tage
  • farbliche Schattierungen: Unterteilung in grün-gelb mit Längsstreifen oder einfarbig
  • Verwendung für Dekorations- und Bastelzwecke

Besonders attraktiv können wilde Kreuzungen der Zierkürbisse sein. Um diese tollen Mischungen zu erhalten, werden die Samen eingesammelt und im nächsten Jahr wieder ausgesät.

Vermehrung und Aussaat, Pflanzung

Zierkürbisse lassen sich relativ leicht durch Samen vermehren. Diese können im Fachhandel erworben oder den Früchten vom Vorjahr entnommen werden. Ein Pikieren ist auf Grund der Empfindlichkeit der Wurzeln nicht von Vorteil. Um das Pflanzenwachstum zu beschleunigen lohnt sich eine Aussaat der Samen in Töpfen. Auch ist man bei dieser Methode sicher vor gefräßigen äußeren Feinden wie Schnecken oder Vögeln. Um eine Vorkultur heranzuziehen, sollten die Samen im Monat April ausgesät werden. Dafür werden die Samen paarweise in bis zu neun Zentimeter große Töpfe mit humusreicher Anzuchterde gelegt, die bei einer Temperatur von 20 bis 24 Grad Celsius gelagert werden. Frei nach dem Motto: „Der Stärkere gewinnt“, verbleibt letztendlich nur die Pflanze im Topf, die einen kräftigen Wuchs vorzuweisen hat. Wenn keine Frostnächte mehr zu erwarten sind, so ungefähr ab Mitte Mai, werden die vorkultivierten Pflänzlein dann ins Freiland gesetzt. Vorteilhaft ist es auch, die Pflanzen vor dem Aussetzen Stück für Stück abzuhärten und sie somit an die Außentemperaturen und die Witterung zu gewöhnen. Wichtig ist, dass die Kürbispflanze zu diesem Zeitpunkt neben den üblichen Keimblättern auch einige Laubblätter ausgebildet hat. Weiterhin sollte der Topfballen eine gute Durchwurzelung aufweisen. Nur so kann auch im Freibeet ein zügiges, kräftiges Weiterwachsen garantiert werden. Der Pflanzabstand zwischen den einzelnen Keimlingen sollte ungefähr 80 Zentimeter betragen. Es ist aber auch möglich, die Samen im Wonnemonat Mai direkt im Freien auszusäen. Anzumerken ist, je mehr Platz die Pflanze ihr Eigen nennen darf, umso größer und üppiger ist ihr Wuchs.

Pflegehinweise für einen perfekten Wuchs

ZierkürbisDie Zierkürbisse lieben die Wärme und sollten deshalb einen sonnigen Standort im Garten erhalten. Wenn sich die ersten kleinen Früchte zeigen, wird eine zusätzliche Bewässerung der Pflanzen notwendig. Dabei dürfen die Pflanzen keinesfalls von oben, sondern immer nur am Wurzelstamm gegossen werden. Zierkürbisse lieben humosen, tiefgründigen Boden mit einem hohen Nährstoffgehalt und sollten in der Wachstumsphase ab und zu mit Dünger verwöhnt werden. Dafür kann man den Boden mit reifem Mist anreichern oder für eine schnelle Düngung mit Blaukorn, Hornspänen oder Gesteinsmehl sorgen. Auch die Verwendung von Brennnesseljauche kann sehr erfolgsversprechend sein. Beim Hacken oder Auflockern der Erde sollte man allerdings Vorsicht walten lassen, da das flache Wurzelsystem der Zierkürbisse sehr sensibel und leicht verletzbar ist. Die Rankenbildung der Kürbisse kann mit einer Rankhilfe im Zaum gehalten und in die gewünschte Wuchsrichtung gebracht werden. Je nach Platzverbrauch und Wuchs können die Ranken auch von Zeit zu Zeit eingekürzt werden. Wenn die Außentemperaturen schwanken oder noch zu kühl sind, benötigen die Zierkürbisse Schutz, da sie ein raues Klima schlecht vertragen. Hauben aus Klarsichtfolie mit Luftlöchern versehen schaffen hier Abhilfe, da sie ein warmes, feuchtes Mikroklima erzeugen.

Möglichkeiten der Haltbarmachung

So schön Zierkürbisse auch anzuschauen sind, leider halten sie nicht ewig. Mit der Zeit entstehen Druckstellen oder unschöne Flecken, die irgendwann mit Schimmel behaftet sind. Wer etwas länger Freude an den dekorativen Herbstfrüchten haben möchte, der sollte einige lebensverlängernde Tipps und Tricks ausprobieren.

1. Perfekte Erntezeit
Wer verhindern möchte, dass die Zierkürbisse zu schnell in einen Fäulnisgrad übergehen, der sollte unbedingt auf den richtigen Erntezeitpunkt achten. Allein die Größe der Früchte sagt noch nichts über den Reifegrad aus. Die Zierkürbisse sollten erst geerntet werden, wenn der Stiel verholzt oder holzig und die Schale fest und hart ist. Durch ein leichtes Klopfen an der Schale kann der Reifegrad auch erkannt werden. Klingt das Anklopfen eher hohl, darf der Kürbis geerntet werden.

2. Auf die richtige Lagerung kommt es an
Wenn nicht gleich eine Verwendung für die Zierkürbisse gefunden wird oder der Dekorationsanlass noch nicht in Sicht ist, dann müssen die sensiblen Kürbisse optimal gelagert werden. Für diesen Zweck eignet sich am besten eine mit Styropor ausgelegte Holzkiste. Das Styropor bettet die Früchte sanft und Druckstellen haben keine Chance. Die Holzkiste sollte in einem Raum mit einer Umgebungstemperatur von15 bis 20 Grad Celsius abgestellt werden.

3. Sanfte Pflege von außen
ZierkürbisDas Einsprühen mit Haarspray hat sich schon oft zur Haltbarmachung bewährt. Um die Kürbisse optimal zu konservieren, sollten diese komplett eingesprüht werden. Danach den Sprühfilm antrocknen lassen und schon können die Früchte zu Dekorationszwecken zum Einsatz kommen. Der Vorteil bei dieser Methode liegt darin, dass auf diese Weise nicht nur ein Schimmeln der Kürbisse verhindert wird, sondern die Früchte gleichzeitig einen wunderbaren Glanz und Duft erhalten, der lange anhält.

4. Ein glänzender Abschluss
Eine weitere effektive Methode der Haltbarmachung von Zierkürbissen ist das Einbalsamieren mit Bohner- oder Bienenwachs. Die wächserne Hülle schützt vor Feuchtigkeit, Druckstellen sowie Schimmel und verleiht den dekorativen Früchten zusätzlichen noch einen tollen Glanz.

Schädlinge und Krankheiten

Die Pflanze mit ihren faszinierenden Früchten gilt als sehr robust, doch gegen Krankheiten oder Schädlinge ist auch sie nicht gefeit. Diese können das Wachstum immens beeinträchtigen oder im schlimmsten Fall das Lebensende der Pflanze bedeuten. Gelb gefleckte, gekräuselte Blätter weisen oftmals auf eine Viruserkrankung hin, die zum Beispiel durch Blattläuse übertragen werden können. In diesem Fall ist das Entfernen die einzige Lösung, um ein Übergreifen auf gesunde Pflanzen und Früchte zu verhindern. Auch der gemeine Mehltau hat eine Vorliebe für Zierkürbisse. Der Pilz kann sehr beharrlich sein und man kann ihm mit wirksamen Pflanzenschutzmitteln die Stirn bieten, die auf befallene Stelle aufgespritzt werden. Einen effektiven Schutz vor Schädlingen kann schwarze Mulchfolie bieten, die vor dem Einsetzen der Pflanzen auf die Beete gebracht wird. Allerdings muss zwischen den vorhandenen Reihen ein folienfreier Bereich von ungefähr einem Meter freibleiben. Zusätzlich können die Pflanzen auch mit einem Flies geschützt werden.

Fazit
Auch wenn Zierkürbisse keine kulinarische Verwendung finden, sind sie doch immer mehr ein begehrtes Objekt der Gärtnerkunst. Ihre faszinierende Farbenvielfalt und die teils obskuren Formen machen die Früchte zu etwas ganz Besonderen. Gleichzeitig sind sie äußerst anspruchslos und kommen mit minimalistischer Pflege aus. Vor allem im Spätsommer wird dem Betrachter die Farbenpracht so richtig bewusst, wenn die Zierfrüchte ein unvergleichliches Gartenambiente schaffen. Verwendung finden die Zierkürbisse vor allem in herbstlicher Dekoration. Doch damit nicht genug. Mit jeder Menge Kreativität lassen sich aus einigen Arten auch Instrumente herstellen.